Lightsaber meets Sturmgewehr - Das ultimative Cross-Over

  • "Kauterisierte", wo hast du denn den Ausdruck her? Bist du etwa vom Fach?
    Das Wort hat mich ja fast mehr fasziniert als die ganze Story.
    Willst du etwa darauf hinaus, dass die Deutschen so ihre Inspiration zu den angeblichen UfOs bekommen haben? Allerdings beschreibst du das Rettungsschiff nicht unbedingt als Untertasse. Vielleicht soll es die Sache mit den glockenförmigen Raumschiffen darstellen.
    Ich harre weiter der Dinge ..

  • "Kauterisierte", wo hast du denn den Ausdruck her? Bist du etwa vom Fach?
    Das Wort hat mich ja fast mehr fasziniert als die ganze Story.


    Nein, aber ich habe das auch schon mal in einem echte Star Wars Roman so beschrieben gelesen :) habe es aber dennoch nachträglich recherchiert.



    Willst du etwa darauf hinaus, dass die Deutschen so ihre Inspiration zu den angeblichen UfOs bekommen haben?
    Ich harre weiter der Dinge ..


    Ja, schon, auf jeden Fall. UFOs und der zweite Weltkrieg sind doch immer das Ding. Und denke daran, das richtige Raumschiff der Sith ist in der Geschichte schon in Norwegen gelandet. Das sieht aber auch nicht wie die typische Untertasse aus, aber ein echtes Raumschiff eben mit allem technischen Schnickschnack, oder mal sehen, was davon noch übrig bleibt. War ja auch mehr oder weniger eine Bruchlandung. Der bewusstlose Pilot wurde doch sogar von dem Offizier an dem Stützpunkt als ihresgleichen identifiziert, wegen der grauen Uniform. Haben die Imps ja auch ;)

  • 7 Auf Spurensuche


    Norwegen, Trondheim


    HAUPTMANN RICHTER SCHLICH NERVÖS UND BEDÄCHTIG um die Absturzstelle mitten auf einer Flugbahn innerhalb des Außenpostens in Trondheim herum. Innerlich musste er staunen, welch eine Art von Monstrosität sie da getroffen hatte. Die Größe dieses Flugobjektes überstieg jedes Flugzeug, das er bis jetzt gesehen hatte.
    Dieses Ding hatte mit seinem Absturz für Chaos und Zerstörung gesorgt. Doch als ranghöchster Offizier musste er jetzt vor allem Ruhe bewahren. Dieses höllische Szenario hatte mittlerweile eine ganze Schar an Besatzungsmitglieder, sowie Löschfahrzeuge, Hilfs- und Rettungskräfte angelockt. Ein unsicheres Raunen stob durch die Menge, als die Beteiligten das Objekt zum ersten Mal aus der Nähe sahen.
    Ständig zischte und puffte etwas an diesem abgestürztem Flugzeug, was die Menge unweigerlich zusammenzucken ließ. Richter konnte dieses Ding im Inneren nicht einmal als Flugzeug bezeichnen, denn die Form schien mehr als merkwürdig und selbst als erfahrener Luftwaffenoffizier konnte er sich überhaupt keinen Reim darauf machen, wie dieses Ding jemals fliegen konnte.
    „Letzten Endes ist es ja auch abgestürzt“, fügte er in Gedanken hinzu. Er fasste sich nachdenklich an sein markantes Kinn.
    „Hauptmann, melde mich zum Dienst“, hallte ihm eine eifrige Stimme entgegen und riss ihn aus seinen Überlegungen. Es handelte sich um eine ranghöhere Einsatzkraft auf diesem Stützpunkt.
    „Versuchen Sie umgehend einen Bergungstrupp zusammen zu stellen und einen Weg zu finden, wie wir die Fahrbahn schleunigst wieder räumen und die Schäden beheben können“, murmelte Richter im lediglich entgegen.
    „Jawohl, Herr Hauptmann“, antwortete er in verpflichtendem Ton und salutierte eifrig.
    Der Mann machte eifrig kehrt und wandte sich an seine Besatzungstruppe, um die Männer zu delegieren.
    Richter beobachte noch eine Weile stumm das Geschehen. Als er genug gesehen hatte, beschloss er sich in sein Büro zurückzuziehen. Der Offizier würde nicht darum herumkommen, aufgrund der stattgefundenen Ereignisse eine Menge Berichte und Telefonate tätigen zu müssen.
    Kaum hatte er die Tür seines Büros hinter sich geschlossen, ging er zielgerade auf ein kleines Schränkchen zu, wo er etwas Alkohol und wertvolle Zigaretten und Zigarren gebunkert hatte. Er entschied sich für eine der Zigarren. Er nahm einen tiefen Zug und sackte für einen kurzen Moment entspannt auf seinem Stuhl zurück.
    An ihm nagte das Gefühl, dass Alles hier würde seine Kompetenzen als Hauptmann weitgehend überschreiten und rechnete schon fest damit, das bald hochrangiger Überraschungsbesuch aus der Heimat eintreffen würde.
    Er ließ seine Gedanken jedoch zunächst schweifen und als er endlich den Moment fand, seine Sekretärin für einen Bericht gleich hereinzubitten, vernahm er ein energisches Klopfen an seiner Tür.
    „Herein“, antwortete er mürrisch und bemühte sich wieder um eine aufrechte Sitzhaltung.
    „Herr Hauptmann“, begrüßte ihn eine Gestalt in weißem Kittel. Es handelte sich um jemand von der Sanitätsstation.
    „Was ist Ihr Anliegen?“ wollte sich Richter informieren.
    „Ich habe zu berichten, dass der abgestürzte Pilot leichte bis mittelschwere Verletzungen erlitt. Er ist jedoch wach und hat sofort darum gebeten, mit dem ranghöchsten Offizier auseinanderzusetzen.“
    Der Hauptmann hob skeptisch eine Augenbraue als Antwort. Der Sanitäter wirkte unter seinem eindringlichen Blick plötzlich nervöser.
    „Außerdem“, fuhr er nun fort. „Konnten wir den Mann anhand seiner Kleidung zu keiner bekannteren Einheiten aus unseren Reihen zuordnen und sind uns nicht sicher, ob es ein Sicherheitsrisiko darstellt, den Mann auf der Sanitätsstation zu behalten.“
    Richter nickte und hob beschwichtigend eine Hand.
    „Na schön, ich werde mir den Mann so schnell wie möglich ansehen.“
    Der Sanitäter salutierte zum Gruß und verließ daraufhin sein Büro.


