Traue niemanden!

  • Hallihallo! Tja ich habe es euch angedroht, mit Fanfics zu spamen. Hier ist schon die nächste. Ich hatte sogar ganz kurz die wahnsinnige Idee, einen Advendskalender bis zum Advendskalernder zu machen. Aber jeden Tag eine neue zu posten schaffe ich dann doch nicht ;o)
    JA diesmal ist es mal was ganz anderes. Ich warne euch. Die Geschichte wird diesmal kein Happy End haben.


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    Traue niemanden!


    Deutschland Januar 1945


    „Colonel, wir haben die Information, dass die Gestapo euch auf die Schliche gekommen ist,“ flüsterte der alternde Deutsche namens Oskar
    Schnitzer. Erneut schnappte er sich einen Schäferhund und verfrachtete ihn in den Zwinger. Der Amerikaner schaute nachdenklich dem Spektakel zu.


    „Aber wie? Warum gerade jetzt?“


    „Hören Sie, ich weiß es doch auch nicht!“


    „Oskar, der Krieg wird in wenigen Wochen beendet sein. Warum sollte die Gestapo jetzt noch Interesse an uns haben? Hochstetter ist vor Monaten an die Front geschickt worden, weil die in Berlin seinen „Beweisen“ nicht glaubten. Wer also sollte etwas gegen uns in der Hand haben?“


    „Robert, ich mag euch Jungs wirklich gern. Aber weder weiß ich es noch kann ich euch helfen. Es tut mir leid!“


    „Keine Sorge, wir finden es raus!“ die Männer verabschiedeten sich. Sie bemerkten nicht, dass zwei kalte Augen sie die ganze Zeit beobachteten. Während Schnitzer das Lager verließ, betrat Hogan Baracke 2. Mit einer kurzen Geste, bestellte er sein Kernteam zu sich.


    „Männer, wir haben ein Problem. Es gibt jemand neues bei der Gestapo, der es auf uns abgesehen hat. Schnitzer erzählte, die Gestapo sei uns auf die Schliche gekommen. Was das bedeutet sollte euch klar sein,“ berichte der Amerikaner ohne Umschweife. Die Männer sahen betreten zu Boden. Als erstes fand der junge Sergeant Andrew Carter seine
    Stimme wieder: „ Aber wie? Wir haben in letzter Zeit kaum etwas in die Luft gejagt.“


    „Schtimmt! Wir 'atten kaum Missionen,“ ergänzte der Franzose Louis LeBeau gedankenverloren.


    „W-w-wer h-hätte uns ver-verraten s-sollen? Wir h-haben m-mit nie-niemand neues zu-zusammen ge-gearbeitet,“ gabt Peter Newkirk zu bedenken.


    „Und über den Funk kam auch nichts,“ meinte Richard Baker.


    „Das ist alles richtig. Umso mysteriöser ist die ganze Sache. Passt auf, wir werden dem auf den Grund gehen. Carter, LeBeau, Newkirk und ich werden heute
    Abend das Lager in SS- Uniform verlassen und uns mal im Gestapohauptquartier umhören. Also Jungs, wir brauchen Papiere, ein paar nette Ränge und Uniformen,“ bestimmte der ranghöchste Gefangene.


    „Isch mache die Uniformen,“ bot LeBeau an.


    „Carter und ich kümmern uns um die passenden Waffen und Ränge,“ sagte Baker zu.


    Newkirk seufzte resigniert und meinte: „ Dann b-bleiben d-die -papiere w-wohl an m-mir h-hängen.“


    Zufrieden nickte Hogan und entließ seine Männer.


    Am Abend saßen sie in der Baracke 2 und warteten auf ihren Lieblingsfeldweber, der sie bald ins Bett scheuchen würde. Tatsächlich kam der dicke Deutsche schwerfällig zur Tür herein.
    „Colonel Hogan, so geht das nicht. De Buaben müssten längst im Bett liegen und das Licht sollte schon vor einer Stunde aus sein,“ klagte er.


