Posts by KlinkFan

    Hallo zusammen,


    zum ersten Mal seit Ewigkeiten wieder im Stalag 13, dem sichersten Lager in Großdeutschland, und gleich eine schwierige Frage, vor allem an die männlichen Insassen:


    Wer gefällt euch besser? Wen findet Ihr hübscher?


    Cynthia Lynn als Fräulein Helga oder Patricia Olsen aka Sigrid Valdis?


    Mein Urteil: Cynthia Lynn. Ich finde sie knuffiger und strahlender als Hilda, obwohl Hilda mich in ihrer ersten Folge schlichtweg umgehauen hat.


    Was meint Ihr?

    Für mich war in jedem Fall die C.I.A. involviert.


    Ich glaube nämlich nicht, dass ein islamischer Fundamentalist es schafft, im World Trade Center unbemerkt mehrere Sprengsätze zu deponieren.


    Millisekunden vor dem Einschlag wurden diese Sprengsätze per Fernsteuerung gezündet. Wenn man genau hinsieht, kann man es auf den Videos sehen.


    Oder wieso konnte die Maschine im Gebäude stecken bleiben und die Tragflächen (Flügel) hingen noch an der Maschine dran?


    Wenn schon ein Airbus wegen ein paar Tauben in den Turbinen auf dem Hudson River notlanden muss...


    Die Fassade des WTC bestand aus 7 Meter (!!!) dickem Stahl.


    Ohne eine Sprengung wären die Flügel weggerissen worden und auf den Straßen gelandet.


    Für den US-Präsidenten musste mal wieder ein Krieg her.
    Die Konjunktur sprang nicht an. Bereits unter Clinton lief es wirtschaftlich alles andere als gut. Bei Bush wurde es schlimmer.


    Und was macht der Amerikaner, um von seiner großen Schwäche, dem anständigen Wirtschaften, abzulenken?


    Es macht das, was er am Besten kann: Krieg spielen!

    Ein Käfig voller Helden (Hogan´s Heros)


    Holt den Klink zurück!


    1. Akt


    „Wie wollen Sie mich denn hier herausschleusen, Colonel Hogan?“


    Royal Air Force - Pilot Foster staunt nicht schlecht, als ihm bewusst wird, dass er sich in einem Tunnelsystem unter einem deutschen Kriegsgefangenenlagers befindet.


    „Sie werden mit dem Klink-Taxi in die Stadt kutschiert. Sie reisen im Kofferraum. Die Leute des Untergrunds werden Sie dann dort rausholen und zum U-Boot an der Küste bringen. Das wird sie zurück nach England schippern.“


    „Unorthodox! Sie bestellen ein Taxi um mich herausfahren zu lassen?“


    „Nein, Captain. Oberst Klink, der Kommandant dieses Lagers, wird Sie mitnehmen. Das hat er schon einige Male für uns gemacht.“


    „Also gehört er zu uns?“


    „In gewisser Weise schon, nur weiß er es nicht“, antwortet der Offizier mit einem verschmitzten Grinsen.


    Er ruft Corporal Lebeau und Sergeant Carter zu sich.


    „Lebeau, du wirst unseren Weißwurstprinzen mit ein paar Leckereien beschäftigen.“


    „Oui, mon Colonel. Isch abe noch Apfelstrudel übrig.“


    „Carter, du bringst den Captain zu Klinks Wagen und verhilfst ihm zur Flucht.“


    „Ich flüchte mit ihm. Alles klar, Junge… ähm … Verzeihung, Sir!“


    „C-colonel, unser Klinge-linge-link kommt!“, ruft Corporal Newkirk aus der Baracke in den Tunnel hinunter.


    „Ich komme schon. Sie warten hier, Captain. Wir holen Sie, wenn es so weit ist.“


    Colonel Hogan kommt aus dem Tunnel in die Baracke und kann den Tunneleingang unter dem Bett rechtzeitig verschließen, bevor Feldwebel Schultz den Raum betritt.


    „Aaaaachtung! Hier kommt der Kommandant!“


    „Colonel Hogan, der Feldwebel hat vor geraumer Zeit zum Appell gepfiffen. Und wir würden uns alle freuen, wenn Sie und ihre Männer an unserm Gruppenkuscheln teilnehmen könnten, nicha.“


    „Wir haben kein Pfeifen vernommen, Herr Oberst.“


    „Schultz!“


    Der Feldwebel holt eine kleine, silberne Trillerpfeife hervor und bläst kräftig hinein.


    „Und das sollten wir hören?“ entgegnet Hogan. „Hier brettern andauernd Lastwagen und Panzer an unseren Baracken vorbei. Wie sollen wir da Schultzie´s kleine Pfeife hören?“


    „Nu, da hörn´ses, Schultz! Sie ham nich genuch Dampf aufm Kessel, nicha!“


    Gelächter unter den Gefangenen.


    „Nu möcht ich Sie alle herzlich bitten, sich draußen aufzustellen.“


    Die Stimme des deutschen Offiziers ist von Ironie geprägt.


    „Nur wenn se ´s zeitlich einrichten können.“


    Die beiden Deutschen verlassen den Raum. Die alliierten Gefangenen tun es ihnen nach und stellen sich draußen auf.


    Nachdem Feldwebel Schultz die Gefangenen gezählt hat, macht er Meldung an seinen Kommandanten.


    „Alle Gefangenen san vollzählig angetreten, Herr Kommandant!“


    „Danke, Schultz.“, sagt Klink und fährt fort. „Heute Abend werd ich fürn paar Stunden in die Stadt fahrn. Und währnd der Tiecher ausm Haus is, hat Hauptmann Gruber das Sagen hier. Des Weiteren verbitte ich mir Fluchtversuche und sonstige Fisimatenten. Also, seien ´se artig, dann ham wa auch keene Komplikationen, nicha. Gute Nacht!“


    Hauptmann Fritz Gruber übernimmt das Wort.


    „Feldwebel Schultz, lassen Sie die Gefangenen wegtreten und begleiten Sie sie in ihre Quartiere.“


    „Jo, is scho recht. Alles zurück in die Baracken. Los, los! Gemma, gemma, gemma!“


    Unsere Helden sind wieder unter sich.


    „Colonel, was machen wir denn jetzt, wo dieser Gruber hier herrscht?“, fragt Kinch leicht besorgt.


    „Wir machen so weiter. Alles läuft wie geplant. Klink wird sich in seiner Wohnung noch stadtfein machen. Ich werde Gruber schon in Klinks Büro beschäftigen und ihn vor allem vom Fenster fernhalten. Wird schon schiefgehen. Hat noch irgendjemand Fragen?“


    Alle heben die Hände.


    „Na dann ist ja alles klar. Auf geht´s!“


    Ende des 1. Aktes


    2. Akt


    Klopf! Klopf!


    „Herein!“


    „Hauptmann Gruber?“


    „Was gibt es denn, Colonel Hogan?“


    „Ich wollte mit Ihnen die Liste für unsere Rot-Kreuz-Pakete durchgehen und bei der Gelegenheit gleich eine Beschwerde vorbringen.“


    „Muss das ausgerechnet jetzt sein, Colonel?“


    „Ich hätte es ja mit Oberst Klink besprochen, aber der ist ja heute nicht mehr zuständig. Zu meiner Beschwerde: Beim letzten Mal haben eure Männer sich wieder aus unseren Paketen bedient und uns nur etwa die Hälfte übrig gelassen und…“


    „Ihre Liste, ihre Beschwerden und ihre Pakete interessieren mich wenig, Colonel Hogan. Außerdem wird ihr geliebter Oberst hier bald ausgedient haben. Besser gewöhnen Sie sich an mich. Über kurz oder lang werde ICH hier das Sagen haben.“


    „Ist ja sehr interessant. Wie stellen Sie das denn an?“


    „Das, lieber Colonel, werden Sie erleben. Es ist nur eine Frage der Zeit. Und nun dürfen Sie wegtreten.“


    In der Zwischenzeit ist es Carter gelungen, Captain Foster im Kofferraum von Klinks PKW zu verstecken während Lebeau Schultz mit Kuchen abgelenkt hat.


    Hogan tritt vor die Kommandantur und begibt sich noch einmal zu Klinks Wohnung, vor der Captain Foster noch auf seinen Abtransport wartet.


    „Viel Glück, Foster!“, sagt der Colonel, als Oberst Klink seine Wohnung verlässt.


    „Hogan, was machen sie denn außerhalb der Baracken?“


    „Ich war in Ihrem Büro und wollte mit Gruber die Liste für unsere Rot-Kreuz-Pakete besprechen. Und da ich schon mal unterwegs war, dachte ich, ich wünsche Ihnen noch persönlich einen schönen Abend.“


    „Danke, Hogan. Und Sie halten ihre Männer bei der Stange, nicha.“


    „Kommen Sie wohl und gesund zurück, Klink.“


    „Tschüss und gute Nacht!“


    Der deutsche Offizier wird von seinem Chauffeur, dem Gefreiten Langenscheid zum großen Haupttor herausgefahren und der Amerikaner geht zurück in seine Baracke.