    ><


    Deutschland, nahe Hammelburg


    Das junge Bauernmädchen zog sich allmählich von der verwundeten Frau zurück und verließ bedächtig den Raum. Ihr Blick war dabei zu Boden gerichtet. Die Jedi Celestis war sich ihrer Fremdartigkeit immer mehr bewusst und zog sich die Kapuze ihrer Robe noch etwas tiefer ins Gesicht, um ihre für Menschen ungewöhnliche Pigmentierung im Gesicht sowie ihre kleinen Stacheln am Kopf so gut es geht zu verbergen.
    Anscheinend wurde die Welt, in der sie gestrandet waren, nur von Menschen bewohnt. Sie konnte den Argwohn der bereits wenigen Individuen, denen sie begegnet waren deutlich spüren. Dazu brauchte sie nicht die Fähigkeit, sich der Macht bedienen zu können, um ihre Sinne zu schärfen.
    Der Raum wirkte nun leer, fast verlassen. Irgendwo in dem Dunkel flackerte noch eine einzelne Kerze. Das Feuer in dem Kamin war zu einem gedämpften Glimmen verstummt. Die Atmosphäre lud sie dazu ein, sich in einen meditativen Zustand zu bringen. Vielleicht könnte das der Jedi helfen, Klarheit über die Situation und über die Leere zu erhalten, die sie spürte. Es fühlte sich an wie ein Macht-Vakuum. So wie jenes lebendige Wesen im All ersticken würde, würde auch bald ein macht-sensitives Individuum darin ersticken.
    Sie fasste sich ein Herz und gesellte sich im Schneidersitz auf das große Bett zu Sahtara. Die Meditation war auch jenes Mittel, das den Jedi dabei half, ihre Emotionen stets unter Kontrolle zu halten.
    Wie gewohnt versuchte sie sich vom Sog der Macht aufnehmen zu lassen. Diese unsichtbare Kraft fühlte sich an wie ein Meer, das sie immer umgab. Doch sie spürte gar nichts. Sie konzentrierte sich noch eifriger und versuchte im Geiste nach Dingen, Vorkommnissen oder Personen zu suchen, die ihre dabei helfen könnten, die helle Seite der Macht greifbarer machen zu können.
    Wie immer verlor sie bei der Meditation jegliches Gefühl für Raum und Zeit. Die Sabrak wurde ruckartig aus ihrer Trance gerissen. Da war ein Geräusch. Von der Kerze war nur noch ein kleiner, brennender Stummel übrig. Ihr Blick wandte sich zu ihrer Linken.
    Sahtara gab stöhnende Geräusche von sich und war gerade dabei unter Schmerzen das Bewusstsein wieder zu finden. Celestis Emotionen gerieten ins Wanken. Sie war einer Rivalin und einem so bösartigen Individuum wie die Sith, noch nie so nahe gewesen. Die junge Frau lag einfach nur hilflos vor ihr. Die Situation war sehr befremdlich, da sich Jedi und Sith üblicherweise nie in so eine Situation brachten. Die Kämpfe endeten fast immer tödlich, oder jemand machte einen strategischen Rückzug. Wobei das Letztere eher auf einen Jedi zutraf.
    Ihre Gesichtszüge wirkten schmerzverzerrt. Unter Stöhnen versuchte sie sich leicht aufzurichten. Sie ergriff das Wort, aber der Klang ihrer Stimme kräuselte sich.
    „Das ist erniedrigend, warum ergötzt Ihr Euch an meinem Leid? Lasst mich zurück oder gebt mir den Gnadenstoß, aber in diesem Zustand kann ich nicht in Anwesenheit Euresgleichen sein“, höhnte Sahtara.
    Celestis Augen weiteten sich. Für einen Moment hatte sie Mitleid mit ihr, aber ihre Worte brachten sie wieder in die knochenharte Welt zwischen den Fronten zurück, in denen sich der Orden der Jedi und der Sith täglich befanden. Sie versuchte dennoch Fassung zu waren.
    „Ich glaube, es bleibt uns nichts anderes übrig, als unsere Rivalitäten auf unserer Prioritätenliste ganz unten zu setzen.“
    Sahtara keuchte vor Schmerzen laut auf und nahm alle Kraft zusammen, um mit ihrem Unterarm Celestis von dem Bett zu puffen.
    „Verschwindet von hier“, sagte sie mit ächzender Stimme.
    Die Jedi erhob sich und entfernte sich ein paar Schritte. Sie sah Sahtara wieder zusammensacken. Da fasste sich die Jedi ein Herz und sprang über ihren Schatten. Als Mitglied des Ordens der Jedi war es ihre erste Priorität und Pflicht, den Schwachen zu helfen und sie zu beschützen. Sahtaras Zustand erlaubte es ihr deshalb überhaupt nicht, zu versuchen, etwas gegen sie zu unternehmen. Sie sah sich in dem Raum um und fand ein Fell, wahrscheinlich von irgendeinem heimischen Tier. Sie schlug es sich um ihre Schultern und fand einen Weg wieder ins Freie. Sie musste noch einmal zur Rettungskapsel zurück. Normalerweise müsst sich dort ein Medi-Kit berindem. Das Colto-Gel darin würde ihre Wunden im Nu kurieren und ihre Knochen in übergewöhnlicher Geschwindigkeit wieder heilen lassen. Colto erwies sich als effektivstes Mittel, um einen Körper wieder zu regenerieren.
    Sie atmete noch einmal tief durch und schlenderte in den tiefen und dunklen Wald hinein.