    „Schultzi, wir wollten doch nur auf dich warten. Du kommst heute aber spät!“


    „Ja mei, der Oilde hat mich heute rumgescheucht. Buaben, ihr glaubs nicht was ich heute durch habe. Aber jetzt ab ins Bett, sonst krieg ich wieder den Ärger. Und das ihr mir heute keinen Blödsinn macht!“ befahl Schultz. Lächelnd kam die Gefangenen der Aufforderung nach. Schultz und Klink waren beide von selben Schlag. Dumme Deutsche, die sich
    leicht manipulieren ließen. Insgeheim mochten die Gefangenen die beide. Klink versuchte halbwegs humane Bedingungen im Lager zu schaffen und Schultzi sah mehr als einmal weg und war immer für eine Partie Poker gut. Nachdem das Licht aus war, sprangen die fünf Helden aus dem Bett und eilten in den Tunnel. Baker sollte über das
    Funkgerät wachen während die andern vier in Hammelburg waren. Diese zogen sich die Uniformen an und schlichen erst aus dem Tunnel und dann durch den Wald. 'Irgendetwas ist heute komisch an der Nacht. Es ist so ruhig. Gespenstig ruhig! Robert reiß dich zusammen! Du bist nur nervös wegen der Mission', dachte der Anführer bei sich. Er
    wurde das Gefühl nicht los, dass es seinen Männer ähnlich ging. Kurze Zeit später standen die vier vor der Gestapo-zentrale. Sie richteten ihre Uniformen und traten ein. Hogan, welcher als General verkleidet war, sprach einen müde blickenden Soldaten, der am Eingang saß, an: „ Hey Sie! Stehen Sie gefälligst stramm, wenn ein Vorgesetzter vor ihnen steht!“


    Erschrocken sprang der sprang der Angesprochene auf: „ Jawohl Herr General!“


    Hastig salutierte er und fragte dann: „ Sind sie Generale Hogenmüller?“


    Verdattert starrten die vier Alliierten auf den Deutschen. „Ähm ja!“ versuchte Hogan sich wieder in den Griff zu bekommen.


    „Sehr schön! Sie werden schon erwartet. Bitte folgen Sie mir!“ lächelte der junge Deutsche. Bei den Helden schrillten alle Alarmglocken auf. Wie sie wurden schon erwartet? Von wem den? Doch an Flucht war nicht zudenken, aus dem Augenwinkel sahen sie 10 nein 15 schwerbewaffnete SS-Männer auf sich zukommen. Widerwillig und ohne Chance auf Flucht
    folgenden die verkleideten, dem deutschen Soldaten. Dabei wurden sie auf Abstand von den anderen Soldaten eskortiert. Sie wurden in ein großes, hellerleuchtetes Büro gebracht. Ein SS- Oberführer erwartete die Gruppe bereits.


    „Ah! Sieh an! Papa Bär und sein Gefolge! Wir haben Sie schon erwartet. Zu meinem großen Bedauern, muss ich Ihnen sagen, dass unserer geliebter General noch nicht da ist. Der nimmt Ihr Rattennest gerade in Stalag 13 hoch. Gerade jetzt müsste er ihren Funker Sergeant Richard Baker aus dem Tunnel zerren,“ selbstgefällig grinste der Offizier und
    fuhr fort, „ Mein lieber Hogan, ihre Ära ist nun zu Ende. Sie haben das Deutsche Reich lange genug zum Narren gehalten. Heute Nacht werden alle Verschwörer hingerichtet! SCHMIDT! JUNG! Bringt diesen Abschaum in die Zellen!“ Bevor einer der Helden etwas erwidern konnten, wurden sie gepackt und zu den Zellen gezerrt. Glücklicherweise wurden alle in eine Zelle gesperrt.


    „Und was machen wir jetzt?“, fragte Carter nachdem die deutschen Soldaten gegangen waren. Die anderen schauten sich ratlos an. Selbst der sonst so taffe Colonel wusste diesmal keinen Ausweg: „Beten! Carter! Wir können nur noch beten!“


    Diese Worte nahmen den jungen Amerikaner die letzte Hoffnung. Er ließ sich zu Boden sinken und hing wie die anderen auch, seinen Gedanken nach.


    Nach gefühlten zwei Stunden wurde die Zellentür aufgesperrt und ein leblose Gestalt wurde herein geschmissen. So schnell wie die Deutschen da war, waren sie auch wieder verschwunden. Die Gestalt rührte sich und stöhnte schmerzvoll aus. Sie hauchte ein leises: „Colonel? Sind Sie hier?“


    „Oh mein Gott! Das ist Baker!“ rief Hogan aus und stürmte auf den am Boden liegenden zu. Er bettetet den Kopf des Verletzten auf seinen Schoß.


