Der Schein trügt!

  • Uff! Ich habe heute zum ersten mal in diese Story reingeschaut...mein lieber Scholli!!! Ist zwar etwas ungewohnt, EKvH als Romanze zu "sehen" aber HUT AB!!!! Echt starke schreibe! Ich hab schon 'n Flimmern vor'n Augen! Ich hab die ganze Story in eins durch gelesen (ich konnt halt einfach nicht aufhören! Ich hab sogar das TELEFON klingeln lassen!!!) :rolleyes:, und leider habe ich keinen TFT Monitor oder sonst was Augenschonendes!!! Nee, ehrlich!!!
    Wilma: Was meinst du, wie steh'n die Chancen, dass du die Story zu ende schreibst??? *nach Fortsetzung lechz* ;)

  • Hoganmeinheld: ich hoffe deine Augen haben sich wieder etwas erholt ;)aber ehrlich gesagt freue ich mich, dass dir meine Story so gut gefallen hat :)Und ob dus glaubst oder nicht, ich habe weitergeschrieben!


    Die Fortsetzung ist da! Leider ist die irgendwie... naja, etwas dramatisch geworden und ich sollte eine Altersbegrenzung einbauen! An einer Stelle wirds nämlich etwas unschön!
    Also hier eine Warnung: Wer etwas zart beseitet sollte vielleicht nicht weiterlesen ;)
    Trotzdem viel Spaß!


