MASH: Gloria

  • ACHTUNG: Nicht jeder Verträgt Arztsendungen. Hab mich mit dem Herumgeschnippel im OP zurückgehalten, was serh schwer ist für einen Chirurgie-Freak wie mich!


    Kapitel 1:


    „ Achtung, Achtung! Wir erwarten noch mehr Verwundete! Legt euch ins Jeug Zungs, äh ich meine legt euch ins Zeug Jungs! Ende!“
    Stöhnen und Gefluche waren die Reaktionen der Chirurgen, die so schnell sie konnten operierten und immer noch kein Ende in Sicht war. Sie hatten alle Hände voll zu tun um alle Fragmente aus den Verwundeten heraus zu holen und alle Löcher und Risse zu versorgen und zusammen zu flicken.
    Im OP ging der Kampf um Leben und Tod immer weiter. Der Tod war immer allgegenwärtig. Die Chirurgen wussten das zu gut und gaben ihr möglichstes auch nach stundenlanger OP. Aber nicht nur im OP lauerte der Sensenmann im 4077th MASH. Auch draußen lauerte der Tod, wo per Hubschrauber und Krankenwagen immer unermüdlich neue Verwundeten von der, nur wenige Meilen entfernten, Front eintrafen.
    ...kann noch warten, sofort in den OP und Chancenlos war die knallharte Einteilung. So wurde hier nach klugen Menschenverstand sortiert, was das Personal oftmals sehr an die Nieren ging. Es war hart, gerecht aber ein gemeines System. Würden Chancenlose sofort operiert werden, dann würden sie für nichts und wieder nichts Blut und Zeit für die anderen rettbaren Patienten verbrauchen. Die Folge würde bedeuten noch mehr Tote. Jedem im 4077th MASH in Korea war das klar. Aber es war grausam, wenn man Freunde oder Feinde starben sah, weil sie unrettbar nach der Vorsortierung waren... lebende Tote.
    Gerade landete ein Hubschrauber am Hubschrauberlandeplatz und brachte zwei neue Schwerverwundete. Als Radar einen Soldaten mit Verbandplatzuniform sah konnte er nur mit offenem Mund staunen...


    „ Der Nächste!“, Hawkeye zog seine Handschuhe aus und sah zu wie der Soldat, den er soeben erfolgreich operiert hatte, in die Intensivstation gebracht wurde. Er würde durchkommen, wenn keine postoperalen Schäden eintraten.
    Routiniert zog er sich einen neuen Kittel und neue Handschuhe im Eiltempo an. Es gab noch viel zu tun. Sein nächster Patient wurde auf den OP Tisch gelegt. Hawkeye untersuchte in schnell und mit geübten Blick. Er gab die Anweisung zur Narkose und schaute zu dem Gesicht und erstarrte kurz.
    Aber er hatte nicht lange Zeit sich zu wundern. Er musste erste lebensrettende Maßnahmen einleiten. Er wartete bis die Narkose wirkte und machte sich konzentriert an das Operieren, dabei vergas er das hübsche junge Gesicht, dass er soeben gesehen hatte für eine kurze Zeit.