    „Ich habe ein ungutes Gefühl. Irgendetwas stimmt nicht.“


    „Lassen Sie es für heute gut sein, Colonel. Lassen Sie uns schlafen gehen.“


    „Ach, Kinch. Musst du immer so vernünftige Sachen sagen? Gute Nacht, Jungs!“


    „Gute Nacht, Colonel!“, erwidern die Männer gemeinsam.
    D.h. bei Newkirk lautet es: „G-g-gute Nacht, Co-colonel!“


    Während Oberst Klink in der Stadt einen fröhlichen Tanzabend mit der Wirtin des Brauhauses verbrachte und er sich mit einigen anderen Offizieren freundschaftlich ausgetauscht hat, gelang es dem Untergrund, Captain Foster aus Klinks Wagen zu holen und ihn sicher zum
    U-Boot an die Küste zu bringen.


    Gegen Mitternacht begab sich der Oberst mit Langenscheid auf den Weg zurück. Auf einem Waldweg ein paar Meilen von Stalag 13 entfernt musste der Wagen stoppen. Ein anderer Wagen stand quer auf der Straße und blockierte die Durchfahrt. Ein Mann und eine Frau lehnten am Auto und küssten sich innig.


    „Langenscheiß, hupen ´se ma!“, befahl Klink.


    „Ich heiße doch „Langenscheid“, Herr Oberst.“


    „Nu werden ´se ma nich schnippisch und scheuchen ´Se den Arsch mit seiner Flatterbiene in die Botanik, nicha.“


    Langenscheid begann mehrmals laut zu hupen.


    „Die wollen einfach nicht, Herr Kommandant.“


    „Sie Vollnase können sich nich ma im Kindergarten durchsetzen. Lassen ´Se mich ma ran da.“


    Klink steigt aus und sagt mit fordernder Stimme:


    „He, Ihr Schmusebacken. Können ´Se nich im Wald weiterfummeln und Ihren Blechofen im Gemüse parken. Ein deutscher Offizier will hier passieren, nicha.“


    Das Pärchen beachtet den Oberst nicht.


    „Nu krieg ich aber gleech ´nen Blutrausch! Ich…“


    Blitzschnell dreht sich das Paar um und steht nun mit vorgehaltener Waffe vor Klink.


    „Nu ja, so war es ja nu och wieder net gemeint. Wenn ´Se fummeln wollen kann ich och genauso gut in meiner Kalesche warten, nicha.“


    „Los, in unseren Wagen setzen“, befiehlt der Mann und die Frau fügt hinzu:
    „Bei der kleinsten falschen Bewegung werden wir Sie durchlöchern, Sie deutscher Offizier.“


    „Langenscheid, warum tun ´Se denn nüscht? Langenscheid? Langenscheid!!!“


    Gefreiter Langenscheid ging sofort hinter Klinks Wagen in Deckung, als das Paar seine Waffen zog.


    „Kommen Sie her, Sie feiger Hund!“, befahl der Mann dem Gefreiten.
    „Sie warten hier noch 2 Stunden, dann fahren Sie zum Lager zurück. Haben Sie das verstanden?“


    Langenscheid nickt ängstlich.


    „Einsteigen, Klink!“, befahl der Mann erneut.


    Der Oberst gehorchte und setzte nicht mit ängstlichem Blick auf die Rückbank desAutos.
    Der Mann setzte sich neben ihn und die Frau übernahm das Steuer.
    Die Drei fuhren davon und Langenscheid blieb allein auf dem Waldweg zurück.


    Ende des 2. Aktes



    3. Akt


    Ein neuer Tag im Stalag 13.
    Am frühen Morgen kommt Feldwebel Schultz wie gewohnt in die Baracke 2 um die Männer zum Morgenappell zu rufen.


    „Aufwachen! Alles raus! Appell is! Los, raus den Federn! Gemma! Gemma! Gemma!“


    Die Männer erheben sich aus ihren Betten und auch Colonel Hogan kommt aus seinem Zimmer.


    „Guten Morgen, Schultz. Ist Klink zurück?“


    „Jo, des is ja grad des. Der Langenscheid is heut Nacht ohne den Klink zurückkumma. Er sagt, dass a Mann und a Weibsbild den Kommandanten mitgnomme haben. Aber nu kommen´s bitte zum Appell.“


    „W-warum denn h-heu-heute so früh, Sch-Schorschi?“


    „I woiß nix. Des is´n Befehl vom neuen Arsch! Ich bitt´ Euch zum Appell. Bittschön!?“


    „Schon gut, Schultz. Los raus, Jungs!“


    Die Gefangenen sind vollzählig angetreten und Hauptmann Gruber ergreift das Wort.


    „Meine Herren, Ihr geliebter Oberst hat sich entschlossen, uns nicht weiterhin mit seiner Anwesenheit zu beehren. Er ist heute Nacht nicht aus der Stadt zurückgekommen. Allem Anschein nach hat er Fahnenflucht begangen. Aber damit wird sich die Gestapo befassen. Bis auf Weiteres habe ich hier das Kommando. Und da es mit der Aufstellung heute zu lange gedauert hat, werden die Baracken heute Abend eine Stunde früher verdunkelt. Das war´s! Lassen Sie die Männer wegtreten, Feldwebel!“


    „Jawohl, Herr Hauptmann! Weeeeggetreten!!!“
    Hogan und seine Männer setzen sich auf die Bank vor der Baracke.
    Feldwebel Schultz kommt hinzu.


    „Colonel Hogan, wie könne wir des dammische Arschloch loswerden? I bin freilich kein Freund vom Klink, des wissen´s scho, gell? Aber es war do viel angenehmer, als der Oberst no hier g´wesen is. Stellen´s anner vor, Colonel, der Gruber sagt, er will mi versetzen lassen.“


    „Sie will man uns wegnehmen? Ach, kommen Sie, Schultz.“


    „Es is so, Colonel Hogan. Der Gruber hat mi gestern Abend g´sagt, ich sei zu human zu den G´fangenen und außerdem zu weich und zu lasch für an deutschen Soldaten. Er will mi dahin versetzen, wo ich abgehärtet werden soll. Sie wissen´s wo des is, gell?“


    „Sibirien?“


    „Bittschön, Herr Hogan. Mir is scho ganz kalt bei dem G´danken an diesen Ort. Ham Sie net a Idee, wie wir uns alle retten könner?“


    „Und Klink wiederkriegen?“


    „A schlimmer G´danke. Aber die G´danken an Russland und den Schnee san schlimmer. Aber sagen´s, wie wollen ´se den Oberst zurückbringen? Er soll doch desertiert sein.“


    „Glauben Sie wirklich, dass Klink seinen angenehmen Posten hier aufgeben würde?“


    Schultz schüttelt ungläubig den Kopf.


    „Sehen Sie, ich auch nicht. Ich werde mir etwas einfallen. Tun Sie erstmal weiter Ihren Dienst, damit Gruber nicht noch auf dumme Gedanken kommt.“


    „Ich dank auch schön, Colonel.“
    Und an Hogan´s Männer gerichtet fügt der Feldwebel hinzu: „Des is so a netter Mensch!“


    Schultz nimmt seinen Dienst als Wächter des Stalag 13 wieder auf.


    Die Männer sind wieder unter sich.


    „Haben Sie schon eine Idee?“, fragt Kinch, als er dem Colonel in die Augen sieht.


    „We-wenn er schon so guckt-guckt, dann ha-hat er wieder etwas ausgebrü-brütet.“


    „Isch kriege jetzt schon Angst, mon Colonel.“


    „Stellt euch mal nicht so an. Kann ich irgendwas in die Luft sprengen, Junge…ähm… Sir?“


    „Ca-carter!“


    „Ich will dir nicht zu viel versprechen, Andrew. Aber es könnte sein, dass Du zum Abschluss meines Plans ein Auto sprengen darfst.“


    Der junge Sergeant senkt etwas betrübt den Kopf.


    „Was ist los, Andrew? Ich dachte, du freust dich.“


    „Na ja, schon. Ich habe aber eher an ein Gebäude oder eine Brücke gedacht, Sir.“


    „Beim nächsten Mal, mein kleiner Pyromane“. Der Offizier lächelt und klopft seinem jungen Bombenspezialisten auf die Schulter.


    „Lebeau?“


    „Ier bin isch, mon Colonel.“


    „Du gehst zu Schultz und bestellst ihm, dass er heute Abend in meinem Büro sein soll. Dann werde ich euch von meinen Plan erzählen.“


    Ende des 3. Aktes




    4. Akt


    Oberst Klink befindet sich in einem kellerähnlichen Raum und sitzt zwischen Strohballen und leeren Weinflaschen. Tief in seinen Mantel gehüllt friert der Offizier von Ungewissheit geplagt in diesem kahlen Raum vor sich hin.
    Da öffnet sich das kleine Guckloch in der Tür und ein weibliches Augenpaar schaut hindurch.


