Die Zippelgusse und der tote Fisch

  • 1. Dinge die du sagtest, wegen denen ich mich beschissen fühlte

    „Sie Zippelgusse, sie vertrockneter alter Besen! Ein hässlicher Vogel sind sie! Keine sieben Pferde könnten mich dazu bringen sie zu heiraten, da gehe ich lieber an die russische Front!“
    Die Worte schnitten tiefer als gedacht.
    Es war ihr bewusst, dass sie keinen Schönheitswettbewerb gewinnen würde, aber so schlimm wie er es darstellte, war sie nun auch wieder nicht. Und der Jüngste war er schließlich auch nicht mehr, also würden sie vom Alter her auch gut zusammenpassen. Warum also wehrte sich Klink so vehement gegen eine Beziehung mit ihr? War sie wirklich so ein schrecklicher Mensch? Sahen sie ihre Mitmenschen wirklich als so furchtbar an? Was war nur so schrecklich an ihr? Warum konnte sie nicht endlich mal jemanden finden, der sich für sie interessierte und keine Angst vor ihrem Bruder hatte? Jemand der nicht vor Ihrem Äußeren zurückschreckte? Warum konnte sie nicht einfach mal Glück haben?
    Sie versuchte ihre Kränkung zu verstecken, Klink sollte nicht erfahren, dass er sie so verletzt hatte, diese Blöße wollte sie sich nicht geben.
    „Na, wenn das so ist, dann werde ich die Türe auch alleine finden. Ich wünsche noch einen schönen Tag, Herr Oberst!“ warf sie ihm an den Kopf, stürmte aufgebracht aus dem Büro und ließ einen sich siegreich fühlenden, wenn auch etwas verdutzten, Klink zurück.



    2. Dinge die du überhaupt nicht sagtest


    Jedes Mal, wenn sie ins Lager kam musste er sich dazu zwingen, so fies wie möglich zu sein.
    Es war schon einige Zeit vergangen, seit dem ihm aufgefallen war, dass er Gefühle für sie hatte. Und als er das Erste Mal darüber nachgedacht hatte, ob für sie beide eine Chance bestand und in hoffnungsvolle Tagträumer versank, war er unsanft aus seinen Träumereien gerissen worden, als ihm auffiel, welche Konsequenzen es für seine Familie haben würde. Aus diesem Grund hatte er für sich beschlossen, sein persönliches Glück zurückzustellen um das Wohl seiner Kinder zu garantieren. Und das bedeutete, sie so weit auf Abstand zu halten, wie nur möglich. Und auch wenn es ihm das Herz brach, so würde er das Schauspiel doch fortführen, solange bis er sich sicher war, dass seine Kinder außer Gefahr waren.
    Auch an jenem Tag hatte Gertrude ihren Bruder in ihrer hoffnungsvollen Art in Klink’s Lager begleitet und auch an jenem Tag hatte Klink sich größte Mühe geben müssen, um seine wahren Gefühle zu überspielen. Doch etwas war anders. Es schien fast so, als ob er in ihrem Gesicht etwas anderes als normalweise sehen konnte. Hatte er sie mehr getroffen als normal? Hatte er es etwa mit seinen Bosheiten übertrieben?
    Er wollte zu ihr gehen, ihr alles erklären, er wollte ihr Mut machen, bei ihr sein. Doch alles, was er machen konnte, war nur da zu stehen und ihr nach zu sehen. Nur ein paar Schritte eilte er ihr instinktiv nach um dann wie vom Blitz getroffen stehen zu bleiben. Sie war so nah und doch so fern. Was man nicht alles tat, um die zu schützen, die man liebt.
    Und so blieb er stumm und niedergeschlagen stehen, darauf hoffend, dass das Schicksal doch irgendwann ein Einsehen haben würde.



    --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Disclaimer: Die Figuren gehören nicht mir, irgendwelche Rechte an der Serie habe ich erst recht nicht und Geld verdiene ich damit auch nicht. Ich leihe mir die beiden Turteltäubchen nur mal aus, um sie zuerst etwas leiden zu lassen um Ihnen dann doch vielleicht ein Happy End zu schenken.
    Inspiriert für das ganze wurde ich zum einen natürlich von den Überlegungen zu Klinkmeyer und von einem englischen post auf tumblr, aber ich hab' nur die zu Klinkmeyer passenden rausgesucht.


    So, ich hab mich mal von kathi inspirieren lassen und die Geschichte in drei Teile aufgeteilt, damit ihr etwas spekulieren könnt, wie's denn weiter gehen könnte. ;)
    Die anderen Teile brauchen noch etwas Feinarbeit.


