Vergeben und Vergessen

  • So, die Idee spukte mir schon eine Weile im Kopf herum und jetzt habe ich es endlich fertiggebracht das erste Kapitel auf Papier/Word zu bringen, möchte mal sehen was ihr davon haltet. ich hoffe DIe Banner stören nicht, aber eine Bekannte von mir hat gesagt ich soll doch welche machen, also hab ich sie gemacht. Falls sie stören kann ich sie auch wieder wegnehmen ;)
    Ahja, ausserdem möchte ich noch anmerken, dass das meiner erste FF ist, also nicht allzu streng kommentieren, ja? :D




    Kapitel 1: Wenn der Rabe kräht…
    Alles war still, nur ein ruhiges und regelmässiges Atmen, wie es nur Schlafende zustande brachten, war zu hören. Er drehte sich um. Die knirschenden Bretter des Bettes störten die Ruhe. Fahle Mondlichtstreifen fielen durch die Spalten der Barackenwand. Alle im Stalag 13, ob Gefangene oder Deutsche, wandelten in diesem Moment im Reich der Träume. Alle ausser einem.
    Nochmals wälzte sich der Amerikaner im Bett herum. Mal wieder war heute einer der Tage gewesen, an denen er das Bett nicht hätte verlassen sollen, mal wieder war alles schiefgegangen und mal wieder war er schuld daran.


    - Flasback -
    „Carter? Carter!“, er schreckte aus seinen Gedanken hoch. „Ähm… was?“, der Colonel seufzte. „Carter, es ist zwar nur ein Routine-Auftrag, aber konzentrier dich, verstanden?“, der Angesprochene nickte stumm.
    „Also, der Plan läuft folgendermassen: Lebeau, du wirst Klinks Wagen etwas sabotieren. Carter und Newkirk ihr werdet euch freiwillig zur Reparatur melden. Sorgt dafür, dass ihr nicht vor Morgen fertig werdet und Kinch genug Zeit hat. Kinch, du entwickelst die Fotos fertig und bringst es sie ihnen dann. Versteckt die Fotos im Wagen, damit der Untergrund sie bei Klinks Besuch in Hammelburg abholen kann. Das wärs. Noch Fragen?“


    Keine fünf Minuten später, war ein lautes Krachen zu hören, während Lebeau zufrieden die Baracke 3 betrat. Ungeduldig sprang Newkirk von seinem Bett herunter, „N-na endlich! Wieso h-hast d-du so la-lange g-g-gebraucht?“
    „Schultzie wollten den Wagen wegfa’ren und isch musste i’n überzeugen, dass isch i’n mir zuerst anschauen soll. Dann ‘ab ich den Wagen als fa’runtüschitg eingeschtift und Schultz wollte mir nischt glauben. Naja, isch ‘ab i’n gewarnt, dass die Bremskabel defekt sind.“, wehrte sich der kleine Franzose grinsend und sah durchs Fenster wie Klink Schultz mal wieder zusammenstauchte, „Jetzt seid wo’l i’r dran.“
    Auch jetzt ging alles schnell. Sie brauchten nicht lange auf Klink einzureden und schon standen der amerikanische Sergeant und der englische Corporal vor dem demolierten Wagen und begannen mit der Arbeit. Kurz kam Kinch vorbei um ihnen die besagten Fotos zu geben, ansonsten gab es keine Störungen. Jedoch mussten Newkirk und Carter die Nacht lang durcharbeiten um rechtzeitig fertig zu werden, da der liebe Herr Lagerkommandant am nächsten Morgen schon in der Frühe aufbrechen wollte.


