Freude schöner Gotterfunken, Tochter aus Elysium!

  • Wir betreten feuertrunken,
    Himmlische, dein Heiligtum.


    Hallo, ihr Freunde und Verehrer literarischer Künste =)
    Ich gedachte, es wäre doch einmal ein anrengendes Thema, seine Lieblingspassagen eines Schriftstellers oder Lyrikers, sei es nun aus einem Roman, einer Novelle, sei es eine Fabel oder ein Gedicht, sei es aus der Klassik, der Romantik oder sei es modern und zeitgenössisch, hier vorzustellen! (Aber vergesst bitte nicht den Namen des Autoren, und wenn möglich auch eure Quelle bzw. Titel!)


    Und natürlich sollen auch eure eigenen Gedanken hier keineswegs fehl am Platze sein, insbesondere, wenn sie doch zu kurz und viel zu augenblicklich sind, um ganze Geschichten zu füllen!


    Sollen die Augenweiden unsere Gemüter anregen und unseren müden Gedanken schmeicheln. =)


    Vielleicht weckt bei manchem ja das, was vorgestellt wird, die Neugierde auf mehr - immerhin hat Bildung und Lesen noch keinem geschadet.


    Ich will heute mal bei den alten Meistern anfangen, weswegen ich auch diesen wunderschönen und weltbekannten Anfang von Friedrichs Schillers Ode "An die Freude" (1785), die heute, mit der Vertonung von Ludwig van Beethoven, Europahymne ist, gewählt.


    Aus meinem Lieblingswerk von Heinrich von Kleist, dem Schauspiel "Prinz Friedrich von Homburg", stammen folgende Zeilen, die ich inzwischen sogar auswendig kann, weil sie mir einfach nicht mehr aus dem Ohr gehen möchten:


    (5. Akt, 10. Aufzug, Prinz von Homburg spricht: )
    Nun, o Unsterblichkeit, bist du ganz mein!
    Du strahlst mir, durch die Binde meiner Augen,
    Mit Glanz der tausendfachen Sonne zu!
    Es wachsen Flügel mir an beiden Schultern,
    Durch stille Ätherräume schwingt mein Geist;
    Und wie ein Schoff, vom Hauch des Winds entführt,
    Die muntre Hafenstadt versinken sieht,
    So geht dämmernd mir alles Leben unter:
    Jetzt unterscheid ich Farben noch und Formen
    Und jetzt liegt Nebel alles unter mir.


    Außerdem möchte ich gern noch einen meiner kleinen Vierzeiler daneben setzen:


    Dass süße Engel liebelich
    Sanft ihre Schwingen schlagen,
    Mit ihr’m klagend Wehmut dich
    Zu schönstem Grabe tragen.


    ----
    Und jetzt seid ihr an der Reihe!

  • Eine gute Idee, da muss ich mich beteiligen:



    Johann Wolfgang v. Goethe: Faust, Studierzimmerszene I


    Mephistopheles:
    "Ich bin der Geist, der stets verneint!
    Und das mit Recht; denn alles was entsteht,
    Ist wert, das es zugrunde geht;
    Drum besser wär´s, dass nichts entstünde.
    So ist denn alles, was ihr Sünde,
    Zerstörung, kurz das Böse nennt,
    mein eigentliches Element"
    (Z.1339 ff)


    Muss ich hinzufügen, dass ich eine glühende Goetheverehrerin bin?
    Faust I ist mein Lieblingswerk, den zweiten Teil hab ich aber wieder weggelegt, hatmich überfordert :-).

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    Sender:
    RTL
    Show:
    Der Schwächste fliegt
    Frage:
    Welches englische Wort für Schlag verbirgt sich im Bandnamen der Pilzköpfe?
    Antwort:
    Hit.

  • 1. Harry Potter und der Halbblutprinz!-Wen ängstigt noch Du-weißt-schon-wer? Ihr solltet EHER Angst haben vor DU-SCHEISST-NIE-MEHR- der Verstopfungssensation, die die Nation in Atem hält!. Plakat in Fred und George Scherzartikel-Laden.


    2. Der kleine Hobbit!-Gandalf! Wenn ihr auch nur ein Viertel von dem gehört hättet, was ich über ihn gehört habe (und ich habe nur sehr wenig gehört von alldem, was es da zu hören gab), so würdet ihr bestimmt höchst verwunderliche Geschichten erwarten.. Bescheschreibung von Gandalf!


    3. Noch mal " Der kleine Hobbit "-Bilbo sagt zu Gandalf: "Guten Morgen". Gandalf sagt zu Bilbo:"Was mein ihr damit?
    Wünscht ihr mir einen guten Morgen, oder meint ihr, dass dies ein guter Morgen ist, gleichviel, ob ich es wünsche oder nicht. Meint ihr, dass euch der Morgen gut bekommt oder dass dies ein Morgen ist, an dem man gut sein muß?" Bilbo sagt:"Alles auf einmal".