    In den nächsten beiden Tagen, herrschte geschäftiges Treiben im Stalag 13. Hogans Männer hatten alle Hände voll damit zu tun, um Alex Flucht vorzubereiten und darauf zu achten, dass immer nur einer der Zwillinge zu sehen war.
    Trotzdem hatten die Geschwister auch Zeit, um einander wieder näher zu kommen und kurz vor der geplanten Flucht war das alte Band zwischen ihnen wieder gefestigt. Natürlich mussten sie feststellen dass sie sich beide verändert hatten, doch trotzdem verstanden sie sich wieder blind.
    Am Abend vor der Flucht war Alexa gerade allein im Tunnel beschäftigt, einige Kleidungsstücke für ihren Bruder auszubessern, als Newkirk zu ihr in den Tunnel kam.
    „A-a-alex?“ sprach er sie an, als er sie sah, “d-d-der Colonel sucht dich!”
    Verwirrt blickte sie ihn an und Newkirk erkannte sofort seinen Irrtum.
    „A-a-ach d-d-du bist es,“ stotterte er und wurde sogar ein wenig rot dabei, „i-i-ich ha-ab eigentlich d-d-deinen Bruder gesucht!“
    „Tja, da hast du wohl Pech gehabt,“ antwortete das Mädchen, „ich weiß nicht wo er ist.“ Newkirk sah sie mit einem verträumten Blick an, und Alexa wurde gleichzeitig heiß und kalt und in ihrem Bauch flatterten Schmetterlinge. Trotzdem war da auch ein ungutes Gefühl, ein Gefühl dass hier nicht hingehörte, ganz tief in ihr drin.... Alexa versuchte es zu verdrängen sie wollte dieses Gefühl nicht sie wollte nur das Schöne.
    „Peter,“ flüsterte sie heiser. Lächelnd trat er auf sie zu und legte ihr sanft eine Hand auf die Wange und es fühlte sich gut an. Mutiger geworden, schenkte sie ihm eine schüchternes Lächeln... sie wusste was kommen, sie wollte es auch... doch als sich Newkirks Lippen auf die ihren legten, da schlug eine schwarze Woge über ihr zusammen.
    Entsetzt riss sie die Augen auf... doch da war nicht mehr Newkirk sondern ein grinsender blonder Mann stand vor ihr... sie stieß einen schrillen Schrei aus und stieß den Mann von sich und so schnell die Sinnestäuschung gekommen war, so schnell war sie auch wieder verschwunden und nur ein völlig verwirrter Newkirk lag vor ihr auf der Erde.
    Alex war leichenblass, zitterte am ganzen Leib und war Tränenüberströmt, als Alex und Hogan, von Alexas Schrei alarmiert, zu ihnen kamen.
    Der Colonel konnte sich die ganze Situation nicht verstehen, doch Alex ging wie von der Tarantel gestochen auf den noch immer benommen am Boden sitzenden Newkirk los.
    „Du Schwein,“ schrie er, während er auf den Engländer einprügelte „was hast du mit meiner Schwester gemacht?! Wenn du ihr auch nur ein Haar gekrümmt hast, bring ich dich um!“ schrie er immer lauter und schlug weiter auf Newkirk ein, der sich schützend die Hände vors Gesicht hielt.
    „I-i-i-ich w-w-weiß nicht...“ begann er sich zu verteidigen doch Alex ließ ihn gar nicht zu Wort kommen, sondern beschimpfte ihn immer lauter und seine Schläge wurden immer heftiger.
    Da kam endlich Leben in Hogan, beherzt ging er auf den wütendend Jungen los und riss ihn mit einem Ruck von Newkirk weg.
    „Das reicht!“ schrie er den Jungen an, doch mit Alex war anscheinend nicht zu reden, denn er achtete gar nicht auf den Colonel, sondern wollte sich sofort wieder auf Newkirk stürzen, dem es jetzt zumindest gelungen war aufzustehen.
    Erst als Alexa zu ihm trat und ihm eine Hand auf die Schulter legte, hielt er inne.
    „Alex,“ flüsterte sie noch immer mit schreckgeweiteten Augen, „Lass ihn in Ruhe, er hat mir nichts getan!“
    Verwirrt sah er sie an, doch Hogan merkte noch immer seine Anspannung und ließ ihn vorerst noch nicht los.
    „Bruder, er hat mir nichts getan,“ flüsterte sie eindringlich und sah ihrem Bruder dabei fest in die Augen.
    „Aber...“ flüsterte dieser völlig verwirrt, „was war dann los? Warum hast du so geschrieen? Ich hatte Angst um dich, ich hab dich noch nie vorher so gesehen oder erlebt, zum Kuckuck Piuhair, was ist los?“
    Dabei sah er sie mit so einer Verzweiflung in seinem Blick an, dass die so mühsam erhaltene Selbstbeherrschung nun endgültig zusammenbrach.
    Die Beine gaben unter ihrem Gewicht nach und wie ein Häufchen Elend, fiel sie schluchzend zu Boden.
    Alex, den der Colonel endlich losgelassen hatte, sank vor sie auf die Knie und zog sie sanft in seine Arme.
    Tröstend streichelte er ihr übers Haar und flüsterte dabei Worte, die weder der Colonel noch Newkirk verstanden, die entsetzt auf die Zwillinge blickten. Keiner wagte ein Wort zu sagen, auch nicht die anderen Männer, die vom Geschrei angelockt in den Tunnel geeilt waren.
    Keiner konnte hinterher mehr sagen wie lange es dauerte, bis das Mädchen sich wieder einigermaßen beruhigt hatte, doch allmählich wurde ihr schluchzen leiser und auch das zittern ließ etwas nach.
    „Piuhair,“ flüsterte Alex eindringlich, „erzähl mir bitte endlich was dir widerfahren ist.... bitte!“ fügte er verzweifelt hinzu.
    „Aber du wirst mich hassen... ihr alle werdet mich hassen....“ schluchzte sie.
    „Um Gottes Willen, Alexa, was ist geschehen, dass du so was denkst? Ich liebe dich! Ich könnte dich nie hassen!“ er sagte das mit so viel Überzeugung, dass Alexa endlich den Mut hatte ihn anzusehen.
    „Aber es ist so furchtbar...und ich schäme mich so!“
    „Aber du wirst es erzählen?“ fragte Alex und das Mädchen nickte stumm.
    „Sollen wir gehen?“ wandte sich nun Hogan an die beiden, denen erst jetzt wieder einfiel, dass sie ja nicht alleine waren.
    „Nein,“ antwortete Alexa nach einem kurzen Zögern, „aber bitte... nicht hier... ich muss hier raus!“
    „Lasst uns nach oben gehen,“ schlug der Colonel vor und half Alex, das Mädchen auf die Beine zu ziehen. Sie schien völlig ausgelaugt und kraftlos zu sein, denn Alex musste sie den ganzen Weg nach oben stützen.
    Um etwas ungestörter zu sein, gingen Alexa, ihr Bruder, der Colonel, ein etwas lädierter Newkirk, Kinch, LeBeau und Carter in Hogans Büro.
    Dort ließ sich das Mädchen erst einmal erschöpft auf einen Stuhl sinken und trank erst mal einen großen Schluck Wasser, den Lebeau ihr gereicht hatte.
    Sie schloss noch einmal die Augen um Kraft zu sammeln und suchte die Hand ihres Bruders. Dann begann sie zu erzählen:


