Dog - Der Kopfgeldjäger : Dunkle Wolken am Horizont

  • 1. Kapitel: Ein neuer Job und eine neue Heimat



    Natalia packte gerade ihre letzten Koffer aus. Sie war zwar schon ein paar Tage auf Hawaii, aber heute war ihr erster Arbeitstag in dem Kautionsbüro, in dem ihr Vater sie untergebracht hatte. Dort arbeite auch ein alter Freund ihres Vaters, Tim Chapman. Er war Bounty Hunter und arbeitete mit Dog zusammen, der sehr bekannt war. Sie lebte auch vorerst bei diesem Tim, bis sie eine Wohnung bekam und ihr Sohn Nils nachkommen konnte. Sie verstand sich mit Tim sehr gut, auch wenn dieser im Moment sehr angeschlagen war. Er hatte sich vor ein paar Monaten von seiner Frau Davina getrennt, weil sie mit dem Tode des 2. Kindes nicht klar kam.



    Doch jetzt war es so, dass sie in 20 Minuten in dem Büro sein musste. Da Kine war der Name des Büros und es war so etwas wie ein Familienbetrieb. Natalia war sehr froh dort eine Anstellung bekommen zu haben. Es hatte ihren Vater auch sehr viel Kraft und viel Anrufe gekostet, um sie dort unterzubringen.


    Jetzt war es so weit, sie zog ihre schwarzen Arbeitssachen aus dem Koffer und lächelte diese zufrieden an. Das schwarze enge Top, welches einen Aufdruck auf der Vorderseite hatte, worauf in roter Schrift „Lovable Devil“ stand . Sie hat es sich damals extra machen lassen, als sie anfing mit dem Gedanken zuspielen, einmal Kautionsagentin zu werden. Das war lange bevor die Serie „Dog – The Bounty Hunter“ im deutschen Fernsehen lief. Als sie sie sah, war sie begeistert und wollte unbedingt in dieser Sparte arbeiten. Und nun würde sie heute dort sein. Die schwarze enge Hose, mit einem Teufelsgesicht auf dem rechten Oberschenkel, war ebenfalls ein Markenzeichen von ihr in ihrem Beruf. Sie streifte sich ihren Pulli ab und zog ein Mieder über, welches bewirkte das der Busen nicht wackelt beim laufen. Das hatte sie immer gestört, also nahm sie von einem befreundeten Transmann den Tipp an, sich ein Mieder zukaufen und den Stoff vom Zwickel zu entfernen, so das der Kopf durch passte. Sie war sehr begeistert davon und benutzte diesen Binder immer auf der Arbeit.


    Dann kamen die Hosen und das Top dran. Sie ging dann in das Bad und machte ihre blonden Haare etwas. Ein kleiner Seitenscheitel und den Pony zur Seite mit einer Menge Haarspray. Dann wurde das Gesicht mit beigen Puder bearbeitet und die Augen etwas mehr betont, mit Kajal und Wimperntusche, sodass das grün ihrer Augen noch mehr hervor stach. Die Lippen wurden in einem dunkelroten, fast schwarzen Lippenstift betont, dann im Flu,r zog sie ihren Nightfightermantel an. Nun nur noch ihre Stiefel, die einen 6 cm Absatz hatten, zog sie an, nahm sich den Schlüssel von der Garderobe und verließ schnellen Schrittes das Haus.


    Am Wagen schaute sie sich noch mal um und sah sich das Haus an, in dem sie erstmal unterkam. Es war das typische amerikanische Vorstadtshaus, mit einem weißen Gartenzaun und gepflegtem Rasen. Dann stieg sie in ihren weiß/schwarzen Suzuki Samurai und fuhr durch die Straßen Hawaii´s. Sie sah sich alles genau an. Sie konnte nicht genug bekommen von den Aussichten auf dieser Inselgruppe.


    Sie war gerade in der Stadt und keine 5 Minuten mehr von Da Kine Bail Bonds entfernt, als ihr Handy klingelte. Sie schaltete es auf Lautsprecher und konnte zum ersten Mal sagen „Da Kine“. Ihr kam eine kühle und abgeklärte deutsche Stimme aus dem Lautsprecher entgegen, die ihr eröffnete, dass ihr Sohn vor einigen Stunden ums Leben gekommen war. Da sich Nils bei seinem Vater aufhielt und Natalias Dad ihn abholen wollte, sodass er bald auch nach Hawaii nachreisen konnte. Doch der Vater ihres Kindes Stefan konnte damit nicht leben und brachte vor ihrem Vater erst den Kleinen und dann sich selbst mit einer 9 mm um. Beide waren sofort tot.


