Lagerbordelle

  • Obwohl man sich mit dem Thema "Konzentrationslager" schon öfter auseinander gesetzt hat, tauchen doch immer wieder Wissenslücken auf, die einen schockieren.


    Um die Arbeitsmoral von Spezialhäftlingen zu steigern, richtete man in Konzentrationslagern Bordelle ein. Besonders als "asozial" eingestufte Frauen wurden dort als Zwangsprostituierte eingesetzt. Jüdische und russiche Häftlinge konnten dem wegen der Rassenschande zumeist entgehen.
    Wesentliche Bedeutung für die Arbeitsleistung entfalteten die Bordelle jedoch nicht, nur wenige Häftlinge nutzten sie, was auch damit zusammen hing, dass viele Häftlinge einfach ums Überleben kämpften und keinen Kopf für Sex hatten. Es zeigt auch, dass die Empathie der SS und des SD wirklich gar nicht vorhanden war, ich denke, es ist nicht schwer sich vorzustellen, dass die meisten Häftlinge kein Interesse an solchen Einrichtungen hatten.


    Ich verlinke mal folgenden Artikel dazu: http://www.merkur-online.de/lo…en-kz-bordell-561778.html
    Über Google oder ähnliches findet man aber auch einige Artikel dazu.

    Das Gewissen ist fähig, Unrecht für Recht zu halten. Inquisition für Gott wohlgefällig und Mord für politisch wertvoll. Das Gewissen ist um 180° drehbar." (Erich Kästner)


    "Eine Rose gebrochen, bevor der Sturm sie entblättert." (Lessing)


    "Demokratie ist nicht die Herrschaft der Vernunft. Auch falsche Entscheidungen können demokratisch sein. Das ist zu akzeptieren" (Mein Chef, zumindest so in etwa)

  • Obwohl das Lagerbordelle in Auschwitz gut genutz wurde. Ich habe mal eine Doku von Überlebenen gesehen und die berichteten von des Zuständen im Bordell.

    "Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. " Jean-Paul Sartre


    "Papa! Lene behaupet sie hätte angefangen [mit ärgern], dabei habe ich doch angefangen!" Junior beim petzen.

  • Diese Doku habe ich auch gesehen und hat mich zutiefst erschüttert. Wie menschenverachtend muß man gewesen sein, um so etwas einzurichten. Um zu Überleben haben sich Menschen an Strohhalmen geklammert.

  • Google sagt, auf dem mdr gab es eine Kurzdoku zu Ravensbrück. Ich meine, gestern hätte ich irgendwo auch was vom zdf gelesen.


    Allerdings hatte ich das eher so verstanden, dass die gar nicht so gut besucht waren. Aber das hängt wohl von der Relation ab. Es gab etwa 200 Häftlinge (deutschlandweit), die zur Prositution gezwungen wurden und diese hatten 2-3 Mal pro Woche abends 2-3 Stunden lang viel zu tun. Erlaubt war nur die Missionarstellung, es gab Türspione zwecks Kontrolle.
    Hochgerechnet auf die Gesamthäftlinge ist die Zahl dann wohl doch gar nicht so hoch, wobei man das Leid der Menschen nicht in Zahlen abmessen sollte.

    Das Gewissen ist fähig, Unrecht für Recht zu halten. Inquisition für Gott wohlgefällig und Mord für politisch wertvoll. Das Gewissen ist um 180° drehbar." (Erich Kästner)


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  • ich hatte eben gehört, glaube es ging um Buchenwald oder eins von deren aussenlagern, durch "gute" arbeit, bekam man irgendwelche Marken, die man in der Kantine, für Kleidung oder eben im Bordell ausgeben konnte.

  • Also in der Doku wird gesagt, dass die Frauen jeden Tag zwei Stunden arbeiten mussten und Sonntags sogar bis zu 15 Häftlinge zu ihnen kamen. Bei einer Frau waren es 45 Häftlinge die Woche. Da alles unter Zwang geschah, kann man sagen, sie wurde 45 mal die Woche vergewaltigt und das Woche für Woche. Das ist schon ganz schön heftig.
    Hier der Link zur Doku:

    "Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. " Jean-Paul Sartre


    "Papa! Lene behaupet sie hätte angefangen [mit ärgern], dabei habe ich doch angefangen!" Junior beim petzen.

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  • Auf "Diese verfluchten Stunden am Abend" basierte auch ein Artikel, den ich dazu gefunden hatte. Der tauchte häufiger auf, ich nehme an, die meisten Sekundärquellen greifen auf die wenigen Originalquellen zurück, daher haben wir wohl viele Informationen von den beiden Frauen, die hier befragt wurden.


    Das meinte ich mit der Relation. Wenn du 45 Mal pro Woche vergewaltigt wirst, ist das verdammt viel. Auf den einzelnen bezogen war die Zwangsprostitution das Leben bestimmend.
    Wenn man aber die Anzahl der überhaupt vorhandenen Zwangsprostituierten nimmt, spielten die Bordelle in den Lagern eine geringere Rolle.