    Alles schien glatt zu laufen, Klink fuhr am nächsten Tag ab und der Auftrag schien erledigt, bis…
    „Wo hast du die Fotos denn hingetan Carter?“, fragte Kinch neugierig. Er hatte den jungen Amerikaner eine Weile lange beobachtet, während dieser am Wagen gearbeitet hat, scheinbar hatte Carter sich ausnahmsweise mal Mühe gegeben, ohne dass es um Bomben oder Explosionen gehen würde, denn er hatte nicht bemerkt wie oder wo der Sergeant den Film versteckt hatte.
    „Den Film? Weiss ich gar nicht mehr, ich hab ihn in meine Jackentasche getan als du ihn mir gegeben hast und-“, Carter stockte, befühlte die besagte Jackentasche und zog anschliessen ein kleines Bünde heraus, ein Bündel Fotos, um genau zu sein.
    „Ähm… Ich glaub ich hab sie gefunden…“
    „C-c-carter du I-idiot, d-du dämlicher V-voltrott-tel, du!“, Newkirk kam i hm gefährlich nahe.
    „Hör mal… Newkirk… Du willst doch nicht wirklich… Ich mein… Es war doch nur… Ich habs doch nicht mit Absicht-“, weiter kam der junge Sergeant nicht, der um einiges ältere und vor allem stärkere Corporal baute sich vor ihm auf. „H-hör m-mir mal-l z-zu: Weg-gen dir m-müssen wir u-uns etwas neu-neues ausd-denken. Kling-ge-ling-ge-lingks Wag-gen können w-wir nicht no-och einmal-l verschrot-ten, d-das würde selb-bst d-der mitbek-kommen. W-was s-sollen w-wir j-jetzt d-deiner M-meinung n-nach tu-un?!“ Noch bevor Newkirk fortfahren konnte war der Colonel aus seinem Büro gekommen, von Lärm alarmiert trat er dazwischen.
    „Also gut, was ist hier los?“, fragte er und sah abwechselnd Carter und Newkirk an, welcher immer noch so aussah als ober er dem Sergeant an die Kehle wollte. „Carter ‘at vergessen die Pläne in Klinks Wage zu tun, mon Colonel.“ Es war Lebeau der antwortete und auch in seiner Stimme konnte Carter die Wut hören, auch wenn der Franzose sich bemühte sie zu unterdrücken.
    „Carter, stimmt das?“, Carter nickte nur stumm und begann seine Schnürsenkel wahnsinnig interessant zu finden, der Colonel unterdessen stöhnte nur kurz auf und verschwand wieder in seinem Büro um sich einen Ersatzplan auszudenken, natürlich nicht ohne zuvor alle gewarnt zu haben Carter in Ruhe zu lassen und daran hielten sich die Männer auch.
    Den Rest des Tages wurden immer wieder böse Blicke in Carters Richtung geworfen und keiner sprach mehr ein Wort mit ihm und sogar Lebeaus Essen schien heute schlechter auszufallen als sonst.
    - Flasback Ende -


    Wieder knarrte das Bett, als Carter sich erneut umdrehte. Den ganzen Tag war er ignoriert worden und den ganzen Tag lang hatte er sich gewünscht er wäre angeschrien worden oder sonst was. Irgendetwas das ihm zeigte, dass er für die andern mehr als Luft war. Ja sogar Kinch, der ansonsten immer unparteiisch blieb hatte ihm nur die kalte Schulter gezeigt. Er wusste ja wie wichtig diese Fotos waren und immer wenn etwas wirklich wichtig war vermasselte er es, jedes Mal, ausnahmslos. Er war den andern doch nur ein Klotz m Bein, das einzige was er konnte war Dinge in die Luft zu sprengen und in diesem Gebiet würde sich bestimmt jemand finden lassen der genauso gut, nein, besser war als er. Er verstand es nicht. Wieso fühlte er sich so nutzlos, bisher hatte er es in praktisch jeder Situation geschafft Optimismus zu zeigen, doch nun… Es schien als ob wirklich alles ein Ende hatte und dies war das Ende seiner Hoffnung, seines Optimismus und seiner Zeit im Stalag 13.
    Irgendwo krähte ein Rabe, weit weg und doch so nah und bekräftigte seinen Entschluss. Bei der erstbesten Möglichkeit würde er, Sergeant Andrew J. Carter, den ersten wirklichen Fluchtversuch des Stalag 13 wagen. Diesmal war er sich eines sicher, diese Sache würde er nicht vermasseln, er würde es schaffen. Er musste es schaffen, für sich selbst, für Hogan und alle anderen, denen er je ein Klotz am Bein gewesen war.