    „Ähm, gnädige Frau? Halloooo?“


    „Seien Sie ruhig, Klink!“


    „Ich wollt ja nur ma frachen, wie lang´ Se mich no hier behalten wolln. Ich bin immerhin Offizier der deutschen Luftwaffe und habe Freunde unter den Generälen. Der fette Burkhalter in Berlin wird sicher schon Suchtrupps nach mir ausgeschickt haben, nicha. Also, wann komme ich hier wieder raus?“


    „Das werden Sie schon mitkriegen, Sie Offizier.“


    „Nu, ich mein ja nur, dass es mir hier recht frisch is und Ihre Gastfreundschaft zu wünschen übrig lässt. `Ne Flasche Wein und ´n Sauerbraten wärn fein…och, ich red ja ein Stuss!“


    „So ist es. Wenn Sie nicht umgehend Ihr Maul halten, werden Sie durchlöchert.“


    „Da halt ich lieber die Schnauze! Und durchlöchert zieht ja es nur noch mehr, nicha.“


    „Wenn Sie ruhig bleiben, bekommen Sie auch etwas zu Essen.“


    Die Luke wurde geschlossen und Klink dachte so für sich:


    „Selbst bei der Kalinke, der alten Schlampe, is es komfortabler.“


    Zur selben Zeit in der Kommandantur des Stalag 13.


    „Und Sie wollen mir weismachen, Gruber, dass Oberst Klink über Nacht desertiert sein soll?“


    Der General sitzt in Klinks Stuhl und steht (oder sitzt) vor einem Rätsel.


    „Bestimmt, Herr General. Er gab vor in die Stadt zu fahren und ist nicht zurückgekommen. Vielleicht ist er sogar übergelaufen“, erwidert Hauptmann Gruber.


    „Ich halte es für ausgemachten Schmarrn. Klink ist viel zu feige für so eine Aktion. Und zu dämlich sowieso.“


    „Ach was“, beginnt Major Hochstetter sich einzumischen, „der hat nur all die Jahre so getan. Der ist doch immer auf der Seite von Hogan und seinen Männern gewesen.“


    „Wie auch immer. Ein verschwundener Oberst macht sich in Berlin nicht so gut. Auch wenn´s nur der Klink ist. Vielleicht weiß ja der Feldwebel etwas über den Verbleib von Oberst Klink. Immerhin ist er hier der erste Wachmann und bekommt einiges mit.“


    Gruber und Hochstetter sehen den General mit einem Blick an, der sagt:


    „Es ist Schultz. Seit wann weiß der überhaupt etwas?“


    Der General erkennt den Blick und fügt hinzu:


    „Wir versuchen es trotzdem. Gruber, rufen Sie den Feldwebel herein.“


    Schultz betritt das Büro, baut sich vor dem General auf und salutiert.


    „Feldwebel Schultz, was wissen Sie über den Verbleib Ihres Kommandanten?“


    „Jo, des is so, Herr General. Der Klink wurd vom Gefreiten Langenscheid in die Stadt chauffiert, gell. Nur is der Langenscheid ohne den Klink wiederkumma.“


    „Und hat der Gefreite Langenscheid etwas über den Verbleib des Obersts gesagt?“


    „Er hat g´sagt, dass a Mann und a Weibsbild den Oberst geklaut und mit vorgehaltener Waffe bedroht ham.“


    „Eine Entführung? Warum sollte jemand Interesse am Verschwinden von Klink haben – außer mir selbst?“


    „Das war doch eine Ablenkung, damit es nicht wie Landesverrat aussieht“, echauffiert sich Major Hochstetter gewohnt lauthals.


    „Ich kann Ihre Ablehnung gegen Klink nachvollziehen, Major. Aber das zu beurteilen überlassen Sie gefälligst mir.“


    „Aber Herr General…“


    „Schnauze, Sie Flasche! Ich halte es für richtig, abzuwarten und alle Möglichkeiten zu prüfen.“


    „Dann könnt´s aber zu spät sein“, wendet Feldwebel Schultz ein.


    „Da könnten Sie recht haben, Feldwebel. Nur haben wir im Moment keine andere Wahl. So lange sich nichts Neues ergibt sind uns die Hände gebunden. Aber was haben Sie plötzlich für ein Interesse daran, dass Oberst Klink wieder hier das Kommando hat?“


    „Der Gruber, also der Hauptmann Gruber hat g´sagt, dass er mi an die Ostfront schicken wui.“


    „Mit welcher Begründung wollen Sie den Feldwebel versetzen lassen, Gruber?“


    „Nun, Herr General. Ich habe…ich wollte…ich…ich…“


    „Halten´s de Goschen, Sie Trottel. Ihr Gestammel genügt als Antwort.“


    „Der Herr Hauptmann meint, i sei als deutscher Soldat zu weich und für a Wachen zu human und net hart genug zu den G´fangenen.“


    „Das stimmt ja wohl auch“, meint Hochstetter, „Sie haben zu lang unter Klink gedient. Und das merkt man auch. Sie sind genau so unfähig wie dieser Vollpfosten von Oberst!“


    „Es reicht, Major!“, befiehlt der General. „Sie haben auch nicht mehr in Ihrem Kopf.
    Außerdem spricht für Klink, dass hier bisher keinem Gefangenen die Flucht geglückt ist – was er ja auch bei jeder Gelegenheit erwähnt.“


    „Was werden wir jetzt tun, General?“


    „Sie unternehmen gar nichts, Major. Das ist eine Angelegenheit der Luftwaffe.
    Ihr SS-Penner haltet´s euch gefälligst raus! Hauptmann Gruber wird hier vorläufig das Kommando weiterführen.“


    Burkhalter wendet sich Gruber: „Und Feldwebel Schultz bleibt hier weiterhin der oberste Spieß der Wachmannschaft. Ist das klar, Hauptmann?“


    „Völlig klar, Herr General.“


    „Ich werde vorerst Klinks Privatquartier beziehen. Und Sie, Hochstetter, Sie verpissen sich mit ihren schwarzen Saftsäcken aus meinem Dunstkreis, nicha…. Ich sitze wohl schon zu lange hinter Klinks Schreibtisch.“


    Ende des 4. Aktes



    5. Akt


    Die Helden sind bereits in Hogans Büro versammelt, als Feldwebel Schultz den Raum betritt.


    „Ah, Sie sind´s Schultz. Nehmen´se Platz.“


    „Was machen wa denn jetzt wegen dem Gruber und dem Klink?“


    „Zunächst mal müssen wir herausfinden, was mit Klink ist. Gruber ist erstmal zweitrangig. Mir gegenüber hat Gruber verlauten lassen, dass er sehr bald hier das Kommando haben wird. Also muss er es gewusst haben. Und daraus müssen wir schließen, dass er selbst hinter dieser Aktion steckt. Als Helfer kommen dabei nur Leute infrage, denen er blind vertrauen kann. Nähere Verwandtschaften sind doch euren Personalakten vermerkt, oder Schultz? Können Sie die Akte von Gruber beschaffen?


    „Ja leicht. Der Hauptmann wui sich mit dem General wieder gut stellen und hat ihn zum gemeinsamen Dinner überredet.“


    „Gut. Sobald wir die Namen und Adressen der nächsten Angehörigen haben brauchen wir ein paar Uniformen. Newkirk? Lebeau? Was würdet ihr uns empfehlen?“


    „SS oder Luftwaffe?“


    „Was hat denn gerade Saison?“


    „Z-z-zur ist ein Ma-major von der Lu-luftwaffe sehr beliebt. Da-dazu empfehlen wir dem Mann von Welt ei-ein oder zwei Gefreite als Lau-laufkundschaft.“


    „Okay, dann gehe ich mit Newkirk und… Ich brauche noch einen Deutschen.“


    „Wie wäre es mit mir?“ – lächelt Kinch.


    „Zu arisch, zu bayrisch. Da werden sie misstrauisch. Lebeau, du kommst mit.“


    „Oui, mon Colonel.“


    „Schultz, Sie müssen uns mit einem Wagen vor der Baracke abholen.“


    „Und was machen ich und Kinch, Sir?“, fragt Carter scheinbar etwas betrübt.


    „Zunächst stellst du erstmal ein schönes Bömbchen her – mit Zeitzünder. Sobald wir Klink haben, geben wir euch über Funk Bescheid. Dann geht ihr maskiert und in SS-Uniform zu Gruber und verhelft… nein…besser…treibt ihn zur Flucht. Sagt ihm, der Plan sei aufgeflogen und er müsse fliehen, da er sonst von einem Kriegsgericht verurteilt wird.“


    „Alles klar, Colonel. Aber was machen wir, wenn er trotzdem nicht will?“


    „Dann müsst Ihr euren freundschaftlichen Absichten mit der Aussicht auf eine Tüte Blei etwas Nachdruck verleihen. Aber zunächst muss Schultz erstmal Grubers Akte herholen.“


    Schultz schaut ziemlich verdutzt in die Runde.


    „A-alles in Ordnung, Sch-Schorschi?“


    „I krieg doch kane Schwierigkeiten, oder Colonel?“


    „Sie müssen uns nur hier herausfahren. Alles andere machen wir dann schon.“


    „Und Sie versuchen´s net zu fliehen, gell?“


    „Unser Ehrenwort, Schultz. Wir werden zusammen mit Ihnen und vollzählig hierher zurückkehren.“


    „Ja mei, da bin i aber froh. Sie san ein so netter Mensch!“


    Ende des 5. Aktes



    6. Akt


    General Burkhalter und Hauptmann Gruber sitzen in Klinks Wohnung beim Abendessen. Feldwebel Schultz kommt mit einem kleinen Truppen-LKW vor Baracke 2 vorgefahren.
    Hogan in Uniform eines Luftwaffen-Majors besteigt den LKW. Ihm folgen die „Gefreiten“ Newkirk und Lebeau.