    „ Der Abend ihrer Verlobung, war für Alexa längst zum Alptraum geworden. Sie nahm Glückwünsche entgegen die sie nicht wollte und je ausgelassener die Gäste wurden, desto einsamer und verlorener fühlte sie sich. Der einzige Gedanke der ihr Hoffnung gab, war ihr Gedanke an die Flucht und gegen Mitternacht hatte sie endlich die Gelegenheit um ungesehen aus dem Saal zu schlüpfen.
    Hastig eilte sie die Treppe zu ihrem Zimmer hinauf. Sie wusste, dass sie schnell fliehen musste, denn wenn erst mal entdeckt worden war, dass sie verschwunden war, würde man sie wohl schnell wieder einfangen.
    Schnell riss sie sich das Kleid vom Leib und schlüpfte in bequemere Kleidung. Dann nahm sie den Rucksack, den sie bereits heimlich am Nachmittag gepackt hatte, sah sich noch einmal in ihrem Zimmer um und öffnete leise die Tür.
    Vorsichtig sah sie sich nach allen Seiten um, im Moment war die Luft rein und Alexa atmete noch einmal tief durch, bevor sie vollends auf den Flur trat. Das Fest im Saal schien noch immer fröhlich weiterzugehen, denn sie konnte sogar bis hier oben, das Lachen und Poltern der Gäste hören. Für Alexa war das die Gelegenheit unbemerkt zu verschwinden. So schnell und leise wie möglich huschte sie zum Hinterausgang, der glücklicherweise nicht versperrt war. Ein kalter Schwall frischer Luft kam ihr entgegen und als sie vollends nach draußen trat und die Tür hinter sich schloss, war ihr als viel ihr eine zentnerschwere Last vom Herzen, endlich war sie in Freiheit.
    Trotz der Freude war ihr bewusst, dass sie noch lange nicht außer Gefahr war, doch noch entdeckt zu werden, dazu musste sie erst eine lange Strecke zwischen sich und dieses Haus bringen.
    Doch obwohl sie ungesehen das Haus verlassen konnte, schien sie jetzt das Glück zu verlassen. Sie hatte noch nicht einmal die hälfte des Gartens durchquert, als sie plötzlich schwere Schritte hinter sich hörte. Hastig sah sie sich um und hätte fast aufgeschrieen als sie sah wer da hinter ihr war. Kurz hegte das Mädchen noch die Hoffnung unentdeckt geblieben zu sein, doch General Meißner hatte sie gesehen und er schien auch zu wissen was sie vorhatte, denn er kam zwar leicht wankend, aber doch schnell auf sie zu.
    Jetzt ließ Alexa alle Vorsicht fahren und rannte so schnell sie konnte durch den Garten, da der General schon einiges getrunken hatte, fiel es ihm nicht leicht mit dem Mädchen Schritt zu halten und hätte Alexa ein bisschen Glück gehabt, wäre sie ihm wohl doch noch entkommen. Doch kurz bevor sie den Garten ganz durchquert hatte, blieb sie mit dem Fuß an einer Wurzel hängen und knickte um. Mit einem Schmerzensschrei schlug sie hart auf dem Boden auf. Im ersten Moment trie ihr ein stechender Schmerz die Luft aus den Lungen und wie gelähmt blieb sie liegen. Trotzdem versuchte sie so schnell als möglich wieder aufzustehen, doch sie war nicht schnell genug. Das Mädchen hatte sich gerade wieder auf Hände und Knie hochgekämpft als der General bei ihr ankam.
    Grob riss er sie zu sich herum, „So, so du wolltest also davon laufen,“ sagte er mit schwerer Zunge „Ich glaube ich muss dir erst noch Gehorsam beibringen!“
    Bei diesen Worten zog er das Mädchen noch dichter zu sich heran. Alexa versuchte sich zu wehren, doch Meißners Griff war so hart, dass sie ihm nicht entkommen konnte. Sie trat mit den Beinen nach ihm, doch er stand so dicht bei ihr, dass sie nicht genug ausholen konnte um ihm wirklich weh zu tun. Langsam machte sich auch nackte Panik in ihr breit, hatte sie zuerst einfach nur Angst, dass ihre Flucht entdeckt würde, kam nun die Angst dazu, dass er ihr was antun würde. Deshalb verstärkte sie ihre Gegenwehr noch einmal, doch das schien dem General nichts auszumachen, denn er lachte sie nur aus und warf sie dann plötzlich brutal zu Boden.
    „Da hab ich mir einen Wildfang eingehandelt,“ lachte er und stand groß und mächtig vor ihr, „ich glaube ich muss dir erst noch zeigen, wer hier das sagen hat!“ Und noch bevor Alexa reagieren konnte lag er auf ihr. Sein Gewicht drückte sie zu Boden und sein Gesicht war ihrem so nahe, dass sie seinen Whiskey geschwängerten Atem roch, so dass ihr schlecht wurde.
    Doch was jetzt kam stellte alles bisher da gewesene in den Schatten. Meißner verlagerte sein Gewicht so, dass zu mindest Alexas Oberkörper nicht mehr zu Boden gedrückt wurde und das Mädchen hatte schon Hoffnung dass er sie jetzt los lassen würde, aber da hatte sie sich gründlich getäuscht.
