• Ich höre immer wieder, dass Boxen früher noch spannend war und dass man dafür auch noch mitten in der Nacht aufstand, um sie so legendäre Kämpfe anzugucken. Heute dagegen, sei es sehr langweilig.
    Habe mir nun mal ein paar ältere Aufzeichnungen angeguckt und festgestellt, dass das technisch echt miserabel war und mehr an eine Kneipenschlägerei erinnerte, was da im Ring ablief. Im Vergleich zu heute sieht es auch sehr "ungesund" aus, ich bin mir nicht sicher, ob man einen Kampf heute nicht schon früher abbrechen würde.
    Mich persönlich haben diese älteren Kämpfe jetzt weniger fasziniert (ich bin halt eher der Techniker, weniger der Schlägertyp ;)), aber wie geht es euch? Und findet ihr, dass Spannung/Voyeurismus über die Gesundheit des Boxers geht? Also im Hinblick darauf, dass er halt Boxer ist.
    Vielleicht ist ja auch noch einer dabei, der früher um 3 Uhr Nachts aufstand, um Tyson oder Holyfield zu sehen.

    Das Gewissen ist fähig, Unrecht für Recht zu halten. Inquisition für Gott wohlgefällig und Mord für politisch wertvoll. Das Gewissen ist um 180° drehbar." (Erich Kästner)


    "Eine Rose gebrochen, bevor der Sturm sie entblättert." (Lessing)


    "Demokratie ist nicht die Herrschaft der Vernunft. Auch falsche Entscheidungen können demokratisch sein. Das ist zu akzeptieren" (Mein Chef, zumindest so in etwa)

  • Um ganz ehrlich zu sein: Ich habe den Sinn hinter Boxen noch nie so richtig verstanden: Zwei Personen steigen in einen Ring und prügeln sich (gerne auch technisch Anspruchsvoll). Dabei gibt es blaue Augen, geplatzte Lippen und wenn es hoch kommt eine Gehirnerschütterung.
    Zur "Ehrenrettung": Es ist, in meinen Augen, bei weitem nicht so sinnlos wie Formel 1 Rennen. Mehrere Runden fahren und dabei unnötig Treibstoff in die Luft blasen...

  • Das ist auch eine vertretbare Ansicht. :D


    Ich selbst bin eher Fan vom Frauenboxen, bzw. der unteren Gewichtsklassen. Da geht es nicht so brutal zu, es gleicht, besonders wenn man es nicht professionel betreibt, eher einem Abklatschspiel. Gut, das ist jetzt untertrieben, aber es geht darum, den anderen möglichst oft zu treffen, aber eben nicht ihn KO zu schlagen (das funktioniert in den Gewichtsklassen meistens ja gar nicht). Je weniger Gewicht dahinter steht, desto weniger Schlagkraft steckt idR dahinter, desto mehr geht es halt um den Treffer, also den Berührungspunkt an sich. Das tut zwar auch weh, erscheint mir bisher aber doch wesentlich ungefährlicher zu sein. Und die Technik spielt eine große Rolle.
    Frauen sind zudem wesentlich schneller, das fasziniert mich immer wieder.


    Wobei auch ich einen Kampf der oberen Gewichtsklassen spannend finden kann, hängt halt auch vom Kämpfer ab.

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  • Boxen hat mich auch nie so interressiert, okay, ich kriege was mit und ja hat mich gefreut als die Halmich dem Raab die Fresse polierte ("Schlag den Raab" sollte man übrigens wörtlich nehmen, schlagt dem Affen sein dummes Lachen aus dem Gesicht...).
    Na ja, wer es mag soll´s schauen, warum auch nicht, normal gehen die Leute ja freiwillig in den Ring.
    Im Grunde ist Fussball ja genauso: Zwei Seiten kämpfen gegeneinander. Denke mal das ist der Voyeurismus in jedem Menschen.
    Obwohl ist ja schon einen Tag länger her, da schaltete ich mal in einen Kampf dieses Abraham rein, als der mit Kieferbruch boxte, okay, Respekt davor, dass er trotz Schmerzen weitermachte, aber der Gegner dann auch noch drauf ging.
    Tut mir leid das ist kein Sport mehr !

  • Zitat

    Original von Wyzo


    Im Grunde ist Fussball ja genauso: Zwei Seiten kämpfen gegeneinander.


