Das nächtliche Geheimnis

  • Das nächtliche Geheimnis


    Es ist eine heiße Sommernacht im Stalag 13. In Baracke zwei hört man das leise schnarchen der Gefangenen. Nur einer liegt noch wach im Bett. Carter
    kann einfach nicht einschlafen. Zum einen ist es viel zu warm und zum anderen denkt er nach. Heute hatten sie eine Brücke gesprengt. Die Zündung ging zehn Minuten zu früh hoch. Ansich sollte das kein Problem sein, da die Helden in einem sicheren Abstand zur Brücke waren. Doch durch das Fernglas sahen sie, dass eine junge Frau mit einem Kinderwagen über die Brücke ging, als diese in die Luft flog. Er, Carter, war für den Tot zweier unschuldiger Menschen verantwortlich. Diese Frau und das Baby waren keine Freinde und trotzdem mussten sie sterben, nur weil er Mist gebaut hatte. Keiner hatte ihn einem Vorwurf gemacht. Das brauchten sie nicht, er fühlte sich auch so schuldig. Leise stahlen sich Tränen auf seine Wange.
    Es ist nicht das erstemal, dass er sich in den Schlaf weinte. Normalerweise wusste er an wenn er sich wenden konnte, wenn er traurig war oder wieder mal einen Alptraum hatte.


    Flashback

    Es war sein erster Winter im Stalag 13. Carter hatte schon ein paar Aufträge mit erledigt. Doch andiesen Abend hatte er einen wichtigen Auftrag
    vermasselt, alle waren sauer auf ihn. Hatten sie doch kurz zuvor ihr Leben riskiert, damit der Auftrag gelingt und im letzten Moment vermasselte er es.
    Es war schon weit nach Mitternacht und im ganzen Lager war es ruhig. Nur Carter konnte nicht schlafen. Er machte sich schreckliche Vorwürfe. Ihn
    quälte auch die Frage, ob ihn die anderen jetzt hassten. Sie hatten ihm ein paar sehr unschöne Sachen an den Kopf geworfen. Leise weinend und schniefend lag er in seinem Bett, als er plötzlich ein leises , aber scharfes „Andrew!“ vernahm. Er wusste sofort, dass es von Newkirk kam, der über ihn schlief. Jetzt ist Peter noch wütender auf ihn, weil er ihn weckte. Carter hört nicht, wie Newkirk aus seinem Bett kletterte und sich dem jüngeren zuwandt.
    „Andrew! M-mach d-d-as n-nie w-w-wieder!“
    „Ich bin sofort leise. Versprochen,“ flüsterte Carter traurig.
    „D-d-das m-m-meine i-ich nicht! M-mach d-d-as nie w-w-ieder, d-d-das du a-a-lleine im D-d-dunklen s-s-sitzt u-u-und d-d-dich m-m-mit S-s-sorgen r-r-rumärgerst. D-d-das n-n-nächste M-Mal w-w-weckst du m-mich g-gleich!“ Überrascht nahm Carter wahr, das Newkirk ihn in den Arm nahm und über Kopf und Rücken streichelte. In dieser Nacht blieb Newkirk an Carters Bett sitzten und streichelte ihn bis er einschlief.


    Carter wurde später noch öfters von Sorgen, Ängsten oder Alpträumen verfolgt. Anfangs weckte er Peter sachte und dieser setzte sich dann zu dem
    Jüngeren. Später kletterte Carter dann einfach mit in Newkirks Bett. Beide wussten, dass es verboten war. Darum blieb Newkirk meist so lange wach, bis Carter schlief. Nur um dann in dessen Bett zu klettern. In solchen Nächten fand der Ältere keinen erholsamen Schlaf. Peter konnte einfach nicht in Carters Bett schlafen. Im unteren Bett zu Schlafen engte ihn ein, dass würde er aber nie den Jüngeren sagen. Die anderen wunderten sich meist, warum Newkirk und Carter nachts die Betten tauschten, nahmen es aber hin, nachdem Newkirk breit grinsend sagte, es ist nur des Selbstschutzes willens.
    So konnten die Anderen den Beiden keine fiesen Streiche Nachts spielen, da sie ja nicht wussten wer wo schläft. Ausgerechnet LeBeau und Kinch liefen rot an und fühlten sich ertappt. Nie würde Newkirk den wahren Grund erzählen.


