Lightsaber meets Sturmgewehr - Das ultimative Cross-Over


  • Ein streng geheimes Projekt der Luftwaffe und Donnerwetter! Haben sich die Deutschen da etwa gerade ein UFO unter den Nagel gerissen? Wem die Nazis ihre geheime Technologie WIRKLICH zu verdanken haben und wie Hogan's Helden darin verwickelt sind, dieses zu vereiteln, erfahrt ihr in diesem kleinen Fun-Crossover von Star Wars und Ein Käfig voller Helden. Wer gespannt darauf ist, wie ich diese zwei Welten verbinde, der sollte unbedingt dran bleiben!


    (Es handelt sich in dem Teil "Star Wars" um meine eigenen Charaktere aus meinem eigenen Roman! Diese Geschichte ist beim Verfassen meines Romans so nebenbei gekommen, da ich auch gerade gerne Kathis Fanfiction verfolge. Diese Handlung hat keinen Einfluss auf meine Geschichte und ich habe mich auch bemüht so wenig wie möglich davon zu spoilen, da ich meinen Roman noch nirgends veröffentlich habe. Mit dieser "Fun" Story werde ich mich etwas austoben, meinen Schreibstil üben und ungehemmt darauf los zu schreiben, ohne Angst haben zu müssen, dass es nicht "perfekt" ist. Lob und Kritik nehme ich wirklich gerne entgegen, um mich weiterzuentwickeln!)


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    starring


    OC Sahtara als Sith-Lord

    OC Celestis als Jedi-Ritter

    OC Arron Loehr als imperialer Kampfpilot

    OC Hauptmann Richter als Außenpostenleiter (Norwegen)


    Col. Robert E. Hogan

    Col. Wilhelm Klink

    Sgt. Hans Georg Schultz

    Cpl. Louis LeBeau

    Cpl. Peter Newkirk

    Sgt. Andrew Carter

    Sgt. James 'Kinch' Kinchloe

    General Albert Burkhalter

    Maj. Wolfgang Hochstetter



    1 Eine heikle Mission


    DIE KRIEGERIN SAHTARA erwachte augenblicklich aus einem traumlosen Schlaf. Das geschah so rasch, dass sich ihre Sinne erst langsam die Orientierung fanden. Ihr Geist spähte nach naheliegenden Individuen. Sie erblickte ein fensterloses Zimmer. Wände, Decke und Boden waren gleichermaßen aus Durastahlplatten. Ihr Schafgemach war so schlicht, dass sie schon mit einem Griff zur Seite den Rand davon ertasten konnte. Sie befand sich in ihrem Quartier auf dem imperialen Schlachtkreuzer ihres Meisters. Dieser befand sich im All und durchquerte gerade das heimische Dromund-System.
    Ihr Kopf hämmerte vor Schmerzen und ihre Hände drückten sich gegen die Schläfen. Bruchstücke von Erinnerungen an den gestrigen Abend tauchten in ihren Gedanken auf. Sie und ihre Crew hatten ihre kürzlich getätigten Errungenschaften mit viel alkoholischen Getränken gefeiert.
    Sie riss sich hoch und ihre Augen späten ein energisch blinkendes Licht an der Konsole zu ihrer Tür. Sie streckte ihren Geist aus und machte die Präsenz eines rangniederen Militärs aus. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hatte dieser Wohl eine Nachricht einer Person zu verkünden, die im Rang über ihr stand. Niemand sonst hätte es sonst je gewagt, sie ungefragt zu stören.
    Benommen torkelte sie zu der kleinen Waschzelle und versuchte einen klaren Gedanken zu fassen. Sie klatsche sich einen kühlen, feuchten Lappen ins Gesicht. Es konnte sich um niemand anderem wie ihren Meister handeln, der wahrscheinlich darauf bestand, dass er sie sprechen wollte. Sie fragte sich, welche Art von Mission dieser nie zur Ruhe setzender, verbitterter Sith schon wieder parat hatte.
    Eilig streifte sie sich eine dunkle Tunika, einfache Stoffhose und nicht zu vergessen, ihren dunkle und großzügige Robe an. Sie zog sich die Kapuze tief ins Gesicht. Das würde sie nicht nur theatralisch wirken lassen, sondern auch ihre Augenringe und den Kater verbergen, mit dem sie sich gerade plagte. Sie schnürte sich ihre Roben mit einem Waffengürtel eng an die Taille, an dem sie ihre beiden Lichtschwerter befestigte.
    Sie spürte, wie sich langsam Ungeduld im Geiste der Person hinter der Tür ausbreitete. Gleichzeitig keimte Angst in ihm auf, in seinem Botengang versagt zu haben, da er noch keine Antwort erhalten hatte. Sahtara grinste dabei selbstgefällig und übte einen bedrohlichen Gesichtsausdruck im Spiegel und ließ ihn noch etwas schmoren.
    Die schwarzen Handschuhe waren der letzte Schliff ihres schlichten Outfits und mit selbstbewussten Schritten glitt sie zur Tür hinüber. Glücklicherweise hatte sie die Konsole an der Tür auf stumm gestellt. Sie wüsste nicht wie genervt sie reagiert hätte, wenn dieses durchdringliche Piepen der Klingel sie wach gemacht hätte. Sie bediente sich ihrer Machtkraft, um den Schießmechanismus der Türe zu entriegeln. Augenblicklich huschte diese zur Seite. Ein blass aussehender junger Bursche stand vor der Tür. Er salutierte mit militärischem Gruß und stand stock steif da.
    „M-mein S-sith-Lord“, stotterte dieser.
    „Was ist los“, erwiderte sie genervt und tat bedrohlich einen Schritt näher.
    „I-ich h-habe eine d-dringende N-nachricht vom Darth“, verkündete er und senkte seinen Kopf in demütiger Haltung.
    „Sprechen Sie und kommen Sie gefälligst auf den Punkt“, verschränkt sie die Arme. „Ich bin heute nicht in Stimmung für Dialoge, die der Etikette entsprechen.“
    Ihr Gesichtsausdruck verhärtete sich und sie konnte die Angst dieses jungen Mannes vor ihrer Präsenz regelrecht spüren.
    „Der Darth erwartet Euch so schnell wie möglich auf der Brücke. Er hat etwas mit Euch zu besprechen.“
    Eine einzelne Augenbraue erhob sich aus Sahtaras sonst steinernen Gesichtsausdruck.
    „Mehr nicht? Und dafür machen Sie so einen Aufriss?“
    Der Mann presste die Lippen zusammen und wusste offensichtlich nicht, ob er darauf reagieren sollte.
    „Na schön“, machte die Sith-Kriegerin eine wegwerfende Handbewegung. Sie können gehen. Sie können sich schon einmal sputen, um dem Darth auszurichten, dass ich unterwegs bin.
    „J-jawohl, mein Sith-Lord“. Der Mann salutierte übereifrig, nahm die Beine in die Hand und sputete davon. Hätte es auf diesem geleckten, klinisch desinfizierten Kreuzer Staub gegeben, hätte er ihn sicherlich aufgewirbelt, so eilig wie er es auf einmal hatte.
    Sahtara kam der Gedanke, ob sie sich noch einmal frisch machen sollte, bevor sie ihrem Meister entgegentrat. Aber sie kam zu dem Schluss, dass es nichts nützte, das unvermeidliche hinauszuzögern. Der Darth würde ihren Kater ohnehin wahrnehmen. Er war so mächtig, dass es ein schwieriges Unterfangen war, seine Aura vor ihm zu verbergen.

  • Ihre schlanke Gestalt stakste entschlossen durch die Gänge. Auf dem Weg zur Brücke machte ihr sämtliches Militärpersonal den Weg frei. Ein Offizier, mit dem sie zur gleichen Zeit im Turbolift fuhr, stand ebenfalls stock steif da und sie sog die Angst, die sie bei ihm spüren konnte regelrecht ein. Es handelte sich um weiteres Futter, dass ihre dunkle Seite zur Macht nähren würde. Immer wenn sie imperialen heimischen Boden betrat, genoss sie die Ehrfurcht der Menschen, die sie vor ihr hatten.
    Der Lift kam auf dem Brückendeck an und es trennten sie nur noch wenige Schritte zu ihrem Meister. Das gleichmäßige Klacken ihrer Stiefel kündigte ihre baldige Präsenz bei ihm an.
    Sie erkannte den langen, wallenden Umhang und die breiten Schulterplatten ihres Meisters. Er stand mit dem Gesicht gewandt zu dem Transparistahl, der Sicht auf die imperiale Flotte bot.
    Wenige Meter vor ihm machte sie Halt und wartete darauf, dass er das Wort ergriff. Doch er sagte zunächst gar nichts. Er starrte weiterhin auf die Schiffe. Sie tat also noch ein paar Schritte und stand dann direkt neben ihm und tat es ihm nach. Da sie selbst schon den Titel als Lord der Sith trug und schon etliche Schlachten für ihn geführt hatte, nahm sie sich selbst die Freiheit, ein zwangloseres Verhalten ihm gegenüber zu zeigen.
    Das bedeutete jedoch aber nicht, dass sie weniger Respekt vor ihm hatte. Sie sah sich lediglich von Tag zu Tag ihm weiter ebenbürtig zu sein.
    „Meister, Ihr habt um mich gebeten“, sprach sie frei heraus.
    Er drehte seinen Kopf zu ihr und sie erwiderte seinen Blick. Sie erkannte dieses entschlossene Flackern in seinen Augen, was nur bedeuten konnte, dass er wieder was Großes am Start hatte. Ein kleines Frösteln ging ihr über den Rücken, dass sie bis heute vor seiner düsteren Aura nicht geschafft hatte, zu unterdrücken. Sein direkter, harter Blick traf sie und sie wandte sich wieder zur Flotte.
    „Das habe ich“ erwiderte er mit bestimmender und von der Atemmaske verzerrter Stimme. „Ich habe einen Auftrag von enormer Bedeutung, weswegen ich Euch dafür ausgewählt hatte. Ich weiß, dass ich auf Eure Fähigkeiten vertrauen kann.“
    Sahtara erwiderte zunächst gar nichts. Sie sah sich einfach nicht mehr in der Position, ihm die Stiefel zu lecken. Sie wusste, dass sie nur die Lorbeeren ihres Erfolgs erntete, wenn ihr Meister sie als vertrauenswürdige Person anerkennt.
    „Meine Verbindung zum imperialen Geheimdienst hat mir heute Morgen die Zugangscodes auf einem kleineren Raumhafen auf Coruscant übermittelt. Ich möchte, dass Ihr mit Eurem Schiff dorthin reist und mir einige Aufzeichnungen aus dem alten Jedi-Tempel dort bringt.“
    Er sagte das mit einer Gelassenheit, als ob es Nichts wäre. In Sahtaras Augen zeichnete sich jedoch Staunen ab.
    „Wenn ich das richtig verstanden habe, soll ich einfach mal einen Besuch im Herz der feindlichen Hauptstadt wagen, um dort genau was zu tun? Nach Papierkram wühlen? Die Gefährlichkeit dorthin zu kommen ist mir bewusst, aber die Art der Aufgabe ist meiner nicht würdig. Könnte das nicht jeder Agent des imperialen Geheimdienstes tätigen?“
    Der Darth murrte. „Stellt meine Absichten nicht in Frage. Ich benötige dafür jemand, der sich der Macht bedienen kann. Bei diesen Aufzeichnungen handelt es sich nicht um irgendeinen Papierkram, sondern mehr oder weniger um ein altes Artefakt, das nur eine machtsensitive Person aufzuspüren vermag.“
    „Meine Neugier ist geweckt. Aber ist das in Zeiten des Krieges nicht höchst brisant? Die Sicherheitsvorkehrungen haben sich seit dem Überfall auf Coruscant bestimmt vermillionenfacht. Mit Verlaub Meister, aber ich glaube nicht, dass sich die Republik noch einmal so schnell hinters Licht führen lässt.“
    „Eure Bedenken sind begründet. Jedoch gibt es in dem gefallenen Tempel laut Spionageaufzeichnungen kaum noch republikanische Präsenz, er ähnelt mehr oder weniger nach einem Grab. Für die Jedi ist er mehr oder weniger ein Mahnmal und kaum jemand würde es wagen, dort hineinzugehen, um die Toten zu stören.“
    „Wenn Ihr das sagt.“ Sahtara stützte ihren Ellbogen auf den Unterarm und fasste sich an das Kinn. Ihr Interesse war geweckt und sie eiferte schon in Gedanken, wie sie die Mission einem Schiff dieser Größe meistern könnte.
    „Also habe ich Eure Zusage, Lord Sahtara?“
    „Gewiss“, bestätigte sie dem Darth. „Ich habe jedoch Einwände.“
    „Einwände? Sprecht“, forderte ihr Meister ungeduldig.
    „Ich habe meiner Crew gestern Freigang gewährt und momentan sind sie deshalb wohl irgendwo in der Galaxis verstreut“.
    Sahtara bildete sich ein trotz seiner Atemmaske ein selbstgefälliges Grinsen zu erkennen.
    „Das ist kein Problem, Lord“.
    Sie sah ihn fragend an.
    „Ich zähle auf Eure Fähigkeiten, nicht auf die Eurer Crew. Ihr könnt Euch einen fähigen Flugoffizier aus meiner Crew nehmen und auf euer Einsatzziel begeben.“
    Sahtara nickte. Die ganze Zeit hatte sie mit ihrer Crew zusammengearbeitet und sie wusste, dass ihre Ergebnisse auch die Ergebnisse ihrer Crew waren. Dann war sie wohl auf sich gestellt.
    „So sei es“, antwortete sie und beendete den Dialog. Die beiden Sith sahen sich noch eine ganze Weile am Anblick der Sterne und der mächtigen Schiffe der imperialen Flotte satt.