    Kapitel 2: Fabrik, Bauernhof und Stalag
    „Apell is! Los, gemma gemma!“
    Verdammt laut und nervtötend holte die vertraute Stimme Carter aus dem Schlaf und scheinbar nicht nur ihn.
    „Was soll denn das Schultzie! Isch ‘ab noch geschlafen!“
    „G-genau! W-wieso müs-sen sie uns-s imm-mer am ungünstigsten Z-zeitpunkt weck-cken?!“
    „Joa mei, ich kann doch nix dafür gell? Aber der Kommandant möcht se sehn. Nu kommens scho!“
    Verschlafen richtete sich der junge Amerikaner auf und blickte auf seine Uhr, zwar dauerte es eine Weile bis er die Zeit lesen konnte, doch das war nicht unbedingt beruhigend. „Was will der Klink denn? Es ist drei Uhr morgens!“
    Lauter Protest erhob sich unter den Männern, sollte Klink doch eine Inspektion machen, wieso musste sie denn alle raus?!
    Der Protest wurde unterbrochen als die Tür zu Colonel Hogans Büro aufging, „Männer, lasst Schultz doch in Ruhe. Er tut doch auch nur seinen Job.“ Mit diesen Worten verliess der Colonel die Baracke, scheinbar erwartete Hogan etwas von Klink, ob eine Tat oder eine Antwort war nicht aus seinem Gesicht rauszulesen, doch eines war sicher: es musste wichtig sein, sonst würde der Colonel jetzt nicht freiwillig die Baracke verlassen.
    Allgemeines mürrisches Gemurmel liess sich zwar noch hören, doch nun erhoben sich auch die Männer aus der Baracke 13 missmutig und stellten sich am Aufstellungsplatz auf. Wie so oft bei einem nächtlichen Apell waren die meisten in Decken gehüllt um wenigstens noch ein kleines Bisschen Körperwärme zu behalten, zu seinem Glück, hatte Carter jedoch kaum jemals kalt und trat nur in Uniform aus de Baracken, was vielleicht doch keine allzu gute Idee gewesen war.
    Vom Mondschein, den er noch bis vor wenigen Stunden durch die Barackenwand hatte beobachten können, war nichts mehr zu sehen. Nun fielen in leichten Flocken Eiskristalle vom Himmel und der eisige Wind raubte ihm kurz die Luft. Das war eines der wenigen Male an denen er kalt hatte, er spürte schon wie sich seine Nackenhaare vor Kälte aufstellten und der Wind pfiff unbarmherzig durchs Lager.
    Keinen Moment später kam auch schon Oberst Klink, mit einem erstaunlich verschlagenen Gesichtsausdruck. Ihm folgte ein kleiner dunkler Schatten, den Carter erst nach mehrmaligem Hinsehen als Major Hochstetter erkannte. Der junge Amerikaner sah Kinch, welcher neben ihm stand, fragend und zugleich unheilvoll an. Wenn Hochstetter hier war, konnte das nichts Gutes bedeuten.
    „Meine Herrschaften, ihr kennt doch bestimmt den kleenen Giftzwerch Hochstetter von der SS, ne? Nu, der braucht ‘n paar Leute und ich bin mir sicher einige von euch werden sich freiwillig melden. Den Rest kann euch das Rumpelstilzchen ja selber sachn, der kann ja reden, nicha.“
    Hochstetter betrachtete Klink mit einem Blick, der mehr als tausend Exekutionskommandos sagte. Erhob dann aber selbst die Stimme: „Ja, danke Klink.“, begann er gefährlich ruhig, die Ruhe vor dem Sturm sozusagen. „Nun, wie euch euer Kommandant schon gesagt hat brauche ich ein paar Leute. Eine Fabrik in der Nähe brauchte noch Männer und deshalb haben wir einige Bauern eingezogen, die haben aber nur zugestimmt wenn irgendjemand ihre Arbeit auf dem Hof erledigt und da kommen sie zum Zug.“
    „Sie wollen, dass wir für Deutsche arbeiten? Das ist aber gegen die Genfer Konvention.“, protestierte Hogan sogleich, kaum hatte Hochstetter eine Atempause gemacht. Die Genver Konvention nahm Hogan oft als Vorwand um noch länger über ein solches Thema zu diskutieren. Auf diese Art hatte er schon öfters zusätzliche Informationen und Vergünstigungen bekommen, doch Hochstetter machte ihm einen dicken Strich durch die Rechnung, noch bevor Klink auch nur den Mund aufmachen konnte, antwortete er so kurz gefasst wie möglich. „Natürlich nicht, mein lieber Hogan. . Ihr werdet einige Mark dabei verdienen, gegen bezahlte Arbeit sagt die Genfer Konvention soweit ich weiss nichts. Und nun, denken sie über den Vorschlag nach und melden sie sich bei ihrem Kommandanten, er wird schon wissen was zu tun ist.“
    Damit verabschiedete sich der Major und ging so schnell wie Möglich in seinen warmen Wagen, gefolgt von Klink, der ihn kurz verabschiedete und sich dann in seine Kommandantur verzog.