    Dazu fällt mir übrigens ein, nachdem ich inzwischen sogar tatsächlich mal ein Spiel im Stadion gesehen habe, finde ich Fußball brutaler. Sobald der Schiedsrichter sich wegdreht, treten die da teilweise aufeinander ein.
    Beim Boxen geht es wenigstens darum, sich zu schlagen und das eben nach Regeln. Beim Fußball scheint das Bedürfnis sich zu prügeln auch vorhanden zu sein, aber eben heimlich.


    Heute Abend boxt übrigens mein Trainer (ARD), ich weiß aber nicht sicher, ob sein Kampf auch übertragen wird. Hm, ich habe auch Zweifel daran, dass er gewinnen wird und spekuliere sogar, dass man ihn zum Gegner ausgesucht hat, um den anderen in der Statistik zu pushen.

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  • @ DTH


    Weiss nicht sehe ich nicht unbedingt so, dass beim Boxen alles nach Regeln zu geht...


    Schreibst ja selbst "um den anderen in der Statistik zu puschen"...


    Ob beim Fussball es wirklich darum geht sich zu prügeln ? Weiss ich nciht sicherlich gehen manchen die Nerven durch, aber generell würde ich "prügeln" als die falasche Bezeichnung sehen, klar es geht um Kärfte messen und für mich ist Fussball auch kein Sychronschwimmen ! Sondern eine gesunde Härte gehört schon dazu ! Auch wenn das so manchen Warmduscher die sich Profis schimpfen abgeht !

    FC St. Pauli - Ein Leben lang !


    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Wyzo ()

  • Ja, es ist auch nicht als ernstes standfestes Argument anzusehen, es fiel mir nur eben ein, als ich in den alten Beiträgen deinen Hinweis auf Fußball fand. Ich werde oft für meinen Sport kritisiert und zwar häufig von Leuten, die gerne Fußball schauen. Und da war ich doch irritiert, wie es damals (und es war Leverkusen/Freiburg, also ein recht friedliches Spiel) auf dem Feld zu ging, da dachte ich mir schon, die Boxer hauen sich auch, aber kontrolliert.


    Der Kampf wird schon regelkonform ablaufen, er ist nur recht unausgeglichen, weil der eine 10 Jahre älter und technisch auch nen Tacken schlechter ist. Daher kann man schon absehen, wer gewinnt. Das wäre so, als würde der FC Bayern (um jetzt mal alle Klischees auszupacken) gegen einen Regionalligisten spielen und im Falle des Sieges behaupten, dass zeigt, dass sie unschlagbar sind. Bei einem Spiel gegen einen anderen Erstligisten wären die Erfolgswahrscheinlichkeiten schon anders gewesen.


    Theoretisch kann mein Trainer also schon gewinnen, wird vielleicht auch passieren, man kann ja immer mal Glück/Unglück haben, aber die Wahl wurde meines Erachtens schon so getroffen, dass der andere siegt.

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  • Ich habe mir nur die ersten paar Sätze im ersten Beitrag durchgelesen.


    Also ob das früher technisch misserabel war, sollen andere beurteilen, aber ich fande Boxen früher wirklich besser. Damals gab es noch richtige Typen. Maske, Schultz, Rocchigiani, Tyson, Hollyfield usw


    Wenn ich mir heute den ersten Kampf zwischen Tyson und Hollyfield anschaue (der ohne Ohrenbeißer), da schmelze ich dahin. Solche Kämpfe gibt es heute nicht mehr.


    Beim Tennis ist es genau dasselbe. Was ich früher an Tennis geschaut habe, war wahnsinn. Für mich ist das heute nicht mehr so geil wie früher. Becker, Sampras, Agassi, Graf usw. Ein Federer oder Nadal strahlen nicht mehr so eine Geilheit auf Tennis aus.


    Und zu guter letzt, Formel 1. Der einzige Fahrer in den letzten Jahren, der diesen unbedingten Siegeswillen hatte und diese Geilheit ist Fernando Alonso. Senna, Schuhmacher, Alesi, Berger usw. das waren noch Rennfahrer, heute besteht Formel1 fast nur noch aus Rennfahrern, die das nötige Geld (Sponsoren) mitbringen und sinnfreien Regeln, die das Rennerlebnis kaputt machen.

