Taddls "Getrennte Wege"

  • Weiter, weiter....... :D :D :D


    Bitte, bitte lass uns nicht zu lange warten, bin doch so ungeduldig ;)

    In jeder Minute die man mit Ärger verbringt, versäumt man 60 glückliche Sekunden


    William Somerset Mayham

  • Bereit oder nicht... hier das neue Kapitel...


    8.
    "Carter, mach leise um Gottes Willen!", zischte Kinch über seine Schulter hinweg. Danach lauschte er angestrengt und erst als absolut keine verdächtigen Geräusche aufkamen, entspannte sich der schwarze Sergeant wieder.
    Carter hatte den Kopf schuldbewusst gesenkt. Er war im Dunkeln über einen Blecheimer gestolpert. Das Scheppern hatte mehr als nur laut in der ruhigen Nacht geklungen und beide waren sicher gewesen, das es mit ihrem Fluchtversuch aus war, ehe er richtig begonnen hatte.
    Die zwei ehemaligen Insassen des Stalag 13 schlichen weiter um die Baracken. Diesmal achtete Carter darauf, seine Füße genau dahin zu setzen, wo Kinch sie vorher hatte und mit dieser Taktik kamen beide ohne weitere Zwischenfälle bei Baracke 7 an.
    Dort musste Kinch erst mal verschnaufen.
    Er hatte immer über die Leute gelächelt, die von der Last der Verantwortung gesprochen hatten, doch nun war ihm ganz und gar nicht nach lachen zumute. Er trug die Verantwortung, egal ob sich ihm Carter gleichstellte oder nicht – und sie war tonnenschwer.
    Er war für den Jungen verantwortlich und wenn etwas schiefging, war er schuld.
    `Wie muss sich der Colonel gefühlt haben? Er war für soviel mehr verantwortlich...` Kinch wollte lieber nicht darüber nachdenken und schüttelte energisch den Kopf, um wieder klar denken zu können.
    Blinzelnd schaute er in die Dunkelheit.
    Dunkle Wolken bedeckten den Himmel und ließen die Nacht schwärzer, als sie war und ein wenig Nebel waberte am Boden entlang. Ideale Bedingungen für eine Flucht...
    Carter neben ihm atmete heftig. Kinch konnte selbst im Dunklen erkennen, das der junge Sergeant Angst hatte.
    Doch ihm wollten keine Worte einfallen, um den Jungen aufzubauen. Kinch selbst hatte mehr als genug Angst und konnte sich nicht mal selbst beruhigen, geschweige denn andere.
    `Alles wird gut... nur Mut...!`
    "Andy, bereit?", flüsterte er leise.
    Carter nickte nur knapp.
    Er konzentrierte sich mit aller Macht darauf, nicht wieder kehrtzumachen und die Sache aufzugeben.
    Er vertraute Kinch. Vertraute ihm so sehr wie er dem Colonel vertraut hatte, dennoch konnte er sein wild schlagendes Herz nicht beruhigen.
    In Gedanken schimpfte sich Carter selbst einen Feigling.
    Dann folgte er Kinch in gebückter Haltung zum Zaun.
    `Mach was Kinch dir sagt und alles wird gut!`, sagte sich der junge Sergeant wieder.
    Kinch zog ein Messer aus seiner Hosentasche und begann, sich mühsam am Zaun zu schaffen zu machen. Carter folgte seinem Beispiel.
    Er rief sich in Erinnerung, wie sie die Messer beschafft hatten. Kinch hatte mit voller Absicht eine Wache angerempelt, wobei diese ihre Messer, Waffen und einige Patronen verloren hatte.
    Carter hatte sich das Zeug geschnappt und alles war gut gelaufen, aber der schwarze Sergeant hatte einen hohen Preis dafür bezahlt.
    Drei Wochen in Arrest bei Wasser und Brot waren bei eisigen Temperaturen nicht sehr angenehm.
    Carter hatte sich dafür schuldig gefühlt. Er hatte gewollt, das er derjenige war, der den Part des Remplers übernahm, aber Kinch hatte davon nichts wissen wollen.
    `Dabei hätte ich wahrscheinlich bloß eine Woche bekommen...` Der junge Sergeant schluckte schwer. Er hatte sich nie daran gestört, das Kinch eine andere Hautfarbe hatte. Ihm war das egal, aber dem Kommandanten dieses Stalags leider nicht.
    Kinch stupste ihn leicht in die Seite und Carter schreckte aus seinen Gedanken auf.
    Mit einem entschuldigenden Nicken machte er sich wieder an die Arbeit und noch bevor die nächste Patrouille sie aufspüren konnte, hatten sie den Zaun durch.
    Kinch konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen.... nicht mehr lang und sie waren draußen...
    Endlich frei...
    Carter rollte den Stacheldraht hoch, wobei er sich natürlich geschickt wie immer anstellte und sich die Hände aufschnitt.
    Kinch nahm sich vor, die Wunden genauer zu besehen, sobald sie genügend Abstand zwischen sich und dem Lager gebracht hatten, aber jetzt hatten sie weis Gott andere Probleme.
    Schnell krabbelten beide unter dem Zaun durch und krauchten durch das kurz getrimmte Gras Richtung Wald. Keiner wähnte sich auch nur ansatzweise in Sicherheit. Die Suchscheinwerfer und Patrouillen konnten sie immer noch leicht entdecken.
    Kinch robbte voran und Carter folgte ihm so schnell er konnte. Der Junge war froh, das er nicht der Anführer ihres kleinen Kommandos war. Wäre er an Kinchs Stelle gewesen, Carter war sich sicher, dann wären sie nicht mal ungesehen aus ihrer Baracke herausgekommen.
    Sie schafften es beide bis zum Waldrand ohne Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Im Schutz der Bäume rappelte sich Kinch wieder auf und zog auch Carter mit auf die Füße.
    Schnell zog er ihn hinter einen großen Baum.
    "So Carter, jetzt schön ruhig bleiben. Wie damals bei den Sabotageakten... So lautlos durch den Wald wie es geht. Einige Wachen haben sich neulich über ein Abwasserrohr unterhalten. Das soll groß genug sein, das wir durchkriechen können."
    Carter zog eine Flunsch. Die Aussicht durch Spülwasser und Fäkalien zu kriechen war nicht sehr verlockend.
    Kinch grinste trotz dem Ernst der Lage ein wenig.
    "Atme durch den Mund, dann riechst du's nicht. Viel schlimmer als Klink nach einem Bohnenessen kann's auch nicht stinken."
    Der Sergeant erreichte das, was er wollte. Carter entspannte sich ein wenig und grinste sogar. So wollte er es haben. Einen Carter, der wieder mehr wie früher war und ihm etwas von seinem Rationalismus nahm.
    "Der Eingang kann nicht weit sein, also halte die Augen offen. Bleibe aber in meiner Nähe und wenn Wachen kommen, dann finde entweder ein gutes Versteck oder lauf wie ein Hase. Dreh dich nicht um, verstanden!"
    Das Lächeln erstarb auf Carters Gesicht. Er wusste ganz genau, was Kinch ihm damit sagen wollte...`Wenn irgendwas schief geht, dann achte nicht auf mich. Rette dich selbst!`
    Carter hätte am liebsten sofort laut protestiert, aber Kinchs Blick ließ keinen Widerspruch zu.
    So nickte der junge Sergeant nur schwach und hoffte, das es nicht so weit kommen würde.
    Nachdem Kinch sich sicher war, das Carter auch das tun würde, was er ihm gesagt hatte, lief er wieder los. Carter ging, nur zwei Meter neben ihn, in die selbe Richtung und ließ seinen Blick eifrig hin und her schweifen.
    "Irgendwo hier...", murmelte Kinch vor sich hin. Er wusste, es konnte nicht mehr weit sein. Doch als er endlich etwas metallenen Glänzendes nicht weit entfernt wahrnahm, hallten schon die ersten Schüsse durch den Wald.
    "Halt! Stehenbleiben! Sofort!"
