• Also meiner Meinung nach sind die Feldzüge von Napoleon und Hitler gleich.Jedenfalls haben beide im Osten die entscheidene Niederlage bekommen.Beide kamen auch nicht ganz legal zur Macht.Doch,Napoleon ist mir um einiges sympatischer.Allein schon darum weil er seine Niederlage am Ende einsah und ins Exil gegangen ist.

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    Original von Generaloberst
    [...]Doch,Napoleon ist mir um einiges sympatischer.Allein schon darum weil er seine Niederlage am Ende einsah und ins Exil gegangen ist.


    Napoloen ging nicht freiwillig ins Exil. Napoleon wurde nach Elba verbannt. Damals erlaubte man ihm noch, einen kleinen Stab mitzunehmen. Aber von Elba ist er nach (ich glaube) 2 Jahren wieder geflohen. Er kam zurück nach Frankreich, zettelte einen kleinen Bürgerkrieg an, setzte den damaligen rechtmäßigen Nachfolger der Bourbonen ab und machte sich selbst wieder zum Kaiser. Nach 100 Tagen wurde seine Armee bei dem kleinen, vollkommen unbedeutendem Dorf in Belgien (Waterloo) geschlagen und er wurde nach St. Helena interniert. Von dort kam er dann nicht mehr zurück.


    Was ich eine nette Anekdote über Napoloen finde, ist seine Krönung zum Kaiser. Die Zeremonie des Papstes hat ihm nämlich zu lange gedauert, so dass er sich die Krone selbst aufgesetzt hat und danach Josephine zur Kaiserin gekrönt hat *g*


    Ach ja, und zur Schuldeingestehn von Napoleon: In seinem Memoaren selbst hat er geschrieben, dass er doch nur jedem Freiheit bringen wollte... aber nachdem man ihn endgültig verbannt hat. Ausserdem hat er versucht sich umzubringen nachdem er geschlagen wurde. Nicht besonders heldenhaft, wenn man noch nciht mal für seine Felher grade stehen möchte...

    Alles in allem bin ich wohl eine Art Napoleon-Fan. Nicht, dass ich seine Kriege oder ähnliches befürworte, aber was er damals alles, auch gutes (z.B. Code Zivil) geschaffen hat war schon enorm. Und ausserdem gibt es hier in meiner Gegend sehr viele Blücherdenkmale. Da muss man sich schon notgedrungen mit der Geschichte auseinandersetzten. Und dazu gehört mindestens ein Besuch auf der Pfalzgrafenstein.

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    Original von Darla
    Was ich eine nette Anekdote über Napoloen finde, ist seine Krönung zum Kaiser. Die Zeremonie des Papstes hat ihm nämlich zu lange gedauert, so dass er sich die Krone selbst aufgesetzt hat und danach Josephine zur Kaiserin gekrönt hat *g*


    Alles in allem ist es so abgelaufen, dass Napoleon zuerst den Papst nach Paris zitiert hat, was eigentlich schon ungehörig war, diesen dann stundenlang sitzen lassen hat, in dem er sich selbst zu seiner eigenen Krönung um Stunden "verspätete". Und die Handlung, sich selbst die Krone aufzusetzen ist für mich auch eher ein Zeichen seiner Arroganz und Herrscher-Süchtigkeit. Für mich hat er damit den Papst absichtlich in den Boden gerannt und sich selbst noch höher auf den Sockel gestellt durch die Selbstkrönung. Nicht sehr - ähm, sympathisch.


    SEHR viel sympathischer ist mir einer seiner Marschälle - Jean-Baptiste Bernadotte, welcher heute aber geschichtlich fast völlig unbekannt ist und auch im GANZEN Militär-Museum in Paris mit Abteilung Napoleon ist kein einzigstes Bild von diesem Marschall zu sehen. Dieser Marschall war ursprünglich einfacher Bürgerlicher aus den Pyrenäen, hat Karriere im Militär gemacht und es bis zum Marschall und auch Kriegsminister geschafft - was er allerdings nur sehr kurz war aufgrund dessen, dass Napoleon wohl keine großen Sympathien für ihn hatte. Er hat damals die besetzen Gebiete in Deutschland um Hannover verwaltet - mit großen Erfolg!! - und durch Umstände Kontakte nach Schweden geknüpft. Dadurch wurde er letztendlich als Kandidat für die schwedische Thronfolge ausgesucht, als das dortige Königshaus von Wahnsinn befallen war, ich drücke es mal so aus, und der alte König zu alt war und es keinen Nachfolger gab. Bernadotte hat die Thronfolge angenommen, hat sich aus der franz. Staatsbürgerschaft entlassen. Er hat die Fäden gespannt, die Napoleon in Russland und bei der Völkerschlacht von Leipzig zum Sturz gebracht haben, auch wenn er sich im Hintergrund gehalten hat und den anderen Herrschern das Feld überlassen hat.
    Übrigens ist die Dynastie Bernadotte heute noch in Schwedens Königshäusern...


