Kultur im Wandel? - oder doch nur das Strafrecht?

  • So, meine Mittagspause hat mich mal wieder zur Onlineseite eines gewissen Magazines geführt und da habe ich folgendes entdeckt:
    http://www.spiegel.de/panorama…aragraf-173-a-993413.html


    Wie seht ihr das denn so?

    Das Gewissen ist fähig, Unrecht für Recht zu halten. Inquisition für Gott wohlgefällig und Mord für politisch wertvoll. Das Gewissen ist um 180° drehbar." (Erich Kästner)


    "Eine Rose gebrochen, bevor der Sturm sie entblättert." (Lessing)


    "Demokratie ist nicht die Herrschaft der Vernunft. Auch falsche Entscheidungen können demokratisch sein. Das ist zu akzeptieren" (Mein ehemaliger Chef, zumindest so in etwa)

  • Schweres Thema. Aber im Grunde sollte es doch jeden selbst überlassen sein mit wem er sich auf etwas einlassen will.
    Für nachfolgene Generationen (wenn es zu Nachwuchs kommen sollte) kann es natürlichz gesundheitliche Folgen haben, aber das ist mit Krankheiten die vererbt werden können ja genau das selbe.


    In dem Sinne: sollen sie doch, wenn sie meinen

    Pommes Frites enthalten bis zu 23% weniger Schadstoffe, wenn man vor dem Frittieren die Verpackung entfernt.


    Alice - kleine Maus folgte ihrem Schatz Pfingsten 2017
    Nicklas - friedlich im Schlaf über die Regenbogenbrücke geflogen (12.03.2017)
    Viktor - knall gelb, nur ganz kurz bei mir gewesen (15.09.16)
    Finn - hat mich am 25.07.2016 schon wieder verlassen
    Jack - ein Jahr hat mein kleiner Süßer gekämpft: 24. oder 25.02.2016
    liebste Pauline: 13.03.2013
    Emil - am 29.11.2011 verstorben

  • Also ich bin ganz klar gegen Inzest aller Art. Zum einen setzt man den künftigen Nachwuchs enormen Risiken aus und auch alle vier Kinder der Leipziger Familie sind krank bzw. behindert.
    Zum anderen würde man den Täter von sexueller Gewalt in die Hände spielen. Wenn ein Bruder sich an seiner Schwester , in der Kindheit, vergeht, so kann es passieren das sie im Erwachsenenalter so abhänig von ihm ist, dass dann die Beziehung "freiwillig" ist.
    Abgesehen davon, ist es ein Tabu und sollte es auch bleiben.

    "Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. " Jean-Paul Sartre


    "Papa! Lene behaupet sie hätte angefangen [mit ärgern], dabei habe ich doch angefangen!" Junior beim petzen.

  • Gerade was die Behinderung von Kindern betrifft, darf dies eigentlich keinen Grund zu Strafbewehrung bieten, denn die Einbeziehung von eugenischen Indikationen wäre sehr bedenklich. Wir zwangsterilisieren ja auch keine Menschen mit geistiger Behinderung, nur damit sie keine behinderten Kinder zeugen können.


    Ein Großteil der familiären Abhängigkeiten ist über andere Missbrauchsstraftatbestände geschützt, die Frage ist also immer wieder, ob man für Inzest einen eigenen Straftatbestand benötigt.
    Und da stellt sich die Frage, ob man das Tabu überhaupt unter Strafe stellen muss.
    Inzestiöse Verbindungen führen nun mal zu gesellschaftlicher Ausgrenzung, aber rechtfertigt das allein einen staatlichen Eingriff in das Privatleben der Menschen?
    Man darf ja auch nicht vergessen, nur weil man den Straftatbestand aufheben würde, hieße das ja nicht, dass jetzt plötzlich 50 % der Geschwister eine Beziehung miteinander eingehen würden. Das gesellschaftliche Tabu würde ja bestehen bleiben und ist ja auch gefühlsmäßig in den meisten Menschen verankert.
    Häufig sind ja gerade deshalb solche Menschen betroffen, die gerade nicht miteinander aufgewachsen sind.