    Ihre Flucht war nicht lange unentdeckt gewesen und schon hatte sich eine Patrouille an ihre Fersen geheftet.
    Natürlich kam keiner der beiden der Aufforderung nach.
    Kinch nahm zu seiner Erleichterung nach, das Carter seinem "Befehl" gefolgt war und nun rannte, als wäre Himmler persönlich hinter ihm her.
    Es beruhigte den schwarzen Sergeant ungemein und er selbst wurde auch nicht langsamer.
    Die Wachen hinter ihnen schrien weiter, aber mehr und mehr traten die Schüsse in den Vordergrund. Die Deutschen schienen gemerkt zu haben, das ihre zwei Gefangenen nicht aufgeben würden.
    Die Kugel schlugen links und rechts in die Bäume ein. Sie wirbelten Staub auf, wo gerade noch seine Füße gewesen waren. Carter lief der Schweiß in Strömen den Rücken hinab. Kalter Schweiß. Angstschweiß. Nur nebenbei nahm er wahr, wie Kinch neben ihm ebenfalls um sein Leben rannte. Das war gut. Sehr gut, dachte sich der junge Sergeant. Er war sich nicht sicher, ob er wirklich Kinchs Aufforderung gefolgt wäre. Und zu seiner Schande musste sich Carter eingestehen, das es nicht nur wegen seinem Freund gewesen wäre. Er hätte nicht gewusst, was zutun war, wäre er allein gewesen. Sein Leben lang war immer jemand großes, erwachsenes an seiner Seite gewesen, der gesagt hatte, was richtig und was falsch war.
    `Lauf! Renn!`
    Carter brachte sich in die Gegenwart zurück. Er durfte jetzt nicht daran denken, was wäre wenn... er musste sich darauf konzentrieren, nicht über Wurzel zu stolpern oder im vollen Lauf gegen einen Baum zu knallen.... typische Sachen, die ihm normalerweise passierten....
    Wieder sah der junge Sergeant zur Seite... und erschrak fürchterlich. Er konnte keinen dunklen Schatten mehr neben sich ausmachen. Wild suchte sein Blick die Umgebung ab, aber nirgendwo war Kinch zu finden.
    Carter stoppte im vollen Lauf und drehte sich um.
    `Genau das was ich nicht machen sollte...`
    Er entdeckte Kinch ein paar Meter hinter sich. Der ältere Sergeant lag getroffen am Boden und krümmte sich.
    "NEIN!"
    Carters Stimme hallte durch den Wald und übertönte selbst die Schüsse.
    Ohne groß darüber nachzudenken, rannte Carter wieder zurück. Plötzlich hatte er keine Angst mehr. Er dachte nicht daran, das er den Deutschen genau in die Arme lief. Er achtete nicht darauf, das die Kugel nur so um seine Ohren pfiffen und ihn nur haarscharf verfehlten.
    "Auf den Boden! Auf den Boden!", riefen ihm die deutschen Wachen zu, aber der Sergeant kam der Aufforderung nicht nach.
    Erst als er bei Kinch war, kniete sich Carter auf den Boden und besah sich das ganze Unglück.
    Kinch war am Bein getroffen worden und Blut quoll aus seinem linken Oberschenkel.
    "Hau ab! Geh! Flieh!", knirschte Kinch unter zusammengebissenen Zähnen hervor, aber Carter dachte gar nicht daran.
    Völlig nüchtern entgegnete er: "Würdest du an meiner Stelle weglaufen und mich im Stich lassen?"
    Kinch sagte nichts mehr darauf. Er wusste, das seine Antwort klar "nein" lautete, aber das war nicht er... hier ging es um Carter... der Junge, der nicht erwachsen wurde... auch nicht im Krieg...
    Eine Ohnmacht, verursacht durch Schmerz und Erschöpfung, erlöste Kinch schließlich von seinen Gewissensbissen. Das Blickfeld des Sergeant färbte sich schwarz und er bekam nicht mehr mit, wie die Patrouille sie erreichte.
    Carter kniete immer noch neben seinem Freund und tat keinen Mucks von sich.
    Man hätte meinen können, der Amerikaner wäre ebenfalls ohnmächtig geworden und einfach in seiner Stellung erstarrt.
    Das dem nicht so war, merkte die vorderste Wache erst, als es zu spät war.
    Carter hatte sich gesammelt. Er dachte nicht mehr an die Flucht. Nicht an seine Freunde oder den verletzten Kinch. `Leben` war das Wort, was seinen Geist beherrschte und alles einnahm. Seinen Körper, seine Seele und seinen Verstand.
    Als die Wache sich jetzt zu ihm runter beugte, reagierte Carter schnell und von seiner Tollpatschigkeit blieb nicht die Spur zurück.
    Mit geschickten, wie eingeübten Bewegungen, riß er das Gewehr an sich und schlug die Wache mit dem Kolben nieder.
    Ebenso schnell war er auf den Beinen und bedrohte die anderen.
    Es waren nicht sehr viele. Offensichtlich hatte man sie nur zufällig entdeckt und war nicht auf Widerstand vorbereitet.
    Die zwei Wachen, die übrigblieben, erstarrten in ihren Bewegungen.
    "Gewehr runter!"
    Es klang nicht mehr wie ein Befehl, vielmehr wie eine flehentliche Bitte und Carter dachte nicht daran ihr folge zu leisten.
    Er dachte gar nicht mehr.
    Die Wachen standen zwischen ihm und dem `Leben`, mehr brauchte der junge Sergeant nicht und alles unwichtige sperrte er aus.
    Carter legte das Gewehr an und ehe noch eine der Wachen reagieren konnte, betätigte er den Abzug.
    Kurz nacheinander brachen die Deutschen zusammen. Einer war sofort tot, der andere zuckte noch ein zwei mal, bevor auch er sich nicht mehr regte.
    Carter senkte die Waffe nicht. Seine Hände klammerten sich um das Gewehr. Seine Gliedmaßen schienen ihm nicht mehr gehorchen zu wollen, denn er konnte sich nicht bewegen.
    Erst als Kinch leise stöhnte, wurde Carter aus seiner Starre gerissen.
    Er schulterte das Gewehr, nahm auch den anderen ihre Gewehre ab (ohne sie dabei mehr als nötig zu berühren) und legte sich dann einen Arm von Kinch um die Schulter.
    Mühsam und ächzend schaffte es der junge Amerikaner seinen Freund zu stützen und mitzuschleifen.
    Er hatte das metallene Glänzen nicht weit vor ihnen ebenfalls wahrgenommen und steuerte jetzt darauf zu. An einer Art Gullydeckel angekommen, setzte er Kinch ab.
    Carter wusste am Ende nicht mehr, wie er es geschafft hatte, Kinch hinunter in den Kanal zu bekommen. Seine Bewegungen schienen wie die eines Roboters.
    Er kümmerte sich um Kinchs Wunde und legte einen notdürftigen Druckverband an. Es würde für eine Weile halten und bis es nicht mehr ging, war Kinch hoffentlich wieder bei Bewusstsein.
    Plötzlich mehr als nur erschöpft, setzte sich Carter neben Kinch.
    Seine Augen starrten leer in die Dunkelheit und sein Atem ging schnell.
    Er kam langsam wieder zu vollem Bewusstsein und damit einher, kamen die Erinnerungen.
    Carter sah sich selbst, wie er die zwei Männer erschossen hatte. Ohne Gefühl und ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden.
    Dann wurde ihm speiübel.
    Er schaffte es gerade noch so ein Stück von Kinch weg zu krauchen, ehe er sich übergab.
    `Für Kinch... ich hab's für Kinch getan...`
    Doch Carter wusste, dass das nicht stimmte. Nicht hundertprozentig stimmte.
    Es war um Kinch gegangen ja... aber deswegen hatte er sie nicht erschossen.
    Sie hatten zwischen ihm und Kinch gestanden.
    Sie hatten zwischen ihm und der Freiheit gestanden.
    Sie hatten zwischen ihm und dem `Leben` gestanden.
    Der Krieg forderte Opfer. Doch diesmal hatte er nicht nur das Leben zweier Männer gekostet, sondern auch die Unschuld eines Kindes.