    Mit einem Ruck zerriss er ihr den Pullover und das Hemd dass sie darunter trug. Entsetzt schrie Alexa auf „Nein,“ schrie sie, „lassen Sie mich sofort los!“ Doch der Mann hörte gar nicht auf sie.
    Voller Angst bäumte sich Alexa auf und schlug wie wild um sich. Doch der General packte mit Leichtigkeit ihre Arme und bog sie hinter ihren Kopf, dort hielt er sie mit einer Hand fest. Mit der anderen strich er gierig über ihren Bauch und ihre Brüste. Alexa hatte Angst, so Angst wie noch nie zuvor in ihrem Leben, sie begann am ganzen Körper zu zittern und versuchte ihre Hände mit Leibeskräften frei zu bekommen, doch der General war so viel stärker als sie. Die Tränen schossen ihr in die Augen und als Meißner begann ihr in ihre Brustwarzen zu beißen begann sie leise zu wimmern.
    „Bitte...“ schluchzte sie, „bitte hören sie auf!“
    „Das was jetzt kommt, hast du dir selbst zu zuschreiben,“ sagte er kalt, „außerdem bin ich dein Verlobter und ich habe das Recht mit dir zu machen was ich will!“
    Dieser Satz weckte noch einmal Alexas Trotz. „Wenn Sie mich nicht sofort loslassen, bringe ich sie um!“ Diese Worte hatte sie mit einer solchen Kälte hervorgestoßen, dass der General sogar kurz von ihr abließ und ihr ins Gesicht sah, doch dann lachte er nur wieder.
    „Hör auf kleines Mädchen, ich bin viel stärker als du!“ dann ließ er ihre Arme los und schlug ihr mit voller Wucht ins Gesicht. Alexas Kopf flog herum und für einen Moment hatte sie wohl tatsächlich das Bewusstsein verloren, denn als sie wieder zu sich kam, hatte der General bereits ihr und sich die Hose herunter gezogen. Entsetzt fuhr sie auf und kroch ein Stück von Meißner weg, doch der stand nur lachend und kopfschüttelnd über ihr.
    „Es ist zu spät kleines Mädchen du kannst mir nicht mehr entkommen!“ dann wälzte er sich auf sie. Alexa spürte noch einen stechenden Schmerz als er in sie eindrang und dann war es als löse sich ihr Bewusstsein von ihrem Körper. Sie fühlte sich schwerelose und plötzlich sah sie sich und den General unter sich, sie sah wie der Mann ihren Körper benutzte und sich dabei völlig verausgabte, doch sie sah auch noch etwas anderes, einen großen Stein, der direkt neben ihrem rechten Arm lag.
    Und plötzlich war sie wieder in ihrem geschundenen Körper, hellwach und bereit für ihr Leben und ihre Freiheit zu kämpfen. Sie griff nach dem Stein und schlug ihn mit aller Kraft auf den Kopf des Generals.
    Der keuchte noch einmal auf, sank auf ihr zusammen und plötzlich lief etwas warmes klebriges ihren Körper entlang.
    Angewidert schob sie den Körper des Generals von sich herunter und übergab sich. Erst als nur noch bittere Galle würgte, hatte sich ihr Magen etwas beruhigt. Erschöpft rollte sie sich auf dem Boden zusammen und zog sich notdürftig ihre Hose hoch und bemerkte dass an ihren Schenkeln Blut klebte. Die Schmerzen in ihrem Unterleib waren fast unerträglich und sie hatte das Gefühl, das dort alles zerstört sein musste. Wimmernd krümmte sie sich auf dem kalten Boden zusammen.
    Ein paar Minuten blieb sie einfach so liegen. In diesen Minuten war ihr alles egal, sie wollte nur noch sterben. Doch dann sah sie das Gesicht ihres Bruders vor sich, der sie traurig und voll Verzweiflung ansah. Alexa war sich sicher, dass es nur eine Täuschung war, doch das Bild war so real gewesen, dass sie für einen Moment dachte wirklich ihren Bruder vor sich zu sehen. Und genau das gab ihr ihren Lebenswillen zurück. Erschöpft stemmte sie sich auf und biss die Zähne zusammen als sie ein neuerlicher Schmerz durchfuhr. Aber dieser Schmerz führte sie endgültig in die Realität zurück.
    Der General lag noch immer leblos da. Alexa hätte gern gewusst ob sie ihn mit ihrem Schlag umgebracht hatte, doch sie hatte nicht den Mut sich ihm zu nähern und eigentlich war es ihr auch egal. Für das was er ihr angetan hatte, hatte er nichts anderes verdient.
    Schaudernd drehte sie sich um und suchte ihren Rucksack den sie wohl irgendwann verloren hatte.
    Als sie ihn gefunden hatte, rannte sie ohne sich noch einmal umzuschauen davon. Unbewusst lief sie zu ihrem See. Das Wasser dort war zwar eisig kalt, aber das störte Alexa nicht. Sie riss sich ihre eh schon völlig kaputten Kleider vom Leib und sprang ins Wasser. Sie wusch und schrubbte sich so lange, bis ihre Haut feuerrot war und sie mit den Zähnen klapperte. Doch das kalte Wasser hatte ihr die schlimmsten Schmerzen genommen und ihre Lebensgeister geweckt, sie zog sich frische Kleider an, die alten versenkte sie mit einem Stein beschwert im See und machte sich auf den langen Weg nach London.“