  • ><


    EINE VERTRAUTE STIMME ließ den ranghöchsten Kriegsgefangenen Colonel Hogan aus dem Schlaf erwachen. Draußen vor der Baracke gellte Feldwebel Schultz immer wieder „Apell“. Er rieb sich die Augen. Es herrschte allgemeines Umtreiben. Die Deutschen schienen die Gefangenen heute gefühlt mehrere Stunden zu früh aus den Betten zu treiben.
    Im gemächlichen Tempo erhob er sich aus seinem spartanischen Bettlager und unangenehmes Frösteln überkam ihm, als er sich bei diesen Temperaturen umziehen musste. Es war bereits Ende März aber weit und breit kein Frühling in Sicht. Seit letzter Woche war die Temperatur noch einmal so richtig ins Minus gerutscht.
    Er fluchte in Gedanken und konnte die kleine Sehnsucht nach seiner viel wärmeren Heimat in den Vereinigten Staaten von Amerika nicht gänzlich verdrängen. Ihm war bewusst, dass er jederzeit die Möglichkeit zur Flucht hatte, aber aus Pflichtbewusstsein zu seiner geheimen Operation, die in den letzten Monaten zu einer wichtigen Bastion gegen den Nationalsozialismus gewachsen ist, musste er durchhalten. „Nicht mehr lange“, dachte er in Gedanken und hoffte, das baldige Ende dieses Krieges möge so bald wie möglich kommen.
    Da war lediglich eine Kleinigkeit, die ihn etwas beunruhigte. Das Hauptquartier in London hatte bereits seit zwei Wochen keinen Kontakt mehr zu ihnen aufgenommen. Leichte Nervosität keimte in ihm auf, dass sie die Operation eventuell eingestellt haben könnten, oder dass dem Netz an Widerstandsleuten in Deutschland, irgendetwas Gewaltiges zugestoßen sein könnte.
    Der tranige Alltag holte ihn jäh aus seinen Gedanken, als er die Stimme des Feldwebels erneut hörte und seine Fäuste gegen die Barackentür polterten. Hinter seinem Offiziersquartier bemerkte er, dass auch die anderen Jungs aus seiner Truppe langsam aus dem Schlaf erwachten.
    Der Colonel zog sich den Reisverschluss seiner ledernen Fliegerjacke so hoch wie möglich, in der Hoffnung, er hätte irgendeine Chance gegen diesen eisigen Wind.
    „Guten Morgen, Jungs“, begrüßte er seine Truppe im halbherzig. „Dann wollen wir mal“, versuchte er sie vergebens zum Apell zu motivieren.
    Ein Murren ging durch die Menge. „Bitte, Colonel“, flehte ein kleiner Mann in gebrochenem Englisch. Sein französischer Akzent war nicht zu leugnen. „Muss das sein? Ich bin dafür, dass wir Beschwerde bei der Genfer Konvention einreichen.“
    Zustimmung raunte durch die Menge. „D-die s-sollten es v-verbieten, K-kriegsgefangene b-bei M-minustemperaturen a-antreten zu lassen“, stotterte ein Corporal der Royal Air Force zustimmend.
    „Tut mir leid, ich kann es versuchen aber ich glaube langfristig solltet ihr euch bei der Wetterfee beschweren. Vielleicht sind die Deutschen ja deswegen so verbittert.“ Seine Mitgefangenen lachten zustimmend.
    Der Feldwebel pochte erneut gegen die Tür. „Biddsche Colonal Hogan, tretens doch einfach aus. Das wär für alle Beteiligten am einfachsten. Ich frier mir fei genauso den Allerwertesten ab!“ Seine Stimme klang jetzt flehender.
    „Na kommt, tun wir unserem Schultzi den Gefallen“, grinste der Colonel und machte eine Geste, die Mannschaft nach draußen zu schieben. „Wir schulden ihm für seine Vergesslichkeit noch einen Gefallen.“ Da seine Schusseligkeit maßgeblich dafür war, das seine Operation erfolgreich war, versuchte er den Feldwebel mit so vielen Samtpfoten entgegenzutreten, sofern es seinem Gemüt möglich war.
    Murrend machten sich die Piloten auf den Weg zur Tür. Sie ließ sich nur schwer öffnen und schoben dabei einen Radius in den angesammelten Schnee. Zur großen Überraschung hatte es um dieses Jahr tatsächlich noch einmal ellenhohen Schnee gegeben.
    „Oh, mon dieu!“ fluchte der kleine Coporal. Sie konnten gar nicht anders, als in storchenschritten vor die Baracke zu staksen. Die Mannschaft knurrte missmutig. Die Amerikaner hatten in ihren leichten Schuhen und in ihrer leichten Uniform sehr schlechte Karten.
    „Oans, zwoi, drui, viere, fünfe, sechse“ zählte der Feldwebel die Kriegsgefangenen schnell durch, motiviert von dem Fakt diesen Appell so schnell wie möglich hinter zu bringen. Er war in Gedanken schon längst im Hofbräuhaus bei seiner Leibspeise, „Schweinshaxen mit Knödel und Blaukraut“ verschwunden.
    Er stellte sich anschließend neben die Gefangen und salutierten. Alle warteten nur noch auf die einzige Person, die offiziell die Autorität hatte, dieses Fiasko zu beenden: Dem Lagerkommandanten Oberst Klink.
    Sie konnten ihn bereits schon an der Kommandantur erspähen. Er war jedoch durch die Menge an Schnee verhindert, schnell voranzukommen. Er hatte einer der Wachen eingespannt, den Weg frei zu schippen, bevor er einen weiteren Schritt auf den Vorplatz zukam.
    Der langgewachsene, dürre Mann kam mit entschlossener Grimasse auf die Truppe des ranghöchsten Kriegsgefangenen zu.
    „Alle Gfangene sind anwesend, koana fehlt“, gab der Feldwebel Schultz zum Protokoll
    „Natürlich sind se des“, blaffte der Kommandant. Seine Schirmmütze war innerhalb kürzester Zeit wie ein Muffin mit Puderzucker bestreut.
    „Also denn“, führte der Feldwebel fort.
    „Schnauze Schulz“, unterbrach er ihn in forschem Tonfall. „Ich habe etwas zu verkünden, nichar“ verkündete er und gestikulierte dabei wild mit seinen Armen.
    Im gleichen Moment beobachte der Colonel, wie sich die Wachen am Haupttor damit abmühten, dieses mit all dem angestauten Schnee zu öffnen. Vor dem Tore späten die Lichtkegel der grellen Scheinwerfer mehrerer Lastwagen durch die Dunkelheit.
    „Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte zuerst. Eure verdrießliche Grimassen möchtsch ich mir ja nicht entgehen lassen, nichar“, faselte Klink und grinste dabei hämisch.
    Die meisten Gefangenen schalteten jedoch schon längst auf Standby. Seine schlechten Reden hatten sie satt. Der Kommandant bemühte sich jedes Mal um überflüssigen Heldentum in seinen Reden, verfehlte sein Ziel jedoch genauso oft gnadenlos.
    „In meiner weisen Voraussicht, nichar – ich bin nämlich der Tischer – die sind bekanntlich ja nicht nur gefährlich – sondern auch weise.“
    „Klink, nun kommen Sie mal bitte zum Punkt“, raunte Colonel Hogan genervt und sprach für alle.
    „Schnauze, irgendwann wird es jemanden geben, der Ihr freches Mundwerk weniger tolerieren wird und dann der Arsch ins Wasser, ich meine das Wasser in den Arsch rinnen“, blaffte er ihm entgegen.
    Der Colonel rollte mit den Augen und gab seinen Widerstand mit der Hoffnung auf, dass der Kommandant seine Rede nicht noch weiter verlängern würde. Die anderen Gefangen pusteten warme Luft in die Hände und rieben sie energisch aneinander, um die Kälte in ihren spärlichen und abgenutzten Uniformen irgendwie auszuhalten.
    „Also, wo waren wir stehen geblieben? Ach ja. Meine weise Voraussicht. Ich habe also einen ganzen Berg Schneeschnippen geordert, nichar. Und jetzt wo der Schnee kommt, sind se da. Meine lieben Gefangen, ihr erhaltet die große Ehre, damit hantieren zu dürfen und damit ein Stück deutsche Handwerkskunst zu genießen“, verkündete Klink übertrieben.
    Tatsächlich ging ein verdrießliches Raunen durch die Menge. „Sollten die nicht an die russische Front geliefert werden“, nörgelte Sergeant Carter lauthals aus der Menge und einstimmiges Gekicher schmiss sich dem Oberst entgegen. Klink machte eine genervte Geste mit dem Arm.
    „Also wenn ich es mir anders überlege, vielleicht sollte ich das Personal ausdrücklich anweisen, bei der Verteilung der Rot-Kreuz-Pakete besonders langsam vorzugehen. Denn diese beinhalten dieses Mal gespendete Winterjacken und zusätzliche Decken. Aufgrund der schlechten Wetterlage wurde darauf bestanden und euer ehrbarer Kommandant konnte diese Bitte natürlich nicht abschlagen. Da sehen se mal. Weggetreten“, salutierte er energisch und machte rasch kehrt, um sich nicht noch mehr wie eine Figur aus einer Schneekugel zu verwandeln.
    „Oiso, ihr hobts den Kommandant ghört, jetzt machens erst mal die Packerl auf und dann holt sich jeder ne Schippe“, motivierte der Feldwebel und scheuchte die Meute mit einer Handgeste auf.
    Er ging auf den Colonel zu. „Vergebens mehr Colonel, i hab se ja wirklich gern. Aber da Ihre Truppe immer so viel Heldenmut mit ihrem Mundwerk beweist, hat der Kommandant leider drauf bschdandn, dass ihr euch die Schippen nehmt und euch ans Werk macht.“
    „Keine Sorge Schultz“, tätschelte er ihn auf seine Schulter. „Irgendwie freuen wir uns auch darauf.“ Der Feldwebel machte eine ungläubige Grimasse. Hogan jedoch freute sich in der Tat ein wenig darüber. Er hoffte, es würden sich in den Jacken oder Mäntel versteckte Hinweise vom Widerstand befinden, die seiner Operation zu einer neuen Mission anweisen würde. Er sehnte sich danach, diesem grau-weißen Lageralltag zu entfliehen und nicht grundlos darin zu versauern.