  • Es stimmt schon, die Ikonen fehlen dem Boxen. Ich verfolge es im Fernsehen nur am Rande, heißt, wenn ich zu Hause bin, dann gucke ich auch schon mal boxen, gehe auch ab und an mal auf eine Veranstaltung, aber es sind immer sehr viele Namen dabei, von denen man noch nie gehört hat. Und häufig sind leider die Kämpfe total ungleich angesetzt, da spielt eben doch das Geld eine zu große Rolle.
    Meinen Vater kriege ich heute jedenfalls nicht mehr für einen Kampf begeistert und er gehörte früher definitiv zu denen, die nachts aufstanden.

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  • Na, mit der Technik dürfte man heute aber nicht mehr in der Ring. ;)

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  • Aber der Kampf hat Ali zur Legende gemacht. Der war der totale Außenseiter und Foreman hat ihn ja auch verprügelt, aber Foreman hat sich kaputt geprügelt, weshalb Ali dann der Sieger war. Und mir persönlich wäre die Technik mehr als egal, das waren noch Persönlichkeiten, die es wie gesagt heute nicht mehr gibt.

  • Ich habe mir den Kampf jetzt fast komplett angesehen (die ersten 3 Runden habe ich nur reingeklickt), mich überzeugt das nicht, ich finde den Kampf jetzt auch nicht so spannend. Boxerisch ist das eigentlich miserabel, wobei damals technisch noch ein andere Standard vorherrschte. Und je müder Foreman wird, desto schlechte boxte er. Mir ist sowas wichtig, da sind wir beide geschmacklich unterschiedlich aufgestellt. Ich würde mir heute natürlich auch Persönlichkeiten im Ring wünschen, bei denen man halt auch mitfiebern kann, aber die sollten dann auch mehr als Nehmerqualitäten liefern.


    Allerdings hätte ich Ali schon lange vorher wegen regelwidrigen Boxens disqualifiziert, dann hätte es sich mit der Legende gehabt. :D

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  • Mike Tyson hat mal gesagt


    Zitat

    Die
    Boxer heute träumen nicht mehr davon, dem Gegner Schmerzen zuzufügen.
    Sie riskieren nichts. Und das macht sie zu Langweilern.


    Stimme ich voll zu.


    @DTH


    Es geht ja nicht darum ob der Boxkampf damals langweilig war, sondern dort trafen zwei der besten Boxer aller Zeiten aufeinander, deshalb war es schon ein Jahrhundertkampf. Das würde gut ins Werbe Theme passen, du musst nur einen Kampf richtig promoten, schon ist er ein Jahrhundertkampf, egal wie langweilig es ist.

  • Ob es wirklich die zwei besten Boxer sind, wird uneinheitlich beurteilt, zumal sehr viele der Ansicht sind, dass sie ihren Zenit überschritten haben.


    Ich bekomme inzwischen aber öfter mit, an welchen Stellen Geld eine Rolle spielt, da macht es echt keinen Spaß mehr, sich so Kämpfe anzuschauen. Viele Boxer, die wissen, dass ihr Talent nicht reicht, lassen sich zum Verlieren buchen. Ob sie absichtlich verlieren, kann ich nicht sagen - dass sie verlieren steht aber fest.

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  • Ob es wirklich die zwei besten Boxer sind, wird uneinheitlich beurteilt, zumal sehr viele der Ansicht sind, dass sie ihren Zenit überschritten haben.


    Habe ich auch nicht geschrieben, sondern zwei der besten Boxer aller Zeiten und nicht die besten Boxer aller Zeiten, ein kleiner feiner Unterschied. ;)

  • Ups, ich habe gerade festgestellt, dass ich mich zum falschen Kampf geäußert habe. Da du einen Hinweis auf Werbung gegeben hast, dachte ich gleich, es geht um den Kampf Mayweather gegen Pacquaio, da habe ich mich nämlich sehr über die mediale Aufmachung als "Jahrhundertkampf" geärgert.


    Im Grunde lebt der Kampf oben von seinem Ende. Wäre das nicht so überraschend ausgefallen, wären die Pressestimmen hinterher wohl eher negativ ausgefallen. Aber eigentlich auch ok, wenn diejenigen, die "durchhalten" am Ende belohnt werden. :D

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