Adventskalender 2014

  • 22. Dezember


    Der nächste Morgen kam viel zu schnell. Nachdem Morgenappell rief Hogan seinen Funker zu sich. Bevor der Colonel die Tür schloss, sah er das Aufmunternde Lächeln von LeBeau.
    „Kinch bitte setzt dich! Ich muss mit dir reden,“ begann er langsam. Kinch warf ihm einen verwunderten Blick zu, folgte dem Befehl aber und setzte sich auf das untere Bett. Hogan zog sich einen Stuhl ran und setzte sich dem Sergeant gegenüber.
    „Hör zu. Ich habe vor zwei Tagen eine Nachricht aus London bekommen. Es ...Ich... Folgendes...“
    „Colonel, spucken Sie es schon aus. Sonst sind Sie doch auch nicht auf den Mund gefallen.“
    „Kinch, es ist dein Bruder Hubert. Er wurde über Peenemünde abgeschossen. Es tut mir leid. Er hat es nicht überlebt.“
    Kinch starrte bei dieser Nachricht auf seine Hände. Der Vierte war tot, blieb nur noch er zurück. Wie mussten seine Eltern angesichts dieser Verluste leiden? Der dunkle Amerikaner merkte wie der Colonel sich neben ihn setzte und einen Arm um ihn lehnte. Bereitwillig ließ sich der Kinch von Hogan in den Arm nehmen. Leise schluchzend, ließ der
    Trauernde seinem Schmerz freien Lauf. Ganz sanft streichelte der Colonel seinem Freund über den Rücken. Kinch weinte sich an der Schulter seines Vorgesetzten aus. Nach einer Weile löste er sich aus der Umarmung und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht: „Tut mir leid Colonel!“
    „Nicht dafür!“
    „Ich habe ihr Hemd voll geheult. Das war nicht angemessen,“ meinte Kinch verlegen.
    „ Ist nicht schlimm. Da bist du nicht der Erste und wirst auch nicht der Letzte sein. Hör zu, es gibt da noch etwas, was du wissen solltest. London sendete nicht nur diese Information, sondern auch noch eine Befehl dich betreffend. Du wirst Weihnachten zu Hause verbringen. Wir sollen dich am Besten noch heute raus schleusen.“
    Ungläubig beäugte James seinen Freund. Eine Mischung aus Trauer, Vorfreude und Verlustangst tobten in ihm.
    „Aber ich werde doch hier gebraucht. Wer soll den das Funkgerät bedienen? Und wie wollen Sie mich unbemerkt raus bekommen?“
    „James, du hast vier Brüder im Krieg verloren. Unsere Regierung möchte deiner Familie das Leid, auch ihren letzten Sohn zu verlieren, ersparen. Nimm es als Chance. Wir werden jemanden finden, der das Funkgerät bedient. Baker zum Beispiel hat dich doch schon öfters abgelöst. Der Widerstand ist schon informiert. Oscar holt dich heute und fährt dich zum U-Boot. Und damit es keine erfolgreiche Flucht gibt, werden wir deinen Tod fingieren. Du siehst, es ist alles vorbereitet. Nur die Anderen müssen wir noch informieren. Und du kannst leider nur wenig Dinge mitnehmen. Es soll ja echt wirken,“ erläuterte der Offizier sachlich. Er versucht so ruhig wie möglich zu bleiben.
    „Das ist ein guter Plan. Dann könnt ihr wenigstens offiziell trauern,“ sagte Kinch grüblerisch.
    „Ist es okay, wenn ich die Anderen jetzt rein rufe?“ Kinch nickte zustimmend und Hogan rief Carter, LeBeau und Newkirk rein. Die Situation war dem restlichen Team schnell erklärt. Die Reaktionen fielen grundverschieden aus. Carter freute sich für Kinchloe, LeBeau war etwas traurig und Newkirk verließ ohne ein Wort zu sagen den