  • 2 Alte Feine


    SAHTARAS STIEFEL KLACKERTEN entschlossen über das Gitter der Rampe, die in die Eingangsschleuse ihres Abfangjägers mündete. Eng gefolgt wurde sie von einem Piloten aus dem Stab des immensen Schlachtkreuzers, in dessen Hangar sich ihr Raumschiff momentan noch befand. Sein Name war Loehr.
    Die junge Frau wies ihn erst vor kurzem dazu an, dass er für einen überaus wichtigen Einsatz hinter den feindlichen Linien auf einem knapp bemannten Schiff benötigt sei. Er erklärte sich ohne große Diskussion und pflichtbewusst dazu bereit, sie auf ihrer brisanten Mission zu begleiten. Er trug seine übliche imperiale Uniform in Grautönen, auf der diverse Abzeichen und der Rang eines Majors prangerten.
    Ihr Schiff war seit dem letzten Einsatz unbewohnt gewesen, aber der an Bord eingesetzte Schiffsdroide 2V-R8 schien gut daran gearbeitet zu haben, ihm nichts davon anmerken zu lassen. Fußspuren und sämtliche Staub- und Schmutzschichten wurden wie immer mit größter Effizient beseitigt und ließen sämtliche Oberflächen wie geleckt wirken.
    Als die beiden Passagiere das Schiff betraten, salutierte er ihnen eifrig entgegen.
    „Ich grüße Sie, mein Lord. Sie sind wie immer in guter Verfassung und habe ich Ihnen heute schon gesagt, dass sie besonders bedrohlich aussehen?“ füllte er seine Begrüßungsrede überschwänglich.
    Sahtara nickte und durchquerte den großen Raum geradewegs Richtung Brücke. Das Schiff war klein, wendig und dadurch imstande, flinke Ausweichmanöver zu vollziehen. Die Geschosse waren jedoch kräftig genug, um großen Schlachtkreuzern zu trotzen. Der Innenraum war groß genug, um eine kleine Crew darin aufzunehmen.
    „2V-R8 an die Gefechtsstation, Loehr an die Steuerkonsole und ich bringe uns an der Sternenkarte auf Kurs“, wies Sahtara die kleine Mannschaft knapp und bestimmend an.
    „Jawohl, mein Sith-Lord“, bestätigte Loehr kurz und betätigte sogleich ein paar Knöpfe und Hebel an der Konsole.
    Die Beleuchtung sprang an und das Cockpit erwachte zum Leben. Sahtara nahm in einem Sitz auf dem erhöhten Plateau in der Mitte Platz. Sie aktivierte eine holographische Sternenkarte.
    2V-R8 saß vorne Links und war für Navigation der Bordgeschütze verantwortlich, falls diese benötigt wären.
    Leichte Vibrationen durchzogen das Schiff und verrieten die angesprungenen Triebwerke. Der Abfangjäger erhob sich mit einem leichten Ruck in die Höhe und der Pilot vollführte ein Wendemanöver, um das Schiff aus dem Hangar hinauszusteuern. Der Schild des Hangars ließ das Schiff passieren und kurz darauf schwebten sie schwerelos im All.
    „Setze Kurs auf Hyperraumroute acht“, befahl die junge Frau.
    „Impulsantrieb aktiviert, setze Kurs“, bestätigte der Major.
    Nicht lange dauerte es und das Schiff befand sich an der Stelle bei den eingegebenen Koordinaten.
    „Initiiere Hyperraumsprung“
    Loehr betätigte einige Knöpfe und nahm den großen Hebel in die Hand und schob ihn langsam nach vorne.
    „Hyperraumsprung in T minus zwei Sekunden.“
    Tatsächlich dauerte es nur knappe zwei Sekunden und die Finsternis des Universums, die durch den Transparistahl lugte, wurde durch die pulsierenden blauen Linien des Hyperraums ersetzt. Die Trägheitsdämpfer machten diesen Sprung lediglich durch einen leichten Stoß deutlich.
    Zufrieden löste Sahtara ihre überschlagenen Beine und erhob sich aus ihrem Stuhl.
    „Auf Bereitschaft bleiben. Kontaktieren Sie mich, sobald wir den Rand der Kernwelten erreicht haben. Wir werden das Schiff manuell nach Coruscant navigieren.“
    „Coruscant?“ erwiderte Loehr und sein Gesicht schien plötzlich blasser geworden zu sein. Die junge Sith konnte sein Herz regelrecht schneller schlagen spüren und bestätigte seine Erschrockenheit nicht mehr als mit einem verschmitzten Grinsen. Sie drehte sich um und glitt mit wallendem Umhang in ihr Quartier.
    Sie würde sich vor ihrem Einsatz noch einmal der Meditation widmen um ihre Sinne für die Präsenz ihrer Feinde sensibilisieren. Die Tür ihres Quartiers huschte zur Seite und ihr Schlafgemacht hüllte sich in eine gedämpfte, rot schimmernde Beleuchtung.
    Sie streifte sich den Schulterpanzer und den Umhang ab, der daran befestigt war. Außerdem löste sie die Schnallen ihrer massiven Stiefel und legte sie bei Seite und knallte sich mit großer Erleichterung im Schneidersitz auf ihr großzügiges Bett.
    Sie öffnete ihre Handflächen, um sich für die Macht zu öffnen und in einem Zustand der Selbsthypnose in sie zu tauchen. Der Strom zur Macht manifestierte sich wie gewöhnlich durch rot schimmerndes Licht, dass an ihrer Haut entlang glitt und sie wie eine flammende Aura umspielte.
    Sie schloss die Augen und der Schiffskörper, sowie alle näheren Individuen verblassten in ihrem Geiste, während sich ihre Sinne darauf konzentrierten, sich in die Weite zu strecken.
    Rasch bemerkte sie dabei eine Anomalie, die sie noch nicht in der Lage war, zu identifiziere. Just in dem Moment, als sie sich darauf konzentrieren wollte, was diese Anomalie hervorrief, riss ein gedämpfter Warnton ihren Geist aus dem Strom der Macht und ihre Augenlieder schnellten wie ein Blaster-Schuss nach oben.
    In Socken tapste sie an ihre Tür und schob sie nur durch eine Handbewegung in der Luft mithilfe ihrer Machtkraft zur Seite. Sie sah in das Besorgnis erregendes Gesicht ihres Flugoffiziers.
    „Was ist los? Sprecht“, raunte sie ihn an.
    „Die Schiffssensoren haben ein anders Schiff auf der gleichen Hyperraumroute geortet. Es befindet sich nicht weit von unserem. Wir sind außerdem kurz davor, den Rand der Kernwelten zu erreichen.“
    „Gibt es Grund zur Annahme, dass uns dieses Schiff auf den Fersen ist?“
    „Ja, mein Lord“ bestätigte er knapp. „Die Sensoren zeigen an, dass es uns allmählich immer näher kommt.“
    „Dann wollen wir mal sehen, wer genug Mumm in den Knochen hat, mich herauszufordern“, antwortete sie schnippisch und tapste weiter in Socken aus ihrem Quartier.
    Major Loehr huschte eilig an seine Position und initiierte den Übergang in den normalen Raum. Sahtara huschte zur Brücke, um aus dem großflächigen Transparistahl in das Weltall zu sehen. Die beruhigenden blauen Wellen des Hyperraums wurden durch Schwärze und den Anblick vieler Sterne ersetzt. Das Schiff fiel aus dem Hyperraum. Weit und breit war jedoch nichts anderes zu sehen.
    Plötzlich erschien jedoch zweites Schiff ähnlich ihrer Größe direkt vor ihnen. Es schien ebenfalls aus dem Hyperraum zu fallen und war demnach der vermutete Verfolger.
    Die Bauart des Objektes enthüllte sofort ein Schiff der Defender Klasse. Das konnte nur eines bedeuten: Ein Jedi war ihnen auf den Fersen gewesen.
    „Eingehende Übertragung, mein Lord.“

  • Das ließ sich Sahtara nicht zweimal sagen und huschte wie der Blitz Comlink Station im Hauptraum des Schiffes. Eine Welle der Erregung überkam sie. Sie betätigte den energisch blinkenden Knopf und über der Plattform erwachte eine holographische Darstellung einer ihr bekannten Person zum Leben.
    „Ich grüße dich, meine Lieblingsrivalin“, zischte Sahtara bedrohlich. „Lange nicht gesehen.“ Ihr Herz schlug ihr plötzlich bis zum Hals und sie hatte im Geiste bereits Bilder von dem Schwertkampf vor Augen, den sie sich gerne mit ihr liefern würde.
    Es handelte sich um Jedi-Meister Celestis. Die junge Zabrak streifte ihre Kapuze nach hinten und enthüllte kleine, abgestumpfte Stacheln, die durch ihr Haar ragten. Ihre Gesichtszüge verrieten Ernst und Entschlossenheit.
    Sie verschränkte die Arme vor der Brust. „Ihr befindet euch auf republikanischem Boden, Sith. Das ist ein direkter Verstoß gegen das Friedensabkommen. Ergebt euch oder ihr werdet eliminiert“, erwiderte sie kühl.
    „Aber, aber“, wedelte Sahtara mit dem Zeigefinger. „Da ist aber jemand ehrgeizig geworden.“
    Sahtara schnalzte provokant mit der Zunge.
    „Ich werde mich doch nicht ergeben. Komm und hol mich“, höhnte sie der Jedi entgegen und schnitt augenblicklich die Kommunikation ab.
    Major Loehr reagierte daraufhin sofort mit einem eifrigen „Schilde hochfahren!“ und vollführte einige Wendemanöver, um den Abfangjäger aus der Schussbahn des feindlichen Schiffes zu manövrieren.
    Es folgte ein Schusswechsel zwischen den Schiffen. Beiden waren wendig genug, sich gegenseitig auszuweichen. Ohne kräftigen Beschuss wäre kein Raumschiff in der Lage gewesen, die Schilde des jeweils anderen zu beschädigen. Während der Ausweichmanöver hatten diese genügend Zeit, sich jeweils wieder zu regenerieren.
    Der Major betätigte in höchster Konzentration Knöpfe und schwang den Steuerhebel des Schiffes. Er blaffte 2V-R8 Befehle entgegen.
    Sahtara saß auf ihrem Stuhl und ihre Finger krallten sich angespannt in die Lehnen. Sie konzentrierte sich darauf, die Bewegungen und die Mechanik des Abfangjägers mit ihrer Machtkraft zu unterstützen und zeitgleich die Bewegungen ihrer Feindin vorauszuahnen.
    Sie löste sich kurz aus ihrer Konzentration. „Wie ich sehe, sind wir auf einer Welle, Major“, bemerkte sie zufrieden.
    Denken Sie, wir könnten direkt aus dem Gefecht einen weiteren Sprung in den Hyperraum wagen? Ich dürste zwar vorwährend nach einem Kampf mit dieser Person, aber das ist unglücklicherweise nicht die Priorität unserer Mission. Leider müssen wir möglichst unbeschadet auf Coruscant landen.“[/i] Der Major wirkte nervös. „Das ist sehr riskant und das erfordert einen außergewöhnlich geschickten Piloten. Ich habe es während meiner gesamten Laufbahn noch nicht geschafft, ein Schiff völlig unbeschadet aus so einer Situation zu holen. Denn während des Sprunges kann sich die Hauptenergie des Schiffes nicht auf die Schilde konzentrieren.“
    „Na dann wird es wohl Zeit, das nachzuholen, Major. Ich würde vorschlagen wir klotzen mit aller Kraft auf die Bremspedale und in der kurzen Zeit, wo wir uns hinter dem feindlichen Schiff befinden, wagen wir einen Sprung.“
    Der Unterkiefer von Loehr klappte erschrocken nach unten, er zog ihn jedoch wieder hoch und machte sich daran, diese bizarre Vorstellung in die Tat umzusehen. Er riss einen Steuerhebel mit aller Kraft um und rief „Leite neunzig Prozent der Schiffsenergie in den Antrieb. Bereitmachen für Schubumkehr“.
    Da nun kaum Energie für die Trägheitsdämpfer übrig war, machte sich die Umkehr durch einen deutlichen Ruck im Schiff bemerkbar. Doch dann passierte etwas Unerwartetes. Es war nicht nur der Ruck der Umkehr, der das Schiff erschütterte.
    Etwas Anderes schädigte die Heckschilde plötzlich immens. Sämtliche Displays wurden von einem bedrohlich roten Meer aus Fehlermeldungen übersäht. Die Beleuchtung des Cockpits und Sensoren spielten verrückt.
    Drohendes Fiepen und Warnsignale sirrten lautstark aus den Maschinen im Cockpit. Der Schiffsdroide konnte darauf nur ein ungeziemtes und nicht seiner Programmierung entsprechendes „Oh-oh“ von sich geben. Sanfte blaue Wogen zeichneten sich dennoch auf dem Transparistahl des Cockpits ab und das Schiff sprang dem Weltall direkt in den Hyperraum von der Schippe.
    Die Gefahr war dadurch jedoch nicht gebannt. Es sprühten Funken aus den Geräten und der Major schnallte sich vom Sitz ab und machte sich in aller Hektik auf die Suche nach der Ursache.
    Tiefe Falten der Sorgen kennzeichneten das Gesicht des Majors.
    „Mein Sith-Lord, etwas Wuchtiges hat uns am Arsch“ er machte eine kurze Pause und machte einen nervösen Eindruck. „Verzeiht meine Wortwahl etwas ist direkt mit unserem Heck kollidiert und hat uns auf eine zufällige Hyperraumroute geschubst.“
    „Heckkameras aktivieren, was geht da vor sich?“ Sprang Sahtara empört aus ihrem Sitz, während das Schiff gefährlich vibrierte.
    Auf dem Hauptdisplay zeichnete sich ein wild flimmerndes Bild des Hecks ab. Die beiden anwesenden Personen legten den Kopf schief und versuchten eifrig zu erkennen, was da vor sich ging. Funken stoben überall heraus und just in dem Moment erschütterte eine Explosion das Schiff und brach die Verbindung zu den Kameras jäh ab.
    „Dieses Etwas scheint ebenfalls sehr instabil zu sein“, rief Loehr und suchte verzweifelt Halt, um dem energischen Ruckeln Stand zu halten.
    Sahtara versuchte sich für einen Augenblick zu konzentrieren und konnte immer noch den Geist der Jedi deutlich präsent fühlen, obwohl sie sich bereits im Hyperraum befanden.
    „Ich glaube, ich weiß auch schon, was uns da getroffen hat. Kommen Sie mit.“ Die junge Sith-Frau nahm ihre immer noch nackten Beine in die Hand und rannte mit schleichenden Schritten Richtung Heck, wo sie auch die Luftschleuse befand.
    Instinktiv zog sie die beiden Hefte ihrer Lichtschwerter aus den Halterungen am Gürtel und der rote Laser spie gleich danach heraus. Die Lichter der Klingen zogen kleine Linien in ihrer unmittelbaren Nähe nach, als Sahtara mit einem Satz einen machtgestärkten Sprung in Richtung ihres Zieles machte.
    Das Schiff tat jedoch nach einer lautstarken Explosion einen weiteren heftigen Ruck und die junge Frau wurde mit aller Gewalt in ihr Quartier geschleudert.
    Alles was nicht Niet- und Nagelfest war wurde jetzt durch einen kräftigen Sog in Richtung Heck aus dem Raumschiff gesaugt.
    Sämtliche Notverriegelungen traten in Kraft und verschlossen die Türen an Bord.
    Der Major hielt sich noch in der Hauptkammer aus und kauerte hinter der großen Sitzgruppe am Langstreckenkommunikator in Deckung. Er fieberte nach einer Lösung, das Loch zu stopfen, bevor die Lebenserhaltung nicht mehr in der Lage war, den Sauerstoff schnell genug nach zu produzieren und sich dem völligen Vakuum des Weltalls ergeben musste.
    Ein Stich durchzuckte ihn als er sich daran erinnert, dass jegliche Systeme, bis auf den Antrieb auf seinen Befehl hin auf Sparflamme liefen.
    Er spähte um die Sitzgruppe herum und konnte die Quelle des Loches ausfindig machen. Der grüne Laser eines Lichtschwertes lugte hinter der Tür der Luftschleuse hervor und eine Person blockierte ächzend die Tür dabei, sich zu verriegeln. Es war die Jedi-Frau und ihr fehlte die nötige Kraft, gegen den Sturm des herausgesaugten Sauerstoffs anzukämpfen und sich an Bord zu begeben.
    Loehr erkannte eine Luke, die in der Sitzgruppe integriert war und fand darin ein Seil aus Durastahl, dass mit einem kräftigen Karabiner am Sitz befestigt war. Das andere Ende schnallte er sich um den Gürtel und sprang mit einem Satz Richtung Luftschleuse.
    Er machte die Beine breit, um sich mit beiden Sohlen an der Kante abzufangen und zog die Person mit bloßen Händen ins Schiff. Die Notverriegelung tat den letzten Schritt und rammte die Tür der Luftschleuse in ihre Angeln.
    Die Jedi brach keuchend am Boden zusammen und der Luftdruck normalisierte sich allmählich in der Kabine.
    „Ihr seid doch nicht mehr ganz bei Trost“, keuchte sie. „War diese Verrückte darauf aus uns alle umzubringen, um sich danach mit der Rettungskapsel aus dem Staub zu machen?“ rief sie empört.
    „Mir geht’s auch gut, danke der Nachfrage“, höhnte Loehr. Er stützte seine Handflächen auf seine Oberfläche und rang in kräftigen Atemzügen ebenfalls um Luft.

