Das Mondkind

  • Diese Gesichte ist nach einer spanischen Legende oder Sage geschrieben. Loona hat es mal in einem Weihnachtlied sehr schön verarbeite und da ich sie sehr schön finde und das Lied bei mir Momentan ein Ohrwurm ist, habe ich sie so geschrieben, wie ich sie mir vorstelle.
    Viel Spaß beim Lesen!




    Das Mondkind


    Vor langer, langer Zeit ist es geschehen...
    Eine Zigeunerin stand in einer Vollmondnacht auf den höchsten Hügel, den sie von dem Zeltlager ihrer Sippe aus, besteigen konnte.
    Die ganze Nacht lang stand sie dort oben und flehte den vollen Mond an. Sie klagte ihm von ihrem Leid, dass sie keinen Mann finde.
    Sie weinte und schluchzte und flehte den strahlenden, weißen Himmelsbegleiter der Erde an.
    „ Schick mir einen Zigeuner! Der mich heiratet! Einer der mich Liebt! Einen stolzen, starken Mann der mich beschützt. Der mich in seinen starken Armen sicher hält. Oh schick mir einen starken, schönen Zigeuner! Einen Gita!! Du hast die Kraft starker Mond... bitte erhöre mein flehen!“
    Sie flehte und weinte... sie viel auf die Knie und bettelte den Mond an, der auf sie herabschien mit seinen silberweißen Licht.


    Schließlich beschloss der Mond ihr flehen und weinen ein Ende zu bereiten. Er sprach leise und sanft, wie eine Wiegenmelodie, zu ihr. Er tröstete sie und schlug ihr einen Handel vor:
    „Einen Gita sehe ich. Der genau so und noch schöner ist, wie in deinen glücklichsten und schönsten Träumen! Ich gebe ihn dir nur unter einer Bedingung... euer erstes Kind soll mir gehören!“
    Die Zigeunerin willigte sofort ein und der Mond der unheimliche Kräfte besaß und zu der damaligen, Zeit immer als Vollmond am Himmel stand, schickte ihr einen Mann.
    Es war ein dunkelhaariger und braungebrannter starker Gita. Kurz darauf heirateten die beiden, wie der Mond es ihr in jener Nacht, als sie flehend auf den Hügel stand, versprochen hatte.
    Und neun Monate später wurde ihr Kind geboren...


    Doch der Säugling hatte nicht die dunkle Haut seines Vaters und seiner Mutter. Seien Haut, war weiß wie frische gefallener Schnee. Auch hatte das Neugeborene nicht die kohlschwarzen Augen, seines Zigeunervaters und auch nicht die sanften, braunen und so verträumten Augen seiner Mutter. Nein die Augen des Kindes waren so eisgrau wie die Krater des Mondes, dem er seine Geburt zu verdanken hatte.


    Als der Gita das Kind sah packte ihm der Zorn. Mit wüsten Beschimpfungen, schlug er auf seine von der Geburt geschwächten Frau ein. Er fühlte sich zu tiefst ein seiner Ehre und seinem Stolz verletzt. Und er schlug immer wieder zu, bis seine Frau weinend auf die Knie fiel. Er schrie sie an mit wem sie ihn betrogen hatte und raste vor Zorn.


    Unter dicken Tränen gestand sie ihm von ihrem Handel mit dem Mond. Sie schluchzte und versicherte ihn, dass sie ihn doch liebe und das Kind dennoch seines sei.
    Aber ihr Mann hörte sie vor Wut nicht....
    Er packte sein Messer und erstach seine Frau damit. Sie viel Tod zu Boden. Aber auch dieser Anblick besänftigte den eifersüchtigen Gita nicht...
    Er ging zu dem Baby das unschuldig, nackt auf den Bett lag. Er packte es grob in einen Tuch ein und trug es auf den höchsten Berg Spaniens.
    Dort legte er das kleine Bündel auf einen riesigen Felsstein und verließ es ohne sich noch einmal umzusehen um weiter zu ziehen, weit weg von diesem Ort der Schande, wie er es nannte. Er begab sich auf die Suche nach einer neuen Frau und Zukunft. Eine die für ihn bestimmt ehrenvoller sein würde...


    Das Baby lag nun ganz alleine auf den zugigen Berg. Niemand fand es und schenkte ihm ein warmes, glückliches zu Hause.
    Doch das Baby starb nicht!
    Der Mond der bis jetzt immer ganz einsam und alleine gewesen war beschütze das Kind vor dem sicheren Tod. Jetzt hatte er jemanden der ihn brauchte und er war nicht mehr so alleine in den dunkeln Nächten.
    Er ersetzte den kleinen Jungen seine Eltern. Er wachte über ihn und gab ihn mit seiner magischen Kräften alles was er brauchte. Nahrung, Wärme und Geborgenheit.


    Der Mond veränderte sich auch für sein Kind. Er war nicht mehr immer ganz voll, was die Menschen überall auf der Welt in erstaunen und oft auch in Angst versetzten.
    Denn der Mond stand nur noch so lange voll am Himmel, wenn es seinem Baby gut ging.
    Wenn es dem weißen Säugling mit den eisgrauen Augen schlecht ging und es herzzerreißend zu ihm weinte, nahm er ab um für ihn eine Wiege zu sein.
    Er wiegte das Mondkind, dann in seiner sichelförmigen Gestalt, so lange bis es sich wieder beruhigte und voll Geborgenheit lachte oder zufrieden schlief. Dann konnte der Mond wieder zunehmen und den Erdbürgern sein bezauberndes und beruhigendes Licht schenken.


    Bei jeder klaren Nacht und manchmal auch am Tag kann man nun sehen wie es dem Mondkind geht und ihm tröstende Worte zusprechen, auch wenn man noch so weit entfernt von dem höchsten Berg in Spanien lebt.
    Vielleicht hört man es dann ganz leise lachen...


    Ende

  • Schööön... traurig, aber schön :)


    Das ist eine total schöne Interpretation von dem Lied, auch wenn sie ein bisschen traurig ist!

    In jeder Minute die man mit Ärger verbringt, versäumt man 60 glückliche Sekunden


    William Somerset Mayham

  • Eigentlich kann ich Wilma nur zustimmen...Die Story ist so schön, und so traurig!
    Ich glaub im Spanischunterricht hab ich schon mal was von dieser Legende gehört (Aber naja, no comprende. *g*)
    Jetzt weis ich endlich worum es darin geht! :))