    Raum. Kinch wollte hinterher, aber LeBeau stoppte ihn: „Gib ihn einen Moment. Er muss jetzt alleine sein. So wie du deinen Bruder verloren hast, so wird er heute den seinigen verlieren.“
    Hogan verteilte die Aufgaben. Carter und LeBeau präparierten den kleinen Holzschuppen und das daneben stehende Benzinlager am Lagerrand mit Sprengstoff. Der Colonel hatte schon öfters bemängelt, dass neben dem Holzschuppen das deutsche Benzin gelagert wird. Die Gefahr einer Entzündung oder Explosion ist einfach zu groß. Doch jetzt hatten sie ein super Ablenkungsmanöver. Hogan wollte sich noch einmal bei Klink beschweren. Kinch packte indessen ein paar Sachen zusammen. Er war allein in der Baracke und hing seinen Gedanken nach. Leise öffnete sich die Tür und Newkirk huschte rein.
    „E-e-es t-tut mir leid w-wegen d-deinem B-bruder,“ flüsterte der Brite. Kinch schreckte aus seinen Gedanken auf und sah seinen Freund an.
    „H-hör m-mal e-es ist nicht so, d-dass ich dir die H-h-heimreise nicht g-gönnen würde. W-w-wenn es einer ver-ver-verdient hat, d-d-dann du. Es kam nur so ü-ü-überraschend. U-und...“
    Mit Schwung zog Kinch seinen jüngeren Freund in die Arme und sagte leise: „ Hey, ich bin doch nicht aus der Welt. Soll ich dir mal etwas sagen? Du hast mich immer an meinen kleinen Bruder Philipp erinnert. Er war frech, sarkastisch, ungehorsam, stur,ein Trickser eben. Oh ja, ihr habt eine Menge gemeinsam,“ der Brite sah seinen Freund leicht vorwurfsvoll an. Dieser lachte und fuhr fort: „Und er war mein Lieblingsbruder. Denn genau wie du, war er fürsorglich, gewissenhaft und verdammt tiefgründig. Leider hat er diese Seite nur wenigen gezeigt. Wieder eine Gemeinsamkeit. Was ich dir damit sagen möchte, ich habe vier Brüder im Krieg verloren. Mein andern vier Brüder muss ich hier zurück lassen. Versprich mir, dass du gut auf dich aufpassen wirst.“
    „A-aber s-sicher doch. U-und du ver-ver-versprichst mir, d-d-dass du m-mich nach dem K-k-krieg mal in L-l-london besuchen wi-wirst.“
    „Nein. Nachdem Krieg werde ich in London auf euch warten und euch in Empfang nehmen.“ Ein letztes Mal drückte Kinch den Jüngeren fest an sich. Kurze Zeit später kamen auch die Anderen. Sie verabschiedeten sich alle von Kinch und dann musste alles ganz schnell gehen. Schnitzer kam gerade mit den Hunden. Schultz und Langenscheidt beobachteten, wie Kinch in den Holzschuppen lief. Was sie nicht sehen konnten war, dass er dort in den Tunnel stieg. Wenige Momente darauf, flog erst das Benzinlager und dann der Holzschuppen in die Luft. Während ein
    wahrer Tumult ausbrach, kletterte Kinch in Oscars Wagen und beide fuhren aus dem Lager.
    Das Feuer im Lager wurde durch vereinte Kräfte gelöscht. Wie durch ein „Wunder“ wurde keiner ernsthaft verletzt, außer Kinch, der nun als offiziell verstorben galt. Die Männer durften auf diese Weise um ihren Freund und Bruder trauern.
    Zwei Tage später, kam die erlösende Nachricht. Kinch war sicher in den Staaten bei seiner Familie angekommen. Dieses Jahr, war es ein ruhiges, ein besinnliches Weihnachtsfest im Stalag 13.