    ><

  • Deutschland, Stalag 13


    Als ranghöchster Offizier bot Colonel Hogan mit Schaufel und Besen in der Hand einen recht ungewöhnlichen Blick. Üblicherweise würden seine Männer solche Arbeiten verrichten, aber drei von ihnen waren bisher immer noch verschollen. Seit dem großen Ereignis am Himmel herrschte gefühlt eine Übernervosität im Lager 13. Die Wachen wurden verdreifacht und seid Stunden trudelte immer wieder Verstärkung durch das Haupttor ein. Die Gefangenen hatten natürlich Ausgangssperre. Das große Durcheinander war glücklicherweise auch auf seiner Seite, denn das Verschwinden von drei seiner Männer wurde bis jetzt kaum bemerkt. Er arbeitete in Gedanken schon nach einer Ausrede, wo sie die drei trotz Ausgangsperre befinden könnten, falls der dicke Feldwebel hier plötzlich aufkreuzen könnte.
    Er schipperte zusammen mit Sergeant Kinchloe den Besen hin- und her, um die Baracke auf Vordermann zu bringen. Kein einziger Staubkrümel dürfte übrig bleiben. Dem geheimen Widerstandsunternehmen von Hogans Männern fehlte bis dato noch immer eine wichtige Nachricht. Sie befand sich vermutlich auf einem Zettel, der während einer Zankerei seiner Truppe irgendwo auf den Boden gefallen ist. Immerhin hatte er die Hoffnung, dass das kleine Behältnis den Raum unmöglich verlassen haben könnte.
    „Das steht Ihnen gut, Hogan“, versuchte Kinchloe die Situation mit etwas Small-Talk aufzulockern. Er Sergeant war eher jemand von der ruhigen Sorte.
    Jäh wurde Hogan aus seinen Gedanken gerissen.
    „Aber hallo“, antwortete er schnippisch. „Das Kompliment kann ich nur zurückgeben.“
    „Ich bin währenddessen auf eine Idee gekommen, wie wir die Sache etwas beschleunigen könnten.“
    „Ich höre“, reckte Hogan neugierig den Kopf.
    „Ich könnte versuchen, irgendwo eine Magnetspule auszubauen, vielleicht war das Behältnis ja metallisch, und wir könnten es schneller damit finden.“
    „Gut gedacht, aber wo bekommen wir so etwas auf die Schnelle her, ohne ein wichtiges Instrument von uns auseinander zu nehmen?“
    „Also ich weiß, wenn ich jetzt anfange irgendwo in Carters Gerümpel zu suchen, dann würde es wahrscheinlich zu lange dauern“, erwiderte er und grinste dabei.
    „Haben wir noch irgendwo einen Kompass, den wir entbehren könnten?“
    Kinchloe zuckte unwissend mit den Schultern.
    Hogan zuckte plötzlich zusammen, als er in unmittelbarer Nähe das Stapfen schwerer Stiefel hörte. Kinch eilte zum Fenster und hob beschwichtigend die Hand.
    „Es ist nur Schultz.“
    Die Körperhaltung des Colonels entspannte sich wieder und die Tür platzte nicht wenige Sekunden später auf.
    „Schultz, haben Sie Neuigkeiten für uns?“ Kam der Colonel ihm sofort entgegen.
    „Nah“, antwortete er in leicht tranigem Tonfall. „I wurd nur vom Alten nochmal angewiesen, die Gfangene auf Vollständigkeit zu überprüfen.“
    Schultz wurde jedoch sogleich vom Anblick der beiden Männer abgelenkt.
    „Ja mei, Sie schaun ja aus wie a Putzlappen. Gibt’s denn was zu feiern oder kocht der kleine Lebeau wieder wos Guats?“ Ein Leuchten der Leidenschaft flackerte in den Augen des dickbäuchigen Feldwebels aus.
    „Schultz, das ist eine Überraschung“, lenkte der Colonel ein, um auf das Pferd zu springen. Er machte bei dem Wort „Überraschung“ eine verspielte Geste mit der Hand.
    „Ja, wirklich? Mei, der Gloane kann so guat kochen, gell.“
    „Und ob.“ Der Colonel kam ihm noch etwas näher auf die Pelle gerückt. Er wollte ihn sanft zur Tür bringen, da kam er kurzfristig auf eine Idee.
    „Wir würden gerne die Baracke hier auch noch etwas auf Vordermann zu bringen, je länger Sie nun hier sind, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass es vielleicht keine Überraschung mehr wird.“ Er machte einig eSekunden lang eine Pause und horchte plötzlich neugierig auf.
    „Schultz sagen Sie mal, hören Sie das nicht auch?“
    Im Gesichtsausdruck des Feldwebels war nichts als Verwirrung zu erkennen.
    „Ja, was meinens jetz damit genau, sollt i denn hörn?“
    „Da. Gehen Sie mal einen Schritt.“
    Misstrauisch tat der Feldwebel, was er sagte.
    „Ich glaub ihre Waffe ist nicht mehr ganz dicht, irgendwie kommt da so ein komisches Klicken. Stellen Sie sich mal vor, die feuert einfach“.
    Daraufhin grinste der Feldwebel.
    „Nah, des glaub i ned, meistens hab ich’s doch gar ned geladen nicht“, säuselte er in seinem Akzent und sein schallendes Gelächter ließen sein uriges Doppelkinn vibrieren.
    „Aber beunruhigen würde mich das auf jeden Fall. Sergeant Kinchloe ist ein Top-Spezialist. Weil Sie so ein toller Feldwebel sind, würden wir das gerne auf der Schnelle mal checken.“