    In jeder Minute die man mit Ärger verbringt, versäumt man 60 glückliche Sekunden


    William Somerset Mayham

    2 Mal editiert, zuletzt von Wilma ()

  • Wow, tolle Fortsetzung!! Hoffe, es geht bald weiter!

    Ein Kuss auf die Hand bedeutet Respekt, ein Kuss auf die Stirn bedeutet Freundschaft und ein Kuss auf den Mund bedeutet Liebe.....
    Wen die Götter lieben, lassen sie jung sterben (Elvis Presley, Marylin Monroe, James Dean, ..)

  • Okay, ihr wolltet es nicht anders :D

    Nach fünfzehn Jahren nun die Fortsetzung, die tatsächlich auch schon wieder ein paar Jahre alt ist un die ich in den tiefsten Tiefen meines Laptops gefunden habe :D



    „Irgendwann fanden mich zwei Bewohnerinnen eines kleinen Dorfes. Sie brachten mich zu sich nach Hause. Ich glaube sie ahnten was mir passiert war. Sie stellten nicht eine Frage, aber sie päppelten mich wieder auf und versorgten mich mit Kleidung und Nahrung. So bin ich dann eine Woche später nach London aufgebrochen und habe mich zu Alex durchgeschlagen.“

    Erschöpft endete Alexa mit ihrer Geschichte. Keiner wusste was er sagen oder tun sollte.

    „Ich bringe ihn um,“ zischte Alex plötzlich scharf und durchbrach so das Schweigen.

    „Nein,“ flüsterte Alexa, „das wirst du nicht tun! Außerdem habe ich das bestimmt schon erledigt. Er hat sich nicht mehr gerührt als ich weg bin!“

    „Ich meine nicht Meißner,“ antwortete Alex gefährlich ruhig, „ich meine Hochstetter!“

    „Das wirst du nicht tun,“ erwiderte Hogan scharf, „Es ist unsäglich schrecklich was Alexa passiert ist, aber tu jetzt bitte nichts unüberlegtes!“

    „Ich soll einfach zulassen, dass unser eigener Onkel Schuld an dem ist, was Alexa widerfahren ist?!“ schrie Alex aufgebracht.

    Beschwichtigend legt Hogan den Arm auf Alex` Schulter. „Nein, aber jetzt Kopflos loszurennen hilft niemanden. Am allerwenigsten deiner Schwester!“

    „Hogan hat Recht,“ mischte Alexa sich ein, „lass es gut sein. Es ist passiert und es kann niemand rückgängig machen. Ich brauche dich noch, bitte versprich mir, dass du nichts unüberlegtes tust!“

    Alexa sah ihren Bruder so eindringlich an, dass er sich tatsächlich beruhigte.