    Ende

    "Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. " Jean-Paul Sartre


    "Papa! Lene behaupet sie hätte angefangen [mit ärgern], dabei habe ich doch angefangen!" Junior beim petzen.

  • Vielen Dank! Es ist schön, wenn dir meine Geschichte gefällt.
    So jetzt habt ihr es fast geschafft mit lesen. Der Adventskalender neigt sich dem Ende zu. Ich hätte denoch gerne Feedbacks für die letzten Geschichten.


    So jetzt wieder zur heutigen Geschichte. Hogan muss mal wieder bei mir leiden. :evil:
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    23. Dezember


    Mit üblen Halsschmerzen, Schnupfen und Kopfschmerzen wachte er auf. Orientierungslos sah er sich im Zimmer um. Genau in diesem Moment kam LeBeau ins Zimmer. Wenig überrascht sah er auf seinen leitenden Offizier. Kopfschüttelnd setzte er sich mit auf das Bett.
    „Mon Colonel, setzten Sie sich hin. Isch helfe Ihnen beim ausziehen. Mit voller Montur im Bett su liegen ischt nischt gesund.“
    Der Franzose half seinen Vorgesetzten, bis dieser nur noch im T-Shirt und Boxershorts im Bett lag. Vom oberen Bett schnappte sich der Corporal die Decke und warf sie über den Kranken. Froh darüber, dass sein Freund endlich ging, fielen Hogan die Augen wieder zu. Er war einfach nur müde. Doch er hatte sich zu früh gefreut, da kam der Franzose wieder an.
    „Das ischt ein altes Familienrezept meiner grand-mère. Das zieht das Fieber aus dem Körper.“ Ehe sich der Amerikaner versah, wurde sein Shirt hoch geschoben und LeBeau klatschten einen übelriechenden Umschlag auf seine Brust.
    „Aua! Aua! Aua! Was ist das?“
    „Das ischt ein warmer Umschlag mit Senf, Knoblauch, Minzöl, Ingwer, Zwiebeln und ….“
    „Das ist nicht warm, dass ist verdammt heiß,“ beschwerte sich Hogan und zog den Umschlag von der Brust. Diese hatte einen beunruhigenden Rotton.
    „Jetzt stellen Sie sisch nischt so an. Das ischt nur ein bisschen rot.“
    „LeBeau, lass mich endlich schlafen und nehme deinen komischen Umschlag mit!“
    Beleidigt zog der Franzose von dannen und murmelte etwas, dass verdächtig nach „ Sturer Amerikaner!“ klang.
    Endlich konnte der Colonel schlafen. Gerade als er weg gedöst war, betrat Kinch das Zimmer.
    „Colonel, wenn Sie krank sind, brauchen Sie viel frische Luft. Die Krankheitserreger müssen raus.“ Mit diesen Worten öffnete der Schwarze die Fenster. Zähne klappernd presse der Colonel hervor:
    „E-e-es i-i-ist s-s-so k-k-kalt.“
    „Sir ein bisschen Abhärtung tut Ihnen gut,“ meinte Kinch und schnappte sich die oberste Decke des Colonels und legte diese wieder in das obere Bett. Hogan zitterte nun noch mehr. Genau in diesen Augenblick kam Klink in den Raum.
    „Sind Se den des Wahnsinns? Machen Se das Fenster zu. Der Ärmste holt sich ne fiese Lungenentzündung.“
    „Aber die Krankheitserreger müssen raus. Deshalb muss das Fenster offen bleiben,“ verteidigte Kinch seine Heilmethode.
    „Nichts da. Sergeant nu wechgetreten. Isch übernehme jetzt.“ Grummelnd ging Kinch und Klink schloss das Fenster.
    „Hier mein Freund. Das is een altes Hausmittel. Da sin Se schnell wieder fit. Und jetzt Gusche ouf,“ befahl Klink und schon seinem Gegenüber einen Löffel mit Sirup in den Mund.
    „Das ist ja widerlich. Was zum Teufel ist das?“ erkundigte sich der Amerikaner hustend.
    „Das is Zwiebelsaft mit Salz jemacht.“
    „Macht man das sonst nicht mit Zucker?“
    „Süße Medizin is schlechte Medizin. Und jetzt machen Se nochmal de Gusche ouf. Dreimal täglich zwee Löffel voll.“ Angewidert starrte der Amerikaner auf den dargebotenen Löffel. Glücklicherweise kam Langenscheidt in den Moment rein und meinte das Burkhalter am Telefon sei. Doch bevor der Obersachse ging, sah er Hogan streng an und schob ihn abermals den Löffel in den Mund. Der Offizier blieb noch zwei Minuten sitzen und starrte auf die Tür.
    Nicht passiert. Jetzt endlich konnte er schlafen. Er kuschelte sich in die Decke und schloss die Augen. Doch was war das? Wurde da nicht gerade seine Bürotür geöffnet? Widerwillig öffnete er seine Augen und Carter stand an seinem Bett.
    „Carter was willst du?“
    „Die Anderen haben gesagt, Sie sind krank. Und da habe ich gedacht, ich bringe Ihnen mal das Hausmittel meiner Großeltern vorbei. Das wirkt wirklich Wunder. Damals als ich ein Kind war, habe ich das auch immer genommen und ….“
    „Carter, ich glaube ich brauche nur etwas Schlaf. Bitte lass mich schlafen.“
    Enttäuscht sah der Jüngere auf die Tasse in seiner Hand und murmelte: „ Ich wollte Ihnen doch nur helfen. Die Andern durften doch auch. Ich habe das Rezept extra etwas abgeändert.“
    Innerlich stöhnte Hogan aus. Was sollte schon so schlimm an Carters Hausmittel sein. Seine Großeltern waren Indianer und die haben auf Naturheilkunde gesetzt.
    „Okay, dir zu liebe nehme ich dein Hausmittel.“
    Der junge Sergeant strahlte über das ganze Gesicht und reichte die Tasse rüber. Skeptisch sah Hogan in die Tasse, doch der aufmunternde Blick Carters veranlasste ihn das Gebräu zu trinken. Hätte er das mal lieber nicht getan. Hustend und würgend gab er die Tasse zurück. Das Gebräu löste einen sofortigen Würgereiz aus, dazu brannte
    seine Zunge wie Feuer und konnte nicht mehr aufhören zu husten. Nach unzähligen Minuten bekam der Offizier soviel Luft, dass er keuchend fragen konnte:
    „Willst du mich vergiften? Was zum Geier ist das für ein Zeug?“
    „Sir, da sind nur gute Sachen drin. Eine Chilischote, Klinks Zwiebelsaft, Knoblauch, Salbeitee, Kamillentee, Honig, zwei Löffel gemahlener Pfeffer, Meerrettich, Fenchel und ein bisschen von LeBeaus Fischsuppe.“
    „Also doch, du wolltest mich vergiften. Womit habe ich das nur verdient!“
    Schmollend drehte sich Carter um und verließ den Raum. Hoffentlich kann ich jetzt endlich schlafen, dachte sich der Offizier.


    Da hörte er von draußen: „ Schultzi, dass solltest du lieber lassen. Er ist mies drauf.“
    „Ja, wir wollen ihm alle was Gutes tun und er hat motzt nur rum. Er hat mir vorgeworfen, ich wollte ihn vergiften.“
    „Mon Colonel, ischt immer schlescht gelaunt, wenn er krank ischt. Undankbarer Amerikaner!“
    „Buaben jetzt ist oaber moal wieda guat. Ich geh zu ihm rein und schau moal wies ihm geht.“