  • Colonel Hogan arbeitete mit Hand und Fuß, um mit dem Feldwebel eifrig zu verhandeln.
    „Ja, moinens denn wirklich, dass des glei sowas Schlimmes sein könnt?“
    „Das müssen Sie mir sagen Schultzi. Kann man den jemals sicher sein, das etwas völlig fehlerfrei die Fabrik verlässt.“
    „Da mussi ja glei einwenden, in einer deutschen Fabrik…“, der Feldwebel erhob mahnend einen Zeigefinger und änderte seine scherzhafte Art in einen erklärenden Tonfall. „… arbeiten sie mit höchster Effizienz und da tut nie irgendwas schief gehen.“
    „Na stellen Sie sich mal vor Schultzi, eines Tages hatte der Vorarbeiter seinen Morgenkaffee nicht.“ Bemerkte Hogan und legte noch mehr Dramatik in seine Stimme.
    Schultz Miene wirkte jetzt Besorgnis erregend.
    „Ja, wenn Se meinen, dann schauen Se doch mal.“ Er nahm dabei sein Gewehr ab und stellte es auf den Boden ab.
    „Vorsicht, Vorsicht“, Hogan sammelte all seine schauspielerischen Künste zusammen und tat übervorsichtige Gesten, um seine Waffe wie ein rohes Ei zu behandeln. Sergeant Kinchloe tat sein Bestes, Schultz mit einer allwissenden Miene entgegenzutreten.
    „Also zunächst bräuchte ich irgendetwas magnetisches, um mögliche Indifferenten feststellen zu können.“
    Die beiden Helden hatten den Feldwebel jetzt völlig in der Hand und beobachteten ihn, wie er jetzt gewohnt in brenzligen Situation leicht nervös wurde.
    „Ja wartens a mal wegen dene… Indi.. irgendwas, da muss I nochmal in der Werkstatt gucken, ob die sowas hoam.“
    Er eilte daraufhin geschäftig aus der Baracke heraus. Hogans Konzept ging auf und der Feldwebel hatte schon längst vergessen, warum er eigentlich hier gewesen war. Hogan und Kinchloe warfen sich lediglich einen schelmischen Blick zu und warteten einfach ab.
    Ein gedämpftes Pochen und Rumpeln riss die beiden Männer aus ihrer Konzentration. Die Vibrationen kamen aus der Richtung von der unteren Etage. Kaum hatten sich die beiden umgedreht, so öffnete sich unter einem Bett in der Baracke der geheime Tunnelzugang.
    Die drei verbliebenen Helden Carter, Newkirk und Lebeau kletterten die Leiter nach oben. Robert Hogan fiel ein Stein vom Herzen, seine Jungs gesund und an einem Stück wieder zu sehen.
    „Da seid ihr ja, wo wart ihr denn so lange?“ Fragte er in leicht vorwurfsvollem Ton.
    „Also, es gibt schlechte, schlechte und gute Neuigkeiten“, fing Newkirk an in seinem Sprachfehler zu erklären.
    „Colonel, das hätten Sie sehen müssen!“ Carter funkte ihm dazwischen und seine Augen glitzerten vor Euphorie. „Da war etwas Großes, Mächtiges und unheimlich großes Bumm vom Himmel gefallen.“
    Hogan wusste zunächst nichts dazu zu äußern und zog sich skeptisch seine Mütze wieder zurecht. Er blickte Carter fragend an.
    „Also mon Colonel“, versuchte jetzt der Franzose Louis Lebeau zu erklären. „Das sah aus wie eine Bombe, aber ich glaube es ist gar keine und da waren zwei seltsame Frauen.“
    „Das waren richtige Amazonen, sag ich Ihnen“, fiel Newkirk ihnen in leicht schwärmerischen Stimme dazwischen. „Aber eine Maid konnten wir unversehrt verstecken, glaube ich zumindest.“
    Colonel Hogan verlor in dem großen Durcheinander völlig die Orientierung und bedeuteten seinen Männer mit großzügigen Gesten, erst einmal Ruhe zu bewahren. Bevor er überhaupt die Chance hatte, sich ein Bild von der Situation zu machen platze auch schon wieder Schultz in die Baracke herein.
    „Colonel Hogan, sehen Se a mal, I konnt so ein Dings, so ein Magnet noch auftreiben.“
    Der ranghöchste Offizier warf Kinchloe lediglich eine Geste zu, um ihm zu bestätigen, dass er Schultz jetzt ablenken könne.
    Er flüsterte mit seinen Männern. „Also jetzt noch einmal von vorne, was genau ist denn passiert?“
    Tatsächlich schafften sich die Männer etwas zu koordinieren und erzählten ihre Erlebnisse von Anfang an. Kinchloe tat sein bestes Geschick darin, Schultz davon zu überzeugen, dass er jetzt erst einmal den Raum absuchen müsse, um dem Problem nachgehen zu können.
    Mitten im Geschehen drehte sich der Feldwebel überraschend zu Hogans Männer um. Zunächst war er zufrieden.
    „Ja mei, I seh ihr seids ja alle völlig vollständig, das seh ich gern, gell.“ 
    Doch der Feldwebel wurde etwas hellhörig und lauschte dem Getuschel der Männer.
    „Und wissen Se was, der Klink is ganz aufgeregt und keiner am Telefon konnt ihm sagen, was uns da genau getroffen hat, gell.“ Platze er jetzt ins Gespräch.
    Die Männer schauten ihn ungläubig an und Schultz wurde klar, dass er sich schon wieder selbst verraten hatte.
    „Ja mei, von mir wissen Se gar nix, und außerdem weiß ich auch nix und i hör nix und ich seh nix.“ Völlig verdattert machte der Feldwebel Anstalten, die Baracke zu verlassen.
    Newkirk reichte ihm seine Waffe nach, als er wenige Sekunden wieder hereingekommen war, um sein vergessenes Gut wieder einzusammeln.
    Der dunkelhäutige Sergeant hob nun triumphierend eine kleine metallische Kapsel nach oben. Sein Schnauzbart zog sich voller Freude übers ganze Gesicht.
    „Colonel, dieses kleine Ding hatte sich irgendwo zwischen die Dielen geschlüpft. Ich denke, das dürfte unsere geheime Nachricht sein“.
    Schnell bildeten die Helden eine Traube um den Sergeant, völlig gespannt, die Neuigkeiten zu hören.
    Dem Colonel galt die Ehre, den kostbaren Inhalt zu öffnen. Er schraubte die keine Kapsel aus und holte vorsichtig ein Stück eingerolltes Papier heraus. Auf dem kleine Fetzen war die Nachricht „Information höchst brisant. Kriegsentscheidend, Bitte treffen Sie mich im Hofbräuhaus. Codename folgt.“

  • Jetzt dachte ich fast, dass unsere drei bis nach Trontheim marschiert wären.
    Na ja, es gab hier ja schon mal Andeutungen, dass Deutschland damals ziemlich klein gewesen sein muss. Bis an die Küste, bzw. nach Berlin, dauerte es ja nicht allzu lange.
    Da ist Trontheim und zurück bestimmt auch in einer Nacht zu Fuß machbar :D

  • Cool, danke fürs Lesen! Jaa, da hast du Recht, in der Serie hätte das vielleicht locker für einen Marsch quer durch Europa gereicht. Aber du kennst Hammelburg ja in der Realität, in diesen dichten und steilen Wäldern rings rum kann man sich auch gut verlaufen :saint:

  • Hier kommt schon mal der erste Teil zum nächsten Kapitel. Irgendwie schade, dass man nur so wenig Zeichen in ein Posting machen kann, das reißt die Geschichte immer etwas auseinander - werde mich aber bemühen die nächsten Teile dann zeitnah zu uploaden ^^