    „Baker! Richard! Was ist passiert?“


    „Ich weiß es nicht, Sir! Ich war am Funkgerät und auf einmal stürmten Unmengen an SS-Männer in den Tunnel. Sie zerrten mich auf den Appellplatz...,“ der Funker krümmte sich vor Schmerzen und hustete bevor er weiter berichtete, „ Der Appellplatz war hell erleuchtet. Überall war die SS. Die Gefangenen wurden aus den Baracken gezerrt
    und auf Laster getrieben. Nur Baracke 2 nicht. Sie...sie...Colonel... .“ Bei den Gedanken was geschehen war, stockte Baker und musste mit aller Mühe seine Tränen zurück halten. „Colonel, Sie haben jeden aus Baracke 2 erschossen!“ Dieser letzte Satz lag wie ein schwerer Mantel auf jeden von ihnen.


    „Richard, aber warum...“


    „Colonel, mich haben sie zusehen lassen und danach zusammen geschlagen. Sie meinten, ich wolle doch bestimmt mit dem Kernteam zusammen sterben!“


    „War da ein General?“


    „Nein!“


    Völlig erschöpft schloss der Schwarze die Augen und driftete in ein schwarzes Nichts ab. Die anderen Männer waren unfähig etwas zusagen und starrten nur weiter vor sich hin. Die Nacht verging und es musste bereits der neue Tag begonnen haben, als die Zellentür erneut geöffnet wurde und die Männer zum Hinrichtungsplatz geführt wurden. Baker war zwar
    mittlerweile wieder wach, konnte aber nicht selbstständig lauf. So packten ihn zwei Deutsch grob und schleiften ihn hinterher. Der SS- Oberführer von Abend davor wartete bereits grinsend. Die Männer wurde gezwungen sich hinzuknien. Sie sprachen ihr letztes Gebet, als eine weitere Person zu der Gruppe stieß. Es war ohne Zweifel der General. Dick und selbstgefällig sah er jeden er Gefangenen an. Seine kalten Augen ließen einen kalten Schauer über ihren Rücken laufen. Einer nachdem anderen wurde erschossen. Hogan kam die
    grausame Ehre zuteil, als letztes zu sterben. Es sah, wie der General seine Waffe zog. Denen großen Papa Bär wollte dieser selbst erledigen. Hogans letzter Gedanke war: „Schultzi, warum nur?“


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    So und jetzt verstecke ich mich in einer dunklen Höhle, bevor ihr mich mit Mistgabeln und Fackeln jagen wollt!

    "Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. " Jean-Paul Sartre


    "Papa! Lene behaupet sie hätte angefangen [mit ärgern], dabei habe ich doch angefangen!" Junior beim petzen.

  • Aber warum Schultzi? Das würde Schultz nie tun!!!!
    Aber toll, dass es weitergeht. =)

    Das Gewissen ist fähig, Unrecht für Recht zu halten. Inquisition für Gott wohlgefällig und Mord für politisch wertvoll. Das Gewissen ist um 180° drehbar." (Erich Kästner)


    "Eine Rose gebrochen, bevor der Sturm sie entblättert." (Lessing)


    "Demokratie ist nicht die Herrschaft der Vernunft. Auch falsche Entscheidungen können demokratisch sein. Das ist zu akzeptieren" (Mein ehemaliger Chef, zumindest so in etwa)

  • Ich könnte es mit künstlerischer Freiheit erklären. Oder aber, wenn ich Klink und Hochstetter menschlich werden lassen kann, kann Schultzi auch mal der Böse sein. Vielleicht tut Schultz ja nur gutmüdig und leicht naiv. Bei seinen ganzen vielen Fehlern, müsste er doch schon längst verhaftet worden sein. Frag dich selbst mal warum das nicht der Fall ist. Einfach mal die Situation aus einen anderen Blickwinkel betrachten.

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  • Nein, nein, nein. Also, das Klink menschlich wird, da kann ich mit leben. Aber Schultzi wird nicht böse.
    Aber deine künstlerische Freiheit will ich natürlich nicht einschränken. Ich lese auch gerne Stories mit einem bösen Feldwebel/General Schultz. Masochisitisch wie ich bin, hättest du den letzten Teil noch detaillierter ausführen können.

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  • Uhuuu. Und ich dachte ich muss jetzt ein paar Tage untertauchen. Da bei mir Schultzi böse und die Helden tot sind.

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