    Der Feldwebel konnte Grubers Personalakte entwenden. Darin stand, dass Gruber eine Schwester namens Martha Holzer im nahegelegenen Stuttheim hat, die dort mit ihrem Mann Heinrich ein Weingeschäft betreibt und ausserhalb der Stadt auf einem kleinen Bauernhof bewohnt.


    Also setzt sich der Wagen mit Schultz und den drei Helden in Bewegung in Richtung des kleinen Hofs außerhalb von Stuttheim.
    Nach einer Fahrt von etwa 20 Minuten passiert der LKW das Tor des Hofes und fährt den Weg entlang bis zum Haupthaus.


    Hogan und seine zwei Begleiter steigen aus dem LKW. Der Colonel (nun Major) gibt Schultz zu verstehen, er solle in etwa 30 Meter Entfernung warten.
    Klopfen an der Tür.
    Die Frau öffnet nach dem dritten Klopfen.


    „Ja, bitte?“


    „Frau Martha Holzer? Ich bin Major Hodenkneifer.““


    „Was will denn das Militär von mir?“


    „Wir haben Hinweise, dass Ihr Bruder, Hauptmann Fritz Gruber, alliierten Kriegsgefangenen zur Flucht verhilft und sie hier bei ihnen versteckt hält. Deshalb müssen wir ihr Haus durchsuchen.“


    „Das ist ja lächerlich. Sie durchsuchen hier gar nichts.“


    „Frau Gruber, wir sind hier auf direkten Befehl von Hermann Göring. Finden Sie den auch lächerlich.“


    „Mir egal. Sie kommen hier nicht rein.“


    Kaum hatte sie diese Worte ausgesprochen, schiebt Hogan sie zurück ins Haus. Lebeau und Newkirk folgen auf dem Fuße.


    „Sie dürfen hier nicht…. Heinrich! Komm schnell!“


    Heinrich Holzer erscheint umgehend im Flur.


    „Was hat das zu bedeuten? Wer sind sie?“


    „Sondereinheit der Luftwaffe. Wir sind hier im Auftrag von Hermann Göring. Hausdurchsuchung!“


    „Und was suchen Sie?“


    „Das habe ich ihrer Frau bereits gesagt. Lebermann, Sie passen auf, dass die Zwei nicht stiften gehen. Neukirch, Sie kommen mit mir. Wir fangen im Keller an.“


    Lebeau alias Gefreiter Lebermann bleibt mit gezogener Pistole bei dem Ehepaar.
    Newkirk alias Gefreiter Neukirch folgt Hogan in den Keller.
    An einer großen, schweren Tür mit Guckloch kommen die Beiden zum Stehen.


    Hogan öffnet die Luke und entdeckt den Oberst. Zusammengekauert in einer Ecke des kühlen Raumes.


    „Herr Oberst?“


    Klink schaut völlig verdutzt, als er das Gesicht des Colonels in Luftwaffenuniform erblickt.


    „Hogan, was machen Sie denn außerhalb der Baracken? Und was machen Sie außerhalb des Lagers?


    „Hab mich gelangweilt. Da wollte ich mir mal ihr Feriendomizil ansehen.“


    „Wissen Sie eichentlich, dass ich sie wegen der Uniform als Spion erschießen lassen könnt?“


    „Gut, dann gehe ich eben wieder.“


    „Nu, nich so schnell, nicha. Wollen´se mich nich vorher hier rausholen?“


    „Na gut. Newkirk, mach mal das Vorhängeschloss auf.“


    „Mi-mit Vergnügen. Ha-hallo Oberst!“


    „Der Stotterer is och hier? Das halbe Lager is ja hier. Wer denn nu noch?“


    „Lebeau ist noch oben. Schultz wartet draußen.“


    Mittlerweile hat der Engländer das Schloss geknackt.


    „Kommen Sie, Klink. Jetzt nichts wie raus hier.“


    Die Drei kommen zurück in den Flur.


    „Etwa 30 Meter vorm Haus wartet Schultz mit einem LKW“, flüstert Hogan dem Oberst zu.


    Klink verlässt schnellen Schrittes dieses Haus.


    „Lebeau. Newkirk. Fesselt die Zwei.“


    „Wie war das? Lebeau? Newkirk? Das sind doch keine deutschen Namen. Sie sind ja nicht einmal Deutsche. Was soll das hier?“


    „Und knebeln. Sie quatschen mir zuviel. Der Untergrund wird die Beiden abholen.“


    Gesagt. Getan.


    Wieder vor der Haustür gibt Hogan Kinch und Carter über Funk das Zeichen, dass der zweite Teil des Plans jetzt beginnen kann.


    Stalag 13.


    General Burkhalter hat das Lager inzwischen verlassen.
    Carter und Kinch betreten in SS-Uniform und mit schwarzen Tüchern überm Kopf Klinks Wohnung, in der momentan noch der Hauptmann residiert.
    Die beiden Amerikaner platzen in die Wohnstube.


    „Hände hoch!“


    „Was hat das zu bedeuten?“


    „Maul halten!“, befiehlt Carter. „Wir sind enge Vertraute Ihres Schwagers. Ihr Plan, hier Klinks Posten einzunehmen, ist fehlgeschlagen, alter Junge… ähm Hauptmann.“


    „Wir sind hier um Ihnen bei der Flucht zu helfen“, fährt Kinch fort.


    „Ich fliehe aber nicht.“


    „Wollen Sie lieber vor ein Kriegsgericht und nach der Verhandlung erschossen werden?“


    „Die Luftwaffe ist dahinter gekommen, dass Sie Oberst Klink haben entführen lassen. Er wurde bereits befreit und ist auf dem Weg hierher“, erklärt der dunkelhäutige Sergeant.


    „Dann wird es wohl besser sein, wenn ich verschwinde.“


    „Fahren Sie nach Stuttheim zum Geschäft ihrer Schwester. Dahinter wird sie jemand treffen, der sie in die Schweiz bringt. Vor der Tür hier steht ein Wagen für sie bereit.“


    „Kann ich mit dem Wagen auch möglichen Verfolgern entkommen?“


    „Dieser Wagen“, meint Carter, „ ist ein echter Knaller!“


    Gruber steigt in den Wagen und fährt zum Haupttor hinaus.


    Carter und Kinchloe entledigen sich der SS-Uniformen und warten im Hof auf die Ankunft von Hogan und der Anderen.


    Ca. 2 Minuten, nachdem Gruber das Lager verlassen hat, passiert auch schon der LKW das Lagertor.


    „Hat alles geklappt? Hat Gruber das Lager verlassen?“


    „Es ist alles nach Plan gelaufen, Colonel“, erwidert Kinch.


    „Und gleichen erleben wir die Uraufführung des „Fliegenden Hauptmanns“.
    Und zwar genau in 5…4…3…2…1…Jetzt!“


    Nichts passiert.


    „Carter, hast du auch den Zünder richtig eingestellt?“


    Der junge Sergeant guckt etwas verunsichert.


    „Oh Ma-mann, A-Andrew! Ma-manchmal bist du dä-dämlich wie ein Liegestu-stuhl auf einem Misthaufen u-und…“


    BBBBBBOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOMMMMMMMMMMM!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


    In einiger Entfernung gab es eine gewaltige Explosion.
    Die Zeitbombe in Grubers Wagen ist genau dann explodiert, als er gerade über die Brücke nach Stuttheim fuhr.


    „Ich muss wirklich mal neue Batterien in meine Uhr einsetzen“, meint Carter.


    Ende des 6. Aktes



    Nachsatz


    „Herein!“


    Colonel Hogan betritt am Morgen darauf das Büro des Kommandanten.


    „Sie wollten mich sprechen, Klink.“


    „Nehmen´se Platz, Hogan. Des war ein ziemlich riskantes Ding, dass Sie da durchjeführt ham. Hätten die SS oder die Gestapo und erwischt, hätten wir alle erschossen werden können, nicha. Ich möchte nu Ihre Version hörn, Hogan. Wer hatte diese – zugegeben – geniale aber och unglaublich beknackte Idee zu diesem Plan?“


    „Ich habe Schultz davon erzählt, was Gruber mir gegenüber erwähnt hat. Dass er bald hier das Kommando hat und so. Schultz dachte, eine Entführung kommt nur mit der Hilfe von Leuten infrage, denen man vollends vertraut. Er hat herausgefunden, dass Gruber eine Schwester hat. Und da Grubers Schwester die Wächter von hier kennen könnte, dachte sich Schultz, dass er mit uns besserer Chancen auf Ihre Rettung hätte. Also gab er uns Uniformen und… Den Rest der Geschichte kennen Sie ja.“


    „Hörn´se auf. Schultz hat mir gestern Abend schon erzählt, dass der Plan von Ihnen ausging.“


    „Nun, aber es gehörte für Schultz viel Mut dazu, diesen Plan mit uns durchzuziehen.“


    „Nu ja, deshalb habe ich unserer Weischwurscht auch bis morgen Abend frei gegeben, nicha“, sagt der Offizier mit einem Grinsen.