    8 Konfrontation mit dem Unbekannten


    Norwegen, Trondheim


    DAS ECHO DER SCHWEREN STIEFEL VON HAUPTMANN RICHTERS Offiziersuniform hallte energisch durch die kahlen und grauen Bunkerwände. Kurz vor seinem Aufbruch wollte er sich eigentlich ein Gläschen von dem norwegischen Schnaps genehmigen, den er immer bei sich bunkerte. Durch die Aufkommende Eile war er jedoch gezwungen, dieses in einem Ruck zu leeren.
    In seinem Plan war es nicht vorgesehen, dass er sich zunächst mit dem Piloten unterhalten solle, der dieses gewaltige Flugobjekt auf seiner Landebahn zum Absturz brachte. Seine Untergebenen benötigten jedoch dringend seine Einschätzung, ob es sich dabei um einen Feind oder Alliierten handelte.
    Danach würde er sofort noch einmal zur Absturzstelle eilen. Denn wie er schon geahnt hatte, kündigte sich eine Gruppe von Technikern und Wissenschaftlern an. Bis dahin müsse die Landebahn geräumt sein, damit sicher ankommen könnten und sich planmäßig um die andere, streng geheime Lieferung kümmern konnten. Der gestrige Tag war so ereignisreich und hatte ihm gleich zwei dicke Eier auf seinem Stützpunkt gelegt. Das konnte doch nur Ärger bedeuten.
    Gedankenversunken pochte er durch die Tür der Sanitätsstation. Die Blicke aller Beteiligten wanderten erschrocken zu ihm und untergebene Soldaten nahmen sofort Haltung an.
    „Weitermachen, steht bequem.“ 
    Sein Blick wanderte über das Szenario, um den verwundeten Piloten ausfindig zu machen. Als er ihn entdeckte ging er ziel gerade, aber langsamen Schrittes auf ihn zu.
    Er erblickte einen völlig lädierten und verwundeten Mann, der sich anscheinend aber nicht in Lebensgefahr befand. Der Hauptmann holte einen Hocker unter dem Krankenbett hervor und nahm langsam Platz. Er stützte dabei seine Hand unter sein Kinn.
    Das Gesicht des Piloten zählte einige blaue Flecken. Wahrscheinlich hatte er auch Prellungen unter seiner Uniform. Ein Arm und ein Bein waren bereits eingegipst.
    Als der verwundete Mann seine Anwesenheit wahrnahm öffnete er langsam die Augen und versuchte unter Schmerzen seinen Kopf in seine Richtung zu drehen.
    Er murmelte etwas und die Gesichtszüge von Richter verhärteten sich, als der Mann in seiner Muttersprache zu ihm sprach. Es klang aber nicht gleich und doch verbargen sich einige fremde Wörter in der Sprache. Richter grübelte kurz, ob das norwegisch sein könnte.
    Die Stimme klang jedoch sehr belegt und der Mann räusperte sich und wiederholte sich noch einmal.
    „Sind Sie der ranghöchste Offizier?“
    „Hauptmann Richter“, antwortete er kühl.
    Richter nahm jetzt außerdem einen seltsamen Akzent in seiner Stimme wahr. Er nickte zur Bestätigung.
    „Wie lauten ihr Name und ihr Einsatz? Warum waren Sie alleine an Bord gewesen?“
    „Major Arron Loehr“, murmelte der Mann ihm entgegen. „Mein Einsatz ist streng geheim.“
    Der Hauptmann zog dabei skeptisch eine seiner Augenbrauen hoch.
    „Nun“, gab er von sich lehnte sich entspannt zurück. „Wenn Sie mir den Namen dieses Einsatzes bitte nennen würden, Major. Zufällig bin ich ebenfalls für eine streng geheime Mission eingeteilt, vielleicht sprechen wir von der gleichen Mission.“
    Der Mann schüttelte schwach seinen Kopf.
    „Nein, meiner ist Sith-Angelegenheit.“
    Der Hauptmann legte den Kopf etwas schief und schien nicht zu verstehen. Er hatte ohne hin schon den Eindruck nur jedes zweite Wort verstehen zu können. Er beließ es jedoch dabei, dass es sich eventuell um einen Code Name handeln könnte, in den er nicht eingeweiht wurde und bohrte zu seinem eigenen Schutz nicht weiter nach.
    „Ruhen Sie sich ein wenig aus, ich spreche später noch einmal mit Ihnen. Sie sind hier in den besten Händen.“
    Momentan würde er die Suche nach Informationen ruhen lassen, denn für eine erste Beurteilung der Gesinnung des Mannes war der karge Wortwechsel für ihn bereits ausreichend.
    Er gab dem Personal Anweisungen, den Mann auf der Krankenstation zu behalten und glitt in Windeseile durch die Tür. Es wäre nicht nötig, ihn in Fesseln zu legen.
    Einige Stufen weiter erreichte der Hauptmann die Oberfläche und konfrontierte sich selbst wieder mit dem bizarren Anblick dieses monströsen Flugobjektes, das der Major offensichtlich ganz alleine geflogen hatte. Vermutlich hatte das auch etwas mit dem Absturz zu tun. Schlagartig kam es ihm in den Sinn, dass die Mannschaft dieses Flugobjekt schon vorher verlassen haben könnte.
    Blitzartig kam dieser emsige Feldwebel mit den fast unsichtbaren Wimpern wieder auf ihn zugestürmt.
    „Hauptmann“, salutierte er.
    „Nun, was haben Sie mir zu sagen?“ hakte Richter nach.
    „Die Bergungsmannschaft hat bereits einige der losen Teile von der Flugbahn geräumt.“ Er tippelte etwas nervös und gleichzeitig vor Kälte hin und her. „Wir wissen jedoch leider noch nicht, wie wir dieses kolossale Ding bergen könnten. Wir haben bereits einen großen Verladekran angefordert, sind uns aber noch nicht sicher, wie viel dieses Ding überhaupt wiegt.“
    Der Hauptmann gab ein leichtes Nicken von sich. „Wäre es möglich dieses >Ding< mit mehreren LKWS gleichzeitig abzutransportieren? Wir erwarten schon bald neuen Flugverkehr.“
    „Klingt nach einem riskanten Manöver, aber wir geben unser Bestes“, antwortete der Feldwebel und stand dabei ein wenig strammer.
    „Wegtreten“, schickte ihn Richter wieder weg.
    Der Hauptmann machte jetzt einen langsamen Spaziergang um das Objekt herum. Da die Löscharbeiten schon abgeschlossen waren, strich er mit dem Finger über den Belag. Es fühlt sich metallisch an, wirkte aber ungewöhnlich glatt und poliert. Es hatte keine Flügel, jedoch links und rechts Arme, die sich nach vorne streckten. Sie sahen zwar aus wie Flügel, es überschritt jedoch seine Vorstellungskraft, wie sich dieses Ding überhaupt in die Lüfte erheben könnte. Die Form erinnerte ihn eher an einen Adler, der gerade im Flug mit aller Kraft seine Flügel ganz nach vorne streck, um richtig auszuholen.
    Zwischen den beiden Armen war ein kleinerer Teil, in welchem man auf der Vorderseite durch eine große Glasscheibe sehen konnte. Es erinnerte ihn an die Kabine eines Zeppelins.
    Er erblickte dort eine Station, die mehr oder weniger wie die Brücke eines Schiffes aussah. Sein Verstand arbeitete auf Hochtouren und er fasste den Gedanken auf, ob das einfach ein großes Luftschiff sein könnte, vielleicht sogar eine Weiterentwicklung der Hindenburg, deren Flug tragisch endete. Genauso wie der Flug dieses Luftschiffes.
    Vorne an den Flügeln erkannte er seltsame Rohre, die herausragten, möglicherweise Geschütze.
    Am Heck angekommen staunte er nicht schlecht über die große Turbine, die er dort erblickte. Sie befand sich in einem üblen Zustand. Sie erinnerte ihn tatsächlich auch an eine Schiffsschraube, nur war sie irgendwie anders.
    Ihm war nicht bewusst wie lange er so gedankenversunkten um dieses Luftschiff herumtigerte, jedoch war es lange genug, dass er schon mehrere LKWs und einen großen Kran auf der Rollbahn entdeckte.
    Bodenpersonal gab den Fahrern emsig Anweisungen, wie sie sich zu platzieren hatten und der Wehrmachtsoffizier beobachtete, wie die Mannschaft dieses Objekt Schritt für Schritt barg. Jeder Zentimeter bedeutete unheimlich viel Arbeit, die Leute gellten sich Anweisungen zu überschlugen sich in ihrer Gestik, um weitere Fortschritte bei der Bergung zu erzielen. Es konnte sich nur um Stunden handeln, also beschloss der Hauptmann, sich erst mal wieder zurückzuziehen.