    So ähnlich hatte ich schon mal hier

  • Sorry, tunel, das ist mir irgendwie durch die Finger gelaufen. Ich hoffe, du kannst dich damit abfinden, wenn wir hier weiterreden... =)


    Evey: Ich mag Goethe nicht so wirklich. Ja, der Faust ist toll, klar, und er ist ein großer Schriftsteller! Aber von seiner Person - nee, irgendwie ist er mir vom ganzen Wesen her so fremd, dass ich mit ihm einfach nicht "eins" werden kann (ich hoffe, es ist klar, was ich meine). Ich für meinen Teil liebe dafür Schiller und besonders Kleist.


    Vielleicht liegt's ja auch dadran, dass Kleist den Herrn Goethe selbst kaum mochte, und Goethe Kleist nicht, und ich deswegen eben Goethe zwar zu schätzen weiß, aber mögen tu ich ihn noch lange nicht ;)


    Hier mal ein böses Wort über Goethe von Kleist, wo wir doch beim Thema sind:
    1. Herrn von Göthe
    Siehe, das nenn' ich würdig, fürwahr, sich im Alter beschäft'gen!
    Er zerlegt jetzt den Strahl, den seine Jugend sonst warf.


    :D ;)

  • @kueken: siehst du: mit schiller kann ich nun wieder gar nichts anfangen. der istmir einfach zu sehr goethe (sicher ansichtssache), aber jedesmal, wenn ich Schiller lese, denk ich mir: das kennst du doch irgendwo her. Die einzige Figur die mich bei ihm wirklich anspricht ist die Lady aus "Kabale" (schon allein der titel *sneer*...).
    naja, und was die person des herrn goethe angeht, die finde ich nun äußerst spannend. Auch die nette Anekdote über seine (gar nicht) so philosophischen letzten Worte: "Macht doch die Fensterläden auf, damit mehr licht hereinkomme." (frei nach Evas Gedächtniss).


    Was unsere kleine auseinandersetzung angeht, passt wohl nur ein zitat (was mir aber offengestanden zu lang ist): Lessings (´geniale) Ringparabel. Werd sie später noch einfügen.



    edit: sooo da ist sie (nur kurz überflogen...^^)

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    Einmal editiert, zuletzt von Evey ()

  • @kueken: weiß was du meinst.
    falls du es noch nicht gelesen hast, empfehle ich dir: ließ tucholsky. Nur eine kleine Kostprobe aus: "der mensch"


    Zitat

    Der Mensch wird auf natürlichem Wege hergestellt, doch empfindet er dies als unnatürlich und spricht nicht gern davon. Er wird gemacht, hingegen nicht gefragt, ob er auch gemacht werden wolle.


    Und weil es zu meiner derzeitigen stimmung passt:


    Zitat

    "And when the Night is cloudy there ist still a light that shines on me,
    shine until tomorrow. Let it be."


    The Beatles, Let it be


    okay, kein klassischer lesestoff, aber immerhin gedichtet :D

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  • Eine Stelle aus Macbeth, Act 2, Szene 2 ganz am Schluss. Macbeth bereut es König Duncan getötet zu haben, um selbst König zu werden. Und ich liebe diese Stelle, sie ist einfach wunderschön. Gefühlvoll, ohne zu überladen und schmalzig zu sein.

    To know my deed 'twere best not know myself.
    Knock [within]
    Wake Duncan with thy knocking. I would thou couldst.

  • Ich verweise einfach mal auf meine Signatur.


    Ich finde die Mehrdeutigkeit von
    "Eine Rose gebrochen, bevor der Sturm sie entblättert"
    sehr schön, und liebe den Stolz, der darin mitschwingt.
    Aber leider habe ich meine Naivität inzwischen ablegen müssen und denke, dass es durchaus mehr Stolz hat, schwere Zeiten, an denen man brechen kann, zu überstehen und (auch wenns blöd klingt) erhobenen Hauptes daraus hervor zu gehen.
    Das finde ich wesentlich bewundernswerter, als sich der Situation gar nicht zu stellen, aber eben da kommt dann wieder die Mehrdeutigkeit hervor: Ein Scheitern mit Würde ist dann wieder besser als eins ohne Würde.

    Das Gewissen ist fähig, Unrecht für Recht zu halten. Inquisition für Gott wohlgefällig und Mord für politisch wertvoll. Das Gewissen ist um 180° drehbar." (Erich Kästner)


    "Eine Rose gebrochen, bevor der Sturm sie entblättert." (Lessing)


    "Demokratie ist nicht die Herrschaft der Vernunft. Auch falsche Entscheidungen können demokratisch sein. Das ist zu akzeptieren" (Mein ehemaliger Chef, zumindest so in etwa)