    Sein schlanker Patient erwies sich trotz schwererer Wunden als äußerst zäh und bald schon konnte er wieder seine üblichen OP Witze loslassen, weil er nicht jeden Augenblick befürchten musste, dass ein Herzstillstand oder eine andere schwerwiegende Komplikation eintreten könnte.
    „ Father?!“
    „ Ja, Hawkeye?“, antwortete der angesprochene Priester und schaute vom anderen Ende des Raumes zum Chefchirurgen.
    „ Haben sie schon einmal einen Engel gesehen?“
    „ Bis jetzt nur in meinen Träumen. Aber ich hoffe doch sehr das ich eines Tages einen sehen werde!“
    „ Lässt sich sofort einrichten. Sie müssen nur zu meinem Tisch kommen... Ich rette gerade einen Engel!“
    „ Ach wirklich?“
    Father Malcey trat zu Hawkeyes Tisch und schaute auf den Patienten hinab.
    „ Das ist ja eine Frau… und sie ist vom Roten Kreuz!“
    Es wurde merklich stiller im OP Raum. Eine Rote Kreuz Frau verwundet hier? So etwas hatte es bisher noch nie gegeben!
    „ Zudem ist sie noch wunderschön!“, fügte Hawkeye grinsend hinzu, „ Drei Dinge dir dafür sprechen, dass es ein echter Engel ist!“
    „ Wie sieht sie aus?“, fragte BJ neugierig und entfernte vorsichtig einen Granatsplitter aus dem Magen seines Patienten.
    „ Stell dir eine schlanke, gut gebaute, ca. 1.70 Meter große Frau vor, mit den Traummaßen 90, 48, 90 vor!“
    „ Hmm… also so wie Peg!“, meinte BJ schmunzelnd und warf einen weiteren Grantatsplitter in die Nierenschüssel.
    „ Blondes schulterlanges Haar, schönes Gesicht, Schmollmund und süße Stubsnase…“
    „ Ich glaube ich hab mich verliebt!“, rief Klinger der gerade einen neuen Patienten für Colonel Potter mit einem Soldaten hereintrug.
    „ Hat dieses überirdische Wesen überhaupt einen Namen oder fantasieren sie Pierce!“
    Hawkeye verdrehte über Chales ironischen Ausspruch die Augen und wollte schon zum kontern ansetzen als er sich eines besseren besann: „ Das muss bestimmt ein Göttlicher Name sein! RADAR!!“
    Radar erschein kurz darauf, eine Atemmaske vor dem Mund haltend, in den OP.
    "Ja?"
    " Radar kannst du mal nachschauen wie mein Patient hier heißt?"
    Der junge Kompanieschreiber schaute auf den OP-Tisch, blätterte dann durch einen Stapel Papiere, die auf seinen Klembrett befestigt waren.
    " Ahja... hier steht es. Captain Gloria Potter!"
    "WAS!!"
    Alle die Zeit hatten aufzuschauen, schauten zu ihren Kommandeur der gerade überrascht aufgeschriehen hatte.
    " Meine Tochter heißt Gloria!"
    Absolute stille herschte im OP, ausgenommen der andauernden OP-Geräusche, wie beim Beatmen.
    " Das wäre ein großer Zufall...", meinte BJ.
    " Wie mann es nimmt. Potter ist zumeist ein sehr weit verbreiteter Name. Aber Gloria scheint mir jedoch äußerst rar zu sein," näselte Charles.
    Hawkeye schaute prüfend das Gesicht seiner Patientin an:" Also viel Änlichkeit mit ihnen hätte sie dann aber nicht!"
    " Sie geht mehr nach Mildred. Radar! Sieht sie ihr ähnlich?"
    Radar rückte seine Brille zurecht und beugte sich über dem Gesicht der jungen Frau.
    " Ich glaube schon... sie sieht ihr schon irgendwie ähnlich!"
    " Ich würde sie zu gerne sehen, aber ich stecke mit beiden Händen in Organen."
    " Ich kann sie ablösen. Meiner muss nur noch zugemacht werden."
    " Gut mein Sohn... ich hätte sonst keine Ruhe!"
    Potter wartete bis BJ ihn ablöste und ging dann sofort zu Hawkeye der konzentriert operierte. Er schaute das Gesicht an und schloss kurz seine Augen.
    " Sie ist es..."
    Hawkeye schaut auf und direkt in die Augen des Ex-Kavalleriisten.
    " Ich geb was ich kann..."
    Davon bin ich überzeug... zumindest hoffe ich das für sie!"
    Hawkeye nicke und machte sich an die Arbeit. Er verschwieg dabei, dass er etwas für sie sicherlich wichtiges entfernen musste um ihr Leben zu retten. Sein einziger Trost war, dass Frauen zwei davon hatten. Gloria konnte also immer noch Kinder bekommen, wenn sich der zweiter Stock nicht ebenfalls entzünden würde...



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    Das erste Kapitel einer Geschichte die ich schon ein Jahr lange im Kopf habe und immer wieder neu erlebe. Viel Spaß beim lesen!


    Gucky

  • Kapitel 2:


    Margret freute sich als sie bemerkte, dass Gloria anstalten machte aus der Narkose zu erwachen. Sie teilte es sofort Pierce mit der gerade frewillig die Bereitschaft in der Intensivstation hatte. Er schaute auf den Soldaten den er vor Gloria operiert hatte, weil er immer wieder Probleme machte. Einmal versagte sein Herzschlag, dann verstopfte ein Schlauch... es war ein Wunder das er noch lebte und Hawkeye wollte ihn unbedingt durchbringen.
    Hawkeye hörte Margrets gute Nachricht auch mit Freude. Potter würde sicher sehr erleichtert sein, wenn er vom Erwachen seiner Tochter hörte. Margret hatte ihn ins Bett verfrachtet nachdem er immer wieder bei seiner Tochter eingenickt war, müde vorm langen Stehem im OP.
    Er war ja auch nicht mehr der Jüngste. Margret hatte nicht eher Ruhe gegeben bis der total übermüdete Colonel endlich ins Bett ging, nachdem Hawkeye und Margret ihm wohl schon zum tausendsten Mal versichert hatten, dass sie ihn sofort holen würden, wenn sich nur die kleinste Kleinigkeit an Glorias Zustand ändern würde.
    Hawkeye warf noch einen prüfenden blick auf seinen Sorgenpatienten, der gerade ruhig schlief und machte sich dann auf zu Glorias Bett. Er schaute sich ihre Werte an und schickte Margret los, den Colonel zu wecken. Kaum hatte Margret das Gebäude verlassen, fing Gloria an zu blintzeln. Hawkeye stellte einen Stuhl neben ihr Bett und ließs sich darauf blumpsen. Auch seine Beine waren mehr als müde und schrieen nach ruhe, die er ihnen so gönnen konnte.
    Glorias Augen gewöhnten sich immer besser an das Licht und schließlich begann sie ihren Kopf langsam zu drehen um sich zu orientieren. Als Hawkeyes Gesicht in ihr Blickfeld kam, hielt sie inne und ließ ihren Blick auf ihn ruhen. Sie lächelte und der Chefchirurg erwiederte sofort das sympathischen, wenn auch ziemlich matte Lächeln der jungen Frau. Sie war wahrscheinlich noch mehr als erschöpft von der Narkose.
    Hawkeye musterte sie und wiedereinmal musste er die Schönheit von Potters Tochter bewundern. Sie so lächelnd zu sehen, machte sie noch bezaubernder. Ihre Blässe kombiniert mit dem blonden Haar und den freundlichen Lächeln erweckte in ihm immer wieder aufs Neue, dass so wie sie wirklich ein Engel aussehen musste. Wenn Potters Frau nur halb so schön wie Gloria ist, konnte Hawkeye gut nachvollziehen warum er sie geheiratet hatte.
    " Hallo Doc... flüsterte sie leise.... Wo bin ich?"
    " Im 4077th....", er merkte wie sie erschrak und fügte schnell hinzu: " Ihr Vater wird soeben verständig, dass sie aufgewacht sind!"
    " Was wurde operiert... ich bin auch Chirurgin!"
    Hawkey nickte. Potter hatte im OP stolz erzählt, dass seine Tochter vor ein Paar Wochen erfolgreich alle Examen und Praktikas abgeschlossen hatte. Nur was sie in Korea auf inen Verbandsplatz gemacht hatte, das konnte er sich beim besten Willen nicht erklären. Er hatte nichts von einer Einberufung zur Army gehört!
    " Doktor? Was haben sie an mir genau operiert?", wiederholte Gloria müde aber mit geduldigen Tonfall.
    " Ich..ähm also..."
    Die Tür ging auf und Potter eilte zu dem Bett seine Tochter. Hawkeye atmete erleichtert auf. Sollte Potter doch seiner Tochter beibringen was er entfernen musste. Er kannte sie am Besten.
    " Gloria! Wie geht es dir...", Potter setzt sich auf den Stuhl, den Hawkeye sofort frei gemacht hatte, als der Colonel die Intensice betreten hatte.
    " Nur müde und leichte Bauchschmerzen..."
    Potter lächelte: " Das wird wieder. Der beste Chirurg in ganz Korea hatte dich unter dem Messer!"
    Gloria grinste: " Also du! Eigenlob stinkt, Dad!"
    Potter schüttelte lachend seinen Kopf: " Ich habe nicht mich gemeindt! Doktor Pierce hier hat dich operiert!"
    Gloria schaute überrascht zu dem Arzt: " Oh Entschuldigung..."
    " Kein Problem..."
    " Aber jetzt möchte ich endlich wissen, was gemacht wurde!", sie strich über ihren Bauch der dick verbunden ist.


    Als Pierce keine Anstalten machte es zu sagen, klärte Potter sie auf.
    " Pierce musste einen Eierstock entfernen der stark beschädigt worden ist und den anderen sicher entzündet hätte..."
    Gloria wurde blasser. Sie wollte gerne Kinder haben. nicht sofort, aber sicher später.
    " Dafür sah der andere aber sehr gut aus. Sie können auf jeden Fall noch Kinder bekommen! Ich glaube kaum das es Postoperale schäden geben wird!", fügte Pierce schnell hinzu.
    Potter drückte ihre Hand: " Wird schon werden! Ruh dich erst einmal aus und dann sehen wir weiter! Jetzt will ich aber erst einmal wissen was du hier in Korea machst und warum du mir nichts gesagt hast!"
    " Gut dann geh ich mal! Ich möchte nicht bei dem Gespräch stören, außerdem möchte ich endlich auch mal ins Bett kommen! Sir, können sie ein Auge auf Sergant Gardener werfen. Er hat ganz schön Probleme gemacht!"
    Potter nickte und Hawkeye ging zum Ausgang.
    " Doktor Pierce!"
    Hawkeye drehte sich langsam zu Gloria um: " Ja?"
    " Vielen Dank Doktor! Sie haben sicher ihr bestes gegeben!"
    " Das musste ich auch! Mit einem Colonel im Nacken ist nicht zu Spaßen!", erklärte er grinsend und Schritt auf den Ausgang zu.
    " Typisch Pierce...."