    Natalia entglitten sämtliche Gesichtszüge und sie zitterte am ganzen Leib. Sie bekam kein Wort raus und fuhr auf einen Parkplatz. Der deutsche Polizist sagte ihr, dass es ihm leid tun würde, aber das bekam sich nicht mehr mit. Sie legte auf, zündete sich eine Zigarette an und fuhr los zum Flughafen. Der Weg war der längste ihres Lebens, dicke Tränen kullerten über ihr Gesicht, sodass ihr Blick sehr getrübt war. Einige Wagen mussten ihr ausweichen. Das permanente Klingeln ihres Handys bekam sie nicht mit in ihrer Trauer und dem Wunsch schnellstens nach Deutschland zurück zu fliegen.


    Am Airport angekommen rannte sie rein und bestellte sich ein Last Minute Flug. Doch die Frau am Schalter sagte ihr, dass sie dann keinen neuen Aufenthalt auf Einbürgerung mehr erhalten würde. Sie sagte immer nur: „Ja, ich weiß“. Die Schalterdame nahm Natalia mit in einen Extraraum. Sie tat ihr leid und wollte sie sie beruhigen, da ihr Flug erst in ein paar Stunden ging. Die junge Frau nahm das Handy von Natalia als es wieder klingelte. Sie erklärte dem Gesprächspartner was passiert war und legte dann auf. Sie strich Natalia beruhigend über den Arm
    und sprach ruhig weiter: „Ihre Bekannten kommen und werden mit ihnen reden, aber seien sie gewiss, der Schmerz wird mit den Wochen immer weniger“. Natalia schlug die Hand von ihrem Arm an und schrie sie verzweifelt an: „Sie haben doch keine Ahnung, mein Sohn ist tot“.



    Einige Minuten später kam ein Arzt, der ihr eine Beruhigungsspritze gab, damit sich die junge blonde Frau wieder beruhigte. Sie wurde auf eine Liege gelegt und mit einer Decke zugedeckt. Natalia weinte immer noch laut, auch als 5 Gestalten in den kleinen Raum kamen. Sie konnte sie nicht erkennen, da ihre Tränen ihren Blick immer wieder trübten und sie nur noch schemenhaft sehen konnte. Einer dieser Gestalten setzte sich zu ihr auf die Liege und sprach leise: „Babe, was ist los?“.


    Sie setzte sich hin, als sie die Stimme erkannte und schluchzte: “Stefan, hat Nils erschossen“. Immer wieder sagte sie diesen einen Satz. Jene Person nahm sie in den Arm, streichelte ihr den Rücken und summte beruhigend. Eine zweite Stimme sagte: „Wir bringen sie am besten zu Dir Tim.“


    --------ENDE von Kapitel 1 ------------



    Kapitel 2 : Tiefer Fall und hoher Flug


    Natalia war sich immer noch nicht im Klaren darüber, wer die anderen Personen waren die Tim mitbrachte und die sie jetzt langsam zu einem Wagen brachten und sie reinsetzten. Sie war sich nicht mehr bewusst darüber was um sie herum geschah, denn ihre Beine gaben nach, die Gedanken in ihrem Kopf waren wirr, jedoch sehr intensiv, denn eine leicht verrückt wirkende Stimme sagte immer wieder „Stefan hat Nils getötet“ .


    Als sie wieder aus dem Wagen geholt wurde, nach einer langen Fahrt, trug sie jemand und legte sie aufs Sofa, sie nahm sich ein Kissen und schrie immer wieder: „Warum Nils und nicht ich?!“ . Die Wirkung des Beruhigungsmittels ließ langsam nach, wieder kam die Hysterie in ihren Kopf und sie sprang auf , doch es hielt sie jemand fest. Sie versuchte durch die tränenverschmierten Augen zu erkennen wer es war. Sie sah schemenhaft blonde Haare und eine schwarze Sonnebrillle. „Ich muss zu ihm“, schrie sie und hämmerte mit ihren Fäusten auf die Person ein, die mit ruhiger Stimme sprach: „Natalia, das würde doch nichts mehr bringen. Du kannst es nicht mehr rückgängig machen, so leid es mir auch tut. Und er würde es nicht wollen, dass Du alles hinschmeisst und alles aufs Spiel setzt was Du Dir versuchst hier aufzubauen. Du musst nun stark sein.“ leicht schüttelte er sie, damit sie wieder zu sich kam und drückte sie kurz, um sie ein wenig zu beruhigen. Sie merkte, dass er Recht hatte und sie redeten noch einige Minuten, bis sie in ihr Zimmer ging, sich aufs Bett legte und die Decke anstarrte. Wieder kam ihre Tränen und die Umgebung wurde sehr milchig.