  • Deutschland, nahe Hammelburg


    KAUM HATTE DIE JEDI CELESTIS die Hütte hinter sich gelassen und in den Wald eingetaucht war, hatte sie beinahe nur noch Dunkelheit um sich. Der Mond schaffte es nur mit Mühe und Not, durch das dichte Gehölz zu scheinen. Bei jedem Luftzug kuschelte sie das Fell instinktiv enger um ihre Schultern. Bei jedem ihrer Schritte gab das Unterholz ein verräterisch Knacken oder Rascheln von sich.
    Durch ihren fehlenden sechsten Sinn hatte sie nicht die leiseste Ahnung, ob irgendwo jemand auf sie lauern würde. Glücklicherweise hatten Sabrak jedoch ein extrem gutes Gehör und sie konnte dadurch ab und zu ein kleines Tier davonhuschen spüren.
    Als sie ein lauteres Rascheln wahrnahm, raste ihre Schwerthand unwillkürlich zum Heft ihres Lichtschwertes. Sie wirkte angespannt, aus der Dunkelheit funkelten Sie leuchtende Augen an. Als das Tier sich in Ruhe weiter seines Weges machte entspannte sie sich und versuchte noch einmal in einem Moment der Ruhe ihre Waffe zu aktivieren.
    Das Lichtschwert galt als eines der mächtigsten Instrumente und wurde ausschließlich von Macht-Anwendern geführt. Ein sehr seltener Kristall im Inneren war imstande die Energie für einen extrem gebündelten Laser zu erzeugen. Dieser konnte sich in Nullkommanichts durch fast jede Materie brennen.
    Zusammen mit ihrer Fähigkeit, sich der >Macht< bedienen zu können, welche sich beispielsweise oft durch Gedankenlesen, Telekinese oder und übernatürlichen Reflexen und Sinnen bemerkbar mache, wurden sie dadurch zu kaum unterkriegenden Elite-Kämpfern und Retter der Galaxie.
    Das Gegenteil waren die Sith, die stets darauf aus waren sich aufgrund ihrer Fähigkeiten als überlegene Rasse anzusehen und die Galaxie zu unterwerfen.
    Als Jedi war es immer stets der letzte Schritt, diese Waffe vor Anderen zu ziehen. Sie zogen vor, ihre Konflikte mit Worten zu lösen, bevor sie Jemanden damit bedrohten.
    Sie seufzte und ihr wurde wieder einmal klar, dass sie jetzt nicht mehr in der Lage war, sich auf ihre Macht verlassen zu können und hoffte insgeheim, dass dies ein temporärer Zustand sein würde. Eine Welt gänzlich ohne Macht könnte laut ihrem Weltbild überhaupt gar nicht existieren, da sie eine treibende Kraft im Universum darstellte. Celestis packte ihre Waffe also wieder an ihren Gürtel und laß einen stabilen Stock vom Boden des Waldes auf.
    Ihre Schwertkunst würde ihr auch dabei helfen, mit einer primitiveren Schwertart ebenfalls geschickt umzugehen. Die Waffe wäre einfach nur nicht so verletzlich, wie ein Lichtschwert es wäre.
    Sie ertastete sich einen ungefähr einen Meter langen und fast geraden Ast und trug diesen in ihrer Schwerthand. Als sie ein leises Raunen zu hören vermochte wusste sie, dass sie nicht mehr weit von der Absturzstelle sein könnte.
    Tatsächlich entdeckte sie nach wenigen Schritten hinter ein paar verkohlten Büschen die große Schneise im Wald. Sie duckte sich, um keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Ihre braune Robe half ihr dabei, in der Dunkelheit für jedes Auge zunächst unbemerkt zu bleiben.
    Um die Rettungskapsel herum waren bereits mehrere Scheinwerfer aufstellt, die ein wirkliches Highlight mitten in dieser Finsternis darstellten. Mehrere Männer, die aussahen, als hätten sie alle eine Uniform an, untersuchten dieses Objekt scheinbar. Viele von ihnen waren mit einer simplen Schreibunterlage und primitiven Schreibgeräten ausgerüstet. An den Hüftgürteln der Männer entdeckte sie ebenfalls Projektil-Waffen. Sie konnte aber kaum einschätzen, um welche Art von Projektilen es sich dabei handeln könnte, da sich die Waffen eines stinknormalen Blasters ähnelte, wie sie sie von Vagabunden, Piraten oder Schmugglern aus ihren bekannten Welten kannte.
    Celestis hatte keinen Schimmer, wie sie alle diese Männer ablenken konnte, um dieses Kolto-Gel aus der Kapsel zu bergen. Die Jedi machte sich innerlich auf Konfrontation gefasst, die nur in einem Kampf enden konnte. Sie selbst und diese Rettungskapsel schienen einen völlig befremdlichen Eindruck auf die hiesige Zivilisation zu machen, also würden sie logischerweise mit Argwohn und Feindseligkeit reagieren.
    Die hielt den Stock zunächst nach unten und ging zielgerade auf die Männer zu. Ihre Kapuze war tief ins Gesicht gezogen. Sie sah sich etwas um und die Männer starrten sie zunächst seltsam an. Sie würde üblicherweise auf ihre diplomatische Fähigkeiten zählen, um diesen Konflikt friedlich zu lösen. Seit sie auf dieser Welt gestrandet war, nagte jedoch zum ersten Mal ein großes Gefühl der Unsicherheit an der Jedi und sie fand einfach nicht die passenden Worte. Sie war sich nicht einmal sicher, ob diese Fremdlinge sie verstehen würden.
    „Halt!“ rief einer der Männer und erhob die Hand. „Wer sind Sie und wie sind Sie hier her gekommen?“
    Celestis war im Nachhinein erstaunt, dass sie sehr viele der gesprochenen Worte verstehen konnte. Diese Männer sprachen fast >Basic<, auch wenn ihr Akzent und ihre Aussprache sehr merkwürdig waren. Es waren anscheinend nur die Männer von vorhin, die sie zuerst bei der Kapsel gefunden hatten, die eine andere Sprache sprachen.
    Gedankenverloren erwiderte sie zunächst gar nichts, als dann ein anderer Mann sie anblaffte.
    „Das hier eine militärisch abgesperrte Zone und wir sind gezwungen Sie zu verhaften.“ Er kam zielgerade auf sie zu und hatte seiner Gestik nach zu beurteilen die Absicht, sie zu ergreifen.
    Celestis hob jedoch ihren Stock nach oben und blockierte den Mann.
    „Ich benötige nur das Medi-Kit in der Rettungskapsel, den Rest könnt ihr bergen“, versuchte sie direkt und unbeholfen zu vermitteln.
    Der Mann umgriff ihren Stock und machte keine Andeutungen, sie in Ruhe zu lassen. Die Jedi machte sich also auf einen Kampf gefasst und unternahm ein geschicktes Drehmanöver um den Mann mit ihrem Stock innerhalb weniger Sekunden bewusstlos zu schlagen.
    Selbst ohne übernatürlichen Reflexe waren ihre Bewegungen immer noch sehr flink und präzise und würden ihr dabei helfen, diese trägen Soldaten zu bezwingen.
    Sie setzte zu einem kräftigen Sprung an, um hinter einen anderen Soldaten zu gelangen. Als ihre Absicht jedoch klar war, zog dieser abrupt seine Waffen und eröffnete das Feuer.