  • Celestis drehte sich auf den Rücken und blickte plötzlich dem gefährlichen Rot einer Laserklinge über ihrem Gesicht entgegen.
    „Diese Verrückte ist noch an Board, Jedi-Abschaum“, erwiderte Sahtara mit eiskaltem Blick auf Celestis gerichtet. „Wie jämmerlich bist du eigentlich“, fuhr sie fort. „Du warst nicht einmal in der Lage, meinen Zug vorauszuahnen und ein vernünftiges Ausweichmanöver zu bewältigen. Du hast also verloren.“
    Sahtara begann wie ein Raubtier um ihr Opfer zu kreisen. „Heute ist mein Glückstag, du hast dich sogar persönlich an Board begeben, um mir die Ehre zu erweisen, dir dein Leben auszuhauchen. Du hättest dir die Lungen auch gleich vom Vakuum aussaugen lassen können“, höhnte sie weiter.
    „Ihr Sith seid wie immer fehlgeleichtet“, antwortete Celestis. Jedi fürchten den Tot nicht, sondern begrüßen die Tatsache, eine Einheit mit der Macht zu werden“[/i], sprach sie weiter und blieb dabei gelassen.
    Die Sensoren des Schiffes hatten sich in der Zwischenzeit nicht beruhigt.
    „Ich unterbreche euer Geplänkel nur ungern, meine Damen“, machte sich Loehr jetzt bemerkbar. „Aber wir haben ein großes Problem.“
    Ein heftiger Ruck riss die Personen von ihrer Position und mischte die Karten neu. Celestis war dadurch in der Lage ihr Lichtschwert zu ziehen und Sahtara in ebenbürtiger Position entgegen zu treten.
    Sie fingen einen heftigen und schnellen Abtausch an Schwerthieben an. Die Laserklingen rissen tiefe Furchen in die Displays und in die Innenmauer des Schiffes, was die Lage nur noch weiter verschlechterte.
    „Mein Sith-Lord“, rief der Major jetzt panisch von einem anderen Raum. „Ich brauche Euch sofort auf der Brücke, die Lage ist schlimmer als geahnt.“
    Sahtara parierte einen Hieb von Celestis und stieß sie mit ihrer Machtkraft gegen die Wand. Unter all dem Chaos hatte sich die Luke der Rettungskapsel geöffnet und Celestis polterte hart in das enge Behältnis. In den wenigen Sekunden, die sie benötigte, um sich wieder aufzurappeln, gab Sahtara ihr ein Handzeichen.
    „Ich bin gleich wieder da, nicht weglaufen, das bringen wir jetzt zu Ende“. Sie huschte drauf hin in Richtung Brücke.
    Weitere Erschütterungen durchzogen das Schiff und ein Temperaturanstieg machte sich allmählich deutlich bemerkbar.
    Major Loehr stand vor der holographischen Sternenkarte und sah die Sith-Dame verunsichert an.
    „Major, Statusbericht“, raunte sie ihn an.
    Er stammelte etwas vor sich hin. Der Moment, bei dem man einem Sith schlechte Neuigkeiten zu verkünden hatte, musste bekanntlich oft mit dem Leben bezahlt werden. Also versuchte der Mann verzweifelt, die richtigen Worte dafür zu finden.
    „Mein, S-sith-L-lord“, fing er an zu stottern. „Die St-sternenkarte“
    „Wird das heute noch etwas?“ Sahtara fing an genervt mit den Fingern zu trommeln. Ich lass meine Feinde ungern warten.“
    „Sie ist l-leer.“
    Überrascht riss Sahtara die Augen auf. „Präziser Major, was meinen Sie damit, sie ist leer?“
    „Die Sensoren können kein bekanntes System oder einen bekannten Planeten oder irgendwelche Hyperraumrouten orten.“
    „Wir sind also gestrandet?“ hakte die junge Frau nach.
    „Sozusagen, aber das ist nicht das einzige Problem.“
    „Was muss ich Ihnen noch aus der Nase ziehen?“ Sie machte eine bedrohende Geste mit der Hand und der Major zuckte reflexartig zusammen. Im Zuge ihrer Geste hatte er damit gerechnet, dass ihre Machtkraft gegen ihn einsetzen würde.
    Sie tat es jedoch nicht und er fing an, wieder etwas ruhiger zu sprechen.
    „Die Antriebe am Heck sind irreparabel beschädigt. Das Schiff muss landen. Das geht aber nicht, da die Antriebe, wie gesagt, sehr schwer beschädigt sind. Wir werden also abstürzen und der Temperaturanstieg zeugt davon, dass wir uns schon so gut wie im Orbit eines unbekannten Planeten befinden. Ich weiß nicht, wie lange die geschwächten Schilde der Hitze noch standhalten können, jedenfalls müssen wir etwas unternehmen.
    [i]„Dann würde ich zum Landeanflug ansetzen. 2V-R8, führe einen Planetenscan durch“
    , schloss sich Celestis der Unterhaltung an.
    „Ich kann Ihnen mit Freude mitteilen, dass dieser Planet eine für eure Spezies freundliche Atmosphäre beinhaltet“, meldete sich der Schiffsdroide heiter zu Wort.
    „Ruhe, niemand hat euch um eure Meinung gebeten“, zischte Sahtara genervt.
    Ein weiterer Ausfall des Schildes kündigte sich über die Displays an.
    „Mein Sith-Lord, einen weiteren Ausfall überleben wir nicht“, rief der Major mit entschlossener Verzweiflung.
    Er griff Sahtara an beiden Schultern und fing an, seine Vorgesetzte mit Nachdruck Richtung Rettungskapsel zu schieben.
    „Was tun Sie da“ blaffte sie und versuchte sich loszureißen. „Aufgeben ist für einen Sith niemals eine Option, sollte das Ihnen nicht eingebläut werden! Das Schiff darf nicht untergehen, nicht so. Nicht in einem erbärmlichen Orbit eines erbärmlichen Planeten, den niemand kennt!“
    „Ich würde Eure Autorität nie in Frage stellen, aber meine Hauptaufgabe besteht darin, in völligen Pflichtgefühl und unter Einsatz meines Lebens dem Sith-Imperium zu dienen. Ich bin dazu verpflichtet, euch am Leben zu erhalten“, rief er und drückte sie in die enge Kammer der Rettungskapsel. Sahtara erwiderte nichts mehr und blickte dem Mann nachdenklich in die Augen, während er seine glorreiche Abschiedsrede weitersprach. Er fing an, sie sorgfältig mit einem fünf Punkt Gurtsystem in der Kapsel anzuschnallen. Er holte in aller Eile sogar ihre Stiefel aus ihrem Quartier.
    Wenige Augenblicke später schubste er selbst die Jedi-Frau etwas grob in die Rettungskapsel.
    „Ihr sorgt für die nötige Unterhaltung meiner Herrscherin, sonst wird es ihr da unten langweilig“, raunte er ihr zu. Er war gerade dabei, die Luke der Kapsel zu verschließen, aber Sahtara blockierte sie mit ihrem Arm.
    „Was tun Sie da Loehr. Sie sind ein guter Pilot, Ihr Opfer wird niemanden etwas bringen“, rief sie und offenbarte damit einen kleinen Funken einer hellen Seite in ihr. Ihre Stimme ging durch eine kleine Explosion im Hintergrund unter.
    „Jemand muss die Rettungskapsel von innen navigieren und auf den Planeten schießen“.
    „Das kann dieser jämmerliche Schiffsdroide tun.“
    „Wie Ihr schon sagtet, ich bin ein fähiger Pilot und Eure ausdrückliche Anweisung war, dass dieses Schiff unter diesen Umständen nicht untergehen darf. Ich werde mein Bestes tun, eure Anweisungen gerecht zu werden, mein Sith-Lord“, blaffte er selbstsicher und schmiss die Luke zu.
    Ein kurzer Stoß verriet den beiden Insassinnen, dass sich die Rettungskapsel vom Rumpf des Schiffes gelöst hatte und gerade mit einem Affenzahn Richtung Planetenoberfläche schoss. Die beiden Rivalinnen starrten sich unaufhörlich in die Augen. Keiner von Ihnen wandte den Blick ab und Sahtara verriet durch ein verschmitztes Lächeln, dass ihre Fehde mit ihrer Rivalin heute noch nicht zu Ende gehen würde.

  • Warst fleißig =O Komme mit dem lesen gar nicht nach 8)

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    Alice - kleine Maus folgte ihrem Schatz Pfingsten 2017
    Nicklas - friedlich im Schlaf über die Regenbogenbrücke geflogen (12.03.2017)
    Viktor - knall gelb, nur ganz kurz bei mir gewesen (15.09.16)
    Finn - hat mich am 25.07.2016 schon wieder verlassen
    Jack - ein Jahr hat mein kleiner Süßer gekämpft: 24. oder 25.02.2016
    liebste Pauline: 13.03.2013
    Emil - am 29.11.2011 verstorben

  • 3 Der Codename


    FELDWEBEL SCHULTZ trottete auf den ins Lager rollenden Laster zu und gab dem Fahrer ein Handzeichen. Dieser brachte das Fahrzeug in der Nähe von Baracke eins zum Stilstand. Der dicke Feldwebel platzierte sich vor die Öffnung der Ladefläche.
    „Biddsche Colonel Hogan, Ihre Männer könn afange, des Zeig vom Laster zu ladn“, murmelte er im halbmürrischen Ton.
    Er wippte permanent vom einen Fuß auf den Anderen. Die Kälte schien den alten und etwas schwerfälligen Feldwebel ebenfalls bis in die Knochen zu gehen.
    Das ließen sich Hogans Männer nicht zweimal sagen und stiegen nacheinander auf die Ladefläche des Lasters auf. Allesamt bildeten sie eine Reihe, wodurch sie die Gegenstände nur noch bis zur Baracke durchreichen mussten. Leider waren die Lieferungen nie umfangreich genug, um alle Gefangenen im Lager damit zu versorgen. Hogan musste sich also wieder der Verantwortung stellen zu entscheiden, wer was bekommen würde.
    Die gefragte Ware wanderte in die Baracke von Hogans Truppe. Dort wurde sie zunächst zwischengelagert. Die Gefangenen machten sich bereits daran, die Gegenstände sorgfältig zu durchsuchen.
    Sie wurden rasch fündig und kramten jede Menge Dinge heraus, die der organisierte Widerstand in Deutschland in den Mänteln, Paketen und Matratzen versteckt hatte.
    Es handelte sich dabei um alle möglichen Kleinteile, bei denen man nicht sofort ahnen würde, wie nützlich sie für einen Gefangenen im Alltag sein würden. Das Sortiment reichte von Drähte, die besonders beliebt für Geräte, als Werkzeug oder Dietriche waren, über kleine Schachteln mit Zündhölzer und so weiter.
    Sorgfältiges Durchsuchen hätte der Wehrmacht viel zu viel Zeit geraubt und würde den falschen Platz in der Liste ihrer Prioritäten einnehmen. Also wurden solche Gegenstände in den Lieferungen regerecht übersehen.
    Die Augen von Sergeant Carter leuchteten bei dem Anblick all dieser nützlichen Kleinteile. Sofort griffen seine Hände, wie gierige Tigertatzen nach seiner Beute, nach dem Kram.
    „Genial Colonel, damit kann ich uns wieder etwas Schönes basteln, das den Deutschen Feuer unter ihrem Hintern machen wird“, tat er begeistert kund.
    „Na, n-nicht s-so schnell m-mein F-freund“, wand Newkirk ein. „Ich w-weiß, was dabei a-alles schief gehen k-kann, nicht das uns der H-hintern noch in die L-luft fliegen wird.“
    Während er so vor sich hinplapperte, erwiesen sich die Hände des Royal Air Force Piloten als flinker und ließen so einiges in seine eigenen Taschen wandern.
    Ein schrilles Kreischen unterbrach das konzentrierte Durchwühlen der Gefangenen. Alle Köpfe wirbelten Richtung Quelle des Geräusches.
    Es war der Gefangene Lebeau. In seinem Gesicht zeichnete sich ein Staunen ab, als hätte er einen Geist gesehen.
    „Oh, putain!“
    „Lebeau, ist alles in Ordnung?“ Hogan huschte besorgt zu dem kleinen Franzosen hinüber.
    Dieser hielt ein kleines, gläsernes Fläschchen in der Hand und trat einen ehrfürchtigen Schritt zurück.
    „Colonel, das ist manifique… très manifique.“
    „Nun, ja das sehe ich“, das Gesicht des Colonels war ein einziges Fragezeichen.
    „Wissen Sie, was das bedeutet“, murmelte Lebeau fast ehrerbietig.
    Die anderen Gefangenen starrten nun ebenfalls ehrfürchtig rings um das Fläschchen.
    „Nein Corporal“, antwortete Hogan und machte eine ungeduldige Handgeste. „Aber du kannst mich gerne darüber aufklären.“ Er verschränkte dabei die Arme.
    „Das ist Zimt“, platzte es aus ihm heraus. „Damit wird mein Crêpe Suzette einfach traumhaft“ und brach nun vollends in Begeisterung auf.
    Der Colonel war leicht verdutzt und antwortete zunächst mit Schweigen.
    Ein paar peinliche Sekunden vergingen.
    „Ok, ich hätte jetzt gedacht du sagst mir jetzt, dass der Krieg vorbei ist oder so etwas in der Art“, bemerkte er voller Entsetzen.
    Die anderen Knickten verdrießlich ein und widmeten sich wieder der Suche nach interessanten Gegenständen.
    Newkirk gab dem Franzosen beim Vorbeigehen einen Klapps auf den Hinterkopf.
    Hogan ärgerte sich ein wenig darüber, dass die Rot-Kreuz-Pakete solche unnützen Gegenstände, wie seltene Gewürze mit sich trugen.
    Als sich die Suche nach Kleinteilen langsam dem Ende zuneigte und noch nichts Interessante dabei zum Vorschein kam, fing die Stimmung im Team langsam aber sicher an zu kippen.
    Ihre sonst munteren Kommentare gingen langsam in munteres Sticheln über und nicht lange Zeit danach brach eine Rangelei unter seinen Leuten aus.
    „Hey, beruhigt euch“, versuchte der Offizier seine Leute zu beruhigen. „Auseinander“.
    Er stand zwischen Lebeau und Carter. „Was ist bloß in euch gefahren, was ist los?“
    „Dieser plumpe Amerikaner möchte mein Gewürz zu Sprengstoff verarbeiten“, zischte Lebeau in französischem Akzent.
    „Das ist tausendmal besser, als es zu verspeisen. Ihr Franzosen denkt doch immer nur ans Essen!“
    Corporal Lebeau wollte seinem Freund schon eine Backpfeife verpassen, doch Colonel Hogan schmiss sich zwischen die Beiden, um weitere Eskapaden zu vermeiden.
    „Auseinander. Seid bitte vernünftig. Warum nimmt nicht jeder seinen Teil der Ration und macht damit, was er will?“
    „Weil es nur ein Fläschchen davon gibt, putain“, fluchte der Franzose.