    Doch diese Nacht wahr anders. Carter traute sich nicht, Peter zu wecken und sich trösten zu lassen. Zusehr hatte er das Gefühl, er hätte den Trost nicht verdient. Mit angewinkelten Beinen saß der junge Amerikaner auf seinen Bett und weinte leise.
    „Andrew! K-k-komm hoch! I-i-ich b-b-bin zu m-müde zum r-r-runter kommen,“ hörte der Jüngere eine vertraute Stimme. „Bist du sicher?“
    „W-w-wenn du nicht s-sofort k-k-kommst, w-w-werde ich d-ich übers K-knie l-legen!“ Zaghaft und unsicher kletterte der Jüngere das Bett hoch. Als er die hochgehobene Decke sah, kuschelte er sich schnell darunter und ließ sich in den Arm nehmen. „ Peter, warum tust du das für mich?“
    „Du b-bist d-d-er B-b-ruder den ich nie h-h.hatte. Zwar ein k-kleiner, n-n-nerviger B-bruder, aber i-immerhin mein B-bruder!“ Bei diesen Worten durchstruppelte der Ältere, den Jüngeren die Haare. Carter würde bei diesen Worten ganz warm ums Herz.
    Endlich konnte er einschlafen und die Alpträume hinter sich lassen.


    ENDE


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    Wenn ihr wollt, könnt ihr gerne eure Meinung zu der kurzen Story schreiben. Rechtschreibfehler dürft ihr behalten, die gibts gratis zur Story mit dazu.

    "Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. " Jean-Paul Sartre


    "Papa! Lene behaupet sie hätte angefangen [mit ärgern], dabei habe ich doch angefangen!" Junior beim petzen.

  • Mit etwas Verspätung auch noch ein Feedback von mir.


    Ich finde die Geschichte gut geschrieben. Es gibt ein Pro und Contra, welches sich gegenseitig bedingt. Du beleuchtest sehr die emotionale Seite von Newkirk und Carter (darum gehts ja in der Story). Das ist sehr gewöhnungsbedürftig, weil die Serie selbst sowas völlig vermeidet Es ist also schwer die Story mit dem Bild der Darsteller, das man schon durch die Folgen hat, in Einklang zu bringen. Umgekehrt bietet eine emotionale Betrachtung aber auch eine völlig neue Sicht der Dinge. Es liest sich dadurch spannender, weil man eben nicht weiß, was kommt. Ich glaube, als Leser muss man sich nur ein wenig frei davon machen, dass die Fanfic genauso verläuft, wie man sie selbst sich im Kopf von vornherein vorstellt.


    Lesen kann man deine Shortstory auf jedenfall gut, ich hoffe, du wirst uns noch mit einigen Stories versorgen. Ich bin jedenfalls froh, dass wir wieder einen Schreiberling im Forum haben. :)

    Das Gewissen ist fähig, Unrecht für Recht zu halten. Inquisition für Gott wohlgefällig und Mord für politisch wertvoll. Das Gewissen ist um 180° drehbar." (Erich Kästner)


    "Eine Rose gebrochen, bevor der Sturm sie entblättert." (Lessing)


    "Demokratie ist nicht die Herrschaft der Vernunft. Auch falsche Entscheidungen können demokratisch sein. Das ist zu akzeptieren" (Mein ehemaliger Chef, zumindest so in etwa)

  • Danke für dein Feedback. Ich hatte kurzzeitig überlegt, die Geschichte weiter zuschreiben und einen kleinen Slash drauß zu machen. (Slash kommt aber nicht immer gut an, deswegen hab ichs gelassen.) Oder die Geschichte aus der Sicht einer dritten Person zuschreiben, zum Beispiel Hogan, er könnte sich da Gedanken über seine Männer machen.
    Und weitere Storys sollen folgen. Ich habe so viele im Kopf.