  • Celestis machte augenblicklich kehrt und hechtete zunächst hinter die Kapsel und hörte die schweren Projektile an ihr vorbeifauchen oder an der Kapsel abprallen. Sie wäre nicht in der Lage, diese Projektile von sich abschirmen zu können, während sie auf die Männer zustürmte.
    Sie warf mit aller Kraft einen Stein und traf einen andren Soldaten. Die wenigen Sekunden, als die anderen völlig perplex auf den zweiten ausgeschalteten Mann starrten reichten ihr, um schnell um die Kurve zu haschen und durch die Öffnung der Kapsel zu gelangen. Sie ergriff dabei die obere Öffnung der Luke und sprang mit den Beinen vorwärts hinein.
    „In Deckung!“ rief einer der Männer in aggressivem Ton.
    Sie griff gezielt nach dem Medi-Kit und sprang auf dieselbe Weise wieder ins Freie. Sie ergriff schlagartig die Flucht. Sie jaulte laut auf, als eines der Projektile sie bei der Flucht in die hintere Schulter trafen.
    Die Jedi hatte jedoch keine Wahl und war gezwungen schnellen Schritts durch die Dunkelheit zu fliehen. Ohne ihren sechsen Sinn stolperte sie gefühlt über fast jedes zweite kleine Hindernis auf dem Weg in den tiefen Wald hinein. Die Sabrak presste reflexartig ihre freie Hand auf ihre Schusswunde.
    Hinter ihr hörte sie die Schreie der Soldaten gellen. Sie hoffte sie im Schutz der Dunkelheit irgendwie abzuhängen.
    Völlig außer Atem erreichte sie wieder die kleine Lichtung, in der sich die kleine Bauerhütte befand. Sie musste kurz pausieren und stütze die Hände auf die Knie, um ein paar tiefe Atemzüge zu holen und überprüfte, ob sie das Medi-Kit noch unter ihrer Robe trug.
    Nach ein paar tiefen Luftzügen stapfte sie durch den tiefen Schnee Richtung Eingangstür. Die Stimmen aus dem Wald klangen nur noch gedämpft, aber sie musste auf der Hut bleiben. Sobald sie die Hütte entdecken würde, ist es sehr offensichtlich, dass sie sich dort versteckt hielt.
    Drinnen angekommen, streifte sie sich das Fell von den Schultern und warf einen Blick nach Sahtara. Die Stirn der schwarz gekleideten Frau war mir Schweißperlen übersäht, aber sie schien wahrscheinlich vor Erschöpfung in den Schlaf gefunden zu haben.
    Der Gedanke daran, diese Frau ein wenig zu entkleiden und sie medizinisch zu versorgen kostete Celestis große Überwindung. Diese Frau war immerhin eine Sith.
    Sie schüttelte unwillkürlich den Kopf, um ihre Unsicherheit zu verscheuchen. Der Fakt, dass beide von ihnen von ihren Kräften verlassen wurden, müsse sie unbedingt absichern. Diese Frau ist momentan keine Bedrohung mehr. Die Rivalität zwischen Sith und Jedi waren beide in Mark und Bein geprägt, doch ihre Gedanken daran müssen jetzt nun einmal ruhen, da sie die einzigen Fremdlinge auf diesem Planeten waren. Es würde ihnen beide nichts bringen, sich weiterhin bis aufs Blut zu bekämpfen.
    Als sie ihr innerliches Kriegsbeil endlich begraben konnte, schlug sie die Bettdecke etwas zurück und hob ihr Oberteil von unten etwas an. Ihre andere Hand fand einen Weg unter ihr Oberteil und glitt nun vorsichtig und langsam Richtung Schulterpartie. Die gebrochene Stelle fühlte sich deformiert und verbeult an. Ohne medizinisches Wissen wäre sie nicht in der Lage, den Bruch zu behandeln. Das Kolto-Gel war zwar in der Lage, die Verletzung innerhalb von ein paar Stunden gänzlich zu heilen, aber die Knochen mussten dennoch zuerst wieder an Ort und Stelle gebracht werden.
    Sahtara schrak durch das Abtasten an der verwundeten Stelle wie von der Tarantel gestochen nach oben und ihre Hand umschlang schlagartig den Hals von Celestis. Die beiden blickten sich aber zunächst tief in die Augen. Celestis Augen flackerten vor Aufregung und ihr Herz rutschte plötzlich in die Hose. Sahtaras Augenlieder flatterten vor Wut und Schmerz. Ihr Griff wurde allmählich etwas energischer, jedoch ließ sie von ihr ab.
    Celestis Gesichtszüge erleichterten sich schlagartig.
    „Sahtara, wir sind beide schwer verwundet und die lokale Armee ist uns auf den Fersen, wir müssen schleunigst hier weg. Wir brauchen dringend medizinische Versorgung.“
    Der Blick der Sith wanderte zur Schusswunde der Jedi.
    „Wo habt Ihr das her?“ fragte sie argwöhnisch.
    „Ich bin noch einmal zur Rettungskapsel zurück. Bei dem Versuch das Medi-Kit zu bergen wurde ich angeschossen. Ihre Geschosse sind primitiv, jedoch schwer und schnell. Ohne Verbindung zur Macht fast unmöglich ihnen auszuweichen oder abzufangen“, erzählte sie rasch, ohne dabei Luft zu holen.
    Sahtaras Gesichtsausdruck wurde plötzlich ungewöhnlich sanfter.
    „Das heißt, Ihr habt euch diese Wunde wegen mir zugezogen?“
    Die Jedi nickte.
    „Närrin“, zischte Sahtara daraufhin ironisch.
    Doch Celestis fing langsam an, sich an ihre Art von Humor und Ausdrucksweise zu gewöhnen.
    „Los, kommt“, sagte sie und gab ein Zeichen. Sie hievte Sahtara in einem Ruck hoch. Die Sith war kleiner und leichter als sie, was ihr zu Gute kommen würde, sie durch den Wald schleifen zu können.
    Die beiden Frauen schraken kurz auf und schauten sich noch einmal tief in die Augen, als sie aus irgendeiner Richtung gellende Rufe wahrnahmen. „Dort drüben!“ hallte es von draußen.
    Das war das Zeichen, schleunigst von hier zu verschwinden.