    „Was nun, mon Colonel, sollen wir für die Deutschen arbeiten oder nischt?“
    „Ich weiss es nicht.“
    Schon zum tausendsten Mal hatte der Franzose diese Frage gestellt und die Antwort war nach wie vor dieselbe.
    Hogan lief weiter, so wie es seine Angewohnheit war, wenn er nachdachte. Hin und her, immer wieder und Carter folgte ihm mit seinem Blick, wie alle anderen auch. Zu gern würde er jetzt an den Gedanken des Colones teilhaben. Hogan beachtete seine Männer nicht weiter, er lief nur und dachte nach, wägte jede Möglichkeit ab, bekam Einfälle und verwarf sie wieder.
    Nach einer gefühlten Stunde kam der Colonel schliesslich zum stehen.
    „Also gut Jungs, hört mal zu: Die Sache könnte eine Falle sein, natürlich kann es auch eine gewöhnliche Arbeit werden, aber wir haben wichtigeres zu tun. Das heisst, keiner von euch wird sich daran beteiligen, alles klar?“, allgemeines Nicken beantwortete die Frage. Keiner wollte ihren Vorgesetzten unterbrechen und die Stimmung war mehr als angespannt. Mit einem tiefen Atemzug fuhr Hogan fort: „Gut. Was viel wichtiger ist, ist aber diese Fabrik die Hochstetter erwähnt hat. Sie muss wichtig sein, sonst hätten sie direkt Kriegsgefangene dort arbeiten lassen, doch scheinbar haben sie Angst vor Sabotage. Wir müssen rausfinden was dort genau abläuft.“
    Wieder nickten alle. Die Stille war zum zerreissen gespannt und Carter verkniff sich für einmal sogar einen Kommentar und wartete auf die Anweisungen des Colonels, er spürte, dass diese Sache wichtig war und vielleicht, ja nur vielleicht sogar seine Möglichkeit zu flüchten.
    Doch die Instruktionen des Colonels blieben diesmal aus, schnellen Schrittes ging Hogan zu Kinch’s Bett, tippte dreimal auf den eingebauten Schalter und liess so die Bettplanke hochfahren, die den Weg in ihr Tunnelsystem freigab.
    „Kinch, komm mal mit, du musst nach London funken. Ihr anderen bleibt hier, verstanden? Legt euch am besten schlafen, es kann sein, dass wir die nächsten Nächte öfters raus müssen.“, das dritte Nicken innerhalb weniger Minuten ging durch die Reihen.
    Den Gefangenen blieb nun nichts anderes übrig als auf weitere Befehle des Colonels zu warten, um sich wie befohlen schlafen zu legen waren sie alle zu aufgewühlt.
    Somit sassen Carter, Lebeau und Newkirk keine Minute später bei Kerzenschein am Tisch. Jeder ging seinen eigenen Gedanken nach, kaum einer sprach und man hätte davon ausgehen können, dass sie auch kaum atmeten, nichts war zu hören und nur ab und an nippte einer der drei an seinem Kaffee, selbst Carter war still und komplett in Gedanken versunken. Seine komplette Aufmerksamkeit richtete sich auf diese Fabrik, die eventuelle Falle, Hogans Reaktion und vor allem die Tatsache, dass dies seine Chance zur Flucht sein könnte.

  • Hoi Krümel,
    ich habe mal dein erstes Kapitel gelesen und es macht Appetit auf mehr. Der arme Carter kann einem ja leid tun. Also mich stören die Banner überhaupt nicht, ich find sie ziemlich cool. Hoffentlich geht deine Story bald weiter. Und ich kenn das mit dem aufgeregt sein bei der ersten Story glaub mir. :D

    Ein Optimist sieht eine Gelegenheit in jeder Schwierigkeit; ein Pessimist sieht eine Schwierigkeit in jeder Gelegenheit.


    Winston Churchill

  • Ist verdammt lange her, dass ich das gepostet habe(schon fast ein halbes Jahr oô), hätte nie gedacht, dass irgendwann mal irgendjemand antwortet^^


    Ich hab in der Zwischenzeit das erste Kapitel überarbeitet, was auch den Kapiteltitel beinhaltet und hab deshalb den Banner mal weggenmmen...
    Jedenfalls danke fürs Kommentieren, hier ist jetzt mal Kapitel 2 :D

  • So nun hab ich gerade Kapitel zwei fertig gelesen.


    Und der Satz mit Hochstetter, Klink und dem Exekutionskommando Blick einfach der Hammer. :D


    Also ich finde es weiterhin interessant und hoffe das du weiter schreibst, auch wenn ich bis jetzt deine einzige Komentatorin bin.

    Ein Optimist sieht eine Gelegenheit in jeder Schwierigkeit; ein Pessimist sieht eine Schwierigkeit in jeder Gelegenheit.


    Winston Churchill

  • Danke^^
    Klar schreib ich weiter, bist nicht die Einzige, nur hier bst du allein. Aber ansonsten hab ich noch so ca. 5 andere Leser...
    Das nächste Kapitel werd ich nächste Woche hochladen und dann halt jede Wch ein Neues bis ich gleich weit bin. Die FF gibts ja schon 'ne Weile, das einzige Problem ist, dass ich seit einigen Monaten eine totale Schreibblockade hab und schon ewig an Kapitel 5 rumbastel... Naja, ich hab jedenfalls vor mit dieser Geschichte fertig zu werden(irgendwann), keine Sorge ;)