    Und danke für die lieben Rewies....

  • Salut!


    Aus den Tiefen der norddeutschen Ebene und den Wirrungen eines Messeanreisetages melde ich mich mitten in der Nacht...


    *lächel*
    was soll ich noch dazu sagen?


    *sing*
    "Ich wollte nie erwachsen sein..."



    Wunderprächtig!


    iago


    Ich bin der Rattenfänger von Hameln - wo sind hier die Mäuse?!


    Niveau ist keine Handcreme!


    Reich ist das Land, das Helden hat. Und arm das Land, das welche braucht!

  • Hallo Taddl!


    Heute bin ich endlich mal zum Lesen gekommen und ich kann nur sagen:


    Wow, was für eine tolle Story!!!!


    Der arme Peter! :( ;(


    Am besten hat mir bislang gefallen, daß Du Kinch und Carter zusammen in ein neues Lager "verlegt" hast. Die Interaktion zwischen den beiden hast Du wirklich super beschrieben. Kompliment!


    Bitte, bitte schreib schnell weiter!!! *hofft auf ein Happy-End*

  • iago :
    Oh ja...*seufz* *das Video anschau* *schmelz*


    Felixine :
    Danke, danke! :D
    Tja und es wird noch besser... den Kinch verletzt und Andy ziemlich neben der Spur...ob das gutgeht?
    Zwecks happy End sag ich lieber nichts...*zwinker*


    Jedenfalls wird dein Wunsch erfüllt...hier die Fortsetzung!


    9.
    Euphorie kann falsche Hoffnung bedeuten und zu Enttäuschungen führen. Anfängliche Freude schlägt schnell zu Niedergeschlagenheit um und legt sich wie ein dunkler Schatten aufs Gemüt.
    Dies musste auch LeBeau schmerzlich feststellen.
    Weder in der Organisation noch in umliegenden Dörfern hatte man auch nur die Spur von Marya gesehen.
    Nach jeder Absage, nach jedem verneinenden Kopfschütteln legte sich die bleierne Schwere bedrückender auf den kleinen Franzosen.
    Das blieb auch seinen Mitstreitern und Alexje nicht verborgen.
    „Ich chabe dir nie gesagt, das sie noch chier ist oder vorchatte wiederzukommen, Louis!“ Alexje versuchte sich zu verteidigen, als hätte LeBeau ihm Vorwürfe gemacht.
    Tatsächlich hatte der Franzose nichts dergleichen gesagt, aber seine Blicke sagten Alexje mehr als tausend Worte und schnitten ihm tief ins Herz.
    „Che, wer weis, ob sie dir chätte chelfen können?!“ Er lachte kurz auf. Ein Lachen, das nicht sonderlich humorvoll klang.
    „Sie ist nicht Gott und auch nur eine Schachfigur auf dem Brett des Krieges, das von Leuten gespielt wird, die ichre fetten Ärsche nicht aus den sicheren Büros cherausbekommen!“
    Wieder ein Lachen wie trockenes Laub, das unter schweren Schritten zerfiel.
    „Jetzt chöre ich mich schon an wie ein chinesischer Glückskeks…dabei bin ich doch Russe!“
    LebEau verzog keine Miene. Starrte weiter aus Fenster und betrachtete die Regentropfen, die gegen die Scheibe klatschten und wie kleine Flüßchen daran heruntrliefen. Es sah aus, als weinte der Himmel und LeBeau hätte sich ihm gerne angeschlossen, aber er konnte nicht mehr. Er war wie leergespült und jede Fähigkeit, seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen, schien ihm abhanden gekommen zu sein.
    „Sie `ätte es gekonnt. Sie kann alles! Sie war keine Schachfigur. Sie war eine kleine Göttin, Alexje!“
    Völlig unwillkürlich sprach LeBeau in der Vergangensheitsform, als wäre seine geliebte Russin tot. Alex glaubte aber nicht, dass sie das war. Eher Louis selbst. Innerlich tot.
    „Die Resistance braucht dich, Tawarisch!“
    Plötzlich und völlig unerwartet lachte LeBeau los. Dieses Lachen war Alexje an Louis inzwischen so fremd, das er den kleinen Franzosen anstarrte, als wären ihm Flügel gewachsen.
    „Tawarisch, da, njet… der Russisch-Kurs vom Colonel…Schultzi `atte sisch dazugesetzt, nachdem wir ihn `aben glauben lassen, das die Russen bald vor der Tür ste´en würden.“
    Alexje grinste. Inzwischen kannte er das Stalag mit seinen Bewohnern und der Umgebung fast so gut, als wäre er selbst dabeigewesen. Louis verlor sich so oft in Erinnerungen und redete dabei leise zu sich selbst. Wenn er es zuließ, blieb Alexje dann im Zimmer und hörte zu.
    „Das stimmt, meine Kameraden werden vielleicht wirklich bald kommen, du wirst sehen! Und dann wird alles gut…oder zumindst besser!“
    LeBeau nicke, aber sein Lachen war schon lange verklungen und selbst das kleine Lächeln verblasste zusehends, bis es ganz von seinem Gesicht verschwand. Er hatte wieder den starren Ausdruck angenommen, der seine Miene schon seit Wochen beherrschte und ihn um Jahre älter aussehen ließ. In sich gekehrt und ausdruckslos. Nie ganz da. Als stände nur noch eine leblose Hülle vor Alexje, deren Geist in anderen Phären lebte.
    „Isch muss misch auf die Tour `eute abend vorbereiten, Alexje.“
    Der junge Russe nickte und ging. Er wusste, es war nur ein Vorand von Louis um wieder allein sein zu können. Er tat ihm den Gefallen, wenn auch mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend.
    LeBeau war viel zu oft allein. Allein mit seinen düstern Gedanken und vertieft in Erinnerungen an eine Welt, die so nie wieder würde existieren können.
    Alexje setzte sich zu den anderen Mitgliedern und sofort warfen sie ihm fragende Blicke zu. Alexje jedoch konnte nur mit dem Kopf schütteln und die anderen fragten nicht weiter nach. Sie hatten im Gegensatz zu dem Russen die Hoffnung bereits aufgegeben.
    Gewehrkugeln und Granaten konnten einen Menschen töten, aber es gab auch noch andere Arten. Langsame und quallvolle, die einen von innen zerfrassen und nur leblose Hüllen zurückließen.