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  • Ich musste ja jetzt erstmal herausfinden, was ein Slash ist, unschuldig wie ich bin. :saint:
    Ich bin da ja für alles offen, und irgendwie könnte ich mir vorstellen, dass so manch einer hier im Forum Anstoß daran nehmen könnte. :D :D


    Ich lass mich einfach überraschen, was als nächstes kommt. :)

    Das Gewissen ist fähig, Unrecht für Recht zu halten. Inquisition für Gott wohlgefällig und Mord für politisch wertvoll. Das Gewissen ist um 180° drehbar." (Erich Kästner)


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  • Naja, ich könnte mir schon gut vorstellen das sich unser Carter etwas in den Newkirk verguckt. Gerade, wenn sie sich da manchmal doch schon so nahe sind :O) Aber dann ist es keine Short Story mehr.

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  • Hier die Vorgeschichte zur obigen Story. Viel Spaß beim Lesen!
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    Hogans Sicht der Dinge 1


    Winter 1941


    Es war mal wieder einer dieser Tage, an denen alles schief ging. Schultz kam schon gegen fünf Uhr in die Baracke gepolter und rief zum Appell. Seine Leute waren erst gegen vier ins Bett gegangen. Auch in den Nächten davor, war sie nicht zum schlafen gekommen. Na das konnte ja heiter werden. Murrend und leise vor sich hin schimpfend quälten sich alle zum Appell. Ausgerechnet heute musste Klink mal wieder eine sinnfreie Rede halten. Am Rande erwähnte er, dass der Arbeitstrupp schon um acht Uhr los musste. Beim heutigen Arbeitstrupp waren seine Männer mit dabei. Wie zu erwarten musste Schultz die Gefangenen für den Arbeitseinsatz wecken. Völlig übermüdet und entkräftet schleppten sich die Männer aus der Baracke. Er selbst war vom Einsatz befreit. Und so schmiss sich der Colonel wieder ins Bett und schlief den halben Tag. Am frühen Nachmittag kamen seine Leute wieder. Sie waren so müde, dass LeBeau und Newkirk sich nicht stritten wie üblich. Alle verkrochen sich in ihre Betten und schliefen schnell ein. Als auch der letzte schlief, kam Klink in die Baracke gestürmt um eine unangemeldete Kontrolle zu machen. Wieder müssten alle aufstehen. Carter ließ sich erst gar nicht wecken. Schultz packte den jungen Amerikaner am Arm und zog ihn hoch.
    „Ich bin wach! Ich bin wach!“ sagte Andrew verschreckt.
    „Hogan, warum liechen die Männer in den Furzmullen? Es ist Nachmittags, da wird doch nischt gepennt!“
    „Oberst, die Männer sind vom frühen Appell und der harten Arbeit so müde. Und sehen Sie es doch positiv. Wer schläft sündigt nicht bzw. flüchtet nicht!“
    Es folgte ein Vortrag über die Lagersicherheit. Hogans Helden hatten sich auf die Betten gesetzt und schliefen nach und nach ein.
    „Ihre Männer pennen ja schon wieder. Keener hört mir zu!“ meckerte Klink und verließ die Baracke. Hogan gönnte seinen Männern die Ruhe und beschoss, dass Funkgerät zu checken. Auf London gab es keine guten Neuigkeiten. Heute Nacht sollte eine Brücke gesprengt und das Abwehrsystem einer Munitionsfabrik fotografiert werden. Hogan konnte seine Männer nicht schon wieder eine Nacht lang wach halten,