    „Piuhair, es tut mir so leid, dass ich dich nicht schützen konnte. Ich verspreche dir, dass ich nichts tun werde. Aber wir können doch nicht einfach so tun als ob nichts geschehen ist?!“

    „Doch,“ flüsterte Alexa, „das können wir. Und wir müssen es auch!“ Hier hob Alexa den Kopf und sah sie alle eindringlich an, „Ich möchte nie wieder darüber sprechen und ich möchte auch kein falsches Mitleid. Ich möchte behandelt werden wie vorher auch! Ich muss damit fertig werden, ich ganz alleine. Ich habe es einmal erzählt und jetzt hoffe ich, dass diese Wunde heilen kann!“

    Zaghaft nickten alle, doch man sah ihnen an, dass es ihnen unendlich schwer fiel, dieses Versprechen zu geben. Was sie gehört hatten, ging ihnen an die Nieren. Ganz besonders Newkirk. Er gab sich selbst das Versprechen diese außergewöhnliche junge Frau mit seinem Leben zu beschützen.

    Keiner wusste so recht, wie sie zur Normalität zurückfinden sollten. Doch da öffnete Schultzie die Tür.

    „Appell is...“ rief er laut. Die Helden zuckten zusammen. Er durfte die Zwillinge nicht zusammen sehen. Alex schaltete als erster und sprang mit einem beherzten Sprung auf eines der Betten in Hogans Büro und zog sich die Decke über den Kopf. Keine Sekunde zu früh, denn als Schultzie im Gemeinschaftsraum niemanden sah, betrat er Hogans Büro.

    „Wo seits den olle?“ frage er schnaufend, „Was ist denn mit eich los?“ Fragte er als er die betroffenen, blassen Gesichter der Männer sah.

    „Nichts,“ antwortete Hogan schnell, „nur Sauerstoffmangel,“ fügte er schnell hinzu, „Männer ihr habt es gehört, Appell! Frische Luft tut uns bestimmt gut!“

    Zufrieden, dass sein Befehl sofort ausgeführt wurde, verließ Schultzie die Baracke. Langsam setzten sich die Helden in Bewegung.

    Alexa war zum ersten Mal froh über einen Appell und

    der Zeitpunkt hätte nicht besser sein können. Gierig sog sie die frische Luft ein und sie fühlte sich, als wenn eine zentnerschwere Last von ihr gefallen wäre.

    Der Appell gab ihr Zeit sich zu sammeln und ihre Gedanken zu ordnen und auch wenn die Erinnerung an diese Nacht noch in ihrem Gedächtnis war, so hatte sie doch irgendwie ihren Schrecken verloren. Sie war jetzt ein Teil von ihr, eine Wunde die nie ganz verschwinden würde, die jetzt aber heilte und eine Narbe hinterließ.

    Vom Appell selbst bekam Alexa nicht viel mit und auch die besorgten Blicke der Männer nahm sie nicht wahr. Sie hatte endlich wieder zu sich und ihren Gefühlen gefunden.

    Als sie zurück in die Barracke ging, traf sie Newkirks Blick und Alex hätte nichts lieber getan als ihn zu umarmen und ihn zu küssen. Natürlich ließ sie dass sein, aber sie warf ihm ein zwar schüchternes aber so offenes Lächeln zu, dass Newkirks Herz höher schlagen ließ.

    Er spürte, dass in den letzten Minuten eine Veränderung in Alexa statt gefunden hatte, eine gute Veränderung wie er glücklich dachte.

    Ihre Geschichte hatte Hogan und seine Männer sehr aufgewühlt, jeder ging damit anders um und so kam es, dass sich die Truppe erst einmal auflöste und jeder seiner Wege ging. Nur Alexa und Newkirk gingen zurück zur Barracke.

    Dort wartete bereits der junge Schotte und musterte besorgt seine Schwester. „Wie geht es dir?“ fragte er vorsichtig.

    Alexa dachte kurz über die Frage nach und antwortete dann ehrlich „ Es geht mir gut! Ich habe das Gefühl, wieder ich zu sein.“

    So ganz verstand Alex nicht was seine Schwester damit meinte, aber er glaubte ihr und war froh, dass es ihr besser ging.

    Das Mädchen ging auf ihren Bruder zu und fasste seine Hände. Eindringlich sah sie ihm in die Augen.