    „Ein feiner Zug von Ihnen, Klink.“


    „Aber was in diesen Gruber gefahrn is? Ich hab seine Karriere gemacht. Und so dankt er´s einem. Aber ich konnte ihn nie besonders leiden. Undank is der Welt sein Hohn, oder so ähnlich. Vors Gericht hätte er gehört, nicha. Aber wieso ausgerechnet dann die Brücke gesprengt wird, während er hinüberfährt?“


    „Vielleicht Sabotage.“


    „Hm, das könnte sein. Mieser Sack!“


    Hogan ist im Begriff zu gehen.


    „Ach, Hogan?“


    „Ja, Klink.“


    „Sachen ´se och Ihrn Männern „Vielen Dank!“. Und am Wochenende gibt es abends zwei Stunden länger Licht, für Jeden eine Scheibe Weißbrot extra und am Samstag können´se ihr großes Baseballspiel auf´m Hof abhalten, nicha.“


    „Da werden sich meine Männer aber freuen. Danke, Herr Oberst.“


    „Ich danke Ihnen, mein Freund.“


    Die beiden Offiziere salutieren und der Amerikaner verlässt das Büro.
    Und Oberst Klink ist wieder einmal froh und erleichtert, einen weiteren Kriegstag überstanden zu haben, ohne erschossen zu werden.


    ENDE

    Marya und die Liste


    1. Akt


    Ein grauer Wintermorgen im Stalag 13.
    Unsere Helden schlafen noch, als Feldwebel Schultz brüllend die Baracke betritt:


    „Appell! Los! Aufwachen! Appell ist´s! Ros os den Federn, gell!“


    „D-du bist´n bi-bißchen f-früh dran, Sch-Schorschi. Wir ham ni-nich´ma g-g-gefrühstückt.“


    „Ja Schultzie, was at der früe Appell zu bedeuten?“ – fügt Lebeau hinzu.


    „I woiß nix! Des is´n Befehl von unserm Obermotz!“


    Colonel Hogan kommt aus seinem Zimmer und gibt seinen Männern die Anweisung, die Anweisungen von Schultz zu befolgen.


    Alle stellen sich in zwei Reihen vor der Baracke auf. Alle? Na ja, mehr oder weniger…


    Nachdem Schultz nur 14 – anstatt 15 – Männer gezählt hat, wendet er sich mit besorgtem Ton in der Stimme an Hogan:


    „Colonel Hogan, bittschön, wo is´n der Carter?“


    Newkirk mischt sich ein:
    „W-w-welcher Kater?


    „Herrschaftszeitn, den Sergeant Carter, mein i do! Wo is´der?“


    „Ach, den Carter meinen Sie“, sagt Hogan. „Der war heute Nacht in der Stadt, aber wir erwarten ihn jeden Augenblick zurück. Nur die Ruhe, Schorschie!“


    „Bittschön, Col. Hogan. I bin zwar a Bayer, aber mit dem Wintersport hob ichs net so, gell. Und de Olde wird mi do na Sibirien schicken, wenn´s hier anner fehlt und…“


    Klink tritt aus seinem Büro.


    „Rapppoooooort!!!


    „Joo, erstmal „Guten Morgen, Herr Kommandant“.


    „Sind wa voll, Schultz? Ich meene vollzählig, nichwa.“


    „Ja…da…äh…di…dat…ja…also…joooo…des…“.


    Der Oberst erhebt seine Stimme und faucht mit grimmiger Miene:


    „Schultz, wenn ich Gejodel hörn will, dann seh ich mirn Heimatfilm an.
    Und nu machen´se ´ne ordentliche Meldung, Sie Rindvieh!“


    „Jawohl! Es is so: eigentlich san alle do… nur der Carter, der….“


    „Werde ich verlangt? – ruft eine vertraute Stimme, die den Feldwebel aufatmen lässt.


    Carter reiht sich hinter Newkirk und neben Kinch ein. Mit einem kurzen Nicken gibt er dem Colonel zu verstehen, dass er die Kontaktperson getroffen und die Liste mit allen Namen derer, die der Untergrundbewegung angehören, übergeben hat.


    „Alle Gefangenen vollzählig angetreten, Herr Kommandant!“ – meldet Schultz erleichtert.


    „Danke, Feldwebel!“(Mit Ironie in der Stimme)
    „Sicher frochen se sich, wieso ich Sie hier so früh hab antreten lassen, nichwa.“


    „Ni-ni-nicht wirklich, a-aber w-w-wo wir schon hi-hier stehen…“


    „Nu, ich wollte Ihnen mitteilen, dass ab sofort eine strikte Ausgangsperre in Kraft tritt, nichwa.“


    „Wir waren doch drinnen und aben geschlafen. Und dafür wecken Sie uns?“- erzürnt sich der kleine Franzose.


    „Ich bin der Tiescher! Und der Tiescher hat dafür zu sorgen, dass es den Mäusen hier nit zu gut geht, nichwa. Schultz! Lassen ´se wegtreten und bringen ´se die Baracken zurück in die Gefangenen. Ich meine natürlich: umgekehrt!“


    Klink verschwindet wieder in der Lagerkommandantur und Schultz geleitet die Helden in ihre Baracken zurück.


    „Kommen ´se Schorschi. Sie wissen doch bestimmt, was heute vor sich geht, oder?“ – beginnt Colonel Hogan damit, sich an Schultzie´s Wissenszentrum heranzupirschen. (falls vorhanden)


    „Nein, Colonel. Des woiß i net. Wirklich net.“


    Die Stimme des ersten Wachoffiziers beginnt zu wackeln, als Hogan mit ein paar Schokoriegeln herumwedelt.


    „Wirklich nicht, ja?“ – beginnt der Amerikaner erneut.


    „Colonel Hogan, ich bitt sie. Es is ein Befehl des Kommandanten, dass i nix wissen tue. Außerdem woiß i wirklich net, wer der Mann is, der sich angekündigt hat.“


    „Aha, es kommt also ein Mann. Und sie wissen nicht, was das für ein Mann ist?


    „Nein, nur dass es a older Freind vom Klink ist und der noch a Weib dabei haben soll. Des is olles. Wirklich, Colonel. Und bittschön verratens dem Klink nich, dass i wos g´sagt hab, gell.“


    „Schon gut, Schultz.“


    Schultz verlässt mit vier Schokoriegeln die Baracke.



    Hogan setzt wieder seine Denkmaschinerie in Gang:


    „Ein Mann und eine Frau. Ein alter Freund von Klink. Scheinbar wichtig, sonst hätte unser Obersachse keine Ausgangssperre verhängt.“


    „Mon dieu, ist das schön mal wieder eine Frau sehen zu dürfen!“


    „D-d-du w-weißt ja nicht mal, o-ob sie hübsch ist.“


    „Wen interessiert das nach über zwei Jahren hier drin, n´est pas?“


    Sergeant Kinchloe steht am Fenster und beobachtet den Hof.


    „Eben fährt ein Wagen durch das Haupttor, Colonel.“


    Die Helden versammeln sich ums Fenster und schauen gemeinsam heraus.
    Oberst Klink kommt aus dem Haus gestürzt, um seinen alten Freund zu begrüßen.
    Die begleitende Frau entpuppt sich – wieder einmal – als Marya, die etwas zwielichtige Agentin aus Weißrussland, die schon einige Male auf unsere Helden getroffen ist.


    „Da ist ja auch wieder ihre spezielle Freundin, Colonel“, bemerkt Kinch und kann sich dabei ein leichtes Grinsen nicht verkneifen.


    „Ich weiß.“, murmelt Hogan etwas betrübt vor sich hin. „Das verheißt nichts Gutes.“


    „Ni-Nichts Gutes? Es gi-gibt wi-wieder nur Ä-Ärger, Colonel.“


    „Que est-ce que tu parle, mon ami? Marya ist auf unserer Seite, isch weiß es!“


    „Bisher wissen wir es nicht. Wir wissen weder was sie hier will, noch wer der Fuzzi im schwarzen Anzug ist, der bei ihr ist.“ – erklärt Hogan.


    „Doch, Colonel“, wendet Carter ein, „er ist der Mann, dem ich heute Nacht die Liste übergeben habe.“


    „Lass die Späße, Andrew“, sagt der Colonel streng.


    „Ernsthaft, Colonel“, erwidert der junge Sergeant. „Er ist es!“


    „Kinch, mach mal unsere Kaffeekanne heiß. Wollen doch mal hören, was in Klinks Höhle so gesprochen wird.“


    „Alles klar, Colonel“ erwidert Kinch.


    Die Männer gehen ins Hogans Zimmer um Klink und seine Gäste zu belauschen.




    Ende des 1. Aktes



    2. Akt


    Oberst Klink, Marya und der Mann kommen in Klinks Büro.


    „Schnulle,“ beginnt der deutsche Offizier, „bitte stelln´se keene Anrufe durch. Wir wollen vorläufich nüscht gestört werden!“


    „Wie sie wünschen, Herr Kommandant.“


    „Und nu, Erich, alter Freund. Setz dich! Kann ich dich mit ´nem schönen Kotzbalken erfreuen? Oder wollen wa uns lieber ´n bisschen Öl zwischen Lamellen schießen?