    Am liebsten hätten sie Streichhölzer gezogen, wer LeBeau becheid sagen sollte, das er los musste, doch am Ende raffte sich Alexje freiwillig auf. Er fragte sich dabei, was wohl werden würde, wenn er nicht mehr da war, um auf Louis achtzugeben und ihm wenigstens hin und wieder aus seinem tiefen Loch herauszuholen. Es wurde bereits an seinem Transport nach London gearbeitet und lange würde es nicht mehr dauern.
    Einerseits wünschte sich der junge Russe nichts anderes als wirklich wieder kämpfen zu können, aber andererseits…
    Ihn verband inzwischen eine Freundschaft zu dem kleinen Franzosen, der so ein großes Herz besaß. Er wollte ihn nicht im Stich lassen, das kam ihm wie Verrat vor.
    „Wie lang aber kann ich dir noch chelfen? Und wie lang wirst du dir noch chelfen lassen?“
    Er klopfte sachte an die Tür, obwohl er genau wusste, dass das nichts brachte.
    LeBeau würde am Fenster sitzen, starr in den Regen sehen mit den Gedanken so weit weg, dass er nichts mehr aus dem Diesseits wahrnahm.
    „Louis, es wird Zeit…du musst los!“
    LeBeau drehte sich nur sehr langsam um. Gerade so, als müsse er erst wieder Gefühl für seinen Körper bekommen, der manchmal nicht mehr recht zu ihm passen wollte. Sein Körper war relativ jung. Im mittleren Alter und kerngesund, aber er fühlte sich so alt. So verdammt alt, das alleine das bloße Heben der Augenlider zu schwer für ihn schien. Und manchmal wünschte sich Louis, er würde seine Augen wirklich nicht mehr nach dem Schlafen öffnen. Einfach diesem Leben entfliehen, um ewig zu Träumen.
    „Isch komme sofort.“
    LeBeau nahm seinen Mantel und die kleine Aktentasche und machte sich auf den Weg, ohne seinen Mitstreitern oder auch Alexje eines Blickes zu würdigen.
    Er versuchte sich zu konzentrieren, seine Aufgabe ernst zu nehmn und sich ins Gedächtnis zu rufen, wofür er kämpfte.
    Er besah sich die Straßen von Paris bei Nacht und vor seinen Augen schienen sie wieder ihre alte Gestalt anzunehmen.
    Dunkelheit, die von so vielen bunten Lichtern erleuchtet wurde, daas es fast taghell schien. Die Straßenkünstler, die Bohaem, die Kinder der Revolution, die ihre Fähigkeiten zeigten und von den Spaziergängern mit großen Augen bestaunt wurden. Die vielen kleinen Cafès an deren Tischen die hübschesten Mädchen der Welt saßen, die lachten und sich über das bloße Leben freuten.
    Er sah sich selbst als kleinen Jungen in diesen Straßen spielen. Allein oder mit seinen Freunden jede noch so kleine Gasse erkunden und den Künstlern applaudieren.
    Dieses Paris war noch nicht tot, das spürte selbst LeBeau. Es steckte noch in so mancher Ecke und so manchem Lächeln. Dagegen konnten auch die Deutschen nichts machen, die mit ihren Gewehren fast überall schienen. Die Franzosen selbst hielten die Stadt am Leben mit ihrer Hoffnung.
    „`offnung…wie beneideswert…“
    Doch jetzt war nicht die Zeit, die Vergangenheit zu beweinen, das wusste auch LeBeau. Seine Gedanken klärend und mit aufmerksamen Blick ging er die großen Straßen Paris entlang, in denen er weniger auffiel, als in den kleinen Gassen. Hin und wieder blieb er stehen und besah sich Schaufenster und machte einen großen Bogen um deutsche Soldaten, so wie es jeder Franzose tat.
    Er erreichte damit recht unbehelligt das kleine Lokal, in dem er sich fast regelmäßig zweimal die Woche blicken ließ.
    Die Kellner kannten ihn. Kannten ihn als normalen Gast und als Mitglied der Resistance. Auch die Deutschen waren nicht sonderlich überrascht ihn zu sehen. Gewohnheit macht unvorsichtig, das wusste LeBeau und er und seine Leute musste jeden Vorteil nutzen, der ihre Sache etwas sicherer machte.
    Sein Kontaktmann war schon da. Er saß an einem der hinteren Tische und da das Lokal selbst zu dieser Stunde noch voll war, wunderte es niemanden, dass LeBeau sich grüßend zu dem älteren Herrn setzte.
    Seine Tasche stellte er neben der des Agenten, die fast gleich schien. Später würden sie die jeweils andere Tasche mitnehmen. Ein einfaches Prinzip. Einfach, aber höchst effektiv.
    LeBeau trank zwei Gläser Wein, unterhielt sich über Belangloses mit seinem Gegenüber und machte ihm Allgemeinen gute Miene zum bösen Spiel.
    Es fiel ihm jedoch zunehmend schwerer, seine Fassade aufrecht zu erhalten. Immer wieder wollten seine Gedanken abschweifen und immer wieder musste LeBeau sich die Situation ins Bewusstsein rufen, in der er sich befand. Dies war kein ruhiger abendlicher Besuch in guter Gesellschaft, sondern eine höchst gefährliche Sache. Nicht nur für ihn, sondern auch für seine Leute und sein Land. Denn sollten diese Papiere, die er gleich erhalten würde, in falsche Hände geraten, dann würden Köpfen rollen…nicht nur im bildlichen Sinne.
    Nach zwei Stunden bezahlte LeBeau seinen Wein und verabschiedete sich bei der Kellnerin (sein Gegenüber war vor einer halben Stunde gegangen). Nachdem er wieder draußen war, atmete Lebau kurz tief durch. Jetzt waren die Straßen noch ruhiger als zuvor und keine Menschenseele war zu sehen. Die Luft war schwer vom Regen, der sich abermals durch dicke Wolken ankündigte. Nebelschwaben wabberte durch die Gassen und ließen das Licht der Straßenlaternen seltsam gedämpft erscheinen, fast unheimlich.
    „Sischer würde Peter sisch darüber freuen…es sie`t aus wie London…“
    Ein kurzes wehmühtiges Lächeln umspielte LeBeaus Lippen. Wie oft hatten sie sich gegenseitig scherzhaft mit den Klitschee ihre jeweiligen Nationen aufgezogen…
    „Stehenbleiben!“
    LeBeau war gerade mal ein paar Schritte gekommen, das der scharfe Befehl die nächtliche Stille durchschnitt und ihn in seiner Bewegung erstarren ließ. Nackte Panik wollte schon nach seinem Herzen geifen, aber noch konnte er sie zurückdrängen. Es war nicht das erste Mal, das LeBeau kontrolliert wurde. Sie würden seine Papiere durchsehen und in fünf Minuten war er wieder auf dem Weg, ohne das großartig etwas schiefgegangen wäre.
    „Guten Abend!“, grüßte er den Sergeant höflich, der sich ihm jetzt mit gezückter Waffe und in Gefolgschaft es weiteren deutschen Soldaten näherte.
    Die Männer reagierten nicht weiter darauf und musterten ihn bloß finster.
    „Papiere! Wo kommen sie her und wo wollen sie hin?“ Die kalte Stimme durchschnitt selbst den dicken Nebel und jagte LeBeau eine Gänsehaut über den Rücken. Schon oft hatte er solche Befehle gehört, aber nie würde er sich an diese militärische Schärfe gewöhen können. Sie war einfach zu hart für sein Ohr, das sich viel lieber an der sanften, fließenden Sprache der Franzosen erfreute.
    Die Soldaten überprüften seine Papiere, während er ebenso kurz und knapp wie möglich Antwort gab.
    „Isch komme aus dem Lokal da gleisch `inter mir und bin auf dem Weg zurück in meine Wo`nung.“
    Er gab die Addresse an. Es gab diese kleine Wohnung wirklich, die er zum Schein unterhielt und sie lag auch in der Richtung, in die er ging. Man konnte der Resistance vielleicht einiges nachsagen, aber nicht, dass sie unvorsichtig war.
    „Scheint alles in Ordnung zu sein.“, murmelte der eine und gab ihm die Sachen zurück.
    LeBeau wollte schon aufatmen, als es noch weiterging.
    „Tasche öffnen!“
    LeBeau tat wieder wie befohlen, ohne ein Wiederwort zu geben oder sich äußerlich seine Nervosität ansehen zu lassen. Die Papiere waren in einem Geheimfach der Tasche und nicht so einfach zu finden. In seiner Tasche befanden sich etwas Geld, ein Buch über französische Kunst und ein Schal…nichts Verdächtiges.
    Das dachten auch die Soldaten… zumindest solange, bis sie den dicken losen Faden entdeckten und die leicht aufgegangene Naht an der Rückseite der Tasche.
    „Und jetzt zeigen sie uns bitte, was sie in dem anderen Fach haben!“ Die Stimme klang so freundlich, dass LeBeau fast schlecht geworden wäre davon.
    Er wusste, was da drin war und er wusste, dass es die zwei nicht finden durften.
    Für ihn tat sich deshalb nur eine Lösung auf.
    Mit einem plötzlichen Ruck machte er auf den Fersen kehrt und rannte, als ob Himmler persönlich hinter ihm her wäre. Die Tasche fest unter dem Arm geklemmt und mit den Gedanken, das dies vielleicht sein Ende sein könnte, aber nicht sein durfte, weil zuviele andere mit daran hingen, hetzte LeBeau durch die dunklen Gassen Paris`, mit den Deutschen dicht auf den Fersen.
    Diese hatten erst einen Moment verdutzt geschaut, bevor sie die Überraschung überwunden und die Verfolgung aufgenommen hatten. Ihre schweren Stiefelschritte hallten in den leeren Gassen wider und schienen schier überall zu sein, sodass LeBeau sie viel näher glaubte, als sie eigentlich waren.
    In Panik versetzt kamen ihm die Straßen, die vor noch nicht allzu langer Zeit voll von alten Charmes gewirkt hatten, dunkel und bedrohlich vor. Die Mauern der Altbauten schienen sich fast erdrückend um ihn zu drängen und jeder Mensch sah plötzlich aus wie ein deutscher Soldat, der ihn erschießen würde. Der Nebel raubte ihm die Orientierung und plötzlich war jede Straße seltsam fremd.
    Doch der kleine Franzose machte sich auch gar nicht mehr die Mühe darauf zu achten, wohin er lief. Seine Beine taten ihren Dienst fast automatisch, brachten ihn über Mauern und kleine Brücken.
    Und obwohl er lief wie ein Hase, Kraft schöpfend aus dem Adrenalien, das durch seine Adern pulsierte, wusste LeBeau, das er verspielt hatte.
    Er spürte die Tasche an seine Brust gedrückt, überquerte eine weitere Brücke und wieder auf festen Grund war der Druck weg.
    Nun befreit rannte er noch schneller, ohne jedoch seine Umgebung mehr Beachtung zu schenken als er es zuvor getan hatte. Deshalb nahm er auch nicht die schwarzen Schatten wahr, die ihm hinter der nächsten Ecke auflauerten.
    Sie hatten den Lärm gehört und warteten nun ruhig darauf, dass ihr Opfer ihnen genau in die Arme lief und es erst merkte, wenn es schon zu spät sein würde.
    Die drei Gestapoagenten lächelten zufrieden. Es war so einfach…
    Sie lächelten immer noch, als der kleine Franzose zappelnd und um sich schlagend in ihrem Griff gefangen war.
    LeBeau versuchte irgendwie loszukommen, strampelte und trat, aber es wollte nichts helfen. Gegen drei bzw. kurz darauf fünf bewaffnete Deutsche hatte er keine Chance.
    Laut keuchend und mit versteinertem Gesicht ergab er sich schließlich seinem Schicksal.
    Seine Hände wurden ihm hinter den Rücken gefesselt und unsanfte Tritte und Schubser stießen ihn vorwärts dem nächsten Gestapoquartier entgegen.
    LeBeau wusste nicht, was jetzt auf ihn zukommen würde, wollte es auch nicht wissen. Lieber versank er wieder in Erinnerungen und scherte sich nicht mehr darum, was um ihn herum und mit ihm geschah.
    Er sah sich mit den anderen lachen, wenn Andrew sich wieder so naiv gab, das man nicht wusste, ob man ihn darum bedauern oder beneiden sollte. Er sah das unternehmungslustige Glitzern in Hogans Augen, wenn er ihnen mit fast kindlicher Vorfreude einen neuen Plan erklärte.
    Er sah Schultzi vor sich, den Mund wässrig und der Bauch knurrend, wegen des frischen Apfelstrudels, dem LeBeau ihm gebracken hatte.
    Schmerzen, die langsam von seiner Schulter bis in seinen Rücken krochen und grobe Beleidigungen nahm er gar nicht mehr wahr. Die Agenten schlugen ihn, weil er ihnen den Genuß eines verletzten Gesichtsausdruckes verwehrte. Sie ließen ihn hinfallen, nur um LeBeau dann wieder grob an den gefesselten Armen hochzureißen. Beim dritten Mal gab es ein trockenes Knacken und die rechte Schulter wurde ihm ausgerenkt. LeBeau verzog jedoch nicht einmal die Mundwinkel. Seine Trance war zu tief dafür und er war dankbar dewegen. Vielleicht könnte er so die restlichen Stunden oder auch nur Minuten seines Lebens aushalten, ohne großes Unbehagen zu spüren.
    Nur einmal verzog sich sein Mund zu der Andeutung eines Lächelns.
    „Wo hat er die verdammte Tasche?!“, fiel es auf halben Wege einem der Soldaten auf.
    LeBeau wurde abermals gefilzt und der Weg, den sie gerannt waren, Zentimeter um Zentimeter abgesucht, doch nichts fand man.
    Und während LeBeau in eine kleine, dunkle Zelle gestoßen wurde, ohne das man ihn von der Qual der Handschellen befreite, trieben die Papiere weiter flußabwärts.
    Die Schrift, mit all ihren Namen, Orten und Codes verwischte und verschwnad schließlich ganz. Das Papier wurde fasriger und löste sich in seine Bestandeile auf, bis nichts mehr übrig war.