    Und schon öffnete sich die Tür und Schultz trat ein. In der Hand hielt er einen Löffel und eine braune Medizinflasche.
    „Schultzi, lassen Sie mich bitte schlafen. Ich bin einfach nur müde.“
    „ Quatsch, ich hoab feine Medizin für Sie. Es hilft bei meinen fünf Kindern immer. Mund auf!“
    Aufgrund der Tatsache, dass Schultz eine Medizinflasche in der Hand hielt, vertraute Hogan auf ein zuverlässiges Hausmittel. Bereitwillig öffnete er den Mund. Es war einfach widerlich und Hogan wünschte sich, er hätte einen Eimer neben dem Bett stehen. Vor Ekel schüttelnd merkte er, wie der dicke Feldwebel ihn einen weiteren Löffel in den Mund schob.
    „Colonel Hogan, dass ist feiner Lebertran.“
    „Das ist widerlich.“
    „Medizin muss bitter sein, sonst hilft sie nicht.“
    „Darf ich jetzt endlich schlafen? Was anderes will ich doch gar nicht. Und ihr müsst mich alle so quälen. Erst LeBeau mit seinem komischen Wärme Pflaster. Die Brandblasen werde ich nächste Woche noch haben. Dann Kinch, der wollte das ich erfriere. Dann Klink mit seinem Ekelsaft. Von Carter fangen wir mal nicht an, dass war definitiv ein
    Anschlag auf mein Leben. Und nun Sie. Womit habe ich das nu verdient?“ erklang die weinerliche Stimme des Colonels. Er war am Ende seiner Kräfte.
    „Wir wollen Ihnen nuar helfen!“
    „Dann lasst mich endlich schlafen! Und jetzt raus!“
    Kopfschüttelnd verließ nun auch Feldwebel Schultz das Quartier. Es dauerte nicht lange, da war Hogan eingeschlafen. Nach einer Weile spürte er eine kühle Hand auf seiner Stirn. Oh nein, er hatte ganz vergessen, dass
    Newkirk noch nicht bei ihm war.
    „Bevor du mir irgendein Hausmittel andrehst, erschieß mich bitte!“ Widerwillig öffnete Hogan seine Augen und sah, wie sein Corporal einen Stuhl neben sein Bett stellte.
    „Sch-schlafen S-sie w-weiter!“
    „Was keine Bemutterung? Keine Mitleid? Keine abartigen Hausmittel?“
    „S-sir, bei allem R-r-respekt. Sie haben eine E-e-erkältung. D-daran werden Sie n-nicht sterben. U-und d-d-das ist, weiß G-g-gott nichts, wo man M-m-medikamente b-braucht,“ meinte Newkirk schmunzelnd.
    „Was tust du dann hier?“
    „ I-ich w-w-wollte nach I-ihnen s-sehen,“ der Brite stellte eine Tasse, eine Kanne und einen Teller mit Obst auf den Stuhl, bevor er fort fuhr: „ I-ich habe e-e-etwas O-obst f-für S-sie und etwas zu t-trinken. S-s-sie sollten v-viel t-trinken.“
    „Was ist in der Kanne?“ fragte der Ältere misstrauisch.
    „W-wasser. Einfaches schl-schlichtes W-w-wasser. H-hier haben Sie n-noch einen E-eimer. Ich h-habe von den H-hausmitteln der a-a-anderen g-gehört. D-da w-w-werden S-sie d-den noch b-brauchen.“ Der Corporal nahm die Decke vom oberen Bett und legte sie über seinen Vorgesetzten.
    „U-und jetzt sch-schlafen S-sie. In zwei T-t-tagen ist W-w-weihnachten, da w-wollen Sie doch fit sein. G-gute N-nacht!“
    Das bekam der Amerikaner nicht mehr mit, denn er schlief schon wieder tief und fest.


    Ende


    "Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. " Jean-Paul Sartre


    "Papa! Lene behaupet sie hätte angefangen [mit ärgern], dabei habe ich doch angefangen!" Junior beim petzen.

  • Nur noch eine Geschichte. :(


    Die letzten beiden haben mir wieder gut gefallen. Wie Yggdrasil wollte ich auch schon schreiben, dass das ein gutes Ende gewesen wäre. Wobei ich, als der Name Baker fiel auch schon wusste, dass Kinch wohl wirklich gehen wird. :(


    Die letzte fand ich ebenfalls wieder sehr gelungen. Schön auch, dass Newkirk findet, bei ner Erkältung muss man nichts machen, Ganz meine Meinung. ;)

    Das Gewissen ist fähig, Unrecht für Recht zu halten. Inquisition für Gott wohlgefällig und Mord für politisch wertvoll. Das Gewissen ist um 180° drehbar." (Erich Kästner)


    "Eine Rose gebrochen, bevor der Sturm sie entblättert." (Lessing)


    "Demokratie ist nicht die Herrschaft der Vernunft. Auch falsche Entscheidungen können demokratisch sein. Das ist zu akzeptieren" (Mein ehemaliger Chef, zumindest so in etwa)

  • Danke fürs Feedback! Hier also die Heiligabendgeschichte.
    Jetzt fallen mir so viele Geschichten ein, die ich noch schreiben könnte. Naja, aber nächstees Jahr ist ja wieder Weihnachten ;)
    Und DTH sieh es positiv, dann gehen die andern beiden Geschichten bals auch weiter.
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    24.Dezember