    „Ich nehme gerne einen Cognac, Wilhelm.“


    Der Oberst gießt sich und seinen Gästen ein Glas Cognac voll.


    „Auf die Weiber, den Suff und die Liebe, nichwa!“


    „Nastrovje!“, ruft Marya.


    Klink wendet sich wieder an seinen Freund.


    „Du warst ja früher schon so´n richtiger Pflaumenteufel und hast´se alle der Reihe nach flachgelegt. Aber dass du nu an die da geraten bist…. Sie ist hier nämlich keene ganz Unbekannte und hat hier bereits öfters für Stunk gesorgt, nichwa.“


    „Ich glaube, du machst dir da ein falsches Bild, Wilhelm. Marya und ich haben uns vor ein paar Monaten in Paris kennengelernt. Stunk, wie du es nennst, hatten wir bisher keinen.“


    Erich streichelt Marya über ihre Pelzmütze, die sie auf dem Kopf trägt.


    „Nu gut! Ähm… falls Sie ihren Fiffi da mal loswerden wollen, würde sich die Kalinke, also meene Wirtschafterin, bestimmt dafür interessieren. Wenn die nämlich bei mir bürstet, trägt sie nämlich nüscht. Und in dieser Jahreszeit ist es doch recht frisch und da würde so´n Kaffeewärmer auf der Runkel doch schon Wärme spenden, nichwa.“
    Aber sag doch ma, alter Freund, was dich hier in meene verlassene Gegend führt.“


    Erich sieht sich kurz um und sagt:


    „Kann ich mich darauf verlassen, dass meine Worte dieses Büro nicht verlassen, Wilhelm? Das ist nämlich eine streng geheime Angelegenheit. Du darfst es niemandem sagen.“


    „Nu klar. Ich rede ja sowieso selten!“


    „Also gut. Ich habe mich als Mitglied des Untergrundes ausgegeben und habe in der vergangenen Nacht einen von denen getroffen. Er hat mir eine Liste mit den Namen der Mitglieder des Untergrunds übergeben. Er dachte, ich gehöre zu denen. Diese Liste muss ich schnellstmöglich nach Berlin bringen. Aber ich denke, dass sie mir auf die Schliche gekommen sind und mich in der ganzen Gegend suchen. Da dachte, dass ich bei für ein paar Tage sicher bin.“


    „Mach dir ma darüber keene Sorgen, mei Gutester. Hier bist du sicher, wie in Muttis Schoß. Selbst ein Furz kommt hier weder rein noch raus, ohne dass ich davon weß, nichwa.“


    „Dann kann ich ja ganz beruhigt sein, mein Freund.“


    „Sagen Sie, Cherr Oberst. Gechört dieser Colonel Chogan noch zu Ihren Gefangenen?“


    „Wer ist dieser Hogan, von dem du mir in der letzten Zeit so viel erzählst?“


    „Ach, er ist ein ganz wunderbarer Mann. Mit manchmal verrückten Einfällen. Aber wunderbar.“


    „Da weiß ich jetzt nicht, wie ich deine Schwärmerei finden soll, Marya.“


    „Na na! Du musst nicht eifersüchtig sein, Scheißerchen. Wir können uns nur von früher, das ist alles.“


    „Wilhelm, ich will diesen Mann kennenlernen. Ist das möglich?“


    „Nu sicher. Schultz!!!“


    Schultz betritt den Raum.


    „Herr Kommandant haben gebrüllt?“


    „Schultz! Holen ´se mal den Hogan hierher!“


    Der Feldwebel macht sich auf den Weg zu den Baracken, um den amerikanischen Offizier zu holen.


    Die Männer haben in Hogans Büro alles mithören können und der Colonel macht sich bereit, von Schultz abgeholt zu werden.
    Und schon betritt der Wachmann den Raum.


    „Colonel Hogan?“


    „Ich weiß, Schultzie. Der Kommandant will mich sehen. Komme schon.“


    „Colonel Hogan, der Kommandant will Sie sehen und… und…und… Sagen sie, woher wissen´s des?


    „Nun, ich….“


    „Bittschön, Colonel. Sagen´s ma lieber net. I will keene Schwierigkeiten, gell.“


    „Hey Schorschie, at die Marya etwas über misch gesagt?“


    „W-w-wieso nur ü-über dich?“


    „Dumme Frage. Weil sie misch liebt, mon ami.“


    „Oho, w-weil sie dich liebt. W-woher wi-wi-willst du das wissen? Ha-hat sie dir das ma-mal gesagt.“


    „Isch bin Franzose. Alle Frauen lieben Franzosen.“


    „Hö-Hört! Hört! Ihr fresst Froschschenkel und sch-schl-schlürft Blubber-Blubberwasser.
    A-Aber wir Briten, wir ha-ha-haben Stil!“


    Carter und Kinch mischen sich ebenfalls ein und es wird recht laut in der Baracke.
    Colonel Hogan entlockt das alles nur ein breites Grinsen.
    Schließlich wird es Schultz zu viel:


    „A Ruhe is!!! I komm ja gar net mehr mit!“


    „Gehen wir Schultz!“, sagt Hogan. „Lassen wir den Sachsen nicht warten.“


    Die Zwei gehen herüber zur Lagerkommandantur und Schultz klopft an Klinks Bürotür.


    „Herein! Ah, mein lieber Schultz.“


    „Herr Kommandant, i bring innan den Hogan, gell.“


    „Danke Schultz. Na, nu kommen ´se rein, Hogan. Schultz, Sie können abtreten!“


    „Sie wollten mich sprechen, Kommandant?“


    „Colonel Hogan, das ist Erich Buchner. Ein alter Kommilitone von mir.
    Erich, das ist Colonel Gefangener. Der ranghöchste Hogan, den wa hier haben, nichwa.“


    „Herr Buchner.“


    „Colonel.“


    „Aaahhhh! Chogan, Schätzchen. Chast du mich auch so sehr vermisst wie ich dich?“


    „Ungefähr so sehr wie ich meinen Blinddarm vermisse.“


    „Och Scheißerchen. Was chabe ich dir getan, dass ich diese Verachtung verdiene?“


    Der Feldwebel betritt wieder das Büro.


    „Herr Kommandant! Major Hochstetter ist soeben mit ein paar Männern durch das Tor gefahren.“


    „Hochstetter? Was will denn des Arschloch hier?


    „Wer ist dieser Hochstetter, Wilhelm?, fragt Herr Buchner mit etwas besorgtem Ton.


    „Ach, des is son Giftzwerg von der SS. Major stellt der dar. Napoleon für Fußgänger.“


    „Aber tüchtig is der scho, gell.“


    „Sie halten de Schnauze, Sie Vollidiot!“


    Major Hochstetter betritt energischen Schrittes das Büro.


    „Heil Hitler!“


    „Mahlzeit! Was führt denn unsere geliebte SS in meine bescheidene Hütte?“


    Hochstetter ignoriert Klinks Ironie und antwortet:


    „Dieser Mann“, sagt Hochstetter und deutet auf Klinks Freund Erich Buchner, „steht im Verdacht für den Untergrund zu arbeiten und ich bin hier um ihn zu verhaften.“


    „Ihnen ist wohl ´ne Raupe übern Fuß gerollt. Mein Freund soll´n feindlicher Agent sein. Das können´se einem erzählen, der sich die Mütze mit ´nem Kran absetzt, Sie Pfeife.“


    „Ihre Ansicht“, schreit der Major, „interessiert mich einen Scheißdreck! Ihr Freund wird jetzt verhaftet und in die Arrestzelle gesperrt.“


    „Nee, da protestier ich. Die Zellen sind nur für Gefangene der Luftwaffe und…“


    „Die Luftwaffe interessiert mich ebenfalls einen Scheißdreck. Ich bin von Himmler persönlich beauftragt, diesen Bazillen den Garaus zu machen.“


    „Das wolln wa doch ma sehen, was sie sagen wenn ich mich bei meinem persönlichen Freund, General Burkhalter, beschwere.“


    „Tun sie das, Klink“, sagt Hochstetter mit seinem fiesen Grinsen im Gesicht.


    „Schnulle, verbinden Se mich mit dem fetten Stinker in Berlin!“


    „Jawohl, Herr Oberst!“, erwidert Fräulein Hilda.


    „Bis die Verbindung steht, kommt der Spion in die Zelle. Abführen!!! Und diese
    Russen-Schickse am Besten gleich mit.“


    „Und was ist mit mir, Herr Major?“, fragt Colonel Hogan im gewohnt hämischen Ton.


    „Wer ist denn dieser Mann?!!!“, schreit der Major.


    „Ham´ sen Loch im Kopp? Das is Colonel Hogan, der ranghöchste Kriegsgefangene. Den müssten ´se doch nach all den Jahren wirklich bald mal kennen, sie Giftzwerg!“


    „Dann wird der eben auch eingesperrt!!! Schultz, bringen Sie die Gefangenen weg.“


    „Ja, aber… Wen soll i denn nu zuerst wegbringa?“


    „Schultz, Schnauze halten und raus!“, sagt der Colonel freundschaftlich. Er verlässt mit dem Feldwebel das Büro. Die Männer der SS führen Marya und den Agenten in die Arrestzelle.