  • *schnief*
    mein armer louis!


    *seufz*
    paris...
    *aus dem fenster starr und wieder nach paris fahren will*


    Ich bin der Rattenfänger von Hameln - wo sind hier die Mäuse?!


    Niveau ist keine Handcreme!


    Reich ist das Land, das Helden hat. Und arm das Land, das welche braucht!

  • *heul,schnief*.... die zwei letzten Kapitel waren einfach super *heul* traurig ;)


    Du kannst so gut schreiben, dass ich mich zum wiederholten Male frage wann denn endlich Dein erstes Buch auf den Markt kommt :]

    In jeder Minute die man mit Ärger verbringt, versäumt man 60 glückliche Sekunden


    William Somerset Mayham

  • Good job
    Boah gefällt mir ja richtig gut. Super Super. Musst unbedingt weiterschreiben. Verscherze es dir nicht mit uns Nordeeutschen. Wir können schrecklich sein :D :D :D
    Der amrme Newkrik der arme Lebau. *schnief*
    (Schnell mal ein Tempo sucht.)

  • echt klasse....hoffe es kommt so schnell wie möglich eine fortsetung is nämlich echt ne klasse geschichte!!!!!!!!"wart wart"

    ~Ich, eine Kölnerin, nehme dich FC Bayern München. Zu meinem rechtmäßig angetrautem Lieblingsverein.
    Ich werde dich lieben und ehren, in guten wie in schlechten Zeiten, bis das der Tod uns scheidet~

  • Ich kann mich den anderen nur anschließen:


    Der arme Lebeau! ;(
    Col. Hogan hat vor kurzem erst erfahren, daß Louis der einzige von den Helden in Freiheit ist und dann passiert sowas!!!


    Wirklich eine super Fortsetzung!


    Beim Lesen von Lebeaus Erinnerungen ist mir ein Gedanke gekommen: Was ist eigentlich mit Klink und Schultzie passiert, nachdem das Stalag 13 geschlossen wurde? Schreibst Du darüber auch noch was oder beschränkst Du Dich auf die Helden?


    edit:


    Das Wichtigste hätte ich beinahe vergessen:


    Bitte schreib schnell weiter! asap!

    Intelligenz ist schon erforderlich, wenn man sich dumm stellt

    The post was edited 1 time, last by Felixine ().

  • Wilma : *seufz* Das kann dauern und sollte ich das wirklich mal in Betracht ziehen, dann erstmal in Literaturmagazinen, die nehmen eher Einsteiger an.


    Rose : *tempo reich*
    Tja...so kanns gehen...
    was die Norddeutschen angeht, das weis ich.
    Mein Frankenstein-Monster Albrecht von Leuken hat einen dänischen Vater und eine Mutter, die aus Stralsund stammt! Er hat auch ein ziemlich hitziges gemüt manchmal... :D ;)



    Felixine : Naja Schultz und Klink werden immer mal wieder am Rande erwähnt und ihr Schicksal wird noch aufgedeckt werden, aber eher so nebenbei.