    ^^^ Flashback ^^^



    Natalia sitzt am Weihnachtsbaum und schaut ihrem Sohn beim Geschenke auspacken zu. Sie fühlte sich so vollkommen wie der kleine Blondschopf freudig seine neue Actionfigur anschaute. Sie drehte sich um und lächtelte Stefan an, der die gleichen blauen Augen hatte wie ihr gemeinsamer Sohn. Er erklärte dem Kleinen gerade was diese Figur alles kann und Natalia war so voller Lebensfreude und Glück, dass sie dann ein Weihnachtslied anstimmte und Stefan nahm den 5 jährigen Nils auf seinen Schoß und sie sangen mit. Stefan legte eine Hand auf Natalia´s Schulter und strahlte sie an.


    Wieder wurde alles milchig und als sich der weißé Schleier wieder lichtete, saß sie im Garten und schaute zu wie Nils Erdbeeren pflückte und sie aß. Sie lachte und stand auf, da es gerade anfing zu dämmern und sie den Rasensprenger endlich anschalten konnte. Voller Lebensenergie sprang Nils durch die kühlen Wasserstrahlen und auch Natalia sprang durch, nahm den Lausebengel an die Hand und lief immer wieder mit ihm hindurch. Beide lachten und waren fröhlich, auch wenn Stefan sie verlassen hatte und zu seinem neuen Glück gezogen war. Natalia und Nils waren eigentlich nur froh, dass sie sich hatten. Dann rannte Nils auf seinen Großvater zu und rief: „Opa, Opa, ich will auch süße Erbsen“, er sprang bei seinen Grandpa auf den Schoß und ließ sich von ihm die Erbsen aus der Schote entfernen und aß sie dann.


    Alles verschwamm abermals und der Nebel riss schwer auf, denn es war der morgendliche Nebel Nachts um Vier der am Flughafen war. Nils weinte bitterlich und klammerte sich an den Beinen seiner Mutter fest. „Mama geh nicht, bitte Mama! Ich bin auch immer artig, versprochen!" Natalia hockte sich hin, nahm Nils in den Arm und sprach leise und sehr sanft: „Schatz, ich muß gehen das wir beide ganz toll leben können in einem Land wo ganz oft die Sonne scheint und ganz viel Strand ist.“ Nils blickte sie mit tränenerfüllten Augen an: „Mama, ich will mit.“ Natalia schüttelte nur den Kopf: „Ich muss erst alles für uns aufbauen, aber ich verspreche dir du kommst bald nach und wir verbringen ganz viel Zeit miteinander. Ausserdem musst du dich doch auch noch von Papa verabschieden, der will doch auch was von seinem Sohnemann haben.“ Der Flug wurde aufgerufen und sie sollten nun an Board gehen, sie drückte ihn noch mal feste und weinte: „Ich wird dich vermissen“, sie stand auf, nahm ihrem Pa in den Arm und ging dann los, ohne sich umzuschauen denn sie wusste sie würde dann bleiben . Nils hörte sie nur weinen und schreien ,dass sie bleiben soll.


    ^^^ Flashback Ende ^^^


    Sie merkte nicht wie sie unter Tränen einschlief und am nächsten Morgen wurde sie von der Sonne geweckt, dir ihr frech die Nase kitzelte. An diesem Tag setzte sie alle Hebel in Bewegung, dass der Leichnam ihres Sohnes nach Hawaii überstellt wurde und hier die Beerdigung stattfinden konnte. Sie klärte alles so, als wäre es ein Einkauf oder ein Besuch beim Friseur. Sie funktionierte, aber sie lebte nicht mehr. Ein Teil in ihr war mit ihrem Sohn gestorben. Beim Bestattungsunternehmer suchte sie einen weißen Sarg, der mit dunkelblauen Samt gepolstert war, aus und als sie alles so weit erledigt hatte, machte sie sich auf den Weg nach Hause. Dort putzte sie so, als würde es um ihr Leben gehen. Danach backte und kochte sie, bis Tim von der Arbeit kam und deckte ihm den Tisch. Als er rein kam sah er sie fragend an und lächelte dann. „Danke Nat, das hättest du aber nicht tun brauchen“, sprach er sanft. Natalia winkte ab und ging auf ihr Zimmer, weinte sich wieder in den Schlaf.


    --------ENDE von Kapitel 2 ------------


    Es tut mir leid, dass ihr in Zukunft auf mich verzichten müsst. Ihr wart eine tolle Community und die Arbeit mit euch hat mir stets Freude bereitet, doch meine Interessen haben sich verändert. 17 Jahre war ich dabei, davon fast 15 Jahre als Moderator. Es wird an der Zeit diese Position an eine neue und junge Generation weiter zu geben.


    Liebe Grüße
    Lunar
    Moderatorin