    Achja: wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten :P

    Orange ist ein Zustand

    ♕ Mitglied des Gertrude Linkmeyer Defense Squad
    8) stolzes Smileymonster :D

  • Der Anfang ist orginal klink, auch wenn ich nicht glaube, das der sowas der Gertrude sagen würde. Dafür ist er viel zu feige.

    Pommes Frites enthalten bis zu 23% weniger Schadstoffe, wenn man vor dem Frittieren die Verpackung entfernt.


    Alice - kleine Maus folgte ihrem Schatz Pfingsten 2017
    Nicklas - friedlich im Schlaf über die Regenbogenbrücke geflogen (12.03.2017)
    Viktor - knall gelb, nur ganz kurz bei mir gewesen (15.09.16)
    Finn - hat mich am 25.07.2016 schon wieder verlassen
    Jack - ein Jahr hat mein kleiner Süßer gekämpft: 24. oder 25.02.2016
    liebste Pauline: 13.03.2013
    Emil - am 29.11.2011 verstorben

  • Ich weiß noch nicht so recht mit wem ich mehr Mitleid haben sollte. Arme Gertrude und noch ärmerer Klink.


    Die Geschichte ist aber super und passt mal wieder zu unseren Spekulationen.

    "Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. " Jean-Paul Sartre


    "Papa! Lene behaupet sie hätte angefangen [mit ärgern], dabei habe ich doch angefangen!" Junior beim petzen.

  • Dafür ist er viel zu feige.


    Hab ich mir anfangs auch gedacht. Aber ich habe mir dann so gedacht, dass er sich vorher in Rage geredet hat, und vielleicht schon ein, zwei Cognac intus hatte und Hogan eventuell noch gestichelt hat, dass er ihr doch die Wahrheit sagen soll und dann ist ihm da mehr raus gerutscht, als er ursprünglich sagen wollte.
    Hm, vielleicht fällt mir noch eine bessere Begründung ein, die ich dann noch nachträglich wieder in die Geschichte editieren kann.


    Arme Gertrude und noch ärmerer Klink.


    Hach, was soll ich sagen, ich liebe es einfach sie leiden zu sehen *seufz*

    Orange ist ein Zustand

    ♕ Mitglied des Gertrude Linkmeyer Defense Squad
    8) stolzes Smileymonster :D

  • Mir gefällt dein Stil ganz gut, er weicht von den chronologischen Schilderungen ab, das ist mal was anderes.
    Ich denke schon, dass Klink ihr das so sagen würde. In verständnisvollem Ton natürlich, so als er müsse er ihr erklären, warum das nun überhaupt nicht funktionieren könne, wo sie doch so ein Besen sei. Manchmal steht er da nämlich arg auf dem Schlauch mit seinem Pietäts- und Empathieempfinden.

    Das Gewissen ist fähig, Unrecht für Recht zu halten. Inquisition für Gott wohlgefällig und Mord für politisch wertvoll. Das Gewissen ist um 180° drehbar." (Erich Kästner)


    "Eine Rose gebrochen, bevor der Sturm sie entblättert." (Lessing)


    "Demokratie ist nicht die Herrschaft der Vernunft. Auch falsche Entscheidungen können demokratisch sein. Das ist zu akzeptieren" (Mein ehemaliger Chef, zumindest so in etwa)

  • Und hier noch etwas mehr Herzschmerz für euch



    3. Dinge die du sagtest, die ich nicht hätte hören sollen

    Er saß in seinem Büro und brütete über den Akten als es an der Tür klopfte. Gedankenverloren hob er seinen Blick.
    „Komm‘se rein, es is geheizt, nichar“
    Ein sichtlich gut gelaunter Colonel trat in Klinks Büro.
    „Guten Morgen, Herr Kommandant!“, strahlte er ihn an.
    „Colonel Hogan, wie kann ich ihnen behilflich sein?“, fragte Klink, darum bedacht, sein Grinsen vor Hogan zu verstecken.
    „Herr Kommandant, ich muss Protest einlegen –“ er hielt inne und betrachtete Klink.
    „Irgendwas ist heute anders an Ihnen, haben sie ein Haarwuchsmittel gefunden, oder warum strahlen sie so?“
    Die Stirn runzelnd trat er näher an den Oberst heran. Dieser war aufgestanden und um den Schreibtisch herum getreten. Vorsichtig sah er sich um, dann auf den Boden und schließlich zu Hogan.
    „Könn‘se ein Geheimnis für sich behalten?“
    „Na klar, Herr Kommandant“
    „Also…“