    Vicky und Iago: Danke ihr Süße!


    So und hier die Fortsetzung...
    Die Story startet mit Newkirk in die dritte Runde..


    10.
    Peter Newkirk kuschelte sich in die kratzige, raue Decke, als wäre sie seine wiederentdeckte alte Schmusedecke. Für ihn fühlte sich der dünne Stoff an wie die reinste Seide.
    Seine steifen, blauangelaufenen Glieder erwachten zu neuem Leben und das Ziehen in jedem seiner Muskeln ließ nach.
    Das Kratzen in seinem Hals wurde durch einen warmen Tee gelindert, der zwar bitter schmeckte, aber gut half.
    Die Zelle war trocken und ein kleines Loch ganz oben sorgte für ein wenig Helligkeit.
    Kurzum...für Peter Newkirk das reinste Paradies.
    Die Wachen hatten ihn auf Türmers Anweisung hin hier her gebracht, nachdem das Husten abgeklungen war.
    Newkirk konnte sich nicht mehr wirklich daran erinnern, was überhaupt geschehen war – und er wollte es auch nicht.
    So wie jetzt hätte er die nächsten Monate verbringen können. Trocken, warm und sicher vor Angriffen aus den gegnerischen... und den eigenen...Reihen.
    Er seufzte schwer, aber glücklich. Noch immer schmerzte ihm die Brust und der Hals, aber es wurde besser, je mehr er von dem Tee trank, der ein wenig nach Medizin schmeckte. Wer weis, vielleicht war sogar welche drin.
    Newkirk musste leicht grinsen.
    `Na na alter Junge...übertreibe nicht gleich. Türmer wollte bloß sein kleines Spielzeug noch nicht so schnell verlieren.`
    Er nickte für sich selbst als Bestätigung.
    Ja, Türmers kleines Spielzeug war er. Eine Puppe, mit der man nach belieben umgehen und sie in die Ecke stellen konnte, wenn sie einen nicht mehr interessierte...oder die man entsorgen konnte, wenn sie unbrauchbar war und man keine Verwendung mehr für sie hatte.
    Ein erneutes Grinsen.
    `Vielleicht sollte ich mit Handschellen jonglieren und damit mein Leben um ein paar Stunden verlängern?`
    Das Lachen klang krächzend und fade und ließ seine Kehle erneut schmerzen, weswegen er es schnell sein ließ.
    Newkirk kuschelte sich enger in die Decke und zog die Knie an.
    Die Bewegungen jagten ein unangenehmes Kribbeln und Brennen durch seine Muskeln. Es war ein Gefühl, wie als wenn eine Hand oder ein Fuß eingeschlafen war, nur am ganzen Körper und ein paar hundert mal schlimmer.
    „E- eingeschlafen...“, murmelte Newkirk leise.
    Er machte sich nichts vor. Er wäre fast eingeschlafen. Für immer ohne jemals aufzuwachen.
    Ihn beunruhigte dieser Gedanke nicht sonderlich. Mittlerweile schien es nicht mehr viel auszumachen.
    Selbst wenn er durch seine diversen Frauengeschichten, Gaunereien und Respektlosigkeiten in der Hölle gelandet wäre, könnte diese wohl nicht schlimmer sein als dieses Stalag hier.
    Ein Lächeln löste das klägliche Lachen ab.
    Er wollte sich darüber jetzt nicht den Kopf zerbrechen. Was kommen würde, würde kommen und alles andere lag außerhalb seines Einflussbereichs.


    Dicke Tränen kullerten über die Wangen von Oberst Türmer. Sein Hals war kratzig und brannte und sein Bauch tat ihm allmählich höllisch weh.
    Er stieß sich den Fuß an seinem Schreibtisch, weil sein Körper unkontrolliert zu zucken begann, aber er konnte einfach nicht aufhören.
    Oberst Türmer lachte.
    Er lachte nicht nur schallend, sondern so, als hinge von diesem Lachen sein Leben ab.
    Hing es wohl auch.
    Hätte er nicht gelacht, wäre der Oberst verrückt geworden.
    Dann hätte er sich noch in diesen Minuten ein großes rechteckiges Loch mitten auf den Appellplatz gegraben, die Waffe an seine Schläfe gelegt, und das Lager zu seiner letzten Ruhestätte gemacht.
    Denn das Lachen hielt ihn davon ab nachzudenken.
    Über das offizielle Schreiben auf seinem Schreibtisch, über seine Zukunft oder die Gewissheit, das sein Land vor die Hunde ging.
    Und Türmer war sich sicher, dass das stimmte.
    Wäre es nicht so und für Großdeutschland bestünden noch Chancen, dann würde er jetzt nicht lachen.
    Dann hätte er keine Schmerzen in seinen Zehen durch den Stoß und dann würden seine Augen nicht gerötet sein vom Weinen.
    Kurzum, dann wäre alles so, wie es sein sollte.
    Aber das war es nicht.
    Das war es überhaupt ganz und gar nicht.
    Wie könnte es auch?
    Wie könnte es nach so einer Entscheidung, die sich über alle Gesetze des Jen- und Diesseits hinwegsetzte?
    Erst als alle Tränen fort geblinzelt waren und sein Bauch sich nicht mehr anfühlte wie auf die Streckbank gespannt, nahm er das Schreiben erneut zur Hand.
    „Sparmaßnahmen!“, las er laut für sich vor und klang dabei, als würde er den besten Titel eines nobelpreisverdächtigen Buches aussprechen.
    „Sparmaßnahmen!“
    Ein weiteres glucksendes Lachen stahl sich seine Kehle empor, aber diesmal konnte er es rechtzeitig eindämmen, bevor es sich wieder selbstständig machte.
    „Sparmaßnahmen...“ Nun hatte es den Klang wie der beste Witz aller Zeiten.
    Oberst Türmer war sich sicher, dass es das auch war.
    Nur leider stand er damit alleine da. Für die Stabsoffiziere und großen Generäle in Berlin waren es Fakten.
    Unangenehme Fakten, die es zu beseitigen galt.
    Und er wurde mit beseitigt.
    Türmer schauderte, als wäre die Kälte, die draußen alles zu Eis erstarren ließ, bis in sein Büro gekrochen.
    Er spürte sie regelrecht seine Beine hinauf krauchen, durch den Magen, in das Herz und schließlich in seinen Kopf.
    Sie legte alles lahm.
    Kälte.
    Ja, an der Ostfront war es kalt...und blutig.
    „Türmer am Stiel...schön rot... ob ich wohl dann nach Erdbeeren oder Kirschen schmecke?“
    Das Lachen brach erneut aus ihm heraus.
    Diesmal klang es kläglicher und ging bald in ein verzweifeltes Schluchzen über.
    Er hatte nicht mehr geweint, seit er acht Jahre alt gewesen und sein Vater erschossen worden war.
    Seitdem hatte er seine Gefühle immer unter Kontrolle behalten, die starre Fassade aufrechterhalten und der Welt die kalte Schulter zeigen können.
    Nun ja, bis jetzt.
    Jetzt zeigte IHM die Welt die kalte Schulter.
    „Im wahrsten Sinne des Wortes!“
    Scheinbar würde er heute nicht mehr aufhören mit Lachen und Weinen.
    Seine Sekretärin steckte den Kopf zur Türe herein um nachzusehen, ob alles in Ordnung war.
    „Oberst Türmer?“
    Er sah auf und er kam ihr vor, wie eine der Karnevalsmasken, die sie auf Bildern gesehen hatte.
    Eine Hälfte lachend und die andere weinend. Nur das es bei ihm nicht halbiert war und seltsam schaurig ineinander überging.
    „Ja Greta? Was ist?“
    Sie schluckte schwer. „Ist alles in Ordnung?“
    Lachen.
    „Ob alles in Ordnung ist? In Ordnung? Aber ich bitte sie meine Liebe, natürlich ist alles in Ordnung!“
    Noch bevor Türmer sein Telefon packen konnte, hatte sie die Türe schon wieder zugemacht und hörte nur noch den Aufprall und das Klirren, als das Telefon an der Tür zerschmetterte.