    Das Gewissen ist fähig, Unrecht für Recht zu halten. Inquisition für Gott wohlgefällig und Mord für politisch wertvoll. Das Gewissen ist um 180° drehbar." (Erich Kästner)


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  • Ich sag nicht, dass wir die Art oder schwere der Behinderung als Maßstab für die Strafe nehmen sollen. Und ich weiß aus einigen Fällen, dass behinderte Eltern sehr ,sehr gute Eltern sein können. Ich meinte nur, es birgt ein Risiko, dass nicht unterschätzt werden darf.


    Ich kenn mich mit den deutschen Gesetzten nur bedingt aus. Die Frage ist wirklich, sollte man ein Tabu unter Strafe stellen. Langezeit, war Homosexualität unter Strafe gestellt und heute dürfen sie heiraten. Ich würde immer den Einzelfall betrachten. Wenn Geschwister nicht zusammen aufgewachsen sind und sich quasi als " Fremde" in einander verlieben, ist es etwas anderes, als wenn sie zusammen aufgewachsen sind. Die Frage ist doch auch, wie viele Betroffene gibt es den? Gibt es soviele Beziehungen zwischen Geschwistern?

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  • Es geht ja auch nicht darum, ob behinderte Menschen gute Eltern wären, sondern darum, dass das Risiko ihre Behinderung weiterzuvererben bei einigen Behinderungsformen höher ist.


    Ich glaube (und meine mich zu erinnern, dass das statistisch belegt ist), dass die Gruppe von freiwilligen Inzestbeziehungen recht klein ist. Besonders in Fällen, wo Geschwister miteinander aufwachsen, kommt dies so gut wie gar nicht vor, einfach weil das in der Regel über die Erziehung und soziale, sowie kulturelle Auseinandersetzung vorgegeben ist.


    Und sobald irgendeine Form der Abhängigkeit dazu kommt, was bei innerfamiliären Beziehungen fast nie geleugnet werden kann, ist strafrechtlicher Schutz wieder da.

    Das Gewissen ist fähig, Unrecht für Recht zu halten. Inquisition für Gott wohlgefällig und Mord für politisch wertvoll. Das Gewissen ist um 180° drehbar." (Erich Kästner)


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  • Ob man ein erhöhtes Risiko trägt eine Behinderung weiter zuvereben, sollte nicht relevant sein. Ansonsten müsste man ja allen Behinderten, Alkoholikern, Drogenkonsumenten, Rauchern, älteren Müttern, Frauen mit Risikoschwangerschaft, Eltern mit schon einem behinderten Kind ect. das austragen von Nachwuchs verbieten. Und dann wäre die Frage wo fängt man an, wo hört man auf.


    Wie gesagt, ich würde immer den Einzelfall betrachten. Solange man Niemanden straffrei missbrauchen kann und dann behaupten das andere Geschwister wollte es auch, könnte ich mit einer Aufhebung des Gesetztes mitgehen.

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  • Da stimme ich dir zu, ich hoffe, du hattest mich so auch verstanden.


    Wobei Einzelfallpraxis im Justizwesen wieder Schwierigkeiten birgt.
    Aber bei Missbrauch ist einfach ein anderer Tatbestand einschlägig, insoweit wäre eine Trennung möglich.

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  • Das ist eben der Sozialarbeiter in mir, der dass allerbeste für seinen Klienten heraus holen möchte und so immer den Einzellfall betrachtet.

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  • OT: Ist dir auch schon mal aufgefallen, wie sehr die Art und Weise zu denken und Dinge zu betrachten durch den Studiengang geprägt wird? Ich tue mich manchmal erstaunlich schwer damit, den Gedankengängen von anderen zu folgen, weil ich so festgefahren bin in meinen rechtlichen Strukturen.

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  • Mir ist das auch schon aufgefallen. Interessant ist, dass zwei meiner Geschwister Wissenschaftler sind und alles logisch und pragmatisch betrachten und mein Bruder ist Jurist und sieht alles von der rechtlichen Seite. Ich bin etwas zweigeteilt, da ich einmal die klassische Sozialarbeitersicht vermittelt bekomme , aber zum anderen ist mein Studiengäng, einer der wenigenin Deutschland, der extrem vom systemischen Ansatz geprägt ist. Und ich bin es einfach gewöhnt ein Probelm aus den verschiedensten Blickwinkeln zu betrachten, da wir viel diskutieren und meine werten Komilitonen zum Teil echt schräge Ansichten haben.

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