    Derweil steht die telefonische Verbindung zu General Burkhalter.


    „Hallo? General? Wie geht´s denn meinem Krümelmonster?
    Hm. General, der Major Hochstetter, dieser miese Sack, macht mir hier Hölle heiß. Er will seine Gefangenen in meine Arrestzellen stecken. Er meint, er sei von Himmler persönlich dazu autorisiert worden. Könnten Sie nicht…. Hallooo? Hallooooooooo?
    Sowas. Redet mit mir drei Minuten und als ich Himmler erwähne, sagt er „Falsch verbunden“ und legt einfach auf. Ein fetter, feiger Sack, nichwa.“


    „Na, Klink“?, sagt Hochstetter in arrogantem Ton. „Was ist denn nun?“


    „Nu, ich habe mit mir selbst konferiert und beschlossen, dass sie Ihre Gefangenen in meine Zellen sperren können. Aber nur wenn Sie ihre eigenen Männer davor postieren, nichwa.“


    „Sehr vernünftig, Klink! Heil Hitler!“


    „Sie mich auch!“, sagt Klink kleinlaut.


    Hochstetter verlässt das Büro und Klink ist nun allein. Er wendet sich an das Hitler-Portrait an der Wand und sagt:
    „Nur wegen Dir und deinem Schnurbart muss ich diesen Zirkus ertragen!“



    Colonel Hogan ist nun wieder in seiner Baracke.


    „Was denken Sie, Colonel?“, fragt Sgt. Kinchloe, nachdem Schultz die Baracke verlassen hat.


    „Möglicherweise sind die beiden auf unserer Seite.“


    „Oh, isch wusste, dass Marya nicht gegen uns ist“, freut sich Lebeau.


    „Möglicherweise, sagte ich.“


    „Und was machen wir jetzt“? , fragt Carter.


    „Sie werden die beiden in die Arrestzelle bringen. Kinch, wie weit ist der Tunnel zur Arrestzelle?“


    „Wird noch etwas dauern, Colonel. Bestimmt drei bis vier Tage.“


    „Also gut. Ich brauche Freiwillige fürs Tunnelgraben.“


    Die Männer drehen sich ab und heucheln – zumindest geistige – Abwesenheit.


    „Ich habt wohl vergessen, dass am anderen Ende eine Frau auf ihre Befreiung wartet.“


    „S-Sir, ich me-melde mich fr-freiwillig.“


    „Danke, Newkirk. Wie lange wird es dauern?“


    „Ma-maximal drei bis vi-vier Stunden!“


    „Wer sagt denn, dass du alleine buddeln sollst?“, meldet sich Lebeau.


    „We-wenn du mir hi-hilfst, 45 Mi-minuten!“


    „Ach“, wundert sich Hogan, „wenn ich euch darum bitte, seid ihr zu schwach oder zu beschäftigt. Aber sobald eine Frau ins Spiel kommt…“


    „Nix für ungut, Junge…ähm… Verzeihung, Sir“, meint Carter, „aber Ihre Beine sehen nicht so toll aus wie die einer Frau. Und beim Küssen piekt es nicht so.“


    „Also an die Arbeit.!“


    Die Helden beginnen umgehend mit der Arbeit.


    Ende des 2. Aktes


    3. Akt


    Marya und der Agent sitzen in der Arrestzelle.
    Ungewöhnlicherweise hat sich Hochstetter an die Abmachung mit Klink gehalten und seine eigenen Leute für die Bewachung der Zellen eingeteilt.
    Da es Lebeau häufiger in die Kantine verschlägt, war er in der Lage, den Kaffee des Wachmannes mit einem Schlafmittel aufzuwerten.
    Der SS-Mann schläft, als sich plötzlich ein Teil der Wand in der Arrestzelle öffnet und Colonel Hogan hinaustritt.


    „Chogan, Schätzchen!“


    „Pssst! Nicht so laut.“


    „Du kommst um mich zu retten. Siehst du, Scheißerchen? Ich sagte dir, der Mann ist wunderbar.“


    „Wie kommen Sie denn hier her, Colonel?“, fragt der Agent.


    „Mit der U-Bahn, ganz einfach. Spaß beiseite. Ich weiß nicht, ob Sie echt sind und ob ich ihnen trauen kann. Aber die Liste ist zu wichtig. Ich musste es riskieren.“


    „Ach, vergiss doch mal den Krieg und sage mir, ob der kleine Lebeau auch bei dir ist.“


    „Da bin isch“, ertönt eine kleine Quäkstimme und Lebeau steckt den Kopf aus der Öffnung.


    „Ahhh, mein süßes Schnäuzelchen. Komm cher und lass dich knuddeln!“


    „Ich bin auch hier“, spricht es und Carter erscheint.
    „Du geh lieber wieder rein“, meint Marya etwa abfällig.


    „Können Sie uns hier rausholen, Colonel?“, fragt der Agent.


    „Später. Erzählen Sie uns erstmal, was passiert ist.


    „Ich habe von ihrem Mann die Liste erhalten und wollte damit schnellstmöglich aus Deutschland raus. Aber bereits wenige Minuten, nachdem ihr Mann weg war, wimmelte es nur so von SS und Gestapo in der Gegend. Hätten sie die Liste bei mir gefunden, wäre ich sofort erschossen worden.“


    „Und wie passt du in diese Geschichte rein?“, wendet sich Hogan an Marya.


    „Vom Untergrund“, fährt Buchner fort, „wusste ich von einer russischen Agentin, die sich in Hammelburg aufhält und unsere Agenten unterstützt. Ich habe sie im Restaurant des „Hausener Hof“ angetroffen. Sie sagte, dass sie jemanden kennt, der mich aus Deutschland herausbringen kann. Als sie das Stalag 13 erwähnte, erinnerte ich mich an meinen alten Freund Wilhelm Klink, mit dem ich zusammen studiert habe. Er würde einen alten Kollegen sicher nicht abweisen. Also kamen wir hierher. Ich wusste bloß nicht, dass die SS mir so dicht auf den Fersen ist.“


    „Wo ist die Liste jetzt?“, will Hogan wissen.


    „In meiner Tasche“, erwidert Buchner. „Ich habe sie hinter Klinks Aktenschrank versteckt bevor der SS-Major hereinkam. Können Sie sie wiederbeschaffen, Colonel?“


    „Das wird das Einfachste sein. Jetzt müssen wir erstmal überlegen, wie wir sie hier herausbringen. Wenn die SS sie erstmal in die Mangel nimmt und die Namen erfährt, wäre das eine Katastrophe für die gesamte Widerstandbewegung und würde den Krieg um Jahre verlängern.“


    Kurzes Schweigen.


    „Sagen Sie, Colonel, weiß Klink von ihrem Unternehmen hier? Gehört er dazu?“


    „Klink? Der ist für jeden Tag dankbar, an dem er nicht erschossen wird.“


    „Der SS-Arsch wacht langsam auf, mon Colonel!“


    „Zurück in den Tunnel! Ihr bleibt hier. Wir holen euch hier raus!“


    „Schnell, Colonel!“, ruft Kinch aus dem hinterern Bereich des Tunnels. „Die Balken halten nicht stand. Der Tunnel kann jeden Augenblick wieder einstürzen.“


    Hogan und seine Männer schaffen soeben, den herabfallenden Massen von Erde und Dreck zu entkommen. Hustend erklimmen sie die Stufen, die wieder in die Baracke führen.


    Nachdem die Helden wieder in ihrer Baracke sind, beginnt es in Hogans Gehirn zu rattern, was das Zeug hält. Ein Plan muss her. An seinem Grinsen erkennt Kinch sofort, dass dem Colonel, dem genialen Strategen mit den unorthodoxen Methoden, etwas eingefallen ist.


    Ende des 3. Aktes



    4. Akt


    Newkirk, Lebeau und Carter kamen mit Putzeimern ins Büro von Klink.


    „Was iss´n hier los? Was soll der Trubel?“


    „Feldwebel Schultz hat uns zum Putzdienst verdonnert, Herr Oberst“, erklärt Carter.


    „U-und da wir scho-schon da-dabei waren, da-dachten wir, dass wir Ihr Bü-Büro gleich mitputzen.“


    „Haaalt! Sofort aufhören! Mir hat die bayerische Bierwurscht nüscht jesacht!“


    „Hörn ´se auf, Newkirk“, ruft Klink, während der Corporal mit dem Staubwedel über den Schreibtisch des Oberst wischt.


    „Ast du nischt geört, du Idiot? Der Oberst wünsche keine Wedelei von dir auf seinem Schreibtisch“, echauffiert sich der kleine Franzose.


    „Wa-was willst du Zwerg? Pu-putz du lieber u-unter dem Tisch-tisch weiter.“


    Ein lauter Streit beginnt zwischen Newkirk und Lebeau, der Klinks gesamte Aufmerksamkeit auf sich lenkt.


    „Aufhörn! Habt ihr denn nu beide den Arsch offen, oder was?“, bemüht sich der Offizier um Ruhe.


    Dieses Chaos nutzt Carter um hinter den Aktenschrank zu greifen und sich die Tasche mitsamt der Liste unter die Uniform zu stecken.
    Nachdem dies geschehen ist, greift Carter schlichtend ein und beruhigt die –scheinbaren- Streithähne und sie verlassen unter der gespielter Maulerei das Büro.