    Stalag 19...Stalag 13...Stalag 2 ...
    Und nun Stalag 4...
    Das vierte Lager, das geschlossen wurde.
    Türmer wusste, dass es nicht nur aus „Sparmaßnahmen“ geschah.
    Sie brauchten die Offiziere und Wachen an der Front, genau wie die Waffen und Munition.
    Alliierte Gefangene festzuhalten und kriegsunfähig zu stimmen hatte keine Priorität mehr. Jetzt galt es, nicht selbst zum Gefangenen zu werden. Und die Rede war nicht von einzelnen Männern, sondern vom ganzen Land.
    Es gab keinen Angriff mehr, nur noch Verteidigung.
    Der Oberst wusste das nur zu gut, aber warum SEIN Lager?
    Es war effizient geführt. Es hatte nicht den Rekord des Stalag 13 besessen, aber dennoch die zweite Stelle geführt und er war wesentlich intelligenter als der kommandierende Volltrottel von Stalag 13.
    Türmer hatte Oberst Klink nur einmal getroffen. Ein Mal, auf das er gut und gerne hätte verzichten können.
    Umso unbegreiflicher nur wurde es ihm jetzt, warum ausgerechnet sein Lager geschlossen wurde.
    Er verstand es einfach nicht.
    Oder gab es da überhaupt etwas zu verstehen?
    Das schöne Wörtchen „Zufall“ kam ihm in den Sinn und sein Magen machte Purzelbäume.
    Hätte es wenigstens einen triftigen Grund gegeben!
    Er war gut und gerne bereit sein Leben für sein Land zu geben, aber nicht so!
    „Verdammt noch mal nicht so!“
    Seine Faust sauste auf den Schreibtisch hernieder, dass das Holz darunter zu knacken und splittern anfing.
    „Das können die doch nicht machen!“
    Aber das konnten sie sehr wohl. Das konnte sie ohne das es auch nur eine Menschenseele außer ihm selbst und den unglückseligen Wachen mit der Wimper zuckte.
    Opfer für den Sieg würde man es nennen, nur das es keinen Sieg geben würde.
    Auch dessen war sich Türmer bewusst, egal wie er sich nach außen hin und vor den Gefangenen gab.
    Verzweiflung schlug in Zorn um.
    Ein Zorn darauf, dass er hilflos war und nichts mehr tun konnte um sich und sein Land zu retten.
    Und diesen Zorn würde jemand zu spüren bekommen müssen.