  • „Dann gib es bitte mir“, bat der Colonel seinen Alliierten und machte mit der Handfläche eine fordernde Handgeste.
    Lebeau drückte es dem Offizier in die Hand und zog dabei eine Flappe, als hätte man ihn eine Woche in den Bau geschickt.
    Hogan nahm es in Augenschein und betrachtete den Gegenstand interessiert. Carter und Lebeau umkreisten ihn wie zwei Geier auf Nahrungssuche.
    „Das ist schon seltsam, dass uns so ein einzelner und aus dem Kontext genommener Gegenstand geschickt wird“, murmelte er vor sich hin.
    „Colonel, wenn ich dazu etwas anmerken dürfte“, erwiderte Newkirk.
    „Darfst du, mein Freund in Blau“, antwortete er.
    „Ich glaube, dass das kein Zufall ist“, belehrte er ihn und versuchte dabei mit seinen leuchtend blauen Augen gleichzeitig charmant zu wirken.
    Der Colonel schaute ihn ungläubig an und antwortete ihm mit einem „Ach, nein, sag bloß“ im sarkastischen Ton.
    „Dann wollen wir es doch einmal herausfinden.“
    Er schraubte den Verschluss ab und kippte den Inhalt mit einem Satz auf den Tisch.
    „Mon dieu!“ kreischte Lebeau und wurde dabei halb Ohnmächtig. „Mein Zimt“, sagte er in flehendem Ton.
    Newkirk fing ihn dabei halb auf und versuchte ihm Luft zuzufächeln.
    Hogan strich mit seinem Finger in dem Häufchen Staub, dass das Gewürz hinterlassen hat. Die Anderen traten näher und schauten gespannt darauf.
    Der Colonel las mit Zeigefinger und Daumen etwas sehr winziges auf. Es schien eine kleine Kapsel zu sein.
    Die ganze Truppe schrak plötzlich heftig zusammen, als ihre Konzentration von der polternden Barackentür unterbrochen wurde. Die Männer schraken auf und dabei bahnte sich die kleine Kapsel einen Flug direkt in einen Spalt zwischen zwei Holzdielen.
    Es war Feldwebel Schultz mit einer Schneeschippe in der Hand.
    „Joa mei, dschuldigens stör i grad bei wos?“ bemerkte der dickbäuchige Feldwebel plump. „Ne, sagens nix, ich wills gar ned wissen“, erwiderte er peinlich berührt, als er die eigenartigen Gegenstände auf dem Tisch entdeckt hatte.
    „I wollt eigentlich bloß guckn, wie weit ser mit eure Packerl sind. Der Kommandant drängt die ganze Zeit darauf, das hier dringend mal Schnee geschippt werden muss.“
    Der Colonel starrte dem Feldwebel durchdringend in die Augen. Er versuchte jedoch gleich darauf, sein Entsetzen zu verbergen, um nicht den Anschein zu machen, als hätte er gerade bei etwas gestört.
    Schultz schielte etwas verstohlen hin und her. „Wie schaut’s aus?“ Hakte er nach.
    „Ja Schultzi, das lässt sich schon machen.“ Hogan legte ihm eine väterliche Hand auf die Schulter und drängte ihn mit ein paar Klapsen auf den Rücken Richtung Tür.
    „Keine Sorge, wir kümmern uns darum.“ Er bugsierte ihn mit sanftem Druck wieder hinaus in die Kälte.
    Er drehte seinen Kopf rasch zu seinen Leuten um und bedeutete ihnen mit einer ruckartigen Geste, die Utensilien schleunigst zu verstauen. Die Männer kannten aneinander lange genug, dass einer die Gedanken des Anderen anhand kleiner Signale lesen konnte und somit für einen reibungsvollen Ablauf ihrer geheimen Mission zu gewähren.
    Bevor der schnell in Verlegenheit bringende Feldwebel noch etwas dazu sagen konnte, um etwas Strenge walten zu lassen, flog ihm vor der Nase die Tür zu. „Joa, i wollt noch sagen, dass es sofort sein muss“. Er sprach dabei lediglich gegen die Tür, zuckte mit den Achseln und machte kehrt. Er tippelte wieder zurück an seinen Posten, als hätte er etwas angestellt.
    Die Gefangenen von Hogans Baracke waren schon geschäftig dabei, ihre Beute zu verstauen. Als sie den Tunneleingang unter dem Bett öffnen wollten, kam ihnen jedoch an der Leiter Sergeant Kinchloe entgegen. Der Funker machte ein besorgniserregendes Gesicht.
    „Kinch, was ist los? Haben wir Neuigkeiten?“ Erkundigte sich Hogan.
    „Ja Colonel, das ist die gute Nachricht“, erwiderte der Sergeant.
    „Und die schlechte?“ Hakte Hogan nach.
    „Es scheint nur ein Teil einer Nachricht zu sein. Codename Schwarz. Das war alles“, antwortete Kinchloe.
    „Was hat das zu bedeuten?“ Dachte sich der Colonel laut.
    „Ich weiß es nicht, vielleicht etwas Heißes, wo sie kein Risiko eingehen wollten, dass mehr Inhalt darüber abgehört werden könnte“, fragte Newkirk.
    Der Colonel fasste sich mit der Hand an sein Kinn und grübelte.
    „Mon Colonel“, versuchte sich der Franzose einzubringen. „Vielleicht hat es was mit der Kapsel im Zimt zu tun.“
    „Dann sollten wir mal nachsehen, was Codename Schwarz damit zu tun hat“, tat Newkirk neugieriges Interesse kund.
    Die Truppe drehte ihre Köpfe fast zeitgleich zu dem Tisch und stürmte eifrig darauf los. Sie fanden aber lediglich ein Häufchen Zimt vor sich und starrten leicht resigniert auf das Pulver, das ihnen durch die Finger glitt. Der Franzose blickte dabei etwas wehmütig drein. Die Kapsel war verschwunden.
    Der Colonel richtete sich auf und blickte auffordernd in die Runde.
    Es polterte erneut an der Tür.
    „Jungs, es liegt viel Arbeit vor uns“, sagte er und sein Blick wanderte nebenbei genervt zu der Schneeschippe, die Schultz ihnen in der Baracke gelassen hatte.

  • Yeah! Ich habe es finally wieder geschafft, mal ein Stückchen voran zu kommen. Ich muss zugeben ich muss mich selbst noch etwas damit sortieren, wo die Story genau hinführen soll. Ich muss einige Handlungsstränge erst mal einleiten deswegen erst mal fettes sorry, wenn die Helden erst einmal nicht so oft kommen. Aber das werden se noch, und Hochstetter ist auch fest eingeplant :D


    4 Das unbekannte Flugobjekt


    DAS GLEISSENDE LICHT DER UNTERGEHENDEN SONNE stach dem Hauptmann direkt in die Augen, als er die graue und düstere Festung dieser Bunkerlandschaft verließ. Als er die Außentür passierte, nahm er zwei bis drei tiefe Atemzüge an der eisigen und frischen Luft. Dieser muffige Geruch von Beton und Stahl tat ihm auf Dauer nicht gut.


    Es war außerdem gerade einmal vierzehn Uhr und der Horizont in Trondheim begann bereits die Sonne zu verschlingen. Die langen Nächte und die Dunkelheit schlugen ihm bereits ins Gemüt und der Hauptmann hoffte, nicht jahrelang im hohen Norden von Norwegen stationiert zu bleiben.


    Hauptmann Richter holte noch einmal tief Luft und wappnete sich für eine ungewisse Zukunft. Vor einigen Wochen hatte er eine Mission mit höchster Geheimhaltungsstufe von der Raketenbasis in Peenemünde erhalten und heute war der Tag gekommen, an dem er sich zum ersten Mal damit aktiv damit befassen würde.


    Solche Aktivitäten waren höchst ungewöhnlich für seinen Rang als Hauptmann. Doch in dieser gottverlassenen Gegend waren kaum Personen mit Rang und Namen stationiert. Da er einer der wenigen Offiziere hier war, wurde es nun auf ihn abgewälzt eine Lieferung mit äußerst brisantem Inhalt entgegen zu nehmen und in eine der Hangars zu verstauen. Nähere Details kannte er dazu selbst nicht. Hochrangige Leute, die sich mit diesem Projekt befassten, würden bestimmt bald genug anreisen.


    Ein Laster fuhr vor und aus der Fahrerkabine kletterte ein heiter wirkender Feldwebel mit nordischem Akzent. Die Wimpern und Augenbrauen des Skandinaviers wirkten fast unsichtbar, so blond war dieser Mann.


    „Ich grüße Sie, Hauptmann“, salutierte er munter.


    „Ihre Fahrgemeinschaft. Bei den momentanen Wetterverhältnissen ließ sich momentan leider nichts Annehmlicheres entbehren“, bemerkte er und versuchte eine entschuldigende Grimasse zu ziehen. Der Hauptmann nickte nicht vielsagend und nahm die Stufen zur Beifahrertür. Der Laster polterte anschließend los und rollte Richtung Schiffshafen. Die Anlage der Deutschen an der norwegischen Küste war kilometerweit groß.


    Als sie sich allmählich dem Schiffshafen näherten, konnte er bereits eine der Riesigen Verladekräne beobachten, wie er ein Objekt von immenser Größe anhob und auf die Ladefläche eines Schwertransporters lud.


    Als der Laster ankam und Richter aus der Kabine stieg salutierten ihm die anwesenden Soldaten. „Feldwebel, lassen Sie das ankommende Schiff sorgfältig durchsuchen und melden sie mir alles, was Ihnen ungewöhnlich erscheint. Überprüfen sie das gesamte Personal auch auf Papiere.


    „Jawohl, Herr Hauptmann“. Der Feldwebel salutierte und eilte geschäftig davon, um seine Männer anzuweisen.


    Der Offizier hielt außerdem insgeheim Ausschau nach anderweitig auffallenden Personen. Er war sich nicht sicher, ob jemand bei der Mannschaft dazu eingeschleust wurde, um ihn zu beobachten.


    Das Verladen der heißen Fracht war zeitintensiv und versuchte dabei stets zu erhaschen, um was es sich dabei handeln könnte. Das Objekt war gut zugedeckt und in Planen eingepackt aber auch ungeheuerlich in seiner Größe. Anhand der Form vermutete er, dass es sich um ein Flugzeug handeln musste, denn die immense Spannweite großer Flügel ließ sich trotz guter Verpackung und Demonatge nicht verstecken.


    Der Laster sackte heftig ab, als der Kran das das Gewicht des Objekts der Ladefläche des Schwertransporters überließ.


    „Herr Hauptmann“, salutierte der Feldwebel eifrig vor ihm. „Ich konnte nichts Ungewöhnliches finden, alle Leute an Bord haben gültige Papiere und sind sauber.


    Der Offizier nickte. Er konnte nicht ausschließen, ob sich blinde Passagiere direkt an oder in der Lieferung befinden würden. Er war sich aber jedoch nicht sicher, ob er überhaupt die Befugnis dazu hatte, das geheime Objekt näher zu untersuchen. Andererseits musste er für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Er würde sich dieser Sache aber dann persönlich annehmen.


    Gerade als er einen Blick unter die Planen riskieren wollte, heulten die Alarmsirenen am gesamten Flugplatz auf und generelle Unruhe wallte durch das Personal.