    „Du musst mir etwas versprechen,“ begann sie, misstrauisch sah ihr Bruder sie an, „versprich mir, dass du Hochstetter, unseren Eltern und dem General, falls er noch lebt, aus dem Weg gehst. Bitte lass sie in Ruhe. Ich könnte es nicht ertragen, dass dir etwas passiert! Versprich mir das – Bitte!“

    Alexa konnte sehen, wie es in Alex arbeitete doch schließlich nickte er.

    „Ich verspreche es dir, auch wenn es mir sehr schwer fällt!“

    „Danke,“ flüsterte Alexa erleichtert und umarmte ihren Bruder. Er erwiderte die Umarmung. „Ach Piuhair, ich werde dich vermissen!“

    „Ich dich auch, Brüderchen,“ flüsterte Alexa.

    Sanft schob er sie von sich „Ich würde mich gerne noch von Paulsen verabschieden. Macht es dir was aus dich in der Barracke aufzuhalten, bis ich wieder da bin?“

    Alexa schüttelte den Kopf, „Nein, natürlich nicht. Verabschiede dich in aller Ruhe.“

    Alex gab seiner Schwester noch einen sanften Kuss auf die Stirn und verließ die Baracke.

    Seufzend setzte Alexa sich auf einen Stuhl.

    „M-m-meinst du er h-h-hält sich an s-s-sein Versprechen?“ fragte Newkirk. Erschrocken sprang Alexa auf.

    „E-e-entschuldige ich w-w-wollte d-d-dich n-n-nicht erschrecken!“

    „Schon gut, ich hatte irgendwie nur Augen für Alex... ob er sich an sein Versprechen hält?“ Alexa zuckte mit den Schultern.

    „Ich weiß es nicht. Ich kann es nur hoffen,“ sie zögerte kurz und sah Newkirk prüfend an, „würdest du dich an so ein Versprechen halten?“

    Newkirk runzelte die Stirn, „I-i-ich weiß es n-n-nicht,“ er dachte kurz nach und antwortete dann ehrlich, „w-w-wahrscheinlich n-n-nicht, z-z-zumindest w-w-wenn sich eine g-g-gute G-g-gelegenheit böte.“

    „Dann bietet sich hoffentlich keine gute Gelegenheit,“ flüsterte Alexa traurig und setzte sich auf ein Bett.

    Vorsichtig setzte sich Newkir neben sie und legte ihr einen Arm um die Schulter. Einen kurzen Moment versteifte sich Alexa doch dann schmiegte sie sich an ihn. So saßen sie eine ganze Weile bis Alexa Newkirk anschaute. Sie tat das mit einem so intensiven Blick, dass Newkirk nicht anders konnte und sie sanft auf den Mund küsste.

    Alexa konnte nicht anders, ganz vorsichtig erwiderte sie seinen Kuss. In ihrem Bauch flogen tausende Schmetterlinge und sie versank ganz in diesem Moment. Keiner der beiden nahm mehr die Umgebung war. Bis sie plötzlich eine Stimme unterbrach.

    „Also doch,“ sagte Alex scharf. Erschrocken fuhren die Ertappten hoch.

    „Alex.... ich... wir....“ stotterte Alexa. Doch da begann ihr Bruder zu grinsen.

    „Seit froh, dass ich euch erwischt habe,“ grinste er breit, „keine Angst ich verpfeif euch nicht.“ Doch dann wurde er wieder ernst und trat auf Newkirk zu. Drohend baute er sich vor ihm auf.

    „Ich hoffe sehr für dich,“ sagte er eindringlich, „dass Alexa kein Spielzeug für dich ist. Sollte ich erfahren, dass du ihr weh tust, dann bekommst du es mit mir zu tun!“ Newkirk merkte, dass es dem jungen Mann wirklich Ernst war und er trat abwehrend einen Schritt zurück.

    „I-i-ich s-s-spiele n-n-nicht mit Alexa,“ erwiderte Newkirk ernst, „d-d-dazu ist s-s-sie mir viel zu w-w-wichtig!“

    Alex schaute ihn noch einmal prüfend an. Er verzichtete aber auf eine Antwort, denn in diesem Moment betraten Hogan und die anderen die Baracke.

    In jeder Minute die man mit Ärger verbringt, versäumt man 60 glückliche Sekunden


    William Somerset Mayham

  • Echt jetzt? Nur 10 000 Zeichen???!!!8o


    Zum zweiten Mal an diesem Tag war Alexa froh über eine Unterbrechung. Sie war sich nämlich nicht sicher, was sie von der Unterhaltung zwischen ihrem Bruder und dem Briten halten sollte. Es berührte sie, dass sich beide um sie sorgten, aber es machte sie irgendwie schwach und hilflos.