    Leicht genervt von Carters aufgeregten rum Gerenne, murmelte Newkirk: „ K-k-können wir d-den nicht f-f-festbinden?“
    „Lass ihn doch. Es ist doch schön, dass er sich freut,“ erwiderte Kinch schlichtend.
    „Es ist aber dennoch super nervig,“ mischte sich nun Olsen ein.
    LeBeau hatte das Spektakel bisher amüsiert verfolgt. Aber als Carter nun an ihn vorbei kam und ihn anrempelte, war auch seine Geduld am Ende.
    „Du setscht dich sofort auf deinen Hintern! Was ischt den heute nur mit dir los?“
    Verlegen sah Carter auf seine Hände und flüsterte: „ Aber heute ist doch Heiligabend.“
    Der junge Amerikaner sah nun unendlich traurig aus und setzte sich auf sein Bett. Augenrollend und resigniert seufzend stand Newkirk auf.
    „N-na k-komm A-andy. Lass uns raus gehen.“
    „Baust du mit mir einen Schneemann?“
    „W-w-wenns den u-unbedingt sein m-muss.“
    Die beiden zogen ihre Jacken an und verließen die Baracke. Kurze Zeit später kam Hogan in die Baracke.
    „Hey Jungs! Wo sind den Newkirk und Carter?“
    „Die schpielen im Schnee. Und bauen Schneemänner.“
    Verwundert sah der Offizier auf seinen breit grinsenden Corporal. Ein im Schnee spielender Newkirk? Da musste selbst der Colonel grinsen.
    „Ich habe eine Überraschung für unseren weihnachtsverrückten Jüngsten. Da brauche ich aber eure Hilfe!“
    „Klar Sir! Was sollen wir tun?“ stimmt Kinch sofort zu. Die restlichen Männer nickten.
    „Also gut wir machen folgendes...“


    Unterdessen bei Carter und Newkirk


    „C-carter w-wann b-bist d-du d-denn endlich fertig m-mit d-dem Sch-schneemann?“
    „Warum stehst du nur rum? Mach doch mit, dann würdest du auch weniger frieren.“
    „Sch-schnee i-ist für a-andere Sachen gut. I-ich z-zeige e-es dir!“ verwundert sah Carter zu seinen britischen Freund auf. Newkirk hockte sich hin und formte einen Schneeball. In dem Moment kam Klink aus seinem Büro und blieb unter dem Vordach stehen. Gekonnt warf Newkirk den Schneeball auf das Dach.
    „Du hast vorbei getroffen!“ meinte Carter enttäuscht.
    „W-warts ab!“ entgegnete der Andere und zog den Amerikaner auf die Füße. Genau in diesem Augenblick, löste sich die Schneedecke und krachte auf den Sachsen. Lachend packte der Corporal den erstaunten Sergeant und schleifte ihn um die Ecke. Und krachten dort mit Colonel Hogan zusammen.
    „S-sir, t-t-tut Sie u-uns einen G-gefallen?“ fragte der Engländer immer noch lachend.
    „Sicher.“
    „W-wir w-w-waren die g-ganze Z-zeit mit Ihnen z-z-zusammen!“
    „Was hat ihr jetzt schon wieder ange...“
    Weiter kam der Colonel nicht, da ein sehr wütender Lagerkommandant ihn unterbrach.
    „Da sind die zwee Übeltäter! In den Arrest mit denen!“
    „Herr Oberst, was ist den passiert?“
    „Die zwee ham eene Lawine über mir ausgelöst und ich hab den ganzen Schnee ab bekommen!“
    „Wann soll das den gewesen sein?“
    „Na jetzt gerade. Die ham sich doch aus dem Staub gemacht. Die zwee Feichlinge!“
    „Sir, das kann gar nicht sein. Carter und Newkirk waren die ganze Zeit bei mir. Vielleicht, war alles nur ein Zufall. Nicht alles was hier passiert, ist die Schuld der Gefangenen.“
    „Mmmpf!“ machte Klink und drehte sich abrupt um und stampfte davon.
    Kopfschüttelnd betrachtete der Offizier seine beiden Männer, die wie kleine ertappte Jungs nun vor ihm standen und den Kopf gesenkt hielten.
    „Was soll ich nur mit euch machen? Ich nehme an, es war deine Idee Peter?“
    Der Angesprochene nickte und ein kleines Lächeln umspielte seine Lippen.
    „Wir beide gehen gleich mal ein Stück zusammen und unterhalten uns über unauffällig Verhalten. Und du Carter kannst noch einen Schneemann bauen gehen. Du hast deinen Spielkameraden gleich wieder!“
    Erleichtert, das er keinen Ärger bekommen hat, machte sich der junge Amerikaner aus dem Staub.
    Hogan legte unterdessen einen Arm um den Jüngeren.
    Dieser machte ein betretenes Gesicht: „ S-sir, sind S-s-sie s-sehr s-sauer auf m-mich?“
    „Ja!“ Schwer schluckend ließ Newkirk die Schultern hängen. Das Letzte, was er wollte war, seinen Vorgesetzten zu verärgern.
    „Ich wollte das auch sehen! Klink als Schneemann ist einfach genial!“ lachte Hogan. Er drückte seien Corporal einmal
    fest an sich und fuhr dann fort: „ Was ich eigentlich von dir wollte. Du musst Carter die nächsten drei Stunden von unserer Baracke fernhalten!“
    „W-was? E-es ist ver-verdammt k-kalt. I-ich b-bin j-ja j-jetzt schon h-halb er-erfroren.“
    „Siehs als Abhärtung!“ lächelte der Amerikaner. Strenger sagte er: „ Ich erwarte, dass du es machst und erfolgreich bist!“
    „J-ja S-sir!“ frustriert lief Newkirk zu Carter. Die nächsten Stunden bauten sie eine Armee Schneemänner, machten eine Horde Schneeengel und schlussendlich bewarfen sie die Wachen und anderen Gefangenen mit Schneebälle. Erstaunlicherweise wurden sie von niemanden erwischt.
    „A-andy, l-lass u-uns e-ein Iglu b-bauen. Fang schon a-an. I-ich h-hol m-mir n-nur ein paar Z-zigaretten.“ Begeistert fing Carter an zu bauen. Newkirk tapste zur Baracke und wollte eintreten, da kam Hogan schon heraus.
    „Was willst du?“
    „S-sir m-mir ist k-k-kalt. L-l-lassen S-sie mich bitte ein b-bisschen auf-auf-aufwärmen.“
    „Du hattest doch klare Anweisungen.“
    „S-sir, i-i-ich spüre m-meine F-füße nicht m-mehr. B-bitte n-nur einen ganz kl-kl-kleinen Au-augenblick,“ jammerte der Jüngere und zappelte um sich aufzuwärmen.
    „Newkirk, noch eine halbe Stunde, dann darfst du mit Carter kommen. Darf schaffst du noch.“