    „Womit habe ich dieses Theater nur verdient?“, sagt Klink leise vor sich hin.


    Das Klingeln des Telefons reißt den Offizier wenig später aus seinen Gedanken.


    „Hier Klink! Wer stört?
    Oh, General Kinchmeyer von der SS will mich sprechen? Nu verbinden ´se!“


    Klink nimmt Haltung an.


    „Hallo General? Ja, Heil Hitler! Oberst Klink spricht hier!“


    „Ja, General. Der Major ist hier. Ich habe ihn in meinem Privatquartier untergebracht, nichwa. Ich werde ihm sagen, dass er sie umgehend zurückruft, Herr General.“


    Natürlich steckt hinter General Kinchmeyer niemand anderer als Sergeant Kinchloe.


    „Und sagen sie der Pfeife“, befiehlt Kinch (Kinchmeyer), „dass er mich von ihrem Apparat im Büro aus anruft. Das ist ein ausdrücklicher Befehl!“


    „Jawohl, ich hab verstanden, General. Meine Empfehlung an die Frau Gemahlin. Heil Hitler!“


    Klink hängt ein und begibt sich in sein Quartier, wo der Major sich eben das Gesicht mit Rasierschaum eingeseift hat.
    Der Oberst übermittelt den Befehl von General Kinchmeyer und geleitet den Major ins Büro. Natürlich wird der ausgehende Anruf von „Empfangsdame“ Newkirk abgefangen und an Kinch weitergeleitet, der den Major mit rauem Ton umgehend in das Hauptquartier in Berlin zitiert.


    Nachdem Major Hochstetter das Lager verlassen hat, tritt Carter aus der Baracke. In der Uniform eines Leutnants der SS und in Begleitung von Newkirk als SS-Gefreiten begibt er sich zu den Arrestzellen.


    Lebeau obliegt es, Feldwebel Schultz mit einer Tüte Mandeln abzulenken.


    Carter und Newkirk erreichen den Bunker und schreiten die Treppe herab und bauen sich vor dem Wächter der SS auf, der an einem Schreibtisch sitzt und anscheinend Papierkram bearbeitet.


    „Hhmmm! Sollen Sie nicht die Gefangenen bewachen? Stattdessen brüten Sie über irgendwelchen dummen Papieren.“


    Carter brilliert wieder einmal in der Rolle eines strengen SS-Mannes.


    „Entschuldigung, Herr Hauptmann.“


    „Ich bin hier um die Gefangenen nach Berlin zu bringen. Schließen Sie die Zelle auf. Ich nehme sie mit.“


    „Tut mit leid, Herr Hauptmann. Davon weiß ich nichts. Ohne einen Befehl darf ich die Gefangenen nicht rausgeben.“


    Newkirk drückt Carter ein Dokument in die Hand.


    „Das hier“, fährt Carter strengen Tones fort, „ist ein schriftlicher Befehl zur Aushändigung der Gefangenen. Persönlich unterzeichnet von General Kinchmeyer.“


    „Das scheint ja in Ordnung zu sein, Herr Hauptmann. Nur hat Major Hochstetter mir nichts davon gesagt, dass…“


    „Halten Sie die Schnauze!“, brüllt der Sergeant. „General Kinchmeyer scheißt auf das, was dieser Penner von Hochstetter sagt. Möchten Sie sich lieber vor Major Hochstetter oder vor General Kinchmeyer verantworten, Sie Vollmütze?“


    Daraufhin öffnet der Wächter die Zellen. Marya und der Agent verlassen den Bunker und werden oben von Hogan erwartet.
    „Los, schnell in unsere Baracke und ab in den Tunnel. Heute Abend schaffen wir euch den Nottunnel raus. Der hat den Einsturz überstanden.“



    Hogan geleitet die beiden in die Baracke während Carter weiterhin auf den SS-Mann vor der Arrestzelle einbrüllt.
    „Gefreiter“ Newkirk hat größte Mühe, den fast ausrastenden Carter aus dem Bunker herauszugeleiten.
    Noch auf der Treppe brüllt der junge Amerikaner dem Deutschen etliche Drohungen hinterher.


    „Seien Sie froh, dass ich sie nicht sofort erschossen habe. Will sich General Kinchmeyer widersetzen. Wohl mit ´ner Vollmeise zur Welt gekommen, wie?!“


    Nach Lebeau finden sich auch die „Deutschen“, Carter und Newkirk, wieder in der Baracke ein.


    Am Abend versammeln sich alle im Nottunnel um die Flucht von Marya und ihres Begleiters vorzubereiten.
    Hogan gibt Carter nach oben durch den Baumstamm herauszuklettern und Bescheid zu geben, sobald die Luft rein ist.


    „Müssen wir uns schon wieder trennen, kaum dass ich dich gefunden habe, Chogan?“


    Marya wirft sich ranghöchsten Offizier an den Hals und gibt ihm einen dicken Kuss.


    „Alles klar, Colonel“, ruft Carter von oben in den Tunnel.


    „Wie erklären Sie dem Wilhelm das alles, Colonel?“


    „Überlassen Sie das nur mir. Aber rechnen Sie nicht damit, dass er ihnen jemals wieder eine Weihnachtskarte schickt.“


    „Der Colo-lonel ma-macht das schon. A-Alles Gute!“


    „Wie kann ich Ihnen nur allen danken?“


    „Wenn Sie mal wieder in der Gegend sind“, sagt Hogan, „ kommen Sie ruhig auf ´nen Kaffee bei uns vorbei.“


    Marya lächelt.


    „Aber lassen ´se die ruhig in der Kneipe sitzen“, fügt Hogan hinzu. Aber mit einem Lächeln in Richtung Marya.


    Die Männer reichen sich zum Abschied die Hände.
    Marya und Erich Buchner verlassen den Tunnel und werden von Mitgliedern des Untergrunds zu einem Flugzeug gebracht und mitsamt der Liste nach England ausgeflogen.
    Hogan und seine Männer verlassen den Tunnel und fallen übermüdet in ihre Betten.
    Wieder einmal ist ein gewagter Plan von Colonel Hogan erfolgreich gewesen.
    Und wieder einmal haben „Hogans Heros“ eine heikle Mission zu einem guten Ende geführt.


    Ende des 4. Aktes



    Nachsatz


    Am nächsten Morgen geht Hogan in Klinks Büro.
    Als er hereinkommt, faltet Major Hochstetter den armen, unschuldigen Oberst richtig zusammen.


    „Sie Tölpel, Klink! Dafür werde ich Sie erschießen lassen. Danach kommen Sie an die Ostfront! So dumm, dass es einem wehtut!“


    „Augenblick, Herr Major“, wendet Hogan ein.


    „Wer ist dieser Mann und was hat der hier zu suchen?“


    In Anwesenheit von Hogan scheint der Deutsche wieder mehr Selbstbewusstsein zu haben.


    „Nu verbiegt sich aber die Gabel im Schubfach, Sie Scheißbesen! Das ist mein Freund, Colonel Hogan. Merken´se sich das nu endlich ma. Und den schrein´se nisch an!“


    „Wegen Ihrer Dummheit, Klink, sind meine Gefangenen entkommen!“


    „Keineswegs, Herr Major“, widerspricht Hogan, „es waren ihre Gefangenen und sie wurden von Ihren Leuten bewacht und von Ihren Leuten laufen gelassen. Oberst Klink und seine Männer haben damit nicht das Geringste zu tun. Sie waren nicht verantwortlich.“


    „Was soll das heißen? Dieser Idiot steckt doch mit denen unter einer Decke. Es war doch sein alter Freund, der…“


    „Sein alter Freund, den er seit sehr langer Zeit nicht gesehen hat“, unterbricht der Amerikaner.
    „In so einer langen Zeit verändern sich Menschen und ihre Ansichten. Es wird Ihnen schwerfallen zu beweisen, dass ein loyaler, deutscher Offizier wie Oberst Klink ein Verräter ist. Über General Kinchmeyer weiß ich, dass er den Oberst sehr hoch einschätzt.“


    „Wirklich? Mich einfachen Soldaten? Der nüscht mehr als seine Pflicht tut?“


    „Und ich weiß auch“, ergänzt Hogan, „dass der General nicht gut auf Sie zu sprechen ist, Herr Major. Sie haben von General Kinchmeyer gehört?“


    „Ja, ich…ähm…na ja…ich…AAAACCCCCHHHHHHHH!!!! Stotterte, brüllte und verschwand der Major.


    „Danke, mein Freund“, sagte der Oberst. „Aber was glauben Sie, ist wirklich mit dem Erich in der Zeit passiert?“


    „Wie ich sagte, Menschen verändern sich. Oder vielleicht hatte er einfach nur den falschen Umgang mit den falschen Leuten.“


    „Das könnte sein. Woll´n sen Tröppel Cognac, Hogan?“


    „Ist mir noch zu früh. Aber heute Abend können wir gerne einen heben, Willi.“


    Die beiden Männer salutieren und der Amerikaner verlässt das Büro des deutschen Offiziers, der wieder einmal froh und dankbar war, einen Tag überstanden zu haben, ohne erschossen zu werden.


    ENDE