    Zum Glück begann jetzt ein geschäftiges Treiben in der Baracke. Alex` Abreise stand bevor und so langsam wurde es ernst.

    Alex packte seine wenigen Habseligkeiten und Alexa räumte Hogans Büro.

    „Was tust du da?“ fragte der Colonel verwirrt, als er sah, wie Alexa ihre Sachen packte.

    „Na ich ziehe wieder nach draussen,“ antwortet Alexa, „ich bin wieder gesund und Alex geht. Warum sollte ich noch länger ihr Büro blockieren?“

    „Na weil du eine Frau bist!“ antwortete Hogan ohne nachzudenken.

    Wütend funkelte ihn Alexa an.

    „Nein, ich bin Alex McShane. Britischer Corporal und Kriegsgefangener im Stalag 13 und damit nicht berechtigt ein Offiziersbüro zu besetzen.“

    Hogan verschlug es die Sprache und es fiel ihm tatsächlich keine Antwort ein, denn wie man es drehte und wendete, Alexa hatte Recht.

    Hinter sich hörte er ein leises Lachen.

    „Da hören Sie´s,“ grinste Alex, doch er wurde schlagartig wieder ernst, „Belassen Sies dabei. Ich glaube, dass ist gerade alles ein bisschen viel für sie.“

    Hogan nickte, er gab dem jungen Mann recht, trotzdem mochte er es nicht, wenn man ihn so anfuhr. Alexa taten ihre Worte schon leid, als Sie sie ausgesprochen hatte. Doch sie musste sich selbst wieder klar werden, wer sie eigentlich war. Jetzt wo Alex wieder gehen würde, musste sie ihre Rolle wieder spielen. Zumindest wenn sie wollte, dass wieder so etwas wie Normalität im Lager einkehren sollte.

    Den Rest des Abends verhielt sich Alexa still. Sie saß auf ihrem neuen, alten Bett und beobachtete dass Geschäftige Treiben.

    Sie war traurig, dass ihr Bruder nun bald wieder weg sein würde und eigentlich hätte sie gerne noch Zeit mit ihm verbracht, aber sie wollte nicht im Weg sein und hielt sich deshalb im Hintergrund.

    Nachdem Schultzie endlich das Licht ausgedreht hatte, ging es endlich los.

    Alex wurde in den Tunnel gebracht und jetzt war auch Alexa nicht mehr zu halten. Schluchzend fiel sie ihm um den Hals.

    „Pass auf dich auf,“ konnte sie nur flüstern.

    „Piuhair,“ flüsterte Alex nur und drückte seine Schwester fest an sich, „ich liebe dich.“ Auch ihm fiel der Abschied schwer.

    „Vielen Dank für alles,“ sagte er in die Runde. Die Männer nickten nur, auch ihnen war der junge Mann ans Herz gewachsen.

    „Bitte passt gut auf meine Schwester auf,“ bat er noch alle, doch sein Blick blieb auf Newkirk hängen. Der verstand und nickte unmerklich.

    Unter anderen Umständen hätte Alexa sofort erwiedert, dass sie auf sich selbst aufpassen konnte, doch sie wollte sich nicht im Streit trennen. Deshalb puffte sie Alex nur kurz in die Seite. Der grinste schief und fügte noch hinzu, „Sie ist manchmal ein ganz schöner Dickkopf!“

    Er gab seiner Schwester noch einen Kuss auf die Stirn, dann stieg er die Leiter hoch und verließ dass Stalag 13.

    Carter und Kinch begleiteten ihn noch bis zum Treffpunkt und übergaben ihm einen Agenten aus dem Untergrund.

    Eine Stunde später waren die beiden zurück und Alex endgültig weg.

    Alexa lag in ihrem Bett und versuchte ihre Gedanken zu ordnen. Es gelang ihr nicht! Wer war sie eigentlich? Wie sollte sie sich jetzt verhalten? Was für Gefühle hatte sie Newkirk gegenüber? Was dachten die anderen Männer? Würde einer versuchen zudringlich zu werden? Was, wenn die Deutschen herausbekamen wer sie wirklich war?

    Alexa seufzte, sie hatte keine Antworten auf all ihre Fragen und sie war so entsetzlich müde...



    So das wars für heute! Falls es jemand gelesen hat: ich hoffe es hat euch gefallen! ;)

    In jeder Minute die man mit Ärger verbringt, versäumt man 60 glückliche Sekunden


    William Somerset Mayham