    andererseits war es ein Befehl. Leise stieg er aus dem Tunnel und wollte über einen geeigneten Plan nachdenken, da stolperte er über Carters Schuhe, wollte sich an einen Stuhl festhalten und fiel mit
    ihm laut krachend zu Boden. Der Krach war so laut, dass alle Gefangenen wach waren.
    „Was ist den los?“, fragte Kinch verschlafen.
    „Oh, wie schön ihr seit alle wach. Wir haben eben einen Auftrag aus London bekommen. Wir müssen heute Nacht raus,“ lenkte Hogan ab und rappelte sich auf. Kinch und LeBeau ließen sich laut stöhnend ins Kissen fallen, Carter sprang auf und war für alle Pläne bereit und Newkirk drehte sich wieder auf die Seite und zog sich die Decke über den Kopf.
    „Ich bin von eurem Tatendrang ganz begeistert! Los jetzt raus aus den Federn!“, meinte der Colonel leicht ironisch. Ohne zu murren folgte Kinch der Anweisung. LeBeau happerte noch, gehorchte dann aber
    doch. Nur Newkirk machte keine Anstalten aufzustehen.
    „Hey Newkirk, das war ein Befehl los raus jetzt!“ Hogan ärgerte sich immer, wenn der Brite seinen Befehlen nicht gehorchte.
    „A-a-aber Colonel! Ich b-b-bin gar nicht d-d-da!“murmelte Newkirk schläfrig. Insgeheim musste der Colonel schmunzeln. Er wusste, dass es den Briten besonders hart traf. Immerhin, musste dieser die letzten zwei Wochen täglich raus und hatte somit noch viel weniger Schlaf als die Anderen.
    „Peter, wo bist du den?“
    „Z-z-zuhause. B-b-bei einer heißen B-b-brünetten.“ Das war mal wieder typisch Newkirk. Hogan konnte sich das lachen nicht verkneifen. Am Rande bekam er mit, dass der Brite nun doch aufstand.
    In seinem Büro klärte Hogan seine Männer über den neusten Auftrag auf. Sie bildeten zwei Teams. Hogan, Kinch und Carter würden das Abwehrsystem fotografieren und die anderen Beiden jagten die Brücke
    in die Luft. Nachdem Abendappell machten sie sich los. Carter hatte die Kamera bei sich und sollte die Fotos machen, während Hogan und Kinch ein Ablenkungsmanöver starteten. Im Lager hatte er Newkirk und
    LeBeau mit Sprengstoff ausgestattet. Lang und breit hatte er die Zeitzünder erklärt. Kurz nach Mitternacht wollten sich alle wieder im Lager treffen. Tatsächlich schafften es die ersten drei pünktlich zurück. Hogan war mächtig stolz auf seine Leute, alles hatte reibungslos funktioniert. Kinch nahm Carter die Kamera ab und wollte den Film entwickeln, doch kurze Zeit später kam der Afroamerikaner wieder: „Sag mal Carter, wo ist den der Film?“
    Hogan wurde sofort hellhörig: „Du hast doch einen neuen eingelegt?“
    Carter wurde schlagartig kreidebleich und stammelte: „Ähm, ähm i-i-ich dachte da -da ist einer drin.“
    „Das ist jetzt nicht dein Ernst. Wir haben bei dem Ablenkungsmanöver unser Leben riskiert und du hast es nicht geschafft einen Film in die Kamera zu legen?“ hackte Hogan ärgerlich nach. Carter traute sich nicht zu antworten und nickte nur. Doch bevor Hogan den jungen Ami zurecht stutzen konnte, kam LeBeau in den Tunnel gestürmt.
    „Was ist los?“ fragte Kinch besorgt.