    Grummelnd trat Newkirk seinen Rückweg an. Der junge Amerikaner sah lächelnd auf, als er seinen Freund bemerkte.
    „Sieh mal wie weit ich schon bin. Wenn du mir hilfst, werden wir heute fertig.“
    „I-ist d-dir n-nicht k-kalt?“
    „Nö! Ich friere nicht so schnell.“


    Kopfschüttelnd kniete sich Newkirk neben seinen Freund und half ihn beim Iglubau. Der junge Corporal verlor schnell die Geduld, rauchte seine Zigarette und beobachtete den Sergeant.
    „Hey Jungs! Wollt ihr nicht langsam reinkommen? Es ist doch recht kalt,“ grüßte Hogan, der gerade auf seine Männer zu
    trat. An Newkirk gewandt säuselte er lieblich: „ Wir wollen doch nicht, dass ihr krank werdet oder euch irgendwelche Körperteile abfrieren.“
    „W-wie w-witzig!“ knurrte der Angesprochene.
    Lachend legte Hogan seine Arme um seine Männer und führte sie zu ihrer Baracke. Als Carter die Baracke betrat, leuchteten seine Augen auf. Staunend blieb er vor dem hell erleuchteten Weihnachtsbaum stehen.
    „Ein echter Weihnachtbaum,“ hauchte er beglückt. Ganz sanft berührte der Amerikaner die Zweige. Er war hin und weg von dem Baum.
    Die anderen Männer beobachteten lächelnd ihren jüngsten Freund.
    LeBeau stellte einen Teller mit Plätzchen auf den Tisch und störte Carter: „Andrew, jetzt setsch disch mit an den Tisch. Wir wollen Weihnachten feiern. Dasu gehören Plätzchen und Weihnachtslieder. Kinch 'at eine Gitarre besorgt, da können wir mit Musik singen.“


    Die Männer der Baracke zwei feierten im Kerzenschein des Weihnachtsbaumes ein besinnliches Weihnachtsfest.


    Ende


    "Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. " Jean-Paul Sartre


    "Papa! Lene behaupet sie hätte angefangen [mit ärgern], dabei habe ich doch angefangen!" Junior beim petzen.

  • Ein wirklich schönes Ende für den Kalender.
    Stimmt die anderen Geschichten gehen dann wieder weiter, hat also auch was Gutes. :)


    Dann notier dir deine Ideen aber am besten, sonst stehst du in einem Jahr da und dir fällt erstmal nichts ein. ;)


    Und nochmal: Vielen Dank für den Adventskalender!

    Das Gewissen ist fähig, Unrecht für Recht zu halten. Inquisition für Gott wohlgefällig und Mord für politisch wertvoll. Das Gewissen ist um 180° drehbar." (Erich Kästner)


    "Eine Rose gebrochen, bevor der Sturm sie entblättert." (Lessing)


    "Demokratie ist nicht die Herrschaft der Vernunft. Auch falsche Entscheidungen können demokratisch sein. Das ist zu akzeptieren" (Mein ehemaliger Chef, zumindest so in etwa)

  • Hier die absolut letzte Geschichte. Denn wir wissen ja, dass in Amerika, England und Frankreich erst am 25.12 Weihnachten gefeiert wird und die Advetskalender dementsprechen einen Tag länger gehen :D
    DTH ich werde das ganze Jahr über schon vorschreiben, sodass ich dann nächstes Mal nur posten brauch.
    Einen schönen ersten Weihnachtsfeiertag!
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    25.Dezember