    Nachtrag: Seine Verfassung, die er Schweden gegeben hat, war auch eine der freihesten etc. der damaligen Zeit, wie jetzt genau, weiß ich nicht mehr, habe die Biographien auch leider nicht mehr zur Hand...

  • Wieviel gutes der alte Napoleon auch gemacht hat, für mich bleibt er ein herrschsüchtiger Kriegstreiber. Er wollte ganz Europa und noch mehr unterwerfen. Dieser Mann hat zwar keine KZs aufgemacht, aber er ist für mich trotzdem Frankreichs Hitler. Er hat für die damalige Zeit genug Witwen und Waisen gemacht.

  • Was mir auch an Napoleon imponiert ist, dass er es geschafft hat als Angehöriger eine Minderheit (er war noch nicht mal Franzose, gebürtiger Korse) eine Generalstitel bekam und sich seine Sporen in den Strassen von Paris bei Kämpfen gegen die Royalisten verdiente. Und auch, dass er später als Feldherr des Italienarmee oder der Armee von Frankereich immer noch in erster Reihe mitgekämpft hat.
    Wie schon früher gesagt, ich bewundere nicht seine Ziele für die er kämpfte, sondern, dass er mitkämpfte. Die 'Verantworltlichen' stehen sonst nur sehr selten in der ersten Reihe.


    Oder die Beziehung zu Josephine... sehr romantisch und sehr traurig. Das Leben schreibt eben noch die besten Lovestories. Ich bin fest der Überzeugung, dass er sie bis zum Schluss (über die Scheidung hinnaus) geliebt hat.

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  • Natürlich hat er Josephine auch wegen ihrem Geld geheiratet. Aber geschieden hat er sich von ihr nicht, weil sie sich nicht mehr liebten, sondern weil sie keine Kinder bekommen konnte, er aber zeugen konnte...


    Mit Josephine hatte er immer einen regen Briefkontakt mit nicht unbedingt jugendfreiem Inhalt. Ausserdem trafen sie sich auch immer wieder und sie war wohl die einzige, die ihn wirklich verstand. Ich wette die hatten noch Gefühle füreinander.


    Und Napoleon konnte von ziemlich vielen Frauen nicht lassen. *g*

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    Original von Darla Natürlich hat er Josephine auch wegen ihrem Geld geheiratet. Aber geschieden hat er sich von ihr nicht, weil sie sich nicht mehr liebten, sondern weil sie keine Kinder bekommen konnte, er aber zeugen konnte...


    Darla - ist jetzt nicht persönlich gemeint, nur eine kleine Korrektur zum Zitat oben:
    Napoleon hat Josephine nicht wegen des Geldes geheiratet, sondern weil sie über sehr gute Verbindungen zu Paul Barras (der damals einer der einflußreichsten Direktoren der neuen Regierung war) verfügt (nebenbei gesagt, war Josephine damals auch die Geliebte von Barrass). Napoleon selbst war ja zu der Zeit (um 1795/1796) noch ein unbedeutender Brigadegeneral mit großen politischen Ambitionen, aber ohne Geld und einflußreiche Gönner.
    Durch den Kontakt mit Josephine (die damals noch Rosé de Beauharnais hieß) kam er auch in Kontakt mit Barras.


    Ja, Napoleon soll Josephine sehr geliebt haben (was nicht immer so sehr auf Gegenseitigkeit beruhte, da auch Josephine einige Liebhaber gehabt haben soll) und auch er hatte sehr unter der Kinderlosigkeit gelitten. Daß die Ehe schließlich doch scheiterte, ist aber nicht nur Josephine's Schuld - auch Napoleon's Familie war sehr daran gelegen, die verhaßte Kreolin (Josephine stammt von der Insel Martinique) los zu werden.


    Hier ist nochmal ein kleiner Literatur-Hinweis für alle, die es interessiert, wer die wichtigsten Frauen im Leben von Napoleon Bonaparte waren:


    Autor: Stefan Gläser
    Titel: "Frauen um Napoleon"
    Piper Verlag München, 2004
    ISBN: 3-492-23811-4; Preis: 8,90 EUR

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    Original von Schultzie
    Daß die Ehe schließlich doch scheiterte, ist aber nicht nur Josephine's Schuld - auch Napoleon's Familie war sehr daran gelegen, die verhaßte Kreolin (Josephine stammt von der Insel Martinique) los zu werden.


    Aber Napoleon war auch sehr gelegen, dass er endlich einen männlichen Nachfolger bekommt. Ohne ihn, den er ja von josephine nicht bekam, wäre Napoleons Traum von einer Dynastie nicht verwirklichbar gewesen.


    Danke für den Buchhinweis.

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