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  • Ich stelle mir das gerade etwas widerlich vor. Mal abgesehen von Zwangsprostitution oder Zwangsarbeit, aber die Gefangenen müssen doch auch bes­ti­a­lisch gestunken haben, also wenn sich da keiner fürchterlich übergeben hat, dann weiß ich auch nicht. Obwohl das zur damaligen Zeit wohl das geringere Übel gewesen wäre.

  • Heute kommt eine Doku auf ARD alpha um 21 Uhr mit den Titel : Himmlers Bordelle - Zwangsprostitution im KZ. Nur als kleine Info, falls jemand das sehen möchte.

    "Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. " Jean-Paul Sartre


    "Papa! Lene behaupet sie hätte angefangen [mit ärgern], dabei habe ich doch angefangen!" Junior beim petzen.

  • Hab ich leider verpasst.
    Aber trotzdem Danke für den Hinweis!


    Ich finde das schon ein wichtiges Thema, das ein wenig zu kurz kommt. Und ich kann tatsächlich auch tunels Fragen irgendwo nachvollziehen.
    Die Einrichtung von Lagerbordellen erscheint mir eine sehr kranke Idee gewesen zu sein, wenn der Holocaust schon nicht nachvollziehbar ist, dann das erst recht nicht.

    Das Gewissen ist fähig, Unrecht für Recht zu halten. Inquisition für Gott wohlgefällig und Mord für politisch wertvoll. Das Gewissen ist um 180° drehbar." (Erich Kästner)


    "Eine Rose gebrochen, bevor der Sturm sie entblättert." (Lessing)


    "Demokratie ist nicht die Herrschaft der Vernunft. Auch falsche Entscheidungen können demokratisch sein. Das ist zu akzeptieren" (Mein Chef, zumindest so in etwa)

  • Die Doku war genau die selbe, wo ich schon den Link rein gestellt habe. Die haben ihr nur einen anderen Namen gegeben. Ich denke, es gibt kaum Quellen zu den Thema. Viele Betroffene Frauen leben heute nicht mehr und früher hat man über so etwas nicht gesprochen.


    Krank ist die Idee auf jeden Fall. Zu denken, dass eben solcher "Anreiz" zu einem Mehr an Arbeitsleistung führt ist einfach nur abartig. Wenn man mehr Arbeiitsleistung möchte, hätte man den Gefangenen mehr Essen geben sollen. Aber das hätte ja Geld gekostet. Also dann doch lieber die preisgünstigere Variante und Frauen ausbeuten.


    Was die Hygiene betrifft. So gab es in den Bordellen hohe Standards. Die Frauen mussten sehr reinlich sein und ich kann mir vorstellen, dass sich auch die Männer vor den Besuch waschen müssten. Abgesehen davon, waren die Menschen im Lager den Gestank bestimmt gewöhnt. Wo sie ihn doch tagtäglich richen mussten.

    "Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. " Jean-Paul Sartre


    "Papa! Lene behaupet sie hätte angefangen [mit ärgern], dabei habe ich doch angefangen!" Junior beim petzen.

  • Ich hab mir jetzt auch mal die Doku angeschaut und um so länger ich geschaut habe um so mehr musste ich feststellen, das sich immer noch gewisse Ähnlichkeiten zu heute finden.


    Ich hab von 2009-2013 im Office Bereich, eines grösseren Bordells gearbeitet. Da ich mein Büro aber nicht wie die anderen Bürohengste in einem separaten Gebäude hatte sondern direkt im Bordell, artete meine Arbeit mit der zeit vom Assistenten zum Psychologen aus. Was hinter vorgehaltener Hand oft nicht mehr angesprochen wird, ist leider immer noch Standard, das Frauen zur prostitution gezwungen werden.


    Das Polizei bei uns aus und ein ging, war eigentlich normal, da ja der Deckel (Gesundheitsbuch) von den Damen kontrolliert werden musste. Wenn aber mal wieder ein Mädel von ihrem Zuhälter geprügelt wurde, kamen ansagen die von Schultz sein könnten, i seh nix, i hör nix, goanix..


    Das die Umstände damals natürlich bei weitem schlimmer waren, möchte man sich eigentlich gar nicht genauer vorstellen...

  • Darüber gibt es ein ganzes Kapitel in dem Buch "Der SS-Staat", eventuell kann ich ein paar Zeilen davon hier reinschreiben.


    Interessant ist auch das die Aufseherinnen allesamt SS-Frauen waren , in den Bordellen, und den Häftlingen schon vorher das Geld nahmen und sie so nicht bezahlen mussten. Sie wurden Sie gezwungen immer wieder ihre Familien anzuschreiben um sich Geld schicken zu lassen.


    Es tut mir leid, dass ihr in Zukunft auf mich verzichten müsst. Ihr wart eine tolle Community und die Arbeit mit euch hat mir stets Freude bereitet, doch meine Interessen haben sich verändert. 17 Jahre war ich dabei, davon fast 15 Jahre als Moderator. Es wird an der Zeit diese Position an eine neue und junge Generation weiter zu geben.


    Liebe Grüße
    Lunar
    Moderatorin