    Einige Tage vor Weihnachten


    „Hey Peter, wir 'aben letschtes Jahr was Verrücktes su Weihnachten gemacht ( siehe 20. Dezember). Wollen wir dieses Jahr auch etwas anstellen?“
    „Louis bist du wahnsinnig? Wir hatten Colonel Hogan versprochen nicht der gleichen wieder zu tun.“
    „Wir 'aben ihm versprochen , dass wir die 'akenkreuzflagge nicht gegen eine US-Flagge vertauschen und die amerikanische National'ymne nicht mehr schpielen. Aber wir 'aben nicht versprochen, keine Amiflaggen auf su'ängen oder andere National'ymnen zu schpielen. Was 'älst du von folgender Idee?“
    Leise flüstere LeBeau seine Idee in Newkirks Ohr. Der Gesichtsausdruck von dem Engländer wandelte sich von amüsiert zu überrascht und letztlich zu schockiert.
    „B-bist du w-w-wahnsinnig? D-d-das w-werden wir d-d-doch nicht ü-überleben!“
    „Denkst du Klink tut uns was an?“
    „N-n-nein, aber C-c-colonel H-hogan!“
    „Wir sagen es ihm einfach nischt. Was er nischt weiß macht ihn nischt heiß!“
    Die beiden Corporals machten sich daran, ihren Plan in die Tag um zu setzten.


    24.12 in der Nacht
    „O-okay. A-a-alle schlafen! G-gehen w-wir z-zu K-klink.“
    Leise schlichen sich die beiden Übeltäter in die Wohnung des Kommandanten.
    „Wo i-ist d-den d-das Sch-schlafzimmer?“
    LeBeau schlich vorneweg und zeigte seinen Freund den Weg. Sie versteckten sich unter dem Bett und der Franzose flüsterte: „Klink! KLINK!“
    „Ja, wer is'n da?“ schreckte Klink hoch und sah sich im Raum um.
    „Isch bin der Geist der Weihnacht!“
    „Wo steckste du den? Und was willste den?“ fragte der Deutsche ängstlich.
    „Isch bin 'ier um disch zu warnen!“ donnerte LeBeau in bedrohlichen Ton. Voller Furcht packte der Sachse seine Decke und zog sie sich über den Kopf.
    „Die Amerikaner sind auf den Weg 'ier 'er. Morgen werden sie da sein. Un'eil wird über dich kommen. Es sei den.....!“
    „Ja, ja was soll ich machen?“
    „'ängen Sie eine große US-Flagge an ihr Büro. Am besten malen Sie sich eine kleine Flagge ins Gesischt. Und dann
    müssen Sie amerikanische Musik spielen. Sie klauen ihren Gefangenen ja immer die Platten. Suletzt müssen Sie ihren Gefangenen etwas Gutes tun, die 'aben auch Weihnachten. Feldwebel Schultz sollte frei bekommen und su seiner Familie fahren dürfen.“
    „Wie soll ich das den alles bis morchen hin bekommen?“
    "Das ischt nischt mein Problem. Beweisen Sie, dass Sie ein netter Deutscher sind, sonst geht’s Ihnen schlecht.“
    „Ja,ja ich werde alles tun!“ versicherte Klink schnell. Bei sich dachte er, dass der Geist sicher einer der
    Gefangenen war. Er würde spontan auf die Kakerlake tippen. Leise stand er auf und ging zu seinem Mantel. Das wollte er doch mal überprüfen.
    „Schuuuuuullltttzzz!“
    „Ja, Herr Kommandant!“
    „Wir machen sofort eene Bettenkontrolle in Baracke zwee.“
    Leicht schockiert sahen sich die beiden Gefangenen an. Auf leisen Sohlen huschten sie zum Tunneleingang und rannten zurück zu ihrer Baracke. Kaum lagen sie ihn ihren Betten und stellten sich schlafend, da kam auch schon Klink mit Schultz zur Tür herein gestürmt. Dabei warf der Lagerkommandant einen Eimer um. Die meisten der schlafenden Männer schreckten hoch und sahen sich verwirrt um.
    „Ist das Santa Claus?“ murmelte Carter verschlafen.
    Wütend machte Klink das Licht an und meinte: „ Eener von euch Gefangenen war bei mir im Schlafzimmer.“
    Müde kam nun auch Hogan in den Hauptraum, blickte erst zu Klink und dann zu seinen Männern.
    „Wann soll einer meiner Männer bei Ihnen gewesen sein?“
    „Gerade eben. Die Kakerlake wars, nichwar.“
    „'äää? Isch 'abe die ganse Seit geschlafen!“ gähnte LeBeau, „ Oder wollen Sie be'aupten isch war im Schlafansug bei Ihnen?“
    Wie zum Beweis sprang er aus dem Bett und stand in seinem Pyjama und Socken da.
    „Sir vielleicht haben Sie einfach nur geträumt!“
    „Oder der Weihnachtsgeist war bei Ihnen!“ entgegnete Carter aufgeregt.
    „Du!“ schrie Klink und zeigte auf den erschrockenen Carter. „Was passiert, wenn man nich macht was der olle Geist sacht?“
    „D-d-dann,d-d-dann kommt Unheil ü-über einen?!“ stotterte der junge Amerikaner.
    „Mmmppfff!“ machte Klink und stürmte wieder aus der Baracke. Schultz der alles beobachtete, zuckte mit den Schultern und eilte seinem Vorgesetzten hinterher.
    Hogan verschränkte die Arme und sah streng zu LeBeau und dann zu Newkirk.
    'Bei blickten genauso erstaunt, wie die anderen Männer auch. Wer weiß was wieder in den verrückten Obersachsen gefahren ist. Robert mach dich nicht verrückt', mahnte er sich selbst.
    „So Männer, jetzt wird weiter geschlafen,“ wies der Colonel an und löschte das Licht. Kurze Zeit später hörte man in Baracke zwei leises Geschnarche. In den Wohnräumen des Kommandanten herrschte indes reges Treiben.