  • Deutschland, Stalag 13


    COLONEL HOGAN FASSTE SICH NACHDENKLICH ans Kinn und schärfte seinen Verstand. Dank der detailgenauen Beschreibung von Newkirk über die beiden Damen, kam ihm da eine Idee in den Sinn. Er musste ihn die ganze Zeit abwimmeln, da er nicht gedacht hätte, das bei diesem ganzen Plan die beiden kämpfenden Furien in Spiel kommen würde.
    „Newkirk?“ regte er sich.
    „Ja, was ist denn?“ Antwortete er und die Männer bildeten eine Traube um den Colonel.
    „Sagtest du nicht, das eine der beiden ganz in schwarz gekleidet war?“
    „Das ist richtig und…“
    Gerade als er wieder auszuschweifen drohte, feuerte Hogan ihm einen vernichtenden Jetzt-Nicht-Blick zu.
    „Könnte das etwas mit dem Codename >schwarz< zu tun haben? Eventuell war sie auf dem Weg ins Hofbräu und wurde dabei erwischt.“
    „Das erklärt aber immer noch nicht, warum sich gerade zwei Damen so kampferprobt in die Haare kriegen“, erwiderte der Franzose.
    „Ich dachte die beiden haben irgendetwas mit der Bombe zu tun“, kam es von Carter.
    „Vielleicht hat diese Bombe, wie du sagst, irgendetwas mit der geheimen Mission zu tun“, fügte Newkirk hinzu.
    Hogans Blick sah sehr nachdenklich aus. „Aber warum sollten dann beide an gleicher Ort und Stelle sein und sich schnappen lassen? Was würde das für einen Sinn machen uns eine versteckte Nachricht so umständlich und gesondert zukommen zu lassen.“
    „Also ich hatte irgendwie das Gefühl, sie wurden gar nicht geschnappt, letztendlich sind wir alle zusammen in diese Hütte im Schnee geflüchtet.“
    „Hütte im Schnee? Unser Corporal klingt schon wieder so romantisch, das wär doch eigentlich mein Part“, lenkte LeBeau ein.
    „Konzentriert euch Männer. Ein Teil muss herausfinden, ob die Tatsache mit dem Hofbräuhaus noch aktuell ist. Ein anderer Teil muss einen immensen Trümmer demontieren und bergen und gleichzeitig diese beiden Frauen finden, bevor es die Deutschen tun.“
    Die Männer nickten eifrig, das klang nach einem Plan. Endlich würde wieder Leben in diesen tristen Lageralltag kommen.
    „Also gut, wir schlafen einige Stunden darüber und dann machen wir uns auf die Socken. LeBeau und Newkirk ihr geht nochmal raus und haltet Ausschau nach unseren beiden Kandidatinnen.“
    „Aber Colonel“, wollte LeBeau protestieren. „Meine Beine sind immer noch taub durch das ganze Stapfen durch den Tiefschnee.“
    „Da können Sie uns ja gleich an die russische Front schicken“, hakte Newkirk noch einmal nach.
    „Vielleicht sollte ich das auch tun“, bemerkte der Colonel ironisch.
    Aber ihm schien es ernst zu sein, also blieb den beiden Gefangenen nichts anderes übrig, als ihr Nickerchen zu überspringen und noch einmal in die Kälte zu gehen.


    Eine halbe Stunde später trafen sich die beiden Helden wieder frisch eingekleidet in trockenem Schuhwerk, dicken Jacken und dunkel bemalter Gesichtshaut vor dem Tunnelausgang einige Meter jenseits des Lagerzauns wieder.
    Newkirk kletterte zu erst nach oben und öffnete den Deckel des Baumstumpfes, der den Tunnelausgang versteckt hielt. Er duckte sich, als der Scheinwerfer des Wachturmes über den Stumpf glitt. Als die Luft rein war, huschten beide ins Dickicht und verschwanden zwischen den Bäumen.
    Die beiden hatten Schwierigkeiten sich zu orientieren, da der schneebedeckte Boden so gut wie fast jeden Baum und Stein im Wald gleich aussehen ließen.
    LeBeau fand eine Fährte, die eine ganze Horte an Fuß- und Pfotenabdrücken in den Wald in eine bestimmte Richtung gehen ließen.
    „Schultz klang, als wäre dieses Ding selbst für unseren lieben Feind ein Mysterium“, rätselte Newkirk.
    „Es wäre also logisch, wenn sie gleich ein ganzes Bataillon dort hinschicken würden, um die Stelle abzusichern“, ergänzte LeBeau.
    Als die beiden sich ein stummes Zeichen zum Einverständnis gaben, folgten sie der offensichtlichen Spur weiter. Der Weg kam ihnen auch bald wieder bekannt vor, sie mussten auf der richtigen Fährte sein.


    =======KAPITEL 8 ENDE=======