Das Schicksal einer Einzelnen

  • Ooooooky. Also erteinmal vorweg: Bitte vergebt mir für diese Arbeit. Ich bin reade ziemlich melancholisch drauf, es ist mitten in der Nacht und dies hier ist der erste Text seit einiger Zeit, den ich geschrieben habe. Also, wenn's euch nicht efällt sagt es ruhig. [Blocked Image: http://www.mysmilie.de/smilies/verwirrt/2/31.gif]


    Eure Anni


    Das Schicksal einer Einzelnen


    „Also, dann wollen wir mal beginnen.“, Dr. Schäfers Stimme war ruhig. Es war genau diese Art von Tonlage, die man von einem Psychiater erwartet. „Sie haben einen ganz normalen Tag erlebt. Ist das richtig?“


    „J-Ja. Ich denke schon.“, ein starkes Zittern lag in ihrer Stimme.


    „Wieso sind Sie sich nicht sicher, Frau Erlbach?“, seine Augen lagen auf ihr und sie begann nur noch mehr zu zittern.


    Dort saß sie. Zusammengekauert auf der Couch, die für alle Patienten gedacht war, die Arme um ihre Beine geschlungen und am ganzen Körper Zitternd. „Weil“, begann sie „weil ich schon seit langem nicht mehr weiß, was normal ist und was nicht.“


    Nachdenklich nickte der Docktor und kritzelte seine Notizen auf ein Blatt Papier. „Würden Sie näher beschreiben, was seit unserem letzten Treffen passiert ist?“ Stille. Als die Antwort ausblieb sah er wieder auf. „Frau Erlbach?“


    Sie sah ihn nur an und schüttelte den Kopf. Die angsterfüllten Augen weit aufgerissen und leise wispernd. „Nein, nein, bitte nicht…nein…nein…“


    „Frau Erlbach, es gibt nichts, wovor Sie sich fürchten müssen. Schauen Sie: Sie sind hier und ich bin hier. Sonst niemand. Nur Sie und ich.“


    Sie sah sich unruhig im Zimmer um, als wolle sie feststellen, dass er sie auch nicht anlog. Dann viel ihr Blick wieder auf den Mann vor ihr.
    Schließlich nickte sie.


    „Gut.“, sagte Dr. Schäfer beruhigend. „Wir kennen uns doch schon lange. Vertrauen Sie mir?“


    Nach einigem Zögern nickte sie wieder, den Klammergriff um ihre Beine leicht lösend.

    Er sah sie über seien Brillengläser hinweg an.
    „Wovor haben Sie dann Angst?“


    Sie fuhr wieder zusammen.
    „Vor…vor meinem Mann.“, flüsterte sie kaum hörbar.



    Dr. Schäfer seufzte innerlich. Er kannte die Akte dieser Frau nur zu gut. Immerhin betreute er sie schon seit mehr als einem Jahr. Sie litt unter Angstzuständen, die durch ihren Mann verursacht wurden, indem er sie ständig anschrie. Vielleicht schlug er sie auch. Sie stritt es ab, allerdings erzählten die blauen Flecke und Blutergüsse, die jedes Mal, wenn er sie traf zu sehen waren eine ganz andere Geschichte. Frau Erlbach war eine zarte Seele. Sie brachte es nicht fertig sich zu währen, sooft er ihr es auch eingeprägt hatte.
    ‚Armes Geschöpf.’, dachte der Docktor traurig.


    „Aber er ist nicht hier. Sie müssen sich nicht fürchten. Er hört sie nicht.“, versuchte er sie zu beruhigen.


    Sie hielt die Luft an und sah ihn mit einem unergründlichen Blick an. „Geister hören alles.“, erklärte sie.


    Mit dieser Aussage konnte er nichts anfangen. Nachdenklich machte er sich wieder Notizen.
    Sie hatte doch wohl nicht? Nein, das traute er ihr nicht zu.


    „Dr. Schäfer?“


    Er schaute auf, während sie ihren Blick senkte und ihre Füße ansah.


    „Ja?“


    „Sie, Sie haben mir doch einmal gesagt, dass ich mich wehren soll. Also, gegen- gegen meinen - Mann.“ Es fiel ihr sichtlich schwer das letzte Wort auszusprechen.


    „Ja, einige Male.“, antwortete er, während er seinen Stift zur Seite legte.


    „Ich- Ich habe es getan. Mich gewehrt.“


    „Ja?“, er war überrascht. Sehr sogar. „Das ist doch gut. Wie fühlten Sie sich dabei und was ist mit ihrem Mann?“


    Sie löste ihren Blick von ihren Schuhen und sah ihn mit Augen an, die alle Gefühle dieser Welt wiederzuspiegeln schienen.


    „Tot.“



    ~*~Ende ~*~

    Howling ghosts they reappear
    In mountains that are stacked with fear
    But you're a king and I'm a lionheart.

  • Nein, die Geschichte ist gut!


    Vielleicht, wenn du sie nochmal irgendwann überarbeiten solltest, arbeite mit mehr Emotionen, schildere nicht nur ihr Zittern, beschreibe mehr wie der Arzt sie in dem Jahr erlebt hat. Damit noch viel viel mehr die Verzweiflung und Angst dieser Frau heraustritt... Im Moment muss man sich da so das meiste dazudenken, damit die ganze Sache richtig rundum ausgefüllt wird.


    Und: nachts ist die beste Tageszeit, gute Geschichten zu schreiben ;)

  • Wow! Mir läuft gerade ein Gänsehautschauer nach dem anderen über den Rücken.


    Ich finde die Story auch gut und daß man sich das meiste dazudenken muß, ist doch eigentlich gar nicht so übel. Mir gefällt´s, wenn solche Story´s einen zum Nachdenken anregen.


    Wirklich klasse geschrieben.

  • Ich meinte keine Details über das, was die Frau getan hat; sondern vielleicht wie es ihr ergangen ist, wie es ihr jetzt geht... Damit würde man den zum Nachdenken anregenden Faktor - meiner Meinung nach - nicht wirklich verringern, im Gegenteil...


    An dem was sie getan hat, würde ich auch keine Details mehr anfügen, das ist so schon richtig, um die gewisse Spannung im Raum hängen zu lassen ;)