    Träge und noch halb im Schlaf fing Newkirk an zu blinzeln, als er schwere Schritte auf dem Gang vor seiner Zelle hörte.
    Er war sich sicher, sie würden vor seiner Tür zum Halten kommen.
    Newkirk grinste kurz. Anscheinend war das schöne Leben für ihn nach einer Woche vorbei... zumindest schön im Gegensatz zu anderen Umgebungen.
    Er würde wieder in seine Baracke kommen. Sicher war es dort etwas wärmer als im Bunker und das Essen war besser, aber da waren auch seine „Kameraden“, wenn er sie noch als solche bezeichnen wollte.
    Es würde nicht lange dauern und er würde wieder hier drin sitzen.
    Die Tür schwang mit einem Quietschen zur Seite und Newkirk sah erwartungsvoll auf.
    Es überraschte ihn nicht, Oberst Türmer zu sehen.
    Mit einem Ächzen und Stöhnen rappelte sich Newkirk auf, stand so stramm es eben ging und salutierte ordnungsgemäß. Er hatte keine Lust auf Streit und wollte jegliche Provokation verhindern.
    „Gefangener 7 –13 , immer noch hier?“
    Newkirk nickte kurz. „Ja, S- Sir.“
    Doch er musste auch kurz stutzen. Die Stimme seines Kommandanten klang süffisant und er trug die gleiche Kleidung wie sonst auch, aber etwas war trotzdem anders.
    Etwas, das sehr entscheidend sein konnte.
    Newkirk bekam eine Gänsehaut. Er war sich sicher, dass dieses etwas nichts Gutes bedeuten würde.
    „Und warum? Gefällt es ihnen hier drinnen so gut?“
    Ein leichtes Zittern stahl sich in die Stimme, dass den Briten selbst auch zum Zittern verleitete.
    „Nein S- Sir. Ich s-s- sitze m- meine gerechte S-S- Strafe ab, S- Sir.“, antwortet er gehorsam und so ausdruckslos, wie es irgendwie ging.
    „Strafe?“
    Ein mitleidiges Lächeln, so falsch wie der Osterhase zu Weihnachten.
    „Da muss ich einen Fehler gemacht haben... wirklich, das kann nur ein Irrtum sein! Wieso sollte ich sie hier zur Strafe sitzen lassen?“
    „Ich w-w- war nach d- der Sp-Sp- Sperrstunde noch a-a- außerhalb der B- Baracke, H- Herr Kommandant und h-h- habe sie be- beleidigt, Sir.“
    Newkirk wurde immer unruhiger. Türmer hatte sich sicherlich nicht über Nacht in einen anderen Menschen verwandelt.
    Er spielte ein Spielchen mit ihm und hatte irgendwas vor. Nur was?
    Türmer nickte langsam. „Ja, das könnte stimmen, 7- 13. Vielleicht war es das, aber nun ist das ja Vergangenheit. Kommen sie doch heraus, hier ist so furchtbar kalt und ungemütlich. Wissen sie was, ich würde mich gerne mit ihnen unterhalten wollen. Es interessiert mich wirklich sehr, was sie über Deutschland denken... und über mich."
    Ein kurzes Nicken vom ihm zu den Wachen und Newkirk wurde an den Armen gepackt und hinaus geschleift.
    Der Brite ging mehr oder weniger freiwillig mit. Jeglicher Widerstand würde den Oberst nur noch mehr reizen, der sichtlich unter Hochspannung stand. Diese Reizung konnte zu härteren „Spielregeln“ führen in einem Spiel, wo er lieber nicht verlieren wollte.
    Draußen wehte Newkirk der kalte Wind entgegen und Schneeflocken verfingen sich in seinen Haaren und Wimpern. Es war lausig kalt und sofort fing seine Brust wieder an mehr zu schmerzen.
    Newkirk versuchte die Einatemluft lange im Mund zu behalten und anzuwärmen, aber richtig helfen wollte es nicht.
    Nach nur ein paar Schritten fing er wieder an zu Husten.
    Sofort trat Türmer neben ihn.
    „Wie ich sehe, haben sie immer noch diese Erkältung. Wirklich lästig, nicht wahr?
    Ich möchte mal sehen, ob ich sie nicht kurieren kann.“
    Zu Newkirks Erstaunen wurde er nicht auf die Mitte des Appellplatzes oder zurück in die Baracken geführt, sondern aus dem Lager heraus in das kleine Häuschen, das dem Oberst wohl als Wohnsitz diente.
    Der Wechsel von warm auf kalt, von nass und windig auf gemütlich trocken beim Betreten der Wohnung, kam für den Briten so plötzlich, das er sich einen Moment wie im Backofen fühlte.
    Neugierig sah Newkirk sich um, doch lange blieb ihm nicht Zeit, in Gedanken die Zeichen für den schlechten Geschmack des Oberst zu studieren.
    Die Wachen schleiften ihn weiter eine Treppe hinunter, die wohl in die Kellerräume führte.
    Es gab hier unten nicht viele Unterschiede zum Bunker, nur das es wärmer war.
    „Hier rein!“, sagte Türmer wieder kurz und Newkirk wurde in einen fast leeren Raum geführt.
    Nachdem er durch Handschellen und eine lange Kette an die Wand gefesselt worden war, gingen die Wachen wieder und nur Türmer blieb mit ihm in dem Raum, als die schwere Türe sich schloß.
    Newkirk schluckte schwer.
    „Und, wie gefällt es ihnen 7- 13?“
    Türmer drehte sich einmal mit ausgestreckten Armen um die eigene Achse. „Gemütlich nicht? Man hat soviel Platz zum... Austoben.“
    Newkirk sah mit einem Grinsen auf. Er hatte eine Befürchtung, wie dieses Spiel enden würde. Oder war es mehr eine Hoffnung? Er wusste noch nicht genau, wie er es beurteilen sollte.
    „G- ganz nett...a-a- aber meinen St- Sterbeort h-h- habe ich mir i-i- immer a- anders vorgestellt.“, antwortete er dem Oberst locker.
    Dieser lachte kurz und es klang noch nicht mal falsch.
    „Nun ja, sicher ihr Flugzeug? Oder direkt an der Front oder in der Heimat?“
    Türmer wartete nicht auf eine Antwort, sondern sprach gleich weiter.
    „Aber sie werden hier nicht sterben, mein lieber... wie heißen sie eigentlich?“
    „Peter N-N- Newkirk.“, antwortete ihm Newkirk wahrheitsgemäß.
    Er würde hier nicht sterben, aber was dann?
    „Ich w- werde h-h- hier nicht st- sterben...okay... a-a- aber ich werde m-m- mir wünschen zu st- sterben, o-o- oder?“ Der Brite fragte offen ohne jede Verstellung. Wenn der Oberst das so machte, warum dann nicht er auch? So schienen zumindest derzeit die Spielregeln zu lauten.
    Wer konnte am längsten die gute Miene aufrecht halten...
    Türmer überlegte kurz.
    „Tja Peter... das weis ich nicht. Aber reden wir nicht von solchen...unangenehmen...Dingen. Wie geht es deiner Erkältung? Ich wollte ja etwas dagegen tun, nicht wahr?“
    Türmer kam auf ihn zu.
    Newkirk wich nicht zurück. Er war angekettet und zwei Meter hinter ihm befand sich eine Wand. Es gab keine Fluchtwege, warum also zurückweichen, wenn es das Unausweichliche doch nur kurz hinauszögerte?!
    „Wo tut es denn weh? Was für Beschwerden hast du außer diesem grauenhaften Husten? Klingt wirklich schlimm!“
    Der Oberst stupste kurz gegen Newkirks Brust, sodass dieser einen Schritt zurück wankte.
    „K- keine.“
    „Ach nirgendwo mehr? Und was ist damit?“
    Mit eisernem Griff zog er Newkirks Arme an den Handschellen nach vorn. Die Handgelenke waren noch immer blutig und wund von den Eisenketten, die ihn bei seiner „Übernachtung“ auf dem Appellplatz gefesselt hatten.
    Der Oberst drückte die Schellen fest ins Fleisch, sodass Newkirk aufschreien musste. Seine Handgelenke wummerten und pochten. Für Newkirk fühlte es sich an, als wöllte irgendwas aus seinem Gelenk hinaus ins Freie.
    „Also doch noch ein Wehwehchen, nicht wahr?“
    Er grinste dümmlich und Newkirk nickte. Ehrlichkeit war wohl auch eine Regel...eine, die zumindest für ihn galt.
    „Noch irgendwo?“
    „Ü- überall.“
    Vielleicht würde er mit dieser Antwort aus der Sache herauskommen. Die Spielchen des Oberst wurden undurchschaubarer, aber noch gab Newkirk nicht auf, ihn auf diesem Spielbrett zu schlagen.
    „Und das alles ist meine Schuld, hab ich recht, Peter?“
    „J- ja.“
    Türmer nickte und setzte dann ein nachdenkliches Gesicht auf.
    „Nun ja, das stimmt wohl, das gebe ich ohne zu zögern zu. Aber du kannst aufatmen, Peter. Bald wird es anders sein.“
    Newkirk horchte auf. „W- warum?“, schoß es verblüfft aus seinem Mund.
    „Weil ich gehen werde. Wir alle werden gehen um genau zu sein. Das Lager wird geschlossen wegen...“
    Es schien kurz, als würde der Oberst anfangen zu lachen, bevor er sich wieder fing.
    „...Sparmaßnahmen.“
    Er sah Newkirk nun direkt in die Augen und musste lächeln, als er Überraschung, Freude und Leid zugleich sah.
    „Du kennst dieses Wort, oder? Du warst im Stalag 13 bei Oberst Klink. Das Lager, das auch wegen...Sparmaßnahmen... geschlossen wurde.“
    Wieder der Anflug eines Lachens und langsam wusste Newkirk, was ihn in dieser skurrile Situation gebracht hatte.
    „J- ja.“, nuschelte er kurz und versuchte wieder seine Maske aufzusetzen und das Spiel weiter zu spielen.
    „War Oberst Klink wütend darüber, das sein Lager geschlossen und er an die Ostfront versetzt wurde?“
    Das Zittern kehrte in die Stimme des Oberst zurück, was Newkirk gar nicht gefiel.
    Er würde vielleicht der Gewinner dieses Spiels werden, aber den schwarzen Peter in einem anderen, wirklicheren ziehen.
    „Nein, n-n- nur ä- ängstlich und traurig s-s- soweit ich w- weis.“
    Türmer nickte.
    „Mhhh. das passt zu Klink. Aber weißt du, Peter...ich bin wütend darüber...sehr wütend sogar...“
    Das Zittern nahm überhand. Türmers Gesichtszüge gaben der Wut nach.
    Türmer hatte verloren, das Spiel war beendet, aber die Hölle für Newkirk begann.




    Und wie wars?
    Gespannt auf die Fortsetzung? ;)
    ich verspreche ich werde mich beeilen!

  • is echt klasse.....armer oberst......warte ganz gespannt auf die Fortsetzung

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  • *breit grins*
    ein kleiner schlag für türmer aber große schmerzen für newkirk...
    oder doch ein großer schlag für türmer... wobei eher gegen ihn...


    danke für den "schwarzen peter" *leuchtpfeile wieder einsammel*
    wenn du beim nächsten mla wieder solange brauchst, um meinen hinweis zu verstehen, schicke andy zum pfeile schießen...
    ach ne...
    besser nciht...


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  • Oh, wie gemein, gerade an dieser Stelle aufzuhören!!! ;) :D


    Echt super Kapitel!!!


    Und ob ich auf die Fortsetzung gespannt bin!


    @beeilen
    Wir nehmen Dich beim Wort. ;) :D :) Meine Fingernägel werden es Dir danken. :D

  • juhuu es geht weiter :D


    Aber ich weiß nicht so recht wer mir mehr leid tut, Türmer oder der arme Newkirk...


    Hoffentlich gehts bald weiter :D

    In jeder Minute die man mit Ärger verbringt, versäumt man 60 glückliche Sekunden


    William Somerset Mayham

  • Super spannend.
    Boah da bleibt einem ja der Atem weg. Wie geht es denn weiter?
    Schnell weiterschreiben büdede *bettel*

  • Urgs....



    Also ich bin demnächst erstmal im Umzugsstreß und ne neue Arbeitsstelle hab ich auch.
    Könnte also etwas dauern.
    Ich verspreche euch, sobald es geht weiterzuschreiben, habe aber keine Ahnung wann ich das nächste Chapter on stellen kann.


    Nur soviel sei gesagt...
    Alle die hoffen, die Leiden der Helden seien vorbei, haben sich geirrt...*evilgrien*
    Sie werden noch einiges durchzustehen haben!
    Ob sie allein oder zusammen leiden werden, lasse ich offen, seid also gespannt! :D



    Gruß
    Taddl


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    The post was edited 1 time, last by iago ().