    In dem Moment kam Frau Linkmeyer bei Ihrem Morgenspaziergang am Fenster der Kommandantur vorbei und wurde langsamer, als sie Klinks Stimme vernahm. Verträumt und traurig blickend blieb sie stehen.
    War es falsch den Mann zu belauschen für den sie schwärmte und der ihr bei jedem Treffen zu verstehen gab, dass er sie nicht mochte? Wahrscheinlich. Würde sie jede Chance nutzen, ihm auch nur ein kleines bisschen näher zu kommen? Sicherlich. Verstohlen blickte sie sich um, ob sie jemand beobachtete und da sie niemanden entdecken konnte belauschte sie das Gespräch.


    „Colonel, es ist mir wirklich wichtig, dass sie das für sich behalten, verstanden?“
    Hogan nickte zustimmend.
    „Ich möchte, dass die Kakerlake heute Abend für mich kocht. Sie wissen ja, dass die Frau Linkmeyer da ist. Der General hat ein Essen für heute Abend geplant, für seine Schwester und mich.“
    „Falls sie eine Möglichkeit haben möchten, dass sie dem Essen entkommen können, dann–“
    „Aber nein“, unterbrach ihn Klink, „Mein lieber Colonel, sie werden es nicht glauben, aber ich freue mich auf das Essen“
    Überrascht riss Hogan die Augen auf.
    „Heißt das?“
    Klink nickte lächelnd.
    „Hogan, ich fürchte ich habe mich verliebt“, gestand er, eine Spur Erleichterung in seiner Stimme.
    „Na dann herzlichen Glückwunsch“ verkündete Hogan, bevor er sich salutierend und mit einem leicht ungläubigen Gesichtsausdruck aus dem Büro verabschiedete, während draußen immer noch eine verdutze Frau stand, die sich nicht sicher war, ob sie das gerade wirklich gehört hatte, oder ob sie doch noch träumend im Bett lag. Wie auf Wolken machte sie sich auf den Rückweg zu ihrem Quartier und beschloss, dem Ganzen beim Abendessen auf den Grund zu gehen.



    4. Dinge die du sagtest nachdem du mich geküsst hast
    Als ihre Lippen die seinen berührten hatte er das Gefühl Engel singen zu hören. Ihr so nah zu sein war alles gewesen, was er sich so lange gewünscht hatte und doch…
    Abrupt löste er den Kuss, unfähig die Konsequenzen seiner Taten zu verdrängen.
    „Entschuldigen Sie, es tut mir Leid, ich –“
    Unsicher ging er einen Schritt zurück und senkte seinen Blick.
    Verdutzt sah sie ihn an. Das war nicht die Reaktion gewesen, die sie sich erhofft hatte.
    „Das muss es nicht“, versicherte sie ihm.
    „Nein, das meine ich nicht. Ich hätte es nicht tun sollen, ich wollte Ihnen keine falschen Hoffnungen machen. Es geht nicht, es tut mir leid, ich hätte es nicht dazu kommen lassen dürfen.“
    Betreten sah er zu Boden und begann nervös seine Hände zu kneten, was sie nur noch mehr verwirrte.
    „Aber Wilhelm, was…?“
    „Es geht um meine Kinder“
    „Ich verstehe nicht.“
    Verwundert sah sie ihn an.
    Er setzte sich auf das Sofa und zaghaft gesellte sie sich zu ihm, als er leise begann zu erklären.
    „Meine Kinder. Ich habe drei Kinder, wissen sie, und Ihre Mutter haben sie schon verloren. Niemand, also fast niemand, weiß davon und ich möchte die drei nicht unnötig in Gefahr bringen, das ist das mindeste was ich für sie als Vater tun kann. Aber eine Beziehung oder vielleicht sogar eine Hochzeit mit Dir –“ er stockte, räusperte sich und fuhr betreten fort „mit Ihnen würde die ganze Sache verkomplizieren und verschlimmern. Und das kann und will ich meinen Kindern nicht antun. Es geht nicht, es –“
    Verständnisvoll nahm Gertrude seine Hände in die ihren.
    „Ich verstehe. Für Kinder muss man oft große Opfer bringen.“
    Und mit einem mitfühlenden Lächeln stand sie auf, richtete ihr Kleid zurecht und wandte sich zur Tür.
    „Frau Linkmeyer!“
    Klink war aufgesprungen und ihr nachgeeilt. Bevor sie die Tür erreichte hielt er sie auf.
    „Gertrude“, seine Stimme war so sanft und so voller Schmerz, „Gertrude, falls es eine Möglichkeit gibt, für uns zusammen zu sein, nach dem Krieg, würdest du –“, er schluckte, atmete tief ein „– auf mich warten?“
    Wieder nahm sie seine Hände in ihre. Er spürte die Wärme ihrer Hände und wie sie sich durch seinen Körper verbreitete. Fast befürchtete er, sein Herz würde ihm aus der Kehle springen, als sie ihm ihr herzlichstes Lächeln schenkte.
    „Wenn es einen Weg geben könnte, dann wäre ich die glücklichste Frau auf Erden. Aber bitte mich bitte nicht darum, bis dahin nur herum zu sitzen und auf dich zu warten. Wenn du mich nur als einen Preis siehst, den es zu gewinnen gibt, dann bin ich nicht die Richtige für dich.“
    „Falls deine Zukunft nicht bei mir liegt, dann möchte ich deinem Glück nicht im Wege stehen.“
    Mit einem letzten sanften Kuss verabschiedeten sie sich schweren Herzens in die Nacht.