    "Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. " Jean-Paul Sartre


    "Papa! Lene behaupet sie hätte angefangen [mit ärgern], dabei habe ich doch angefangen!" Junior beim petzen.

  • Teil 2


    "Was ist los?" fragte Kinch besorgt.
    „Die SS war 'inter uns 'er. Peter 'at sie abgelenkt, so konnte isch schnell in den Tunnel. Isch 'offe er wurde nischt geschnappt!“ erklärte Louis atemlos. Nun machte sich auch Hogan Sorgen. Er hätte seine Leute heute lieber mal eine Nacht schlafen lassen. Wenn sie müde sind, machen sie Fehler. Er konnte deshalb Carter auch nicht wirklich böse sein.
    „Carter, eins wundert misch aber doch. Warum ischt die Brücke nischt in die Luft geflogen? Wir 'aben die Zeitzünder auf ze'n Minuten geschtellt und nischts ischt passiert,“ fragte der kleine Franzose.
    „Bist du sicher, dass ihr die richtig eingestellte habt? Eigentlich hätte es funktionieren müssen. Denn ich hab doch noch die.....ooohhh,“ plapperte Carter los, bis ihm die Erkenntnis packte. Er ging in sein Labor und sah das Innenleben der Zeitzünder auf dem Tisch liegen. Gestern Abend wollte er sie verbessern und dann wieder einbauen, aber dann kam der Auftrag dazwischen.
    „Carter, was hat dieses OOOOHHH zu bedeuten,“ fragte Hogan. Er ahnte schon böses, hoffte aber insgeheim auf eine Banalität. Carter hingegen war kurz vorm heulen und konnte den anderen einfach nicht die Wahrheit sagen. Er hatte es vermasselt.
    „Carter, du solltest dem Colonel antworten. So schlimm wird es doch nicht sein,“ versucht es Kinch. Doch als der junge Ami immer noch nichts sagte, wurde der Colonel langsam wirklich wütend: „ Carter, du sagt mir sofort was du wieder gemacht hast!“
    „Ich ...ich...ich...wollte...ich...wollte... die...Zeitzünder... verbessern....und da habe ich.....,“ weiter kam Carter nicht, da Newkirk nun auch endlich kam. Der Brite war völlig fertig und über und über mit Schlamm bedeckt.
    „Newkirk, was ist den mit dir passiert?“ Kinch war ganz erschrocken über den Anblick seines Kameraden und reichte ihm die Wasserflasche. Dankbar nahm Peter die Flasche entgegen und trank sie mit einem Zug aus.
    „I-i-ich wurde f-f-fast von der SS geh-ge-geschna-a-apppt. Bei der F-f-Fluch bin ich in eine Pfütze gen-f-fallen. A-a-aber egal. Bin ja n-n-neu h-h-hier,“ mit einem breiten Grinsen winkte er ab und wendete sich nun Carter zu: „ Andy, der Sprengstoff ist nicht h-h-hoch geh-gegangen.“
    „Carter, wollte uns gerade erzählen was schief gelaufen ischt.“ Alle sahen erwartungsvoll zur Carter. Dieser konnte nicht sagen. Peter legte einen Arm um die Schultern seines jüngeren Freundes und
    sagte: „K-komm schon Andy, s-s-so ach-schlimm ist es s-s-sicher n-n-nicht. W-w-wann fliegt die B-b-Brücke in die -luft?“ Aus Angst wollte Carter Newkirk abschütteln, doch dieser lies nicht locker.
    Ergeben sagte Carter ganz leise: „Gar nicht. Ich wollte die Zeitzünder verbessern und habe das Innenleben ausgebaut und vergessen wieder einzubauen. Es tut mir so leid!“
    Diese Worte waren für jeden der Männer wie ein Schlag ins Gesicht.
    Newkirk fand zuerst seine Sprache wieder: „W-w-willst du damit sagen, d-d-dass der ganze St-stress umsonst war? D-d-dann muss i-ich d-d-dich n-n-nämlich er-erwürgen.“ Newkirk hatte auch ein mörderisches Glitzern in den Augen als er Carter an sah.
    „Hier wird keiner erwürgt. Carter komm erst mal zu mir, bevor dir wirklich noch einer was antut,“ Hogan machte sich ernsthafte Sorgen um den Sergant und zog ihn zu sich, „ Und jetzt sagst du mir bitte, dass du nicht beide Aufträge vermasselt hast.“
    „Moi Colonel, was 'eißt beide Aufträge vermasselt?“
    „Carter, erzähl es den beiden selbst!“ befahl Hogan.
    „Ich habe vergessenen einen Film einzulegen. Wir haben die Bilder nicht und......“, begann Carter.
    „Sag dass das nischt wa'r ischt! Wir 'aben 'eute Abend unser Leben umsonst riskiert? Das ischt nischt dein Ernst! So dämlisch kannst nischt mal du sein!“
    „Doch so dämlich kann nur er sein! Carter, ich stand oft auf deiner Seite, aber das diesmal war einfach nur Sch****!“ schimpfte nun auch Kinch.
    „W-w-wahrscheinlich ist er ein D-d-deutscher, der uns s-s-sabotieren s-s-soll! U-u-und wenn nicht i-ist e-er ein F-f-fall f-fürs K-k-kriegsgericht!“ so wütend wie in diesen Moment, war Newkirk sehr selten. Wenn der Colonel nicht neben Carter gestanden hätte, hätte er Carter eine verpasst. Aber selbst Hogan dachte darüber nach, mal einen kräftigen Schlag auf Andrews Hinterkopf zu setzten. Er bremste seine Männer auch nicht in ihren Hasstiraden. Er war selbst viel zu sauer und musste sich stark zurück halten.
    Hogan hörte seinen Leuten noch eine Weile zu. Kinch, Newkirk und LeBeau schimpften auf Carter und dieser versuchte sich immer wieder zu entschuldigen.
    „So jetzt ist aber mal Schluss. Wir werden jetzt mal ein paar Stunden schlafen und morgen überlegen wir uns einen neuen Plan. Einen den Carter auch nicht vermasseln kann,“ befahl er und scheute seine Leute aus dem Tunnel. Mehr zu sich selbst sagte er: „Vielleicht sollten wir die Inkompetenz in Person von den Aufträgen ausschließen.“ Wie vom Donner gerührt blieb Carter stehen. Sofort als im klar wurde, dass der junge Sergant seine Worte hörte, bereute er diese. Der Colonel wollte etwas sagen. Da lief Carter aber weiter und verkroch sich schnell in sein Bett. Auch die Anderen gingen ins Bett und schliefen schnell ein.