    Richter hechtete zurück zum Laster. Neben ihm warf sich der Feldwebel an den Platz des Fahrers und schmiss den Motor an.


    „Bringen Sie mich zurück zum Hauptbunker“, befahl er im gehetzten Tonfall.


    Sämtliche Ruhe schien ihn jetzt verlassen zu haben. Er rollte die Scheibe herunter und der eiskalte Fahrtwind peitsche ihm ins Gesicht.


    Er versuchte zu erkennen, was los war. Es schien ihm schier unmöglich, dass sie an diesem gottverlassenen Ort direkt angegriffen würden. Selbst wenn ihre Feinde von dem geheimen Projekt erfahren hätten, wäre so ein offensiver Schlag taktisch unklug gewesen.


    Er beobachtete duzende Soldaten, die wie Ameisen aus ihrem Bau aus der Bunkerlandschaft strömten und sich auf Position begaben.


    Mit einem Fernglas wagte er einen kurzen Blick in die blendende Helligkeit des Sonnenuntergangs. Er konnte etwas erkennen, aber war jedoch gezwungen, seinen Blick rasch wieder abzuwenden, als das Licht zu hell wurde für seine Augen. Er vermutete ein Objekt am Himmel.


    „Ich muss schnellstens zur Radaranlage, ich glaube ich sehe etwas am Himmel“, blaffte er unsicher.

  • Der Feldwebel nickte und riss den Laster mit großzügigen Lenkradbewegungen heftig herum, um noch einmal die Richtung zu ändern.


    Dort angekommen, polterte er mit seinen schweren Stiefeln sofort in den Überwachungsraum und raunte ein „Bericht“ in die Runde.


    Der Mann an der Funküberwachung zuckte unwissend mit den Achseln und ein anderer Mann starrte übermäßig konzentriert auf das Bullauge eines grünen Radarbildschirmes.


    „Herr Hauptmann, wir können keinerlei Übertragungen ausfindig machen“, erwiderte der Mann am Funkgerät äußerst gestresst.


    Die Sirenen waren von draußen deutlich hörbar und die Flugabwehrkanonen begannen heftig zu feuern.


    „Verdammt, was ist hier los?“ Rief der Hauptmann.


    „Mit Verlaub, Herr Hauptmann, ich würde vorschlagen draußen direkt zu beobachten, was da vor sich geht.“, erwiderte der Mann an der am Radar mit zitternder Stimme. „Aus irgendeinem Grund kann die Radaranlage das Objekt nicht erfassen. Ich kann hier leider nichts erkennen.“


    „Dann machen Sie schon!“ Blaffte Richter und nahm sich selbst aber nicht aus der Schusslinie und hechtete mit großzügigen Schritten die Betontreppen wieder nach oben. Oben angelangt, blickte er gen Himmel.


    Das Objekt schien jetzt so nahe zu sein, dass er es mit bloßem Auge erkennen konnte. Es sah wahrhaftig so aus als würde die Sonne auf die Erde stürzen. Hätte er es nicht selbst gesehen, könnte er es nicht glauben.


    Ein leuchtender Feuerball war im Begriff direkt auf ihre Basis zu stürzen.


    Die Männer an den Flugabwehrkanonen wagten es ihre Befehle zu missachten und suchten das Weite. Der generelle Aufruhr wandelte sich allmählich in Panik um. Ob die Männer nun auf der Flucht erschossen oder durch den nahenden Untergang ums Leben kommen würden, spielte keine Rolle mehr. Der Hauptmann allerdings blieb ganz ruhig und stand wie versteinert da. Der Feldwebel schwor ihm stumm seine letzte Treue und schluckte schwer, versuchte dem Offizier in die Augen zu sehen und gleichzeitig zu erkennen, was da vor sich ging.


    Noch viele Meter von ihnen entfernt schlug das Flugobjekt mit immenser Wucht auf die Flugbahn und schlug dadurch eine heftige Welle. Betonbrocken von der zerschmetterten Flugbahn wurden in alle Richtungen durch die Luft geschmissen.


    Richter und sein Feldwebel rissen die Arme vor ihre Gesichter und gingen rasch in Deckung. Als Richter dann aufsah, erkannte er jetzt mehr oder weniger ein in Feuer aufgegangenes Flugobjekt. Das Heck schien vollkommen in Brand geraten zu sein.


    Es schlitterte mit hoher Geschwindigkeit die Landebahn entlang. Es drehte sich und es machte laute, schleifende Geräusche. Durch die heftige Reibung stoben die Funken aus dem Boden. Aus irgendeinem Grund hatte dieses Objekt nicht einmal ein Fahrwerk. Es war außerdem so enorm, dass es die Umzäunung und sämtliche Wachtürme am Flugplatz mit sich riss.


    So etwas hatte er noch nie gesehen und er bekam es mit der Todesangst zu tun. Seine Knie wurden weich aber insgeheim wusste er, dass wegrennen nichts mehr nützen würde


    Er blieb also einfach so stehen. Er hielt sich am Arm seines Feldwebels fest und seine Nägel krallten sich in seinen Ärmel. Für den Bruchteil einer Sekunde durchströmte in so ein gewaltiger Schreck, dass sein Verstand gänzlich abschaltete.


    Doch dann wurde das Bild vor seinen Augen wurde allmählich wieder klarer. Er sah wie das Flugzeug am Ende der Flugbahn spektakulär zum Stillstand kam. Der ohrenbetäubende Lärm ließ langsam nach und er war wieder in der Lage, andere Umgebungsgeräusche wahrzunehmen.


    Als der Rauch sich langsam lichtete, sah er eine in Relation zu dem Objekt winzige Tür sich öffnen, aus der ein Mann wie ein plumper Sack Kartoffeln zu Boden fiel.


    Richter und der Feldwebel eilten ihm sofort entgegen.


    Die beiden sahen sich besorg an, als sie ihn durch seine graue Piloten-Uniform als Wehrmachtsoldaten identifizierten. Der Mann hatte einen heftigen Hustenanfall und die beiden zogen ihn aus dem Rauch. Richter erkannte am Ärmel ein ihm unbekanntes Abzeichen und fragte sich, zu welcher Einheit er wohl gehörte und ob das etwas mit der geheimen Lieferung zu tun hatte.


    Als sich der Hustenanfall des Piloten einigermaßen beruhigte, sprach er mit krächzender Stimme zu ihnen.


    „Ich bin erleichtert Sie zu sehen. Kontaktieren Sie umgehend den Schlachtkreuzer Valor und benachrichtigen den Darth, dass unsere Mission durch ein überraschendes Gefecht gescheitert ist und ich unseren Sith-Lord verloren habe.“


    Er krallte sich in den Oberarm des Hauptmanns und zog sich hoch. Er schien total benommen und noch nicht gänzlich in der Lage, seine Sinne zu ordnen


    „Bringen Sie den Mann auf die Krankenstation, Feldwebel“, befahl der Offizier in halb erleichtertem Ton.


    „Jawohl, Herr Hauptmann“. Er zog ein klobiges Funkgerät von seinem Gürte und bestellte Personal mit einer Trage aus der Krankenstation.


    Der Pilot sah sich duselig um und Richter erkannte einen seltsam erschrockenen Blick in seinen Augen. Als hätte er soeben eine Erkenntnis gehabt. Ehe er darauf reagieren hätte können, wurde der Pilot ohnmächtig.


    Die Sirenen beruhigten sich langsam und ein Löschfahrzeug war schon im Anmarsch. Hauptmann Richter erhob sich nachdenklich und starrte auf das brennende Wrack. Was auch immer dieses Ungeheuer von Maschine war, seine Intuition verriet ihm, dass es ihm nichts Gutes heißen wird. Er starrte Richtung Hafen und hoffte inständig, dass die Explosionswellen der Lieferung keinen Schaden gebracht haben.

  • Kapitel 5: Schneeschippen mal Anders


    UM SEINE TRUPPE moralisch zu unterstützen, begab sich der Colonel zusammen mit seinen Männern in die Kälte, um die lästige Aufgabe zu erledigen, die ihnen aufgetragen wurde. Er hätte bestimmt einen Weg gewusst, seine Männer da irgendwie herauszuboxen, aber immerhin war es auch eine Möglichkeit außerhalb des Zaunes zu kommen. Dieser taktische Zug konnte für die Helden immer zu Gute kommen. Und so trotteten sie in Mänteln gehüllt und mit Schneeschippen in der Hand Richtung Hauptstraße.


    LeBeau wirkte immer noch mürrisch, wegen dieser Sache mit dem Gewürz, das er gerne für eine Delikatesse verwendet hätte. Carter hatte einen dieser Tage, an denen er für seine Kollegen verstörend heiter auf den vielen Schnee reagierte. Es war, als würde er sich gleich reinwerfen und einen Schneeengel machen.


    Kinchloe war wie immer, der ruhige Fels in der Brandung und begab sich stillschweigend zu seiner Aufgabe. Er sagte nur etwas, um dann wirklich etwas Konstruktives von sich zu geben.


    Newkirk zählte ununterbrochen sämtliche Beschwerden auf und wusste etliche Nachteile dieses kalten Klimas und verfluchte weiterhin die Deutschen, als wären sie schuld an dem ganzen Schnee. Sie hätten sich ja auch ein anderes Land in wärmeren Klimazonen aussuchen können.


    Insgesamt versuchte die Truppe dennoch bei Laune zu bleiben und zog mit, da jeder wusste, was tagtäglich auf dem Spiel stehen könnte.


    Hogan wirkte etwas in sich gekehrt, da ihn die Sache mit der verloren gegangenen Nachricht weiterhin wurmte. Es musste etwas Wichtiges sein und es war eine Empörung für ihn, dass ihnen so etwas durch die Lappen ging. Die Möglichkeit, vor den Zaun des Lagers gehen zu können, hätte ihnen dabei bestimmt helfen können.


    „Hogan, mei Freund“, sprach der gutmütige Feldwebel Schultz zu ihm. „Sie schauen aus, als hättens an Geist gsehen. I woiß, dass des jetzt ned die Beste Arbeit is, die man gern hätte, aber wenn’s zammhelfed, geht’s bestimmt zügig vorbei“, versuchte er den mürrischen Colonel aufzumuntern.


    Er trottete an ihm vorbei, um den Trupp wieder einzuholen. „Ach Schultzi, ich wünschte, es wäre nur das“, dachte Hogan leicht verzweifelt.


    Die Gefangenen fingen träge an, den Weg zum Lager vom Schnee zu befreien. Sie waren nicht lange damit beschäftigt, da geschah plötzlich etwas Ungewöhnliches. Ein lautes Knallen ließ die Männer herumreißen und sofort nach der Quelle des Lärmes suchen.


    Einige der Wachen sprangen reflexartig in Deckung. In geduckter Haltung versuchte Hogan auszumachen, was da auf einmal vor sich ging. Er starrte gen Himmel, da ihn das Gefühl nicht losließ, dass das ohrenbetäubende Geräusch von dort kam. Sein Unterkiefer klappte erschrocken nach unten, als er sah, dass dort gut getarnt im gleißenden Licht der Mittagssonne ein brennendes Objekt mit rasender Geschwindigkeit vom Himmel stürzte.


    „Alle in Deckung, Schneider, Schmidt, ihr geht ins Lager und erstattet Meldung“, rief einer der Wachen reflexartig.


    „Hey Sie da, noch geb‘ ich die Befehle, gell!“ plärrte der ranghöchste Wache Schultz.


    „Aber des was der Mann gsagt hat, ist scho richtig, also gebens Meldung“, plapperte er also unbeholfen nach.


    Zwei Wachen eilten jetzt davon. Hogans Helden steckten flink die Köpfe zusammen.


    „Mon Colonel, was machen wir jetzt? Die Deutschen haben das gesehen“, sagte der Franzose panisch.


    „Wenn wir schnell losrennen, sind wir vielleicht schneller da“, gab Newkirk stotternd eine Antwort. Hogan führte eine Hand zum Kinn und dachte nach. Er versuchte gefasst zu bleiben.


    „Das ist nicht gut, das ist bestimmt unser Mann und hat etwas mit Codename schwarz zu tun“.


    Carter schien leicht abgelenkt und starrte immer noch faszinierend gen Himmel.


    „Colonel, ich würde ja ungern unterbrechen aber…“


    „Nicht jetzt, Carter“, antworte er.


    „Ich denke das ist wichtig!“


    „Also gut, Carter“, drehte Hogan schon leicht genervt den Kopf um. „Was gibt es denn?“


    Das Flugobjekt ist immer noch am Himmel, das muss verdammt weit oben sein. Das ist sehr ungewöhnlich und ich kann mir nicht ausmalen, was das sein könnte!“ sagte er leicht nervös.


    Die Männer führten ihre Hände an die Stirn, um ihre Augen der blendenden Sonne zu schützen und versuchten etwas zu erkennen.


    „Das Problem ist“, sprach er weiter. „Ich kann mir momentan nicht ausmalen, wo die Absturzstelle sein könnte.“


    Die Männer verließen ihre Deckung und erhoben sich langsam. Momentan blieb ihnen nichts Anderes übrig, als das Spektakel erst mal zu beobachten. Newkirk tippelte auf seinen Füßen schon hin- und her und machte sich bereit um loszurennen.


    „Männer, wir brauchen auf jeden Fall gleich ein Ablenkungsmanöver, wenn ihr gleich losflitzen wollt.“


    „Vielleicht können wir dieses Ereignis dabei nutzen“, bemerkte Kinchloe unauffällig. Die Männer gingen fast gleichzeitig einen Schritt zurück, als sie plötzlich einen Lastwagen aus dem Lager vorbeiflitzen sahen. Die Reifen drehten dabei schon im Schnee durch.