    Weihnachten 25.12


    Punkt sieben Uhr betrat Feldwebel Schultz die Baracke. Diesmal schlich er herein und weckte die Gefangenen ganz sanft, in dem er leise rief: „ Liebe Gefangene aufstehen. Ihr müsst aufstehen.“
    Carter öffnete zu erst seine Augen und starrte Schultz überrascht an: „ Schultzi was machst du da?“
    „I wecke euch!“
    „Schultzi ich helfe dir! AUFSTEHEN! ES IST ZEIT FÜR DEN APPELL! LOS! LOS! LOS!“
    „Carter verdammt! Was schreist du hier rum?“ schimpfte Kinch.
    Erschrocken stürmte Hogan aus seinem Zimmer und fragte: „ Ist was passiert? Ich habe Carter schreien hören!“
    „N-nein S-sir. A-alles okay. A-andrew wollte u-u-ns zur A-a-abwechslung mal w-wecken!“
    Verärgert sahen 14 Männer auf den jungen Sergeant. Alle zogen sich schnell für den Morgenappell an und traten aus der Baracke. Den meisten Männern stand eine Mischung aus Schock und heller Freude ins Gesicht geschrieben. An dem Vordach von Klinks Bürogebäude wehte eine große US-Flagge, Klink hatte sich mit Schminke kleine US- Fahnen ins Gesicht gemalt, aus den Lautsprechern dudelten die neusten amerikanischen Hits und seine Ansprache begeistere alle.
    So versprach er, dass der „Weihnachtsmann“ nachher von Baracke zu Baracke gehen wird und die Rot-Kreuz-Pakete und eine Überraschung austeilen wird. Den amerikanischen Gefangenen ging ihr patriotisches Herz auf. Seit langen hatten sie die eigene Fahne nicht mehr gesehen. Das erst mal seit ihrer Gefangenschaft fühlten sie wieder einen Hauch Heimat.
    Nachdem Appell zog der Weihnachtsmann tatsächlich von Baracke zu Baracke. Die Gefangenen bekamen ihre Rot-Kreuz-Pakete, zusätzliche Decken, durften warm duschen und bekamen frisches Obst und einen Weihnachtsbraten. Das war definitiv das beste Weihnachtsfest in Gefangenschaft.
    Am frühen Nachmittag betrat Schultz nachdenklich die Baracke und starrte die Männer an, welche am Tisch saßen und scherzten.
    „Ja mei. I woas nit woas ihr machts hobt. Oaber i hob frei und fahr zu meiner Familie. Danke!“
    Newkirk und LeBeau warfen sich einen Blick zu, während Hogan versuchte zu erklären das sie nicht für Klinks merkwürdiges Verhalten verantwortlich sind. Doch der dicke Deutsche gab zu verstehen, dass er ihm nicht glaubte und machte sich glücklich auf den Heimweg. Hogan machte sich unterdessen auf den Weg zu Klink. Dieser erzählte von seinem nächtlichen Erlebnis. Hogan hatte sichtlich Mühe, den Sachsen zu erklären, dass die Amerikaner heute nicht mehr das Lager befreien würden. Nach geschlagenen zwei Stunden konnte der Amerikaner endlich wieder zu seinen Leuten zurück. Leicht erschöpft ließ er sich auf den Stuhl zwischen Newkirk und LeBeau fallen. Die Männer sangen gerade „O Tannenbaum“ und „Jingle Bells“. Der Colonel legte je einen Arm um seine Männer und zog sie ein Stück an sich heran. Leise flüsterte er, dass nur die drei es hören konnten: „ Ich weiß nicht wie ihr es
    gemacht habt, aber ich denke ihr seit Santa Claus heimliche Helfer. Eigentlich müsste ich euch bestrafen, aber ich habe viele der Männer heute das erste mal seit langen wieder herzlich lachen hören. Eine so ausgelassene und glückliche Stimmung gab es nur im Lager, als wir den Krieg beendet haben. Danke dafür!“
    Die beiden Corporal warf sich einen Blick und ein breites Grinsen zu. Hogan deutete den Blick richtig und lächelte
    seine zwei Teammitglieder an.
    Die Männer feierten den restlichen Weihnachtstag glücklich bei Kerzenschein, Plätzchen und im Kreis ihrer Freunde.


    Ende

    "Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. " Jean-Paul Sartre


    "Papa! Lene behaupet sie hätte angefangen [mit ärgern], dabei habe ich doch angefangen!" Junior beim petzen.

  • Das habe ich eben erst entdeckt. Muss ich später noch lesen.
    Schöne Überraschung. :)

    Das Gewissen ist fähig, Unrecht für Recht zu halten. Inquisition für Gott wohlgefällig und Mord für politisch wertvoll. Das Gewissen ist um 180° drehbar." (Erich Kästner)


    "Eine Rose gebrochen, bevor der Sturm sie entblättert." (Lessing)


    "Demokratie ist nicht die Herrschaft der Vernunft. Auch falsche Entscheidungen können demokratisch sein. Das ist zu akzeptieren" (Mein ehemaliger Chef, zumindest so in etwa)