    Nur der Colonel und Carter lagen noch wach. Hogan hatte Schuldgefühle, weil er seine Leute heute so in Gefahr gebracht hatte und wegen der harten Worten gegenüber Carter. Der Sergant ist seiner Meinung viel zu jung und naiv für den Krieg. Der Colonel machte sich Sorgen um sein jüngstes Mitglied. Er wusste nur zu gut, wie sehr Carter unter der ganzen Situation und unter Alpträumen litt. Plötzlich hörte ein ein schluchzen. Da weinte doch jemand. Er ahnte, dass es sich dabei nur um einen handeln konnte. Leise stand er auf und ging zur Tür. An der Tür harterte er mit sich selbst. Sollte er Andrew trösten oder sollte er seine Privatsphäre respektieren und das Weinen ignorieren.Als er sich schließlich entschieden hatte Andrew zu trösten, hört er er ein scharfes „Andrew!“. Hogan konnte die Stimme schnell seinem Lieblingsbriten zuordnen. Sollte Newkirk fies zu dem Sergant sein, würde er sofort eingreifen. Schlafmangel hin oder her. In manchen Situationen kann man auch mal nett sein. Der Colonel belauschte dasGespräch seiner Leute: „Andrew! M-mach d-d-as n-nie w-w-wieder!“
    „Ich bin sofort leise. Versprochen,“ flüsterteCarter traurig.
    „D-d-das m-m-meine i-ich nicht! M-mach d-d-as nie w-w-ieder, d-d-dass du a-a-leine im D-d-dunklen s-s-sitzt u-u-und d-d-dich m-m-mit S-s-sorgen r-r-rumärgerst. D-d-das n-n-nächste M-Mal w-w-weckst du m-mich g-gleich!“ Überrascht sah Hogan,dass Newkirk Carter in den Arm nahm und über Kopf und Rücken
    streichelte. Leicht schmunzelnd sah er, dass Carter sich an Newkirk kuschelte und bald ein schlief. Der Coporal quälte sich wieder in das obere Bett und der Colonel legte sich auch wieder schlafen. Doch er konnte nicht einschlafen. Er dachte über seine Männer nach. Nie hätte er gedacht, dass gerade Newkirk sich so um Carter kümmern würde. Die beiden waren meistens nur am streiten und der Brite hatte
    selten viel Geduld mit dem jungen Amerikaner. Der Krieg schweißt uns alle zusammen. Zufrieden schlief der Colonel ein.

    "Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. " Jean-Paul Sartre


    "Papa! Lene behaupet sie hätte angefangen [mit ärgern], dabei habe ich doch angefangen!" Junior beim petzen.