    „Ich glaube, die Deutschen scheinen selbst sehr aufgebracht zu sein.“


    Hogan konnte in der Weite beobachten, wie der Kommandant halb verfroren aus seiner Hütte tapste und mit einem Fernglas versuchte, etwas zu erkennen. Er gestikulierte wild mit den Armen und Hogan stellte sich in seinem Kopf vor, wie er jetzt wieder in seinen urig sächsischen Akzent die Leute umherscheuchte.


    „Kinch“, antwortete er. „Das ist gar nicht so unwahrscheinlich und ich vermute, da könntest du Recht haben. Vielleicht würde dieser Tag ja doch noch etwas Spannendes mit sich bringen.“ Der ranghöchste Kriegsgefangene wirkte jetzt zuversichtlich.


    Das Objekt kam tiefer und raste immer noch mit unschätzbar hoher Geschwindigkeit auf die Erde zu. Binnen weniger Minuten schlug es in einer dramatischen Explosion auf und sandte westlich von ihrem Standpunkt gewaltige Rauchschwaden in die Höhe.


    „Himmi gruze dirken“, fluchte der Feldwebel in seiner bayerischen Muttersprache und starrte ungläubig auf das Ereignis. Die anderen Wachen kamen langsam aus der Deckung und schienen sich im Stillen seiner Meinung anzuschließen.


    Hogan selbst ratterte der Kopf und fragte sich, was so klein und gewaltig sein konnte. Er gab seinen Männern ein Zeichen und Newkirk, Carter und LeBeau flitzten in Windeseile in den Wald hinein. Die schweren Rauchschwaden machten es ihnen leicht, ihren Kurs dabei nicht zu verlieren.


    Nach fünf Minuten waren sie bereits sichtlich aus der Puste. „Verdammt, wie weit mag das wohl noch weg sein?“ fragte LeBeau.


    Die anderen atmeten tief durch.


    „Es scheint wohl doch weiter weg zu sein, als es aussieht. Los, kommt“, befahl Newkirk.


    „Hat überhaupt jemanden den Piloten gesehen?“ fragte Carter, während sie zügig vorangingen.


    „Nicht direkt, aber wir müssen ihn vor den Deutschen finden“. Antwortete LeBeau


    „Ach, echt jetzt?“ ärgerte Newkirk ihn.


    LeBeau schubste ihn leicht an und die drei Gefangenen gingen heiter voran.


    Fünf Minuten später waren sie immer noch nicht an der Absturzstelle.


    „Wer will mit mir wetten? Was glaubt ihr welche Nationalität der Pilot haben wird?“ versuchte Newkirk, die Situation etwas aufzuheitern.


    „Hoffentlich mal wieder ein Franzose“, gab der kleine Mann in seinem Akzent als Antwort.


    „Ach, nie im Leben“ zweifelte Carter neckisch. „Ihr seid doch viel mehr mit euer Resistance beschäftig“, antwortete er und sprach das Wort Resistance dabei völlig falsch aus.


    „Ja, ihr Amerikaner denkt wohl immer ihr seid die Besten“, höhnte LeBeau ein wenig eingeschnappt.


    „Zehn Dollar, dass es einer von meinen Landsmännern ist“, sagte Newkirk.


    „Zehn Dollar, dass es ein Franzose ist“, kam von LeBeau


    „Zwanzig, dass es ein Ami ist! Aus Texas!“ Kicherte Carter.


    Die Männer waren schön hörbar aus der Puste aber lachten aber dennoch darüber.


    Ein Stimmengewirr ließ sie jedoch auf der Stelle stehen bleiben und aufhorchen. Sie versteckten sich hinter einem Gehölz und lauschten den Stimmen. Die drei Köpfe schauten sich erstaunt an, als jeder von ihnen Frauenstimmen erkannte.


    „Was geht das vor sich?“ Dachte LeBeau laut.


    „Psst, sei doch mal still.“ Unterbrach Newkirk.


    „Leute“, sagte Carter einige Augenblicke später. „Ich glaube die sprechen nicht einmal Englisch. Könnten das vielleicht Russen sein?“


    „Hä? Und wer soll dann bitteschön die Wette gewinnen?“ Höhnte Newkirk.


    „Ruhe jetzt, sonst fliegen wir noch auf!“ Ermahnte LeBeau die Männer und sie gingen dabei etwas tiefer in Deckung.

  • Kurze Frage: Gibt es eigentlich Mitleser? Sagt doch mal Hallo, würde mich freuen :)
    Übrigens: Ich habe Newkirk absichtlich nicht stotternt geschrieben, damit man sich den Text von Google vorlesen lassen kann.
    Das nächste Kapitel wird dann sein "Erstkontakt mal Anders", also beibt dran :D Die beiden Universen werden bald miteinander kollidieren! :D

  • „Himmi gruze dirken“


    Auch wenn es in Anführungszeichen steht und ich kein Bayer bin. Da rollen sich sogar mir die Fußnägel auf.
    So bitte: "Himmel Kruzitürken." Wobei Himmi schon in Ordnung ist ;)
    Keine Sorge, ich lese schon mit. Aber, da ich einen Maulkorb verpasst bekommen habe, halte ich mich mit Kommentaren in letzter Zeit vornehm zurück.
    Nicht dass da nochmal was falsch verstanden wird.


  • So bitte: "Himmel Kruzitürken." Wobei Himmi schon in Ordnung ist ;)


    LOL ok, aber du wirst lachen - ich war mir da auch nicht sicher. Ich hätte es auch eher Grutzetürken geschrieben aber ich wollte nicht dass man das mit Türken in Verbindung bringt. Ich habe es dann extra gegoogelt um herauszufinden, wie es Andere schreiben.

  • Anmerkung des Autors: Sooo, juchuuu, jetzt habe ich es endlich mal geschafft, daran weiter zu schreiben. Ich habe wieder etwas Motivation geschöpft und etwas Faden gefunden :) Würde mich sehr über Feedback oder Kommis freuen. Es geht also weiter mit dem Kapitel:


    6 Erstkontakt mit Hindernissen


    CARTER, NEWKIRK UND LEBEAU bemühten sich, die Richtung der Stimmen ausfindig zu machen und schlichen sich Schritt für Schritt weiter durch den Tiefschnee. Das Stapfen ihrer schweren Stiefel hinterließ ein knautschiges Gefühl unter ihren Sohlen auf der frischen Schneemasse. Sie sanken fast bis zu den Knien ein.
    LeBeau legte den Kopf schief. Irgendetwas Seltsames lag plötzlich in der Luft. Wenige Schritt später blieb er kurz stehen und scharrte mit einem seiner Stiefel im Schnee.
    „Hey mach doch nicht so einen Krach, willst du etwa, was wir auffliegen?“ raunte Newkirk und knuffte seinen französischen Mitgefangenen am Oberarm.
    „Mes Amis, seht her“, setzte der kleine Mann nun zu einer Erklärung an. „Es sieht fast so aus, als wäre die Schneeschicht viel dünner als sonst“.
    Carter tat einige vorsichtige Schritte weiter in die Richtung, aus der sie die Stimmen hörten. Sein Blick verriet Neugierde und er bestätigte daraufhin die Aussage von Lebeau.
    „Er hat Recht, je weiter wir in diese Richtung gehen, desto weniger Schnee haben wir.“
    Newkirk legte sich plötzlich fröstelnd die Arme um seinen Oberkörper, als er einen kühlen Luftzug bemerkte.
    „Irgendwie habe ich auch den Eindruck, dass es plötzlich wärmer geworden ist und dass uns von hinten eine viel kältere Luft in den Rücken weht.“
    „Was meinst du damit?“ Antwortete Carter nervös.
    Das Pfeifen des Windes durchschnitt die Stille. Die drei Gefangenen sahen sich an und wirkten plötzlich blass.
    „Los kommt, wir müssen uns umsehen. Oder glaubt ihr etwa an Geister?“ Zog Newkirk seine Mitgefangenen auf. Ein schwaches Grinsen und sein Humor waren ein schwacher Versuch, seine Angst zu verstecken.
    Bei jedem Schritt schienen der Schnee dünner und die Luft wärmer zu werden. Plötzlich kamen sie hinter einer dichten Reihe von Bäumen an einem kleinen Abgrund an. Sie arbeiteten sich durch das Geäst des kahlen Buschwerks und ihnen stockte nun endgültig der Atem. Ihre Gesichter wirken bei dem Anblick der sich ihnen jetzt bot immer bleicher und bleicher.
    Das gesamte Grünzeug, das sich einer mächtigen Schneise zuwandte, war völlig verkohlt. Es hatte sich eine gewaltige, längliche Schlucht gebildet. Sie war nicht sehr tief, aber der sämtliche Schnee und Waldboden waren verschwunden. Die Erde schien wie frisch umgegraben. Der gesamte Boden dampfte vor Hitze und es sah aus, als hätte ein gewaltiges Kettenfahrzeug durch den Wald gewütet. Es sprengte die schiere Vorstellungskraft dieser Männer, was so mächtig sein konnte, so eine große Anzahl an ausgewachsenen Fichten und anderem Nadelgehölz binnen weniger Sekunden aus dem Weg zu schaffen.
    Ihnen wurde immer mulmiger zumute. Das lauter werdende Stimmengewirr riss die drei Männer aus ihrer Furcht und Faszination. Das Gewirr verwandelte sich allmählich in Geschreie, dass man schon von weitem hören konnte. Es schien aus der Richtung zu kommen, in die sich die Schneise bewegte.
    „Also ich glaube nicht, das irgendein Flugzeug der Alliierten imstande ist, so einen Schaden anzurichten“, versuchte Carter etwas Kluges von sich zu geben.
    Newkirk patschte ihm dabei auf den Hinterkopf und antwortete mit einem schnippischen „Ach ja?“
    „Mon dieu, wir sollten zurück zu dem Colonel gehen, ich glaube das ist eine Nummer zu groß für uns“, bemerkte Lebeau und schien aus allen Wolken zu fallen. Er schüttelte weiterhin ungläubig den Kopf.
    Carter und Newkirk nickten sich stumm zu und sprangen in die Schneise. Der Boden fühlte sich warm unter ihren Stiefeln an. Newkirk zog LeBeau am Ärmel mit, welcher immer noch ungläubig in seiner Muttersprache etwas vor sich hinmurmelte.
    Durch den Sprung kam er wieder etwas zu sich und die drei Männer eilten im Laufschritt die kleine Schlucht entlang. Der Weg schien dabei etwas steiler zu werden.
    Der Anblick dieses Phänomens schien noch nicht genug, denn sie blieben abermals steif wie eine Kerze stehen, als sie etwas Bizarres hinter einer Anhöhe erblickten.
    Dort befand sich ein wuchtiges, metallenes Objekt, das sich teilweise ins Erdreich gebohrt hatte. Kleine Mengen an Schnee und Erde fielen von oben herab und ließen das Objekt energisch zischen. Es schien genug Hitze abzugeben, um mitten im tiefsten Winter den Schnee im kleinen Umkreis um sich herum zum Schmelzen zu bringen.
    Das Objekt hatte außerdem weder Flügel noch sichtbaren Motor. Es wirkte sehr plump und hatte die Form einer Tonne. Carter gingen dabei schon tausende Gedanken durch den Kopf, ob es sich dabei um eine bemannte Bombe handelte, denn er konnte sich keinen Reim darauf machen, warum dieses Objekt einen richtigen Schott hatte. Dahinter konnte man sogar einen Innenraum erkennen. Die beiden wild gestikulierenden Damen vor diesem Objekt schienen für die Männer zunächst uninteressant zu sein.