    5. Dinge die du viel zu leise sagtest
    Es schmerzte ihn, sie zu sehen. Und noch viel mehr schmerzte es ihn, sie so zu sehen. Jedes Mal, wenn sie sich trafen musste er diese Maske aufsetzen, die seine Familie schützen sollte und die ihm von Mal zu Mal schwerer fiel. Und er musste diese Rolle spielen und seine wahren Gefühle hinter bissigen Worten verstecken, auch wenn es ihm das Herz brach. Umso mehr, wenn er sie ansah.
    Sie konnte den Schmerz nicht verstecken, so sehr sie sich auch bemühte.
    Er wusste, wie sehr sie litt, wie sehr es sie verletzte, wie sehr sie sich Vorwürfe machte wegen Otto und den andern und wie sehr sie hoffte, endlich einem Mann kein Unglück zu bringen. Er konnte sehen, wie sehr sie sich wünschte endlich glücklich sein zu können, endlich an zu kommen, zur Ruhe kommen zu können.
    Doch auch er konnte nicht bei ihr sein, weil ihre Beziehung nur Unheil über seine Familie bringen würde.
    Auch er konnte ihr keine Hoffnung geben, so sehr er es sich auch wünschte. Widerwillig zwang er sich dazu, still zu halten, dem Verlangen ihr zu folgen nicht nach zu geben. So sehr er es wollte, er konnte nicht bei ihr sein, er durfte sie nicht trösten, konnte ihre Traurigkeit nicht mildern.
    Ratlos blickte er ihr durch das Fenster nach, sah wie sie zum Wagen stürmte, einstieg und davon fuhr.
    Noch einige Minuten stand er dort, machte sich Vorwürfe und betete, dass das Schicksal doch endlich ein Einsehen haben möge, hoffend, dass Gertrude ihm verzeihen könnte.
    Und alles was er sagen konnte, war ein kaum hörbares „Gertrude, es tut mir so Leid“.


    -----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------


    Tja, das kommt dabei raus, wenn man traurige Liebeslieder mit EKvH kombiniert :D


    Wie immer: Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten :P

    Orange ist ein Zustand

    ♕ Mitglied des Gertrude Linkmeyer Defense Squad
    8) stolzes Smileymonster :D

  • Nur zwei Worte zur Geschichte: SO SCHÖN! ^^
    Ach so langsam finde ich an Linkmeyer/ Klink Herzschmerzgeschichten meinen Gefallen.

    "Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. " Jean-Paul Sartre


    "Papa! Lene behaupet sie hätte angefangen [mit ärgern], dabei habe ich doch angefangen!" Junior beim petzen.

  • Danke, freut mich, dass es gefällt.


    Du hast ja auch schon was zu den beiden geschrieben, da bin ich froh, dass ich nicht die Einzige bin, die die zwei verkuppelt :D
    Und Happy Ends sind einfach viel schöner, wenn es zuerst so richtig viel Drama und Herzschmerz gibt *grins*

    Orange ist ein Zustand

    ♕ Mitglied des Gertrude Linkmeyer Defense Squad
    8) stolzes Smileymonster :D

  • Zuerst schreib ich noch den letzten Teil hiervon fertig, hab die Ideen aber muss es noch ausformulieren. Und wenn mich dann wieder die Muse küsst gibt's noch mehr mit den beiden Turteltäubchen ❤

    Orange ist ein Zustand

    ♕ Mitglied des Gertrude Linkmeyer Defense Squad
    8) stolzes Smileymonster :D