  • ><


    DIE JEDI CELESTIS UND DIE SITH SAHTARA kamen also unbeschadet auf dem Erdreich des ihnen völlig fremden Öko-Systems an. Die Landung schien sehr hart, aber die Trägheitsdämpfer und die Schilde der Rettungskapsel waren zu ihren Gunsten noch gut intakt. So polterten sie, ohne große Verletzungen zu erleiden, auf dem Erdboden auf. Sahtara schien noch immer wie besessen von ihrer Rivalin und ließ sie keine Sekunde lang aus den Augen. Ihr stechender Blick ließ nicht von ihr ab.
    Das Klicken ihres straff anliegenden Sicherheitsgurtes verriet ihnen, dass die Landung der Kapsel vollzogen war. Die Gurte sprangen aus ihren Halterungen und die beiden Insassinnen verließen stumm und unbeeindruckt die Kabine der Rettungskapsel.
    Sahtara stoß sich mit ihrem Arm von ihrer Feindin ab, um rasch Sicherheitsabstand zu gewinnen. Blitzschnell huschte ihr Griff zu den beiden Lichtschwertern, die sie trug. Celestis fing sich mit einer Rolle rückwärts ab und zog fast zeitgleich ebenfalls den Griff ihres Lichtschwertes. Dann herrschte plötzlich eine Sekunde der Stille, denn aus den Griffen der sonst eifrig vibrierenden und mit massiver Energie durchzogenen Lichtschwerter spie kein einziger Funken Laser.
    Celestis Blick glitt für einen kurzen Moment auf das Heft ihres Schwertes und augenblicklich wieder zu ihrer Rivalin. Sahtara schien ihr für den Bruchteil einer Sekunde voraus und stieß mit vollem Körpereinsatz auf sie zu. Die Körper der beiden Kämpferinnen berührtem sich für gewöhnlich im Kampf nicht. Denn Sahtaras Hand setzte zu einer Geste an, um sich ihrer Machtkraft zu bedienen und ihre Gegnerin zu würgen. Reflexartig hob Celestis ihre Hand, die einen unsichtbaren Schild der Macht hochreißen sollte und durch seine Wucht ihre Gegnerin mehrere Meter von ihr wegstoßen kann.
    Doch es geschah gar nichts. Einfach nichts.
    Die Kämpferinnen standen also für mehrere Sekunden mit völlig angespannter Muskulatur gegenüber und starrten sich in völliger Konzentration in die Augen.
    Sahtara riss sich aus ihrer Körperspannung und betrachtete völlig ungläubig ihre Handflächen. Für einen kurzen Moment starrte sie zu Celestis und offenbarte durch ihre bizarre Mimik völlige Verwirrtheit.
    Innerlich kochte sie jedoch vor Wut und Kampfeslust. Sie hörte ihren eigenen Puls durch die Venen rauschen und ihre Augen erzeugten regelrecht einen Tunnelblick auf die Schwachstellen des Körpers ihrer Gegnerin. Das Wesen ihrer Sith-Persönlichkeit schien völlig entfesselt und dürstete nach Blut und Gewalt. Gleichzeitig war sie nicht imstande sich zu fokussieren, da sie ihre Energie nicht über ihre Machtkraft freisetzen konnte. Sie sprang also mit einem heftigen Brüllen auf die Jedi zu und war wild entschlossen, sie jetzt mit bloßen Händen zu würgen. Ihr Schicksal würde sich nun durch reine körperliche Überlegenheit entscheiden müssen.
    Celestis reagierte auf ihren Angriff und schoss mit ihren Oberarmen durch die Lücke von Sahtaras Oberarmen, drückte ihre Ellbogen von innen nach unten und rammte ihr Knie fest in ihren Bauch. Die Sith war kurz über ihr, aber sie sackte jedoch durch die Wucht des Stoßes neben ihr zusammen und keuchte laut auf, um nach Luft zu ringen.
    Dieser kleine Rückfall schien Sahtaras Entschlossenheit allerdings nicht zu schmälern. Die beiden Frauen kämpfen noch einige Züge mit wildem Körpereinsatz vor sich hin.
    Celestis versuchte sich nicht in der Hitze des Kampfes zu verlieren und kam auf die Idee, ihre Kampftechniken den Umständen anzupassen. Dann tat sie einen Schachzug, den Jedi normalerweise niemals in ihren Kampfstil einbauen würden. Jedi kämpften stets mit Würde und Stil. Da Celestis eine Sabrak war, ragten auf ihrem Kopf überall stumpfe Stacheln aus ihrem Haar. Kurz entschlossen rammte sie ihren Kopf mit voller Wucht in den Körper der Sith.
    Das Geräusch des dumpfen Aufpralls auf ihre berstenden Knochen ging der Jedi durch Mark und Bein. Noch nie hatte sie die Erfahrung gemacht, körperlich so brutal mit jemanden zu sein. Sie landete auf allen vieren und wagte einen Blick zu ihrer Feindin. Sahtara ließ einen spitzen und kräftigen Schrei von sich und lag kauernd nicht weit weg von ihr. Durch die fehlende Machtkraft war der Rückstoß nicht so heftig wie gewohnt gewesen. Celestis hatte jedoch so viel Körpereinsatz gegeben, dass es sich angefühlt hat, als hätte sie ihre Feindin zurück in den Orbit geschossen.
    Sahtara lag nun da wie gelähmt. Sie wurde heftig an der Schulter erwischt. Ihre Gliedmaßen fingen unaufhörlich an zu Zittern und ihr ganzes Skelett schien zu vibrieren. Der Schmerz schien sie fast zu betäuben. Beim Versuch sich aufzurichten hallte erneut ein Schmerzensschrei durch den ganzen Wald und ihre Knochen im Schulterbereich machten ein knirschendes Geräusch. Sie spürte wie Knochen aneinander rieben und ihr Schlüsselbein fühlte völlig zersprungen an.
    Celestis beobachtete ihre Feindin wenige Sekunden. Als sie sie sicher außer Gefecht wusste, erhob die Jedi sich und ging langsam auf sie zu. Das Leiden ihrer Gegnerin war etwas völlig Fremdes und eine Welle von Gefühlen schien sie unkontrolliert zu überrollen.
    Der Schnitt eines Lichtschwertes war für gewöhnlich schnell, hinterließ durch die hohe Hitze unblutige Stellen an den Wunden, da das Fleisch sofort kauterisierte und setzte Gegner schnell außer Gefecht.
    Die Jedi versuchte die Woge der Gefühle zu unterdrücken. Sie waren jedoch stärker und ließ ihre Hände zittern und ihre Knie erweichen.
    Normalerweise war es eine leichte Aufgabe für Celestis, ihren Geist zu kontrollierne und gelassen zu bleiben, doch irgendetwas hinterließ eine gewaltige Leere in ihrem Inneren und nagte an ihr. Sie versuchte völlig verzweifelt mit der Macht zu kommunizieren, aber hier gab es nichts als Leere. Celestis riss ihre Hände an ihren Kopf um sich zu konzentrieren, doch sie sackte lediglich in sich zusammen, denn dies Leere hinterließ nichts als Zweifel und Hilflosigkeit. Ihre innere bekannte Welt brach völlig zusammen.

  • ><


    DIE KRIEGSGEFANGENEN STANDEN währenddessen auf der Anhöhe und beobachteten völlig sprachlos diesen grotesken Schauplatz. Newkirk fiel völlig sprachlos auf die Knie. Die Gewalttätigkeit der beiden schönen Frauen schien sein Weltbild völlig zu erschüttern. Carter stand einfach nur mit Sperr Angel weit offener Kinnlade, wie betäubt da. Lebeau wurde durch das Geräusch der auf den Körper treffenden Stacheln der seltsamen Frau augenblicklich in Ohnmacht gefallen. Als die beiden Frauen völlig geschwächt waren, fasste sich der charmante Engländer sich ein Herz und eilte schnellen Schrittes die Anhöhe hinab. Er stolperte dabei fast über seine eigenen Beine.
    „Alles in Ordnung?“ fragte er und bereute die Frage anschließend, denn nichts machte den Anschein, dass alles in Ordnung sei.
    Er besah sich die noch körperlich intaktere Frau. Er wollte sie kurz antippen doch zog seinen Arm wieder zurück, als er die völlig fremdartigen Stacheln aus ihrem Kopf ragen sah. Ihm wusste nicht wie ihm geschah und es war ihm, als wären alle Legenden um sämtliche Monster und fremdartigen Wesen wahr. Sie vernahm jedoch seine Präsenz und sah ihn mit hilflosen, großen und smaragdgrünen Augen an.
    Er beschloss seinen Kloß und all seine Ängste zu schlucken und berührte die Frau, um ihr auf die Beine zu helfen.
    „Ihr müsst hier so schnell wie möglich weg“. Sein Blick fiel dabei sofort auf die andere, völlig verletzte Frau. Er hörte flinke Fußtritte und sein Blick ging auf seinen Mitgefangenen Carter, der nun ebenfalls die Anhöhe hinunter eilte.
    „Was machen wir jetzt? Wir haben auch noch einen ohnmächtigen Franzosen“, teilte er mit.
    „Versuch ihn wachzukriegen, wir müssen die Damen sofort außer Sichtweite bringen.“
    Ein dumpfes Poltern in der Ferne riet den beiden Männern zur Eile, denn die Ankunft der Kapsel schien nicht nur ihrer Aufmerksamkeit entgangen zu sein.
    „Die Deutschen!“ Rief Carter voller Schreck.
    „Los, wir müssen hier schleunigst weg.“
    Newkirk lenkte die Sabrak Richtung Wald.
    Carter kam gerade mit dem noch benommenen Lebeau an den Schauplatz. Die Männer versuchten die stark verletzte und ganz in schwarz gekleidete Frau so sanft wie möglich wegzutragen.
    Ihre Schreie waren nicht mehr so intensiv, aber ihr Gesicht schien umso schmerzverzerrter und ihr Stöhnen klang hohl. Schweißperlen bildeten sich auf ihrer Stirn.
    Da die Dame sehr klein und leicht auf ihn wirkte, entschloss er sich, diese auf beiden Armen zu tragen. Die Frau hatte fast mit der Ohnmacht zu kämpfen und er musste ihren Kopf zusätzlich ausbalancieren, dass er nicht ruckartig nach hinten kippte. Im Inneren musste er jedoch zugeben, das Gefühl ein wenig zu genießen, so eine hilflose Maid auf seinen Armen tragen zu dürfen. Ein kleines Grinsen konnte er nicht verbergen.
    Das Vorpreschen durch den dichten Wald war jetzt nicht mehr ganz so grazil und lautlos. Den Bewohnern von Baracke zwei war bewusst, dass es nicht mehr lange dauern würde, dass die Deutschen hier jeden Zentimeter durchkämmen würden, nachdem sie die Kapsel gefunden hatten.
    Die Scheinwerfer aus der Ferne schienen immer näher zu rücken. Da Hogans Helden nur zu Fuß und schwer bepackt unterwegs waren, entpuppte sich die ganze Rettungsaktion als Wettlauf gegen die Zeit. Die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass sie plötzlich umzingelt sein könnten.
    Durch die ganze Außergewöhnlichkeit des Spektakels war innen die ganze Zeit auch gar nicht bewusst gewesen, wie weit sie vom Lager entfernt waren. Sie hatten sich völlig überschätzt.
    Aus dem Wald donnerten jetzt vermehrt hektische Stimmen in deutscher Sprache. Es waren Soldaten, die sich Befehle entgegenblafften und ihre Spürhunde weiter anfeuerten nach Etwas zu suchen.
    „Da vorne“, keuchte Carter völlig außer Atem. „Ein Haus mitten im Nichts, das ist vielleicht ein verlassender Bauernhof oder so“
    „Das ist das erste Versteck, wo die Deutschen nach uns suchen würden“, meckerte Lebeau.
    „Ja, aber er hat Recht, wir müssen uns irgendwo verstecken“, die zarte Maid lässt mir langsam meine Muskeln versteifen.“
    „Wie viele denn, oder nur einen ganz bestimmten?“ höhte Lebeau.
    Der Engländer entschied sich nichts zu sagen, rollte jedoch sichtbar mit den Augen.
    Es dämmerte bereits und im Inneren brannte noch Licht. Die Kriegsgefangenen polterten dennoch mit Fäusten gegen die Tür.
    Ein Mann in einfacher Kleidung öffnete die Tür und setzte einen völlig verstörten Blick auf. Celestis zog sich instinktiv die Kapuze ihrer Jedi-Robe über den Kopf, da es ihr nicht entgangen war, dass die Leute hier auf ihre Andersartigkeit reagierten. Als einer der Gefangenen sprechen wollte, erhob die Sabrak ihre Hand und bedeutete ihm zu schweigen.
    „Alter Mann“, sagte sie ihm mit Bedacht. „Wir haben eine schwer verletzte Person, bitte helfen sie uns.“
    Der Mann schaute sie verwirrt an. Als plötzlich die Sirenen in der Ferne aufheulten zischte er lediglich ein „Verschwindet von hier.“
    Die Jedi formte jetzt eine kreisrunde Geste mit ihrer Hand und wiederholte ihren Satz. Sie schöpfte aus ihrem Talent, den Geist eines Willensschwachen mithilfe ihrer Macht zu überreden. Es geschah jedoch nichts. Sie spürt abermals diese aufkeimende Leere in ihr. Resigniert trat sie einen Schritt zurück.
    Newkirk drängte sich mit einem großzügigen Schritt nach vorne. „Na los Männchen, jetzt treten sie mal zur Seite.“ Er lud sich selbst ein und erblickte einen großzügigen, mit einem warmen Ofen bestückten Raum. Dort befanden sich auch Betten. Er lud die Frau auf einem der Betten ab. Sie war inzwischen ohnmächtig geworden. Aus einem Nebenraum kroch eine noch sehr junge, völlig verstörte Bauersfrau. Sie eilte zu der Verletzten und fing emsig an, sie zu versorgen.
    „Verschwindet von hier, Gesindel“, blaffte der Mann erneut. Er musterte die Männer von oben bis unten. „Seid ihr etwa Kriegsgefangene?“ Er wurde daraufhin völlig panisch und rief um Hilfe, rief nach Polizei und Soldaten.
    Den Männern blieb also nichts anders übrig als die beiden Frauen dort zu lassen und das Weite zu suchen. Es wäre zu riskant gewesen, so weit weg vom Lager gefangen genommen zu werden. Hogan würde sonst große Schwierigkeiten haben, sie ausfindig zu machen. Sie rannten also eiligen Schrittes in den dämmernden Wald hinein.
    Celestis zog sich ihre Kapuze tief ins Gesicht und beobachtete hilflos das Szenario. Es gab momentan nichts, was sie für Sahtara oder sich tun könnte, außer sich in Wärme und etwas Sicherheit gegen die Dunkelheit zu wissen. Sie beobachtete das junge Bauersmädchen, wie sie kühle Lappen mit Wasser brachte, um Sahtara zu versorgen. Sie sah sich in dem Raum um und hatte große Sorge, dass die Menschen hier aufgrund mangelnder Technologie ihrer Gegnerin überhaupt helfen könnten. Sie fummelte unter ihrer großzügigen Robe an ihrem Translator, um etwas von der Sprache der Menschen hier entziffern zu können. Der Syntax der Sprache schien ihr völlig fremd, aber einige Wörter glichen dem ihres Basic und entzündeten